Forum: Panorama
Flüchtlingsheim am Grenzweg: Die Deutschen-Stunde
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ansv 25.03.2017, 09:46
1.

Zum Vermitteln von Werten ist entspanntes Vorleben der Schlüssel. Doch leider sind wir Deutschen in vielen Bereichen gar nicht so weit wie wir vorgeben - oder wie wir sein wollen. Und dann wird es eben hakelig mit der Integration. Gewalt in der Ehe? Ja, kennen wir. Diskriminierung? Ja, haben wir in allen Facetten. Sexuelle Belästigung? Tun wir doch nicht so als wäre das bei uns nicht an der Tagesordnung - Frauen haben nur die Möglichkeit sich zu wehren. Gleichgeschlechtliche Ehe? Na, so lange wir nicht "verheiratet" sondern "verpartnert" sagen, sind wir da auch noch nicht angekommen. Und ich habe das Gefühlt, das befeuert die Unsicherheit gegenüber diesen "Neuzugängen" - wir wollen kulturell nicht "dahin zurück wo sie herkommen" - also tun wir so, als wären wir schon am Ziel und befürchten doch ständig, erwischt zu werden.

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rantzau 25.03.2017, 10:54
2.

Der Beginn des neuen Jahre ist kein islamisches Jahr, sondern ein iranisches. Der iranische Kalender ist ein Sonnenjahr und beginnt am 20.03. (sonst 21.03). Das persische Neujahrfest ist NICHT islamischen Urspürungs sondern orientiert sich an der Astrologie und der vortislamischen Zeit Irans. Im Gegensatz zu arabischen Ländern hatte nämlich Iran eine zoroastrische Kultur und Religion. Auch Kurden, Tajiken, und andere indogermanische Völker gehören dazu. Also, es ist nicht alles Islam, werte Redakteurin. Des weiteren verstehe ich nicht, warum nicht auch mal Themen wie Familienplanung erwähnt werden.Müssen denn Menschen mit unsicherer Bieibeperspektive (wie der Afghane) nicht eher geraten werden, vorsichtig mit Nachwuchs zu sein, bis alles entschieden ist? Da wäre doch auch ein wichtiges Theme, udn nicht nur gleichgeschlechtliche Ehen.

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sking 25.03.2017, 11:07
3. Zum Beitrag von

Chapeau! Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Das, was vermittelt wird, sind lediglich unsere Wertziele. Es sind schöne Ziele, die wir aufgrund von kapitalistisch geprägter Missgunst und chronischer germanischer Unzufriedenheit immer wieder aus den Augen verlieren. Es könnte so einfach sein, isses aber nicht!

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elizar 25.03.2017, 11:33
4.

@ansv:
Der Unterschied ist aber, dass es in Deutschland auch gesetzlich verboten ist. Dass sich nicht jeder dran hält lässt sich nicht verhindern, aber sanktionieren.

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matty-b 25.03.2017, 11:53
5.

ansv, Sie bringen es auf den Punkt! Das Beunruhigende (und Kompromittierende) am Fremden ist, dass er der einheimischen Gesellschaft den Spiegel vorhält. Und in diesem Spiegel reflektieren sich all jene Widersprüche, die diese Gesellschaft so gerne verdrängen würde - z.B. die zwischen eigenem Anspruch und der Realität. So kann momentan im Spiegel kein Artikel erscheinen, in dem die Rechte von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen in Deutschland auch nur erwähnt werden, ohne dass ein Kommentator (wie z.B. rantzau) dies sofort mit "nicht nur" o.ä. zu relativieren versucht. Den Asylsuchenden sollen Werte "ohne Wenn und Aber" vermittelt werden, und auf der Straße (und im Internet) ist alles voller Wenns und Abers.

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Großkarl 25.03.2017, 12:46
6. Klischee

Wenn es nicht so ins Auge fallen würde, hätte ich kein Wort darüber verloren, aber auf der Flucht sein und Kinder kriegen?
Wie wäre es mit Vergütung wenn alles ach so gefährlich ist?
Kaum hier schon das nächste Kind unterwegs? Das tut mir schon leid für die Kinder, da sind die Eltern ziemlich verantwortungslos!

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ohgottogott 25.03.2017, 13:21
7.

@1 ja, es ist wirklich schlimm hier. Ganz ganz furchtbar. Natürlich ausgehend von denen, "die schon länger hier sind". Diskriminierung und Mobbing ist nicht nur Alltag, sondern geradezu beherrschendes Lebensgefühl. Und überall Gewalt gegen Frauen wo man nur hinschaut. Und dann erst noch die ganzen Mikroaggressionen. Ich versteh auch gar nicht, warum "die, die noch nicht so lange hier sind" nicht gleich wieder umkehren um dann das ideale Ponyhof-Land aufzusuchen. Also das, welches Berufsbetroffene ihrer Couleur sich so gerne als Ideal postulieren

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ichliebeeuchdochalle 25.03.2017, 13:37
8.

Viele Flüchtlinge können brauchbar englisch sprechen, viele Deutsche auch. Statt deutsch sollten alle erst einmal englisch lernen bzw. vorhandene Englisch-Kenntnisse verbessern. Das gilt übrigens generell weltweit. Jeder Mensch braucht nur zwei Sprachen zu können, um weltweit verstanden zu werden. Die Herkunfts-Sprache und Englisch. Ein Deutscher muß kein Französisch lernen (Natürlich kann er das, wenn es ihm Freude macht). Ein Deutscher und ein Franzose verständigen sich auf englisch. Ein Italiener verständigt sich mit einem Kroaten auf englisch. Ein Portugiese verständigt sich mit einem Griechen auf englisch. Wenn alle Menschen in ihrer Heimat als Zweitsprache englisch lernen, und zwar nicht rudimentär sondern so richtig, kann jeder mit jedem bestens kommunizieren. Egal aus welchem Grund sich jemand in ein anderes Land begibt, es gäbe von Anfang an keine Sprach-Barriere.

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abu-l-banat 25.03.2017, 13:37
9.

1436
Das gerade zurückliegende, im Text verwähnte Neujahrsfest 1396 bezieht sich auf den iranischen Kalender! Nach islamischer Zeitrechnung leben wir bereits im Jahre 1436.

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