Forum: Panorama
Fehlurteil in Texas: Unschuldig - Todeskandidat nach neun Jahren frei
AP

In Texas hat ein zum Tode verurteilter Häftling das Gefängnis als freier Mann verlassen - nach neun Jahren. Manuel Velez war zu Unrecht wegen Mordes an einem Kind verurteilt worden.

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wortfeil25 09.10.2014, 09:41
30. Da stellt sich die Frage?

Ist die USA ein Rechtsstaat?

Herrn Gysi sollte man bitte nicht mit der Lösung dieser Frage betrauen... :-)

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betasheet 09.10.2014, 09:42
31.

@dschungelmann

Seit wann bestehen die USA nur aus Texas? In vielen Bundesstaaten wurde die Todesstrafe ganz abgeschafft und in anderen existiert sie nur auf dem Papier, wird aber seit Ewigkeiten nicht mehr vollstreckt. Die texanische Mentalität bedient zwar wunderbar die Vorurteile die viele von den USA haben, spiegelt aber nicht die Ansicht der meisten Amerikaner in anderen Bundesstaaten wieder.

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Immergutelaunefee 09.10.2014, 09:43
32. oh mann SPON

Um hier einmal die journalistische Arbeit für SPON zu übernehmen:
dem Mann wurde zur Wahl gestellt entweder auf einen erneuten Prozess zu warten um dort seine Unschuld zu beweisen, was aber das Risiko erneuert Ungerechtigkeit und auch längere Wartezeit zur Freilassung bedeuten könnte, oder aber erneut ein Geständnis zu unterscheiben, in welchem er sich der Gewalt am Kinde zumindest für schuldig erklärt. Damit wurde seine bisher abgesessene Strafe sozusagen als gerechtfertigt legitimiert und er konnte als vorbestraft zur Bewährung frei gelassen werden. Diese letzte Version war dem angeblich geistig Zurückgebliebenen lieber, da er möglichst schnell entlassen werden wollte, um seine beiden anderen Kinder betreuen zu können.
meine Source:
http://www.theguardian.com/us-news/2014/oct/08/texas-releases-death-row-inmate-manuel-velez

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cs01 09.10.2014, 09:46
33.

Auch wenn ich den fall im Einzelnen nicht kenne, höchstwahrscheinlich wurde der Mann nicht freigesprochen, sondern das Urteil zur Neuverhandlung an untere Gerichte zurückverwiesen. In den USA bleibt dann das ursprüngliche Urteil in Kraft, die Vollstreckung kann aber ausgesetzt werden. Im Fall der Todesstrafe wird man erst einmal nicht hingerichtet. Ob man vorläufig aus dem Gefängnis freikommt, wird separat entschieden, hier hat es etwa 2 Jahre gedauert, was mir auch lange vorkommt.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Zeit, den Prozess neu zu starten. Wenn das so stimmt, was im Artikel steht, sollte sie keine Chance haben und den Fall einstellen. Dann ist der Verurteilte endgültig frei. Aber in Texas weiß man nie.

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vertige 09.10.2014, 09:46
34. god bless america

ein unschuldiger hat es geschaft, nicht hingerichtet zu werden. was für ein großartiges Land!

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caligus 09.10.2014, 09:50
35. @julian_b

An der Qualität der Artikel-Recherche gibt es nichts zu rütteln - die ist einwandfrei. Auch in Deutschland wird man nach einem rechtskräftigen Urteil nicht einfach durch den nachträglichen Beweis der Unschuld frei ... das Urteil gilt! Dieses muss in einem neuen Verfahren aufgehoben werden. Das ist für die Betroffenen, welche schon viel Leid erfahren mussten, äußerst demütigend! Aber zumindest - und hier ist die USA deutlich besser als die BRD - erhalten zu Unrecht inhaftierte deutlich erhöhte Schadensersatzansprüche. Bei uns wird man nach 9 Jahren Haft mit einem Butterbrot abgespeist.

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Drscgk 09.10.2014, 09:57
36. Die politischen Fehlurteile der US-Mörde

Die politischen Fehlurteile der US-Mörder
haben Millionen Menschen das Leben gekostet. Negersklaven, Indianer, Latinos, Deutsche, Vietnamesen, Koreaner, Japaner usw.usf. sind ohne jede Schuld grausam ermordet worden. Und es geht genauso weiter mit Massenmorden an Muslimen, an Afghanen, an Persern, Kurden, Arabern... Aber einen weltweiten Aufriss machen, wenn mal einer freikommt, oder wenn mal einer der Eigenen geköpft wird.

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Römertopf 09.10.2014, 09:57
37. Kein Widerspruch in sich...

Dass der Mann jetzt erst frei kommt und dazu noch auf Bewährung, obwohl seine Unschuld zweifelsfrei erwiesen ist, könnte an einem bestimmten, exklusiv texanischem Gesetz liegen: Jeder, der dort rechtskräftig zu Tode verurteilt ist, ist ein zu bestrafender Täter, auch wenn nach der Verhandlung Hinweise auftauchen, die die Unschuld nahelegen oder sogar beweisen. Das der Mann nun "nur" auf Bewährung den Knast verlassen kann, ist da die logische Konsequenz.
Durchgedrückt hat das Gesetz der seinerzeitige Gouverneur G.W. Bush, und eine seiner letzten Handlungen in dem Amt war das Unterschreiben von Todesurteilen.
Bezogen auf Bevölkerungsdichte und Anzahl der Hinrichtungen scheint Texas übrigens der Staat mit den kriminellsten Einwohnern zu sein, während z.B. auf Hawaii und in Alaska nur Englein wohnen...

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stauss4 09.10.2014, 10:05
38. Hinter jedem Fehlurteil steht ein Richter ohne Verstand.

Der seine Arbeit nicht richtig gemacht hat und sich von den Ermittlungsbehörden, der Staatsanwaltschaft, seinen eigenen Vorurteilen und mangelndem Wissen und Geistesfähigkeiten ins Bockshorn jagen liess.

Nur mal als Hinweis, worin solche Verbrechen der Justiz immer begründet sind.

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Süddeutscher 09.10.2014, 10:12
39. Natürlich macht die Todesstrafe Sinn.

Allerdings nur dann, wenn die Schuld 200-prozentig erwiesen ist.

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