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Fall Tony Nicklinson: Zum Leben verurteilt
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Blinzeln ist die einzige Verbindung, die Tony Nicklinson zur Außenwelt hat. Der Brite lebt seit sieben Jahren mit dem Locked-In-Syndrom: Sein Körper ist gelähmt, sein Geist aber topfit. Vor dem Obersten Gerichtshof in London hat er für sein Recht auf den Tod gestritten - und verloren.

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spon-facebook-1410041221 17.08.2012, 19:12
30.

Ich frage mich ob nun wenigstens eine Debatte über die aktive Sterbehilfe angestoßen wird oder nicht- das die Parlamente darüber abstimmen sollen und nicht die Richter find ich nachvollziehbar.

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silvine 17.08.2012, 19:14
31.

Zitat von kibbs
keine ahnung,vielleicht der betroffene selbst??? ich finde auch das man mit dem thema aktive sterbehilfe vorsichtig umgehen muss,aber es besteht ein unterschied zwischen einem patienten der sich bewußt und bei geistiger gesundheit zu so einem schritt entscheidet und einem patienten der nicht mehr bei bewußtsein ist und jemand anderes enscheiden will ob dieses leben dann noch lebenswert ist oder nicht.

Dann aber muss auch ein Gesetz eingeführt werden in dem verhindert wird, dass Ärzte Selbstmördern helfen und wiederbeleben .... immerhin entscheiden die sich ja auch bewusst für den Tod...

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Ameisenbauer 17.08.2012, 19:17
32.

Zitat von silvine
Ich bin erstaunt, dass niemand hier mal genauer darüber nachdenkt, was ein anderer Urteilsspruch für Folgen hätte! Ja, der Mann leidet und ist in einer unerträglichen Situation, aber wenn ihm das Recht im wahrsten Sinne der Worte "umgebracht zu werden" gewährt würde, was kommt dann als nächstes? Wo soll denn bitte eine Grenze gezogen werden und wer zieht die Grenze? Ich unterstütze absolut, dass in bestimmten Fällen keine lebenserhaltenen Maßnahmen unternommen werden (dafür gibt es ja bei uns nunmal auch die Patientenverfügungen - eine Diskussion zu dem Thema würde jetzt glaub ich den Rahmen sprengen ;) )- aber das, was hier verlangt wird ist, dass jemand aktiv einen anderen ermordet. Man mag mich für unmenschlich halten, aber wie ich oben schon schrieb: wer entscheidet am Ende, wer das Recht auf aktiv herbeigeführtes Sterben hat und wer nicht?
Das hat überhaupt niemand zu entscheiden. Das entscheidet jeder Mensch für sich alleine.

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gandhiforever 17.08.2012, 19:19
33. Ich teile Ihre Ansicht

Zitat von zorga
Es ist meiner Meinung nach ein unmenschliches Urteil. Davon aber abgesehen, verstehe ich nicht, warum er nicht in der Tat das Essen einstellt und mit Vorsatz verhungert. Statt dessen quält er sich durch juristische Instanzen, fühlt sich als Opfer des Staates und leidet noch mehr. Wenn er so dringend sterben wollen würde, wie er sagt, dann wäre er schon erlöst. (Und wenn ich mir so eine Situation vorstelle, und es wäre mein Mann, ich würde ihn erlösen. Konsequenzen würden mir keine Angst machen.)

Man/frau muesste dann halt hoffen, dass der Richter eben auch sieht, dass der Verstorbene den Wunsch geaeussert hatet, aus diesem Nicht-Leben scheiden zu duerfen.

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prometheus11 17.08.2012, 19:22
34. Schweiz

Vielleicht koennte er es noch ueber die Schweiz versuchen. Wir haben ja ein genauso perverses Rechtssystem in D. Das ist legale Folter. Der Staat uebertritt ganz klar das, was man als Menschenrecht ansehen sollte. Wenn er koennte, wuerde er sich ja umbringen. Perverse Beziehung zum Tode.

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antichrist3000 17.08.2012, 19:25
35.

Man sollte den Richter künstlich in ein Locked-in Syndrom versetzen. Es gibt Substanzen, die so etwas simulieren können. Das sollte man ihm einen Monat lang antun, noch besser ein ganzes Jahr, damit er das Leiden auch wirklich verstehen lernt. Mal sehen, wie danach sein Urteil ausfällt.

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CargoCult 17.08.2012, 19:27
36.

An alle, die über das Urteil erschüttert sind oder den Richtern religiöse Motive unterstellen: Richter entscheiden nicht, was gerecht ist, oder was ihr Gewissen ihnen sagt, sondern was die Gesetzeslage ihnen vorschreibt. Wenn die Gesetze in den UK Beihilfe zum Suizid als illegal bezeichnen, haben die Richter da reichlich wenig Spielraum. Die Öffentlichkeit im UK, genau so wie die in Deutschland, ist anghalten die Frage ob der Tatbestand illegal sein sollte oder nicht öffentlich zu klären und dann durch Druck auf die Politik dafür zu sorgen, dass im Zweifelsfall die Gesetze geändert werden. Sich über Richter zu beschweren ist immer einfach, aber die entscheiden auch nicht aus dem Bauch heraus, sondern sind nunmal an die Gesetzeslage gebunden.

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gandhiforever 17.08.2012, 19:28
37. Ermorden ist etwas Anderes

Zitat von silvine
Ich bin erstaunt, dass niemand hier mal genauer darüber nachdenkt, was ein anderer Urteilsspruch für Folgen hätte! Ja, der Mann leidet und ist in einer unerträglichen Situation, aber wenn ihm das Recht im wahrsten Sinne der Worte "umgebracht zu werden" gewährt würde, was kommt dann als nächstes? Wo soll denn bitte eine Grenze gezogen werden und wer zieht die Grenze? Ich unterstütze absolut, dass in bestimmten Fällen keine lebenserhaltenen Maßnahmen unternommen werden (dafür gibt es ja bei uns nunmal auch die Patientenverfügungen - eine Diskussion zu dem Thema würde jetzt glaub ich den Rahmen sprengen ;) )- aber das, was hier verlangt wird ist, dass jemand aktiv einen anderen ermordet. Man mag mich für unmenschlich halten, aber wie ich oben schon schrieb: wer entscheidet am Ende, wer das Recht auf aktiv herbeigeführtes Sterben hat und wer nicht?
Sie wissen sicherlich, dass bei uns in den USA die Polizei bei Auseinandersetzungen schnell zur Waffe greift.

Es ist auch bekannt, dass manche Leute diese Konfrontation suchen, um von der Polizei erschossen zu werden. Hierbei handelt es sich quasi um einen Suizid.

Aehnlich saehe ich das auch bei jemandem, der Hilfe braucht, weil er nicht in der Lage ist (so wie hier) seinem eigenen Leiden ein Ende zu bereiten.

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Jasro 17.08.2012, 19:34
38. Ein guter Film zum Thema: "Das Meer in mir"

Ein m.E. guter Film zum Thema "Recht auf selbstbestimmten Tod" ist übrigens der spanische Spielfilm "Das Meer in mir" ("Mar Adentro")" aus dem Jahr 2004, der auf einer wahren Geschichte beruht:

Wikipedia: "Das Meer in mir"

Siehe auch: Das Meer in mir - FAZ Rezension - YouTube

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gandhiforever 17.08.2012, 19:37
39. EXIT heisst der Verein

Zitat von prometheus11
Vielleicht koennte er es noch ueber die Schweiz versuchen. Wir haben ja ein genauso perverses Rechtssystem in D. Das ist legale Folter. Der Staat uebertritt ganz klar das, was man als Menschenrecht ansehen sollte. Wenn er koennte, wuerde er sich ja umbringen. Perverse Beziehung zum Tode.
Es gibt auch Menschen, die in die Schweiz reisen, um dort sterben zu duerfen.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Englaender Herrn Nickinson zwecks Bruch des englischen Rechtes ausreisen liessen, schliesslich ist so eine Reise fuer ihn und seine Begleitung nicht so einfach.

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