Forum: Panorama
Feminismus: Skandale am Rande des Nervenzusammenbruchs
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Wo ein Wille ist, ist ein Skandal. Wer das nicht glaubt, hat in der neuen Kommunikationszeit noch weniger zu suchen als in der alten. Dabei sind manche Skandale so unübersichtlich, dass es fast schon ein Skandal ist.

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willms 21.06.2019, 10:44
100. @74 MasterMason — Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit

Zitat von Mastermason
Nein, das tut er nicht, übers Ziel hinausschießen nämlich. Die Prämien richten sich nach den Marktwerten der beiden Teams und eine Angleichung der Gelder hieße, das Frauenteam quer zu subventionieren. Der DFB verdient nun mal ein Mehrfaches mit dem Herrenteam; mit welchem Recht also sollte den Damen die gleiche Prämie ausgezahlt werden. Weil es Frauen sind? Entweder akzeptieren Sie die Regeln des Kapitalismus oder eben nicht.
„Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit“ ist die Parole.

Im US-amerikanischen Sport-Showbusiness gibt es z.B. in der NFL (US-Version von Rugby) einen Tarifvertrag zwischen der Vereinigung der Besitzer aller Franchises und der Spielervereinigung, der für alle Franchises gleich ist.

Aber diese Franchises werden ja auch nur zeitweise von deren Eigentümer, dem Veranstalter NFL an einzelne Unternehmen vermietet.

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felix.milla 21.06.2019, 10:48
101.

Zitat von deinemutterhatesgut
Ich schäme mich immer so fremd, wenn alte Männer denken sie müssten den "hysterischen Weibern" mal erklären was Feminismus ist und dass die blöden Frauen jetzt einfach mal den Mund halten sollten, weil sie ja gar keine echten Sorgen haben. Außerdem ist das schließlich alles von Natur aus so festgelegt, dass die Mädels einfach gerne pink tragen und Curling spielen, da muss man nichts ändern.
Erstens ist es ein doppelter Fall von Altersrassismus und Sexismus, Herr Fischern wegen seines Alters und seines Geschlechts von der gesellschaftlich eminent wichtigen Debatte um die Tamponsteuer exkludieren zu wollen, und "außerdem" möchte ich Sie fragen, ob Sie Ihre Behauptung, es sein von Natur aus so "festgelegt, dass die Mädels einfach gerne pink tragen und Curling spielen".

Ich habe zwei Töchter, die eine ist erwachsen, die andere in der Pubertät und beide hassen Pink. Sind sie aus der Art geschlagen?

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dasdauertaber 21.06.2019, 10:50
102. Herr Fischer bringt es auf den Punkt!

1A Artikel, danke Herr Fischer, ein Genuss so etwas zu lesen!

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von salm 21.06.2019, 10:56
103. Ergänzung

Bei der Diskussion um die vermeintlich ungerechte Prämienregelung für die Frauen-Nationalmannschaft sollte man noch ergänzen, dass das Herren-Nationalteam eine absolute Cash Cow für den DFB darstellt, die dem Verband durch Sponsorengelder und Übertragungsrechte jedes Jahr einen Millionengewinn beschert, während die Frauen-Nationalmannschaft einen reines Zuschussgeschäft darstellt. Vor diesem Hintergrund halte ich eine Siegprämie von 75.000 Euro bei einer Frauen-WM für absolut angemessen und geradezu großzügig.

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104. Zu Nr. 14 (marcostoll)

Zitat von marco.stoll
Was Hygiene- (und andere) notwendige Produkte des täglichen Lebens anbelangt, geht das Argument der geringen Ersparnis natürlich auch in die andere Richtung. Ist ja nicht so, als würden dem Staat hier Milliarden an Steuereinnahmen entgehen, senkte man des MwSt-Satz auf 7%. Und für alle "aber was ist mit mir?"-Schreihälse: Kann man nicht mal eine Sache unkommentiert lassen, die das Leben für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe ein klein wenig einfacher/besser machen könnte, auch wenn man dieser Gruppe gerade mal nicht angehört?
Na ja, aber wohl wirklich niemand kann doch ERNSTHAFT behaupten, die "geringe Ersparnis" von 20 oder 40 Euro - in 40 Jahren! - sei ein Motiv für einen (internationalen!) "Widerstands-Kampf". Und ebenso wenig kann man doch, bei Lektüre der Anlage 2 zu § 12 Abs. 2 UStG (kann man unter "Gesetze im Internet" ja leicht finden), sich ausgerechnet dieses schwachsinnige Beispiel als Kampfarena für eine steuerpolitische Grundsatzdiskussion aussuchen wollen.

Anders gesagt: Das Alberne und/oder Überflüssige ist doch nicht irgendein theoretischer und rein fiktiver "Preiskampf" um "Ersparnisse" in der Größenordnung von 5 Cent im Monat (schon die Petitionsbearbeitung plus die Medienkampangne dazu kostet ja soviel wie die USt auf 10 Millionen Tampons).

Sondern dass es sich nicht etwa um eine selbstironische Aktion handelt, sondern um eine mit dem ganzen Ernst, dessen die menstruierende Prekärexistenz fähig ist, vorgetragene "beispielhafte" Aktion. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man es doch für einen Evelyn Hamann - Film halten, oder?

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willms 21.06.2019, 11:06
105. zu 91. Syracus versteht die deutsche Sprache nicht

Zitat von syracusa
Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang auch mal darauf hinweisen, dass es im Deutschen ausschließlich weibliche Pluralformen wie "die Männer" gibt, und dass die Höflichkeitsform auch gegenüber Männern das weibliche "Sie" ist und nicht das männliche "Er".
Was soll am Plural weiblich sein?

Die heute im deutschen Sprachraum übliche Höflichkeitsansprache mit "Sie" benutzt die 3. Person Plural — und die hat kein grammatisches Geschlecht. Ein grammatisches Geschlecht kennt das Deutsche nur bei der 3. Person Singular (Einzahl), wo nach "er, sie, es" unterschieden wird. Das Arabische unterscheidet in der 2. Person Singular zwischen weiblichen und männlichen Angesprochenen: "anti" ist das "du" zu einer Frau, "anta" das "du" zu einem Mann. Eine distanzierende Höflichkeitsform hingegen gibt es nicht.

Das "Er" war vor 200 Jahren oder so noch die distanzierende Anrede.

Und warum schreibt man das "Sie" als Anrede in einem Brief groß? #

Um es zu unterscheiden von den Fällen, wo es in seiner eigentlichen Funktion benutzt wird, d.h. als 3. Person Plural.

Das ist etwas, was die Betreiber der amtlischen Schlechtschreibung nicht verstanden haben, also die vorschrieben, daß man das "Du" im Brief nicht mehr groß schreiben solle (diese Typen haben die deutsche Sprache sowieso nicht verstanden und hegten einen tiefsitzennden Haß gegen sie).

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von_oz 21.06.2019, 11:08
106.

Zitat von willms
„Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit“ ist die Parole. Im US-amerikanischen Sport-Showbusiness gibt es z.B. in der NFL (US-Version von Rugby) einen Tarifvertrag zwischen der Vereinigung der Besitzer aller Franchises und der Spielervereinigung, der für alle Franchises gleich ist. Aber diese Franchises werden ja auch nur zeitweise von deren Eigentümer, dem Veranstalter NFL an einzelne Unternehmen vermietet.
Das hieße ja, auch alle Männer und Frauen, egal welcher Ligen, müssten das selbe verdienen, da auch in Liga 3 oder in den Regionalligen von den Spielern, Trainern, Schiedsrichtern etc. wohl annähernd die selbe Arbeit verrichtet wird wie in Liga 1.
Und sollen dann auch die leistungsbezogenen Siegprämien wegfallen bzw. geschlechter und ligengerecht auf alle Akteure gleich verteilt werden?

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107. Zu NR. 19 (karatekid)

Zitat von karatekid
Sieben Cent pro Tampon sind die absolute Ausnahme und auch bei Amazon nur bei einem Anbieter zu haben. Das Doppelte ist üblich.
Bei dm kosten 56 Stück o.b. "pro comfort normal" (also vermutlich nicht die "Ausnahme"-Version) 3,95 Euro, das macht 6 Cent pro Stück. Bei Rossmann kosten sie genausoviel.

Man kann es aber auch in ROSA haben: bei "The female Company" kann man ein Abo bestellen: Alle drei Monate 42 Bio-Tampons "normal, mittel" für 3,30 Euro pro Monat. Man kann dann noch die Frage ankreuzen: "Möchtest Du eine sexy Aufbewahrungsbox?", uind die sexy Box gleich mitbestellen. Sie ist ebenfalls ROSA, und es gibt sie in der schönen Version "Boobs-Box" - mit aufgedruckten Brüsten.
In dieser Version könnte man pro Jahr 4 Euro Mehrwertsteuer sparen und das Geld "nach Afrika" schicken.

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felix.milla 21.06.2019, 11:10
108.

Zitat von im_ernst_56
Man könnte den Eindruck haben, dass Herr Fischer den Feminismus nicht besonders ernst nimmt.
Das Problem ist doch vielmehr, dass dieser Feminismus, der sein Eintreten für Gleichberechtigung von gesellschaftlichen Lebenswelten auf rein symbolische Ebene verschoben hat - und genau dies Thomas Fischer im Vorrechnen der Summen, die Frauen als schwerwiegende Nachteile zu "ertragen" haben, ganz vorzüglich heraus gestellt - sich selber nicht mehr ernst nimmt - und auch nicht mehr ernst zu nehmen ist.

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rubenballutschinski 21.06.2019, 11:12
109. Das geht besser ...

Herrn Fischer war wohl etwas langweilig. Es ist ja bekannt und ich schätze sehr, dass er sich nicht scheut in den infight mit den Kommentatorinnen seiner Kolumne zu gehen, wenn auch wie ein Bully vom Pausenhof. Aber wie ein blitzgescheiter Bully. Doch diese Kolumne ist mir denn doch ein etwas zu plumper Versuch, die Stokowskis dieser Welt aus der Reserve zu kitzeln, um sich ja nicht wieder zu langweilen. Zu offensichtlich als Provokation konstruiert, dass es mich nach sechs oder sieben Kommentarseiten nicht wunderte, dass der bestimmt ein Dutzendmal vorhergesagte shitstorm ausgeblieben ist. Wenn Stokowski und Co. ihre fünf Tampons beisammen hat, dann wird sie diese Kolumne geflissentlich ignorieren.

Bestenfalls sollte sie sich auf die anscheinend große Zahl verunsicherter Männer da draußen stürzen, die sich befreit – aber wahrscheinlich heimlich und nicht vor Mutti - vor Lachen auf die Schenkel klopfen, weil ihr Bully vom Spiegel es den Emanzen mal wieder so richtig gezeigt hat und diesen Moment der „Befreiung“ in einem Kommentar zur Kolumne hinterlassen.

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