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Fährunglück vor Südkorea: Ruder der "Sewol" soll defekt gewesen sein
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Warum kenterte die "Sewol"? Bei der Suche nach der Unglücksursache gehen die Ermittler einer neuen Spur nach: Womöglich gab es Probleme mit der Ruderanlage.

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s342 24.04.2014, 08:36
1. optional

Puh, ein bekannter Defekt an der Steueranlage und das wurde nicht repariert? Das ist grob fahrlässig. Wäre so, als ob ein Auto mit defektem Lenkgetriebe durch den TÜV kommt...da ist der Unfall vorprogrammiert.

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jujo 24.04.2014, 08:55
2. ...

Zitat von sysop
Warum kenterte die "Sewol"? Bei der Suche nach der Unglücksursache gehen die Ermittler einer neuen Spur nach: Womöglich gab es Probleme mit der Ruderanlage.
Wenn dem so war, ergibt sich natürlich ein völlig anderes Bild.
( Die gesicherten Ferndiagnosen "Grundberührung" wären dann ein Volltreffer gewesen! )
Waren die angewiesenen 5° an den Rudergänger, nicht Steuermann(!),
Ruder legen oder Kursänderung?
Hatte man das so angewiesen in dem Wissen um die prekäre Stabilitätssituation?
Wenn der dritte Offizier (Germanisten und Erbsenzähler,ihr könnt was schreiben!) davon nichts wusste und das Ruder ist durchgelaufen zur Hartlage, dann hätte m.E. nur der sofortige Notstop der Maschine das Desaster verhindern können? Mit so einer sofortigen Reaktion agiert man eigentlich nur in dem Wissen was kommt oder kommen könnte!
Es ergeben sich dann auch Fragen ob diese Stabilitätssituation (Wenn es denn ein Stabilitätsunfall war?) einmalig oder Standard war, wenn ja, dann erklärt sich die bewusste (?) Order mit den nur 5° Ruderlage oder Kursänderung!

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kenterziege 24.04.2014, 09:34
3. Richtig...

Zitat von jujo
Wenn dem so war, ergibt sich natürlich ein völlig anderes Bild. ( Die gesicherten Ferndiagnosen "Grundberührung" wären dann ein Volltreffer gewesen! ) Waren die angewiesenen 5° an den Rudergänger, nicht Steuermann(!), Ruder legen oder Kursänderung? Hatte man das so angewiesen in dem Wissen um die prekäre Stabilitätssituation? Wenn der dritte Offizier (Germanisten und Erbsenzähler,ihr könnt was schreiben!) davon nichts wusste und das Ruder ist durchgelaufen zur Hartlage, dann hätte m.E. nur der sofortige Notstop der Maschine das Desaster verhindern können? Mit so einer sofortigen Reaktion agiert man eigentlich nur in dem Wissen was kommt oder kommen könnte! Es ergeben sich dann auch Fragen ob diese Stabilitätssituation (Wenn es denn ein Stabilitätsunfall war?) einmalig oder Standard war, wenn ja, dann erklärt sich die bewusste (?) Order mit den nur 5° Ruderlage oder Kursänderung!
Ich gebe Ihnen weitestgehend Recht. Aber sind Sie sicher, dass der sofortige STOP der Maschinen in dieser Situation noch etwas bewirkt hätte.
Ich weiß nicht, was die Fahrgeschwindigkeit vor dem Rudereinschlag war. Sollten es über 15 Knoten gewesen sein, ist die kinetische Energie doch unheimlich. Aber ich habe nur den Segelschein B , und den schon seit 40 Jahren. Meine Schiffe hatten immer einen Kiel! Armes Mädchen: Steht da oben und dann klappt's nicht mit dem dressiertem Lehrbuchwissen!

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reever_de 24.04.2014, 09:38
4. Versteh ich nicht ...

"Da bislang keine Luftblasen entdeckt wurden, gibt es jedoch kaum noch Hoffnung." - Frage an die Sachverständigen hier: WENN es Hoffnung gäbe doch grade dann wenn KEINE Luftblasen austreten würden, weil sich Lufttaschen gebildet haben, oder? Sonst wären die ja mittlerweile "leer". Ansonsten ist doch immer wieder zu lesen (und auch verständlich), das aus einem Wrack wochenlang noch Luftblasen, Öl und andere kleine Racktele lösen und austreten, bis sich wirklich "Ruhe" im Schiff ausbreitet.

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jujo 24.04.2014, 10:27
5. ...

Zitat von kenterziege
Ich gebe Ihnen weitestgehend Recht. Aber sind Sie sicher, dass der sofortige STOP der Maschinen in dieser Situation noch etwas bewirkt hätte. Ich weiß nicht, was die Fahrgeschwindigkeit vor dem Rudereinschlag war. Sollten es über 15 Knoten gewesen sein, ist die kinetische Energie doch unheimlich. Aber ich habe nur den Segelschein B , und den schon seit 40 Jahren. Meine Schiffe hatten immer einen Kiel! Armes Mädchen: Steht da oben und dann klappt's nicht mit dem dressiertem Lehrbuchwissen!

Die Maschine stoppt sofort, hier geht es um Sekundenreaktion!
Stand Sie am Fahrpult oder in der Nock?
Noch eine Anmerkung zu Ruderanlagen. Moderne Schiffe haben 2 Rudermaschinen und zwei Elektro hydraulische Steuerkreise die unabhängig voneinander zu schalten sind. Das sind ganz simple Druck oder Kippschalter. Also Rudermaschine 1 mit Steuerkreis 1, oder 2 mit 2, oder 1 mit 2, oder 2 mit 1.
Also lag es an der oder den Ruderanlagen, dann ergeben sich weitere Fragen?

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Flari 24.04.2014, 10:48
6. @sysop, warum hier die Zensur?

Zitat von kenterziege
Ich gebe Ihnen weitestgehend Recht. Aber sind Sie sicher, dass der sofortige STOP der Maschinen in dieser Situation noch etwas bewirkt hätte. Ich weiß nicht, was die Fahrgeschwindigkeit vor dem Rudereinschlag war. Sollten es über 15 Knoten gewesen sein, ist die kinetische Energie doch unheimlich. Aber ich habe nur den Segelschein B , und den schon seit 40 Jahren. Meine Schiffe hatten immer einen Kiel! Armes Mädchen: Steht da oben und dann klappt's nicht mit dem dressiertem Lehrbuchwissen!
Auf der Strecke fuhr die Sewol i.d.R. mit ~18 kn.

Ein sehr grosser Teil der Ruderwirkung entsteht durch den Druck des Schraubenwassers auf das Ruderblatt, bzw. die dortige Umleitung des Wasserstrahls.
Fällt dieser weg und ist nur noch das Fahrtwasser vorhanden, ist die Ruderwirkung bedeutend geringer.

Nebenbei halte ich Ihren letzten Satz für reichlich daneben.

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kenterziege 24.04.2014, 11:12
7. Missverständlich

Zitat von Flari
Auf der Strecke fuhr die Sewol i.d.R. mit ~18 kn. Ein sehr grosser Teil der Ruderwirkung entsteht durch den Druck des Schraubenwassers auf das Ruderblatt, bzw. die dortige Umleitung des Wasserstrahls. Fällt dieser weg und ist nur noch das Fahrtwasser vorhanden, ist die Ruderwirkung bedeutend geringer. Nebenbei halte ich Ihren letzten Satz für reichlich daneben.
Sie mögen etwas von Schiffen verstehen. Ich verstehe aufgrund mehrerer beruflicher Aufenthalte ( seit 1978) etwas von koreanischer Bildung und Ausbildung. Die "Dressur" , d.h. auswendig lernen hat eine hohe Priorität. Dann kommt das Thema Hierarchie dazu. Das Senioritätsprinzip gilt nahezu absolut. Wenn als jemand gut auswendig lernen kann und Hierarchien, wie selbstverständlich anerkennt, dann ist er/sie auch darauf angewiesen , dass das klappt. Und wenn es dann nicht klappt und man merkt plötzlich, dass der ganze Kahn kippt (was er eigentlich nicht darf), dann möchte ich nicht mit so einer Person tauschen. Nur das habe ich gemeint. Und wenn dann noch herauskommt, dass es die Hierachie verhindert hat, dass sich ein Kapitän weigern konnte, mit einer zumindest bemängelten Ruderanlage zu fahren, dann ist das alles eine Frage der Kultur. Ich schätze die Koreaner sehr. Aber fragen Sie mal Leute, hier in Deutschland bei Hyundai arbeiten. Die können Ihnen einiges davon berichten.
Dass so ein wichtiges Teil, wie eine Ruderanlage redundant ausgelegt ist, habe ich unterstellt. Ich gehe auch davon aus, dass derartige Anlagen einen Fehlerspeicher haben. Es wird sich herausstellen.

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Job Killer 24.04.2014, 14:10
8. Welches Ruder war gemeint?

Ich frage deshalb, weil auf diesem Bild ein mittschiffs angebrachtes, einziehbares Querruder zu erkennen ist, was anscheinend die Schaukelei begrenzen soll. Sollte ein bewegliches (?) "Tiefenruder" bei voller Fahrt verrückt spielen, dürfte man auf der Brücke machtlos sein.

Die Tatsache, daß Korea technologisch in einigen Sparten an der Weltspitze ist, sollte man nicht auf das ganze Land verallgemeinern. Es können ohne weiteres "Industriestaat" und "Entwicklungsland" im selben Hafen angesiedelt sein, das ist jedenfalls in vielen der sogenannten Schwellenländer so, der Tigerstaat Korea gehört(e?) hierzu. Es gibt quasi eine Parallelgesellschaft, wenn man so will, die weiterhin auf billig-billig angewiesen ist, denn der Aufschwung kommt nie überall an. Das Fährgeschäft erscheint den Berichten mehrerer Forenteilnehmer nach sehr wenig elitär und möglicherweise wird dort das Zurückweisen von Passagieren und Ladung als "Lenzen von Geld" angesehen.

Jujo, ist es auch unter deutscher Flagge üblich, daß ein Schiff dermaßen vollgeladen wird, daß man nicht mehr voll Ruder geben könnte ohne Gefahr zu laufen, daß der Kahn zur Seite kippt oder sogar kentert?

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rudi.waurich 24.04.2014, 15:32
9. @ Job Killer

Meine Güte, das ist ein Stabilisator. Und ja, den kann man 'raus- und reinfahren'. Wenn die Brücke den auf 'Tief' stellt, geht das Schiff unter. Jawoll.

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