Forum: Panorama
Feuerkatastrophe in London: "Wie in der Dritten Welt"
DPA

Die Ursache des Feuers im Londoner Grenfell Tower ist noch unbekannt. Doch die Kritik an den Brandschutzmaßnahmen wird lauter. Ein Experte spricht von komplettem Versagen.

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wolfi55 15.06.2017, 11:19
90. Hochhaus ist ab 20m und Brandschutz ist Ländersache

Ein Hochhaus beginnt in Deutschland ab 20m. Dann greifen auch die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen. Und wenn hier Experten was sagen, muss man aufpassen. In Deutschland ist der Brandschutz in den Landesbauordnungen geregelt. Diese sind, wie der Name sagt, Ländersache.

Es ist ja bis heute nicht in allen Bundesländern Vorschrift, Rauchmelder einzusetzen. In Mecklenburg-Vorpommern z.B. sind Rauchwarnmelder in allen Wohnungen seit 1.1.2010 Pflicht., in Berlin läuft die Übergangsfrist für Bestandswohnungen bis zum 31.12.2020, Sachsen, natürlich wieder mal, hat überhaupt keine Fristen und schreibt das nur für Neu- und Umbauten vor.

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ichliebeeuchdochalle 15.06.2017, 11:20
91.

Zitat von laermgegner
Die Fassendenbrände in Frankfurt am Main haben z.B. gezeigt, dass auch unkontrollierte Feuer entstehen können.
Wenn wir von den selben Ereignissen sprechen: Fallen Ihre Beispiele nicht in eine andere Vorschriften-Kategorie? Bei Hochhäusern (ab 22 Meter) gelten in D mittlerweile andere Vorschriften als in GB.

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Forums-Geschwurbel 15.06.2017, 11:22
92.

Zitat von ihawk
Wenn es nach offiziellen US Standards geht, müsste das Hochhaus in sich zusammen gefallen sein ...
Nö ... is' nämlich völlig anders konstruiert.
In London wurden die Löscharbeiten übrigens unterbrochen ...
Wegen möglicher Einsturzgefahr.

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brandmeister 15.06.2017, 11:23
93.

Zitat von MarcVain
warum wurden keine Löschhubschrauber eingesetzt, und warum löschen die mit nur zwei Fahrzeugen ? In London, echt ?
Mit Löschhubschraubern befeuchten Sie lediglich das Dach, bzw. die wasserdichte Außenverkleidung. die sind nämlich beide dafür konstruiert Wasser vom Gebäude abzuhalten. Daher würde das Löschwasser nicht an die Brandherde gelangen. Und der Einsatz ziemlich nutzlos.

Woher haben sie den die Info, daß lediglich zwei Löschfahrzeuge eingestzt wurden. Sie können anhand der Außenaufnahmen nicht beurteilen wieviele Rohre noch im Gebäudeinnern und auf den anderen Seiten des Gebäudes eingestzt wurden. Nach meinen Informationen wurden vierzig Fahrzeuge und 200 Einsatzkräfte eingestzt.

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klaus_kanfer 15.06.2017, 11:23
94. Dämmen lohnt sich

Leider makaber...
https://daemmen-lohnt-sich.de/aktuelles/ulrich-wickert
Das Problem der Styropor-Dämmung ist lange bekannt, die unselige Allianz von Industrie und "Einspar-"Politik fördert aber nachwievor diese hochgefährliche, umweltschädliche und letztlich auch nicht effektive Form der Dämmung.
Ob sich jetzt etwas ändert?

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brandmeister 15.06.2017, 11:29
95.

Zitat von Wiedereinaussteiger
....Kreuzfahrtschiffe sind horizontale Menschenfallen, Hochhäuser sind vertikale Menschenfallen. Steckst du drin und passiert etwas Böses, dann hast du hoch wahrscheinlich Pech. Giglios Capitano Schettino und Nine Eleven sollten jeden denkenden Menschen gelehrt haben, sich von so etwas fernzuhalten. Nicht in Hochhäusern zu arbeiten oder zu leben, und auch seinen Urlaub nicht auf Kreuzfahrten zu verbringen. Wenn etwas passiert, rufen die einschlägig Verantwortlichen sofort "Einzelfall! Nicht verallgemeinern!", und die Sandmännchenstreumaschinerien der interessierten Lobbys werden eiligst angeworfen. Ein Freund in Viersen hat letztens sein Haus mit Styropor dämmen lassen. Der bekam schon bei meinem vorletzten Besuch graue Haare, und wird diesen Styropordreck jetzt wahrscheinlich wieder abreißen lassen und gegen eine Mineraldämmung austauschen. Kann auch sein, dass der Brand in London sich in Kabelschächten ausbreitete - dass die Kabelisolierungen nach einem Kurzschluss oder einer Überlastung putzmunter brannten, und dabei - im Falle PVC - sogar noch - in Einzelfällen gesundes oder will sagen "nicht schädliches", weil "flammenhemmend ausgerüstetes" PVC ... - Dioxin emittierten. Eine "flammenhemmende Ausrüstung" ist doch nur dummes Zeugs. Brennt es wo lichterloh, dann ist das alles pillepalle. Wohnungsverwaltungsgesellschaften sind heutzutage oft auch hier grenzkriminell. Überall dort, wo "capital investors" die Wohnungssachen kleinteilig parzellieren, zur Vermietung ist ein anderer zuständig, zur Hausverwaltung wieder ein anderer, ein Dritter macht die Handwerkerbeauftragungen, ein Vierter vermietet die Einstellplätze, und und und und, da kannst dafür halten, dass die Interessen der Mieter einen Dreck wert sind, und dass alles dafür getan wird, nur ja möglichst keinen einzigen Eurocent für Sicherheit, Komfort, Wartung oder Instandhaltung mehr auszugeben, als es das Kapitalrendite-Interesse der anonymen Eigentümer auf den Bahamas oder Caymans in extremst engen "Budgets" vorsieht. Man schreibe es sich in WORD dick und fett in 48er Schrift auf und hänge den Zettel hinters Bett: Kreuzfahrtschiffe sind horizontale Menschenfallen, Hochhäuser sind vertikale Menschenfallen.
Dafür gibt es Brandschutzkonzepte in Deutschland, in denen die Belange des vorbeugenden Brandschutzes (VB) in ihrer Gesamtheit (Konstruktion, Nutzung usw.) aufeinander abgestimmt werden. Gerade hier hat man aus der Brandkatastrophe von Düsseldorf gelernt und die Kontrolle der Einhaltung der VB-Vorschriften sehr engmaschig gestaltet.

Ich bin gerade selbst bei einem Neubau als Brandschutzbeauftragter in die Umsetzung eines solchen Konzeptes involviert. Für jeden Dübel in einer Brandschutzwand muß heutzutage die Feuerwiderstandsklasse nachgewiesen werden.

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christiewarwel 15.06.2017, 11:33
96. Richtig.

Zitat von Randgruppe X
Zum S21 Brandschutz gehört, dass ein in einer der vielen langen Tunnelzufahrten brennender Zug in den Tiefbahnhof zum Löschen einfahren muss und dann geht man davon aus, dass die Evakuierung ohne Panik erfolgt und das ganze zweifelhafte Brandschutzkonzept reibungslos funktioniert und nicht die maximale Anzahl an Fahrgästen gerade vorhanden ist. . Brennende ICEs gibt es öfter, es gibt die Hauptverkehrszeiten und die Evakuierung ohne Panik ist bei der Einfahrt eines brennenden Zuges utopisch. Als ich die S21 Gegner darauf angesprochen habe, warum sie nicht massiver gegen die mögliche Brandkatastrophe vorgehen, haben die gemeint, wir wollen keine Panik-Szenario verbreiten. Meines Erachtens wird ein Brand im Tiefbahnhof zur Katastrophe führen, weil erfahrungsgemäß vieles nur auf dem Papier funktioniert.
Sie sollten noch die Rauchgasproblematik erwähnen, die S21 zu einer Todesfalle macht. Kommt es dort wirklich im Hauptverkehr zu einem Brand, wird mit Tausenden Toten zu rechnen sein, da das Gas die Fluchtwege fluten wird und der Bahnhof zu einem gigantischen Kamin werden wird... (siehe Kaprun-Bahn)

Aber nein, Brandkatastrophen sind in D nicht zu befürchten.

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gruebi01 15.06.2017, 11:33
97. Die Ursache ist nicht unbekannt!

Zitat von Paul G.
Ich muss zugeben, ich habe mich bei den Statements dass es sich um keinen Terroranschlag handelt gewundert. Man kennt die Ursache nicht, schließt aber eine Variante aus. Wer sagt denn, dass da nicht ein paar Verrückte einen Benzinkanister angezündet haben? Auf alle Fälle haben mich die schrecklichen Bilder nicht in Ruhe gelassen. Menschen die hinter dem Fenster auf Rettung warten. Ich könnte diese nicht aushalten und habe umgeschaltet.
Die Ursache, ein Kühlschrankbrand, der zum Küchen- und dann zum Wohnungsbrand wurde, ist von mehreren Zeugen bestätigt worden.
Die Ursache ist allerdings - und das kann noch länger dauern - offiziell noch nicht festgestellt worden. Bis Brandexperten offiziell bestätigen, was schon bekannt ist, müssen die erstmal die Brandruine untersuchen können.

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alt-nassauer 15.06.2017, 11:35
98. Warum nur so Misstrauisch?

Zitat von Rosa3000
Im Nachgang festzustellen, dass die verwendeten Materialien brandgefährlich waren... Da muss man aber sowas von Fachmann/frau sein. Und natürlich in D unmöglich, wer es glaubt...
Man hat es doch noch am Wochenanfang bei dem Brand in Karlsruhe gesehen. Da ist die Wohnung komplett ausgebrannt. Bis auf Schäden bei den Nachbarwohnungen und leider den zwei Toten in der Wohnung, nichts weiter passiert.

So etwas kommt in Deutschland öfters vor. Ich habe es schon selbst in einem 12 Stöckigen Haus erlebt. 4 Etagen unter mir hat es gebrannt. Auch da traf es nur die eine Wohneinheit und die daneben, darunter und darüber. Es "mussten" auch alle in der Wohnung bleiben. Das Feuer konnte sich bei dem Gebäude Baujahr 1968 wegen Betonfassade auch nicht über die Fassade ausbreiten.

Das es Unglücke gibt, keine Frage. Man kennt das ja noch mit dem Krankenhaus in Bochum.

Aber oft und leider werden diese Unglücke auch von Menschen heraus gefordert. Als Beispiel - noch vor kurzem Moped Reparatur in der 5 Etage eines Hochhauses in Rüsselsheim. Durch das Unvermögen, wurden mehrere Wohnungen zerstört.

Zu dem wie sieht es mit eigener Vernunft aus. Zu gestellte Treppenhäuser, Fluchtwege, Missachtung von Feuerwehrzufahrten und Durchfahrten - Wiesbaden kann das jedes Jahr testen und es passiert immer wieder. Der fehlende Umgang mit Feuerlöscher (auch mutwillige Zerstörung) und vielleicht defekte oder immer noch nicht vorhandene Brandmelder.

Für Hochhäuser ab Bauhöhe 22m ( Feuerwehrleiter) gelten scharfe Vorschriften. Alles darunter obliegt auch der eigenen Verantwortung und auch Vernunft. Ich muss kein "Brandbeschleuniger" auf mein Haus kleben um Energie zu sparen.

Jede Katastrophe hat auch da wieder etwas Gutes. Jetzt prüft man eben Bauvorschriften und Materialien.

Den Opfern hilft es nichts, das ist zu bedauern.

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Kudi 15.06.2017, 11:38
99.

Zitat von Rosa3000
Im Nachgang festzustellen, dass die verwendeten Materialien brandgefährlich waren... Da muss man aber sowas von Fachmann/frau sein. Und natürlich in D unmöglich, wer es glaubt...
Zumal die Fassadendämmung gemäß Presseberichten von Knauf stammt.

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