Forum: Panorama
Fischer antwortet Fleischhauer: Deutsche Türken Fremde
Christian Thiel/ imago images

Eine brandneue Theorie über das Gutwillige und das Verrücktwerden: Über kleine Missverständnisse unter Kolumnisten.

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bukowski1920 10.05.2019, 17:10
1. Ich hoffe inständig....,

dass die Kolumnen des Herrn Fischer nie zu Spiegel+ wandern, wäre doch dann der Punkt erreicht, an dem ich erstmals in meinem Leben Geld für eine Onlinezeitung ausgeben würde.

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DietrichHorstmann 10.05.2019, 17:19
2. Ein Genuß inhaltlich und stilistisch

werde ich gleich mit meinen Verwandten teilen.
Die Opferrolle als Machtinstrument von F. und der Flüchtlinge in den Herkunftsmilieus und politisch mit den jeweils Herrschenden und z. T. ehemaligen Tätern. Gelungene Entmytholgisierung der konservativen Mentalität von F.

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bobjesse 10.05.2019, 17:38
3. Danke Fleischhauer!

Ich mag ihn nicht und hab mir abgewöhnt seine Kollumne zu lesen. Immer besserwissend und arrogant im Ton was er als klug und notwendige Meinung verkauft. Nur diesmal bin ich ihm zum Dank verpflichtet. Er hat Thomas Fischer zu einem Artikel von höchster Qualität und Inhalt inspiriert. Dass hat mich an die gute alte SPIEGEL Zeit erinnert, wo solche Texte nicht "selten" waren. Bravo!

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chiemseecorsar 10.05.2019, 17:51
4. Yippieejyeah!

Fischer schreibt Fleischi aus dem Spiegel-Kosmos.
Chapeau, die Doppelbindungsthese in derart zynischer Form dem Herrn aus Fischkopfhausen in sein - zugegeben - schwächelndes Schandmaul zu stopfen.
Und - sind wir nicht alle immer irgendwo Fremde?
Nur eines, Herr Fischer, das mit der Böhmischen Küche hätten Sie sich wahrlich sparen können, damit großgeworden läuft mir jetzt gedächtnisbedingt in unerträglicher Weise das Wasser im Mund zusammen. Mohnbaben, Enten, Topinky, Serviettenknödl ... mußte das sein?
OneWorldNoBorder

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dasfred 10.05.2019, 17:52
5. Einfach köstlich Herr Fischer

Ihre heutige Kolumne enthält so viele Punkte, die bei mir Erinnerungen wecken und ist gleichzeitig wieder äußerst kurzweilig formuliert. Ich gehöre zum selben Jahrgang wie Herr Fleischhauer und bin nicht allzuweit von ihm aufgewachsen. Ich erinnere mich allerdings, dass die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer damals meist nur auf Anhieb gelang, wenn man nachweislich seit Jahren in der kirchlichen Jugend aktiv war. Andere hatten es schon schwerer. Allerdings war es nicht so kompliziert, als untauglich ausgemustert zu werden. Mir half ein kleiner Sehfehler und ein Attest eines Augenarztes, der im Auftrag für das Kreiswehrersatzamt Gutachten schrieb. In meinem Fall hatte ich den selben Sehfehler, wie sein ein Jahr jüngerer Sohn. Da wurde das Gutachten entsprechend dramatisiert. Zum Thema Flüchtlinge. Ich erinnere mich, dass in den sechziger und siebziger Jahren viele neue Wohngebiete Straßennamen mit Städten aus der "alten Heimat" erhielten. Viele Flüchtlinge waren noch nach Jahrzehnten an ihrem Dialekt zu erkennen und ein Freund meinte noch vor zwanzig Jahren, also zehn Jahre nach der Wiedervereinigung, seine Eltern werden auf dem Dorf von den alten Bauern noch heute zu den Flüchtlingen gezählt, obwohl sie schon dort geboren sind. Vor diesem Hintergrund habe ich mich immer gefragt, wie man von Migranten vollständige Integration verlangen kann, wenn man schon seine Ostverwandtschaft nach sechzig Jahren immer noch gesondert betrachtet. Meine Vorfahren siedeln seit Jahrhunderten hier in Norddeutschland. Allerdings, da viele Schiffer und Kapitäne, sowie Bauingenieure dazwischen waren, wurden die großen Vermögen, die vor der Inflation zusammengetragen wurden vor allem im Ausland verdient. Von daher gab es in unsrer Familie weniger Berührungsängste mit Menschen aus fremden Kulturkreisen. Ich wurde danach erzogen, Menschen nach ihrem persönlichen Charakter und nicht nach ihrer Herkunft zu beurteilen, weil sowohl Reichtum kommt und geht, als auch die Menschen nicht alle aus Lebzeiten sesshaft bleiben müssen. Zu Herrn Fleischhauer möchte ich mich weiter nicht äußern, dass haben Sie wunderbar dargestellt.

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sascha.rauschenberg 10.05.2019, 17:59
7. Kein Integrationsbambi

Brutales Ablassen aller reaktionären Luft aus einem Kolumnisten-Kollegen. Den neuen Arbeitgeber erreicht der nun nur noch als erschlaffte Hülle, als reiner Manierismus. So gibt es nicht mal mehr den Integrationsbambi.

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stuff 10.05.2019, 18:32
8. Sympathische Logorrhoe...

...treibt diesen klugen Menschen regelmässig dazu, ellenlange, vergnüglich lesbare Kolumnen für den Spiegel zu verfassen. Gut so! Speziell über diese überfällige Replik an den schnöseligen, gewollt oder ungewollt dummerhaftig-provokativ daherkommenden Herrn F. könnte ich mich vor Lachen gründlich wegschmeissen. Zum Thema selbst: Irgendwie sind wir Alle - oder eben unsere Vorfahren – bloß dahin gewandert, wo wir im Moment sind. Migration ist ein Naturprinzip. Es zu verurteilen oder zu kritisieren ist dumm. Regelm wir Migration menschenwürdig, dann wäre allen geholfen. Bin selbst als Sohn von deutschen Emigranten in Afrika geboren und seit ich zwei jähre alt bin, stets Immigrant irgendwo gewesen, in Deutschland und anderswo. Meine Pflicht ist, mich zu einem gewissen Grad zu integrieren, die Pflicht meiner Umwelt ist, mich zu akzeptieren, ja, mich willkommen zu heissen. Klappt soweit ganz gut, bin allerdings auch privilegierter weisser Mann, da hat man es natürlich leicht. Kommt, macht es allen so einfach wie mir, bitte!

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ufoman 10.05.2019, 18:37
9. duemmlich

fleischhauer oeffnet das denken, waehrend fischer es verschliesst. die auf schoengeistig elaboriert getrimmte kolumne ist inhaltlich bei bei beiseite lassen der gedrechselten formulierungen reines stammtisch-gewaesch eines der welt enthobenen materiell abgesicherten moralapostels. jemand der in der toskana beim rotwein ueber die unbill der welt sinniert.
der platz in diesem kommentar ist zu klein um alles zu entlarven. aber eigentlich kann das jeder mit gesundem menschenverstand auch selbst. man muss nur aus der ideologisierten komfortzone heraus und ein wenig ueber den tellerrand hinausblicken. fleischhauer kann und tut dies. fischer nicht. wir leben leider in keiner perfekten welt.

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