Forum: Panorama
Fährunglück in Südkorea: Angehörige der "Sewol"-Passagiere kritisieren Regierung
REUTERS

Südkoreas Präsidentin kritisiert den Kapitän der gesunkenen Fähre "Sewol" - doch die Angehörigen der Passagiere haben auch am Krisenmanagement der Behörden viel auszusetzen. Besonders die Taktlosigkeit eines Regierungsvertreters empört sie.

herkurius 21.04.2014, 20:30
1. Sicherheitsgründe

Natürlich war der Befehl, die Kinder haben in ihren Kabinen zu bleiben, aus Sicherheitsgründen gegeben. So konnte der Kapitän als erster von Bord gehen, wie das anscheinend neuerdings in der Seefahrt Usus ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hugotheKing 21.04.2014, 21:00
2. Hoffnung

Man ist immre später schlauer als vorher. Wichtig ist, dass die zuständigen Behörden die Ursachen erforschen und für die Zukunft zu lernen. Dass in der Panik viele Dinge schief gegangen sind, ist ja typisch für so ein Unglück. Vor einem Jahr ist ein ähnlicher Unfall einer bauähnlichen Fähre an der japanischen Küste passiert. Es sind viele Fragen zu klären.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joachim_m. 21.04.2014, 21:01
3. optional

Tragisch, aber bevor man sich hier über das Verhalten des Kapitäns auslässt, sollte man einmal abwarten, was die Untersuchung ergibt: Es macht keinen Sinn, mit einem Schiff unter zu gehen und zu ertrinken, selbst wenn es ansonsten Tote auf dem Schiff gibt, auch nicht im Hinblick auf den Kapitän. Es muss auch immer noch gefragt werden, ob es noch eine echte Chance gab, Personen zu retten, als er von Bord ging, wenn ja, hat er sich schuldig gemacht, wenn nein, dann hat er nur etwas gemacht, was man ihm nicht vorwerfen kann.

Aber viel interessanter ist die Frage, wieso nicht evakuiert wurde. Lag es an einer Fehleinschätzung der Lage, die es leider in solchen Fällen geben kann, denn solange ein Schiff nicht untergeht, ist es immer noch erheblich sicherer, an Bord zu bleiben, oder war es etwas anderes.

Jedenfalls finde ich es schon höchst seltsam, dass der Kapitän angibt, er habe Sorge wegen der Strömung gehabt: Rettungsboote und -inseln sind zwar bei starker Strömung nur schwer einsetzbar, ohne fest damit rechnen zu müssen, dass es dabei zu tödlichen Unglücksfällen kommt, zumal, wenn viele Leute an Bord sind, die nicht wirklich wissen, wie man sich in so einer Situation verhalten muss, nur: Wenn ein Schiff untergeht, nützt es absolut nichts, wenn alle wegen der Strömung an Bord bleiben, denn wer an Bord bleibt, stirbt auf jeden Fall.

Und die Präsidentin soll einmal aufhören, über zu dramatisieren. Mord ist etwas anderes, wenn überhaupt, dann haben wir es hier mit fahrlässiger Tötung vieler Menschen zu tun, aber man kann kaum annehmen, dass der Kapitän aus niederer Gesinnung viele Menschen umbringen wollte und deshalb das Schiff absichtlich mit so vielen Leuten an Bord versenkt hat. Aber so einen Schwachsinn kennt man ja bei Politikern, die, um auf Wählerstimmenfang zu gehen, jeden Unglücksfall weidlich ausnutzten, um für sich Propaganda zu machen. In Deutschland ist das Hochwassertourismus; als wenn ein Bundeskanzler, eine Bundeskanzlerin vor Ort irgendetwas ausrichten könnten, und in der Zeit, in der sie sich als eine Art staatlicher Seelsorger betätigen, könnten sie in ihrem Büro viel mehr für die Opfer tun, aber da sieht man sie ja nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dietermacher 21.04.2014, 23:07
4. Unglücksursache?

Sämtliche unserer gleichgeschalteten Medien vermeiden es, über die Unglücksursache zu spekulieren, was doch irgendwie naheligend wäre. Warum?

Beitrag melden Antworten / Zitieren