Forum: Panorama
Feminismus: Skandale am Rande des Nervenzusammenbruchs
volanthevist/ Getty Images

Wo ein Wille ist, ist ein Skandal. Wer das nicht glaubt, hat in der neuen Kommunikationszeit noch weniger zu suchen als in der alten. Dabei sind manche Skandale so unübersichtlich, dass es fast schon ein Skandal ist.

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willms 21.06.2019, 11:58
120. zu 116. Syracusa beliebt zu scherzen

Zitat von syracusa
Der Artikel "die", der im deutschen Plural ausschließlich verwendet wird, ist zweifellos weiblich.
Quatsch. Die 3. Person Plural der deutschen Sprache hat kein grammatisches Geschlecht.

Man lasse sich nicht vom Gleichklang verwirren.

Ich hoffe, daß das Wort der deutschen Sprache bald auf der Oberfläche meines Gedächtnisses auftaucht, das gleichlautend mal weiblich, mal männlich ist mit jeweils verschiedenen Bedeutungen.

Bis dahin lasse ich es mit dem Merkvers aus dem Schatz der „Neuen Frankfurter Schule“ bewenden:
Zitat von
Unterschied merk dir genau: Milchmann, doch Eierfrau!

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Bahnix 21.06.2019, 12:00
121.

Zitat von rivka
Der Vergleich mit Bartrasur, Periode und Magenproblemen, etc, ist ein wenig weit hergeholt. Rasurpflicht gibt es nicht, nicht jeder Mann hat Magen- oder Prostataprobleme. Aber jede biologische Frau hat ihre Periode. Sie ist also gezwungen, bestimmte Produkte zu kaufen.
Sie ist nicht gezwungen einen Tampon zu benützen. Unsere Grossmütter kannten die nicht, sondern waschbare Monatsbinden mit den entsprechenden Gürteln:
https://de.wikipedia.org/wiki/Monatshygiene
Es steht ihnen frei, solche zu benützen.
Nur, so berichten alte Männer, wusste dann das ganze Dorf was los war, wenn die Dinger an der Wäscheleine flatterten!
Waschbare Binden gibt's übrigens heute wieder zu kaufen.

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122. Zu Nr. 31 (Mehrleser)

Zitat von Mehrleser
Nachtrag zum Thema "Luxussteuer" - auf Arzneimittel zahlen wir in Deutschland auch 19 % MwSt. Das trifft jeden, der darauf angewiesen ist. Frauen, Männer, Kinder. Der Schachsinn der unterschiedlichen Sätze ist nicht diskriminierend, er betrifft alle.
... in der Logik des "Kampfes gegen die Tamponsteuer" wäre die 19-%-Umsatzsteuer auf all diejenigen Medikamente "diskriminierend", die nur zur Therapie von "Frauenkrankheiten" eingesetzt werden. Also z.B. Uteruskrebs. Da geht es um deutlich andere Größenordnungen als 50 Euro in 40 Jahren.

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ImZweifelGlücklich 21.06.2019, 12:02
123. Wunderwelt des Tamponkampfes

Angenommen, die Umsatzsteuer würde auf den niedrigeren Satz gesenkt, dies würde kurzfrisitg zu einer Senkung des Marktpreises führen - aber kurze Zeit später würde der alte Marktpreis wieder zurück kommen.
Exzellente Analyse - treffend formuliert. Nach dem Weggang von Jan Fleischhauer ist die Kolumne von T. Fischer die einzige, die lesenswert ist.
Danke dafür.

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medium07 21.06.2019, 12:17
124. @41 | larsmaeurer

Zitat von larsmaeurer
Herr Fischer, als großer Fan muss ich heute mal Einspruch erheben. Beim 3. Fall sind Sie leider ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. Den Spielerinnen bei der Frauen-Fußball-WM die gleichen Prämien auszahlen zu wollen, ist bei weitem nicht so abwegig, wie Sie dies dargestellt haben. ...
Ich denke nicht, dass Her Fischer hier übers Ziel hinaus geschossen ist. Er hat sich klar auf das auf das ökonomische Umfeld des Fußballs bezogen, der in dieser Hinsicht nun mal eine Spitzenposition innehat. Und dabei geht es, wie wir alle wissen, weniger um Zuschauerzahlen in den Stadien, als um Übertragungsrechte. Und deswegen hinkt Ihr Vergleich mit der Olympiade, da hier die Wettkämpfe von Männern und Frauen nicht getrennt übertragen werden. Es ist nobel anzunehmen, dass es bei solchen Veranstaltungen um die Repräsentanz des Landes ginge. Aber so ticken die Verbände längst nicht mehr - denken Sie nur an Katar. Die armen Männer werden ganz schön ins Schwitzen kommen. Aber das ist natürlich nicht des Pudels kern.

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125. Zu Nr.- 38 (bauausdo)

Zitat von bauausdo
Herr Fischer, nach meinem Eindruck hier freiberuflich tätig, erhebt für diesen Beitrag übrigens m.E. auch nur 7% MwSt., darf aber bei seinem Prostata-Kissen auf seinem Arbeitsstuhl (sollte er nicht vom Sofa aus arbeiten) die 19% als Einrichtung des Arbeitszimmers bei seiner Umsatzsteuererklärung zurückverlangen. Die 19% MWSt. also komplett einbehalten. Und obwohl er sie daher gar nicht zahlt, komplett nochmal bei der Einkommenssteuer geltend machen. Die Mehrwertsteuer-Gesetzgebung ist voller Blödsinn, wenn einige Frauen auf ein sie betreffendes Thema hinweisen, dann sind sie halt einige von vielen, die das zu Recht tun. Herr Fischer könnte eine Lanze brechen und - sollte die Prostata wieder schmerzen - sich auf einen aufgeblasenen Rindermagen zu 7% setzen. Heiße Luft dafür scheint ja vorhanden zu sein.
Das es eine Ware namens "prostatakissen" gibt, wusste ich nicht, glaube es Ihnen aber unbesehen.

Ihre steuerrechtliche Kenntnislage sollten Sie bei Gelegenheit etwas aufpolieren. Das mit dem Umsatzsteuer-System haben Sie, glaube ich, noch nicht ganz verstanden: Die USt / MWSt zahlt stets der Endverbraucher, und der / die Unternehmer sind jeweils nur Zwischenstationen auf dem Weg des Gelders vom Endabnehmer zur Finanzkasse. Daher erhebt ein Schriftsteller zwar 7 % USt auf seine Leistung (z.B. von einem Verlag), muss diese aber bis zum 10. des nächsten Monat ans Finanzamt abführen. Wenn er sich (für die unternehmerische/freiberufliche Tätigkeit) einen Schreibtischstuhl kauft, zahlt er 19 % USt an den Stuhlverkäufer. Die kann er sich im nächeten Monat von der Finanzkasse erstatten lassen (das geschieht im Weg der Verrechnung mit der von ihm einmgenommenen USt). Am Jahresende gibt's eine Gesamtabrechnung und eine Schluss-zahlung oder -Etrstattung, so dass alles auf plus/minus Null steht. Am Ende ist der Unternehmer/Freiberufler also immer nur Durchgangs-Zahlstelle (wie der Aerbeuitgeber Einziehungsstelle für die Einkommensteuer der Arbeitnehmer, genannt "Lohnsteuer").
Einkommensteuerlich sind alle Einnahmen von USt (von Kunden) Einkünfte, ebenso alle Erstattungen (vom Finanzamt), und alle USt-Zahlungen an Lieferanten und Abführungen ans Finanzamt sind Betriebsausgaben. Die ganze Sache macht dem Freiberufler einen Haufen Arbeit (bei Null Toleranz der Finanzverwaltung) und bringt ihm allenfalls aufgrund von Zeitverschiebungen mal kleine Vorteile.

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dr.joe.66 21.06.2019, 12:27
126. Ausdrucken und Einrahmen!

Zitat von m.hecht
Der Genießer lächelt und schweigt und klopft sich beim Lesen vor Vergnügen auf die Schenkel.
Ging mir auch so.
Werter Herr Fischer: Falls Sie Schutz vor den Kolleg*innen Berg und Stokowski brauchen, wir hätten ein Gästezimmer frei. Und im Notfall können wir sie in der Gartenhütte verstecken.

Aber mal ernsthaft. Wenn sich Frauen aus dem reichen Deutschland mit Frauen in Afrika und anderen weniger freien Gesellschaften solidarisieren, um gegen Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung und Menschenhandel und Prostitution zu kämpfen, ist das der richtige Kampf, und fast alle Männer werden an ihrer Seite sein.
Wenn es aber um die Versteuerung von Tampons geht, dann haben dieselben Frauen - mit Verlaub - zuviel Nabelschau, zuviel Zeit oder schlichtweg einen an der Waffel.

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4711_please 21.06.2019, 12:29
127. Verrannter Kampf

Ok, Sie haben mich aufgeklärt, dass der Kampf um die Menstruationsartikelsteuer scheinbar eine Bagatelle ist, als Mann hatte ich keine Ahnung von den Preisen. Allerdings weiß ich, dass Windeln sehr teuer sind, ich nehme mal an, dass diese auch den 19% UST unterliegen. Wäre hier ein Kampf nicht sehr viel sinnvoller, auch wenn er kein feministischer wäre, weil die Argumentation passt? Jung und alt benötigen diese Hygieneartikel, für die Alten geht es sogar um die Würde. Ansonsten hat Ihre humorvole Kritik am feministischen Kampf sicher eine Berechtigung, auch wenn es besser wäre, wenn eine Frau darauf gekommen wäre, weil es immer besser ist, wenn die Kritik eher von innen als von außen kommt. Ich nehme an, dass die Fehlallokation im feministischen Kampf daher rührt, welche Frauen denn die Macht haben, den Kampf, die Debatte anzuführen. Diese patriachalen Machtmechanismen zu reflektieren würde bedeuten, dass die Frauen selbst erkennen, dass sie patriachale Strukturen verinnerlicht haben. Es sei denn, frau möchte das Patriachat bloß mit anderem Vorzeichen. Was ich ja grundsätzlich vermisse - und vermutlich ist auch das wiederum keine prinzipiell feministische Debatte - ist die Solidarität mit Hebammen, die schon seit Jahrzehnten ziemlich einsam einen Kampf um Anerkennung und besseren Arbeitsbedingungen führen. Gerade an dieser sehr traditionellen Berufsgruppe mit großer gesellschaftlicher Bedeutung und hoher Verantwortung zeigt sich nämlich ein Patriachat, welches Frauen unterdrückt, ausbeutet und der Gesellschaft die Zukunft klaut, um es mal mit einem derzeit populären Slogan auszudrücken. Auch hier gibt es Frauen in der Politik, die sich dem Patriachat unterwerfen, weil sie nicht energisch an der Seite der Frauen kämpfen. Als ich einmal Ex-Arbeitsministerin Frau v.d.Leien, die ja schon sehr oft die Dienste von Hebammen in Anspruch nahm, dafür kritisierte, machte sie als Reaktion bloß eine PR-Show im TV, wo wiederum Frauen als Moderatorinnen sitzen, die das Thema Arbeitsbedingungen von Hebammen in Deutschland im internationalen Vergleich gegenüber einer Arbeitsministerin nie angesprochen haben. Soweit zum Thema verranter feministischer Kampf.

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eni43424 21.06.2019, 12:50
128. Vielen Dank für diesen Artikel

Die drei Beispiele sind wirklich gut gewählt. Die Diskussion um Spielerprämien ist an Absurdität nicht zu überbieten. Gleiches gilt für die Tamponsteuer. Leider springen die Medien gleich auf diese "Skandale" auf, statt solcher Hysterie entgegenzutreten. Da ist es wirklich angenehm, mal einen Artikel zu lesen, der ganz ohne #MeToo-Hysterie die Fakten sprechen lässt. Danke!

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doitwithsed 21.06.2019, 12:51
129. Albernheit als solche

Ich lese die Kolumnen von Herrn Fischer seit Zeit-Zeiten immer sehr gerne. Ich glaube, er teilt mit mir dieses Gefühl unsere Gesellschaft verliert die Verhältnismäßigkeit an laut krakeelenden Empörungsspezialisten aller Coleur. Die Erkenntnis, dass es nichts Absolutes gibt, aber sehr vieles Relatives mit vielen Facetten. Ich bin froh, dass er mit scharfen Verstand die Albernheit dieser Dinge als solche analysiert und kommentiert.

Ach, würden doch mehr Stimmen der Vernunft den Diskurs bestimmen und nicht diese weinerliche Opferrollenvereinahmungen, die großmäuligste Forderungen rechtfertigen helfen sollen. Diese ewige Skandalisierung von Dingen um die eigene Position im gesellschaftlichen Rollengefüge möglichst zu stärken, die Stellung in der Horde der eigenen Peer Group zu festigen. Diese Forderung auch mit dem absonderlichsten, zu den eigentlich existientiellen Themen vergleichsweise unrelevanten Themen angehört werden zu müssen, der Absolutheitsanspruch dabei - das alles widert mich so an, und dabei ist es mir vollkommen egal aus welcher Ecke der Geist hervorgekrochen kommt, der Marktschreierei der Ratio vorzieht.

Das ist weit enternt davon Probleme zu lösen. Es ist nah daran gesellschaftliche Fronten verhärten zu lassen. Das bringt sicherlich den einen oder anderen Gewinner von aufmerksamskeitsökonomischen Schlachten hervor, die dann auf den Trümmern unseres Gemeinswesens abgefeiert werden können.

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