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Fährunglück vor Südkorea: Die vermeidbare Katastrophe
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Taucher haben mehr als hundert Leichen aus dem Wrack der "Sewol" gezogen, mehrere Crewmitglieder der koreanischen Fähre wurden verhaftet. Was passierte bei der Havarie? Was weiß man über die Unglücksursache? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Flari 22.04.2014, 15:02
1. Wieso vermeidbar?

Zitat von sysop
Wenige Stunden nach dem Notruf war das Schiff fast komplett gesunken.
Bereits weniger als 90 Minuten nach der Havarie war die Sewol ~180° durchgekentert und ragte nur noch mit dem Bug aus dem Wasser.

Was ist nun "fast kplt. gesunken" und was sind "wenige Stunden"?

Und wieso war die Katastrophe vermeidbar?
Wieso stellt SPON diese Behauptung auf, schreibt aber kein einziges Wort darüber, wie das hätte gehen sollen?

Vielleicht keine Boote bauen, nicht auf dem Wasser fahren ==> keine Katastrophe?

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harald441 22.04.2014, 15:12
2. Den Begriff

es im Deutschen nicht! Korrekt muß es heißen: "Der dritte Offizier, Frau ........ gab (z. B.) ein falsches Kommando."
Man sagt ja auch "Frau Doktor" und nicht "Frau Doktorin".

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hman2 22.04.2014, 15:51
3. Huch

Zitat von Flari
Bereits weniger als 90 Minuten nach der Havarie war die Sewol ~180° durchgekentert und ragte nur noch mit dem Bug aus dem Wasser. Was ist nun "fast kplt. gesunken" und was sind "wenige Stunden"?
Kann es sein, dass Ihnen entgangen ist, dass kentern und untergehen zwei völlig verschiedene Vorgänge sind, die noch nicht einmal gekoppelt sein müssen?

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hman2 22.04.2014, 16:11
4. Soso

Zitat von harald441
es im Deutschen nicht! Korrekt muß es heißen: "Der dritte Offizier, Frau ........ gab (z. B.) ein falsches Kommando." Man sagt ja auch "Frau Doktor" und nicht "Frau Doktorin".
Ganz falsch. Beide Begriffe gibt es sehr wohl! Ein Blick in den Duden bringt überraschenden Erkenntnisgewinn...

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jujo 22.04.2014, 16:28
5. #2 und #4

Zitat von sysop
Taucher haben mehr als hundert Leichen aus dem Wrack der "Sewol" gezogen, mehrere Crewmitglieder der koreanischen Fähre wurden verhaftet. Was passierte bei der Havarie? Was weiß man über die Unglücksursache? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Könnte man nicht mal diese wirklich nervende Schulmeisterei lassen? Wir sind hier doch nicht bei einem Germanistik Seminar!

Ich kann mich nur wiederholen die Ursache und die Fehler für diese Katastrophe mit solch schlimmen Ergebnis wurden vorher gemacht. Die Havarie ist das Ergebnis. Die Besatzung hat jetzt mit den Folgen zu leben. Hauptschuldig sind andere.

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hman2 22.04.2014, 16:32
6. Huch

Zitat von jujo
Ich kann mich nur wiederholen die Ursache und die Fehler für diese Katastrophe mit solch schlimmen Ergebnis wurden vorher gemacht. Die Havarie ist das Ergebnis. Die Besatzung hat jetzt mit den Folgen zu leben. Hauptschuldig sind andere.
Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn die Ladung verrutscht ist, muss geprüft werden, ob sie ordnungsgemäß gesichert wurde, sonst ist der Lademeister dran.

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24philip12 22.04.2014, 16:48
7. optional

Ich könnte mir vorstellen,daß die "Erweiterungsarbeiten" die Ursache sein könnten.Die Stabilität bis zum Maximum ausgereizt,bei Geradeausfahrt noch machbar,aber nicht mehr bei einer Richtungsänderung.Da es aber nicht die erste seit Umbau war,könnte es sein ,daß Wind und/oder Strömung in genai diesem Moment zu viel für das Schiff war.
Was ich aber bis heute nicht ganz verstehe,das Unglück ist in Landnähe passiert,Rettungskräfte waren innerhalb einer halben Stunde in großer Anzahl vor Ort und das Schiff ist erst 3 Stunden später untergegangen.Warum wurden nur so wenige gerettet,auch die Personen in den Kabinen müssen doch mitbekommen haben,was draussen vor sich ging,allein der Selbsterhaltungstrieb läßt einen doch an Deck gehen.Oder es war wirklich asiatische Mentalität,sich nicht gegen Befehle von Autoritäten sich durch zu setzten.

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Flari 22.04.2014, 16:51
8. Der Unterschied zwischen fast und ganz..

Zitat von hman2
Kann es sein, dass Ihnen entgangen ist, dass kentern und untergehen zwei völlig verschiedene Vorgänge sind, die noch nicht einmal gekoppelt sein müssen?
Nein, das kann nicht sein.
Es ist mir auch nicht entgangen.

Ich hatte aus dem Artikel zitiert, was Ihnen entgangen sein dürfte:

Zitat von Artikel
Wenige Stunden nach dem Notruf war das Schiff
Fast komplett gesunken heisst, dass es noch nicht ganz gesunken war.
Und der Zustand war nun einmal nach rund 90 Minuten eingetreten, wo nur noch etwas mehr als der Wulstbug aus dem Wasser herausragte.

http://modernseoul.files.wordpress.c...outh-korea.jpg

http://cdne.asiancorrespondent.com/w...rryApril17.jpg

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sarisaltuk 22.04.2014, 17:12
9. Vermeidbar? – ich meine, ja!

Wenn eine Fähre sich beladen auf den Weg macht, sollte eigentlich das Gewicht im Fahrzeugdeck festgestellt werden und entsprechend Ballastwasser in die Doppelbodentanks gepumpt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das unterblieb, weil man es nie gemacht hat und es bislang immer gut gegangen ist. (Dazu später noch.)
Wenn ein Schiff binnen Minuten kentert – so tat es die "Estonia"; so tat es die "Herald of free Enterprise" – dann wurde es Kräften ausgesetzt, für die es nicht ausgelegt ist. Genau so, wie man einen LKW durch eine plötzliche Lenkbewegung umwerfen kann. Dabei spielt es eine große Rolle, wie schwer die Ladung und wie (ob) sie gesichert ist.
Im Falle "Sewol" spricht alles dafür, dass bei einem Manöver nach Steuerbord das Schiff momentan so stark nach Backbord krängte, dass sich die Fahrzeuge auf dem Deck verschoben. Die Lage, in der das Schiff dann eine Stunde stabil lang kann kaum anders gedeutet werden. Rettungsboote konnten nicht zu Wasser gelassen werden, weil das Schiff gar keine hatte. Auch das sollte mal klar gesagt werden. Seht euch die Bilder an – auch Archivbilder von vor dem Unglück. Es gab nur Rettungsinseln zum Aufblasen.
Auf den Bildern sieht man sie. Sie sind noch verschlossen.
Dieses Unfall-Szenario wäre vermeidbar: Bevor ein Schiff zum Verkehr freigegeben wird, werden auf einer Probefahrt genau diese "Hart-Ruder-Manöver" bei voller Geschwindigkeit gefahren, die der "Sewol" zum Verhängnis wurden. Aber man führt das aber mit dem UNBELADENEN Schiff durch. Man sollte es mit einem beladenen tun, um herauszufinden, wo die Grenzen liegen. Dazu würde auch ein Maßstabs-Modell ggf. aussagekräftige Daten liefern können. Und noch etwas wäre vermeidbar gewesen: die vielen Ertrunkenen. Eine Stunde lang lagen die Steuerbord-Fenster zugänglich an der Oberfläche. Dahinter schwammen die Passagiere um ihr Leben. Hätte man diese Fenster von aussen eingeschlagen, hätte man viele per Hubschrauber herausholen können – viele hätten sich in letzter Sekunde selbst in Sicherheit bringen können, als das Wasser das Fensterniveau ereichte. Es ist mir unverständlich, wieso solche Überlegungen nicht in die Schulungspläne von Besatzung und Rettungskräften einbezogen werden. Wie viele sind gestorben in der letzten Luftblase am Fenster – die Hubschrauber und die Schiffe in Sicht, keine Möglichkeit, die Scheiben von innen zu zerschlagen ...

Wieso ich glaube, dass kein Ballast gefahren wurde? Das Schiff wäre sonst nicht so schnell auf über 60 Grad gekippt und nicht kurz darauf voll durchgekentert – es hätte sich mit der Menge des eindringenden Wasser sogar graduell wieder etwas aufrichten können.
Die Besatzung wurde kalt erwischt. Der Fußboden der Kommandobrücke wurde binnen Sekunden zur Kletterwand.
Darum geht meine Kritik an die Planer und Konstrukteure solcher Schiffe: bezieht in eure Berechnungen bitte ein, dass Decks gerne auch mal überladen werden und dass man "vergisst", Ballasttanks zu fluten etc. Ein Schiff sollte auch überladen noch einigermaßen stabil sein.
Das wurde und wird auf vielen Schiffen m.E. versäumt.

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