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Fall Peggy: Die Spur der Pollenkundlerin
DPA

Seit 17 Jahren suchen Ermittler den Mörder der kleinen Peggy, nun präsentieren sie einen Beschuldigten. Unter Verdacht geriet der 41-Jährige aufgrund winziger Spuren - und weil sein Alibi offenbar nicht stimmte.

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chainso 22.09.2018, 07:02
30.

Zitat von lasterfahrer
das ganze ist eine riesenschlamperei, aber man hatte sich schnell auf Ulvi K als täter festgelegt, obwohl man damals wohl schon mit ein wenig gesunden menschenverstand drauf hätte kommen können, dass er unschuldig ist. ich frage mich was aus den ermittlern von damals geschehen ist, aber die haben bestimmt trotzdem schön karriere gemacht. ich hoffe wengstens die schämen sich in grund und boden für soviel inkompetenz.
und was sollen wir mit dir machen, wenn sich jetzt herausstellen
sollte dass ulvi K. der täter war.?

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loncaros 22.09.2018, 09:18
31.

Zitat von spmc-12355639674612
hier sehr wohl einen "dringenden Tatverdacht" ansetzen, da es einige forensische Beweise gibt, die stark für eine Beteiligung des Verdächtigen auch am Mord sprechen. Irgendwelchen Märchen sollte man nicht gleich glauben und das nachgewiesenermaßen falsche Alibi spricht ja auch eher für eine Beteiligung. Darüber hinaus spräche für eine sofortige Inhaftnahme die Gefahr, dass bisher nicht entdeckte Spuren beseitigt werden. Ein Jahr sollte mit genügend Spezialisten ausreichen, um den Verdacht zu erhärten oder zu entkräften. Und ganz ehrlich: Einen Ladendiebstahl mit Mord zu vergleichen, ist hanebüchen.
Und ein "dringender Tatverdacht" ist immer noch kein Kriterium für die U-haft...

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bremen.28199 22.09.2018, 11:13
32. Ab wann ist Beugehaft möglich?

Zitat von m.m.s.
Kann jemand von euch erklären, warum es kein Haftgrund ist wenn jemand eine Ermordete illegal wegschafft, und dieser Tat überführt ist. Ich meine, da besteht gar kein dringender Tatverdacht mehr, die Tat ist bereits bewiesen. Oder gibt es da eine Lücke im Gesetz?
Guter Ansatz, ab wann wäre den Beugehaft möglich....immerhin hat der ja ein Teil gestanden und kennt weitere "Verdächtigte" ?

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loncaros 22.09.2018, 11:31
33.

Zitat von bremen.28199
Guter Ansatz, ab wann wäre den Beugehaft möglich....immerhin hat der ja ein Teil gestanden und kennt weitere "Verdächtigte" ?
Bitte aufmerksam lesen. Er hat bereits einen anderen Verdächtigen genannt. Die Staatsanwaltschaft hat diesen Namen allerdings nicht an die Öffentlichkeit getragen (vermutlich, weil es Ulvi K. ist).

Was die Frage zur Beugehaft angeht, die ist mal komplett außen vor. Oder möchten Sie ernsthaft in einem Staat leben, der Geständnisse mit Beugehaft erpresst, weil er keine eigenen Beweise hat?

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stora 22.09.2018, 13:44
34. Ulvi - der Heilige aus Lichtenberg?!?!

Was mich besonders an der Einstellung dieses Ortes genervt hat und auch immer noch nervt, ist dieses kollektive Wir-gegen-den-Rest der Republik Gehabe. "Die haben unseren armen, behäbigen, behinderten, immer freundlichen Ulvi, den jeder bei uns schon seit seiner Geburt kennt und dessen Familie in unserem Ort so verwurzelt ist, einfach zu Unrecht beschuldigt!!!!" Haben sie letztendlich nicht! Der Typ hat bewiesenermaßen tatsächlich kleine Mädchen missbraucht, was wohl mehr oder weniger ein offenes Geheimnis in dieser beschaulichen Gemeinde war; er wurde zwar im Revisionsverfahren freigesprochen, aber eben nicht weil er unschuldig war, sondern seine Schuld an der Tötung der kleinen Peggy nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte (was absolut richtig ist in einem Rechtsstaat), aber diesen Typen jetzt als Volksheld zu verherrlichen, ihm einen Sektempfang und ne Kutschfahrt durchs Dorf zu organisieren und die alljährliche Lichtenberger Ulvi Kirmes zu veranstalten, ist für meinen Geschmack dann doch zu abartig für diesen doch so netten Kinderschänder von nebenan. Und vielleicht kommt ja jetzt doch mehr ans Tageslicht als den Lichtenbergern lieb ist?!

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simie 22.09.2018, 14:10
35.

Das ist falsch. Auch in Deutschland ist es schon immer so, dass man nicht zweimal für die selbe Tat angeklagt werden kann. Diesen Grundsatz dürfte es wohl in fast jedem Rechtssystem geben.

Im Fall Peggy dürften die Fehler in der damaligen Ermittlung gemacht worden sein, indem sich die Ermittler viel zu schnell auf einen Täter festgelegt haben und anderen Spuren einfach nicht mehr gefolgt sind. Zu viel Fantasie ist halt bei solchen Ermittlungen schädlich. (Vergleichbar ja auch beim Bauer Rupp Fall).

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simie 22.09.2018, 14:18
36.

Zitat von chainso
ich hoffe dass du falsch liegst. im ersten prozess wurde ulvi K. schuldig gesprochen. im revisionsprozess wurde ulvi K: wegen verfahrensfehlern freigesprochen. mein gefühl sagt mir dass sie den richtigen schon hatten.
Leider lassen sich auch Ermittler und Justiz zu häufig von Gefühlen leiten. Sinnvoll ist das nicht.

Wahrscheinlicher ist jedoch, wenn man die veröffentlichten Fakten und nicht die Gefühle berücksichtigt, dass der jetzt Vernommene auch der Täter ist. Sollte es nicht für eine Verurteilung reichen, dürfte die Schuld vor allem bei den damaligen Ermittlern liegen, die sich viel zu früh auf einen Täter festgelegt haben und anderen Spuren nicht nachgegangen sind.

Sollte er in seinem Verhör tatsächlich Ulvi K belastet haben, wiederholt er ja auch letztlich nur sein damaliges Vorgehen. Auch damals trat er schon als Belastungszeuge auf. Für seine Glaubwürdigkeit spricht ein solches Verhalten nicht.

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