Forum: Panorama
Fotoprojekt in Rios Favelas: Protest der Vertriebenen
Marc Ohrem-Leclef

Tausende Bewohner in Rios Armenvierteln werden aus ihren Häusern verjagt, um die Stadt für WM und Olympia aufzuhübschen. Der Fotograf Marc Ohrem-Leclef hat in den Favelas Menschen besucht, die für ihre Heimat kämpfen.

tobiash 26.06.2014, 10:02
1. War klar, dass Vó Zeze ...

... im städtischen Theater gearbeitet hat. Ist im Vergleich mit den wirklichen Favela-Bewohnern das brasilianische Pendant zur frühpensionierten Grundschullehrerin. 99,5% der Brasilianer verstehen sehr gut, dass es durchaus ein öffentliches Interesse an der WM gibt und sich Einzelinteressen den gesellschaftlichen Zwängen unterordnen müssen. Dazu geht es in den allermeisten Fällen nicht - wie hier romantisch verklärt, aber falsch - um die Gemeinschaft und die netten Nachbarn, sondern schlicht und einfach ums liebe Geld. Es wird um die Größe und Ausstattung der neuen Bleibe geschachert, nicht mehr und nicht weniger! Dass das, was man in DE einfach Gier nennen würde, aktuell von linksromantischen Tagträumer als das Aufbegehren des kleinen Mannes gefeiert wird, naiv ist, ist klar. Es bleibt aber keine andere Möglichkeit. Ansonsten müssten sie zugeben, dass auch in Brasilien die Lebensverhältnisse immer besser werden. Nicht trotz, sondern wegen der Marktwirtschaft. Da bietet es sich doch geradezu an, auf die vermeintlichen Verlierer zu zeigen. Warum es immer nur ca. 200 Demonstranten sind? Klar: Gerade die stecken gerade in den Verhandlungen mit der Stadt.

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derpolokolop 26.06.2014, 10:16
2. Das interessiert scheinbar...

niemand mehr. So lang der Ball rollt und Deutschland noch dabei ist.

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zynik 26.06.2014, 10:21
3.

Zitat von tobiash
... im städtischen Theater gearbeitet hat. Ist im Vergleich mit den wirklichen Favela-Bewohnern das brasilianische Pendant zur frühpensionierten Grundschullehrerin. 99,5% der Brasilianer verstehen sehr gut, dass es durchaus ein öffentliches Interesse an der WM gibt und sich.....
Genau, eigentlich gibt es in Brasilien garkeine Armut und 99,5 % der Brasilianer wissen, dass die paar Armen die Schnauze zu halten haben. Vorwärts mit der Autobahn!

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auf_dem_Holzweg? 26.06.2014, 10:57
4. haltet durch, noch 3 Jahre...

Zitat von sysop
Tausende Bewohner in Rios Armenvierteln werden aus ihren Häusern verjagt, um die Stadt für WM und Olympia aufzuhübschen. Der Fotograf Marc Ohrem-Leclef hat in den Favelas Menschen besucht, die für ihre Heimat kämpfen.
dann ist die Olympiade vorbei und in Brasilien rottet und gammelt wieder alles vor sich hin. Hauptstadt und Rio inclusive.
Eine Zukunft? die gibt es nicht.
Nachdem ich 4 Jahre in diesem Land gelebt habe konnte ich mir ein gewisses Bild machen. Dieses Bild zeigt, das einfach ALLES in Brasilien sehr schnell vergänglich ist. Nur eines bleibt: die Reichen reich und die Armen arm.
Ein Land wie Brasilen ist ein Armutszeugnis für die Menschheit: aufgrund der Größe und dem Reichtum dessen was die Natur hergibt müßte es JEDEM im Land gut gehen. Korruption und Ausbeutung machen aber eine gerechte Verteilung unmöglich.
Auch Länder wie Deutschland haben größtes Interesse daran dass sich nichts ändert: denn auch unsere "tolle" Wirtschaft profitiert von der Ausbeutung dieses Landes.
Und damit es brav so weitergeht hat Merkel direkt noch ein paar fette Geschäfte sichergestellt. Bravo.

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phaenologos 26.06.2014, 11:23
5.

Zitat von tobiash
... im städtischen Theater gearbeitet hat. Ist im Vergleich mit den wirklichen Favela-Bewohnern das brasilianische Pendant zur frühpensionierten Grundschullehrerin. 99,5% der Brasilianer verstehen sehr gut, dass es durchaus ein öffentliches Interesse an der WM gibt und sich .....
Wer immer Sie bezahlt, es verwundert, dass in Zeiten der elektronischen Kommunikation immer noch Menschen glauben, sie könnten mit falschen Behauptungen öffentliche Meinung beeinflussen.
1. ist die Diffamierung von Personen des Protestes eine ziemlich üble Form des Umgangs mit den vorliegenden Problemen. Ihre Einlassung zu Vo Zeze ist billigste Stimmungsmache.
2. Den Widerstand gegen den massenhaften Abbruch von Wohnanlagen armer Brasilianer zu Zwecken der FIFA als Einzelinteresse zu bezeichnen, ist nicht weniger mies und genauso falsch.
3. Wenn es bei Fußballweltmeisterschaften um Geld geht, ist dies in erster Linie das Anliegen der FIFA und der beteiligten Verbände. Diese sind die großen Gewinner, diese zocken maximal ab und diese zwängen die regionale Wirtschaft in engste Korsette. Wer sich nur in Ansätzen mit den Folgen der WM in Südafrika befasst, sollte eigentlich sehen, dass weder das Gastgeberland noch die dortigen Bewohner das Geringste von dem Irrsinn haben.
4. Ist es ebenso eine diffamierende Falschaussage, dass immer nur 200 Personen gegen die WM protestiert hätten. Seit einem Jahr gehen hunderttausende auf die Straßen, wie die NZZ vom 17.6.2013 berichtete "Szenen wie jene in São Paulo hat man in Brasilien seit dem Kampf für die Redemokratisierung Anfang der achtziger Jahre kaum gesehen". Vor allem die diktatorische und antidemokratische Vorgehensweise der Staatsorgane war beispiellos.
Interessant dabei, wie energisch die westliche Welt ähnliches in weit abgeschwächter Form in Sotschi kritisierte, den Skandal in Brasilien aber goutiert und von Trollen verteidigen lässt.

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fatherted98 26.06.2014, 11:43
6. Gähn....

Zitat von auf_dem_Holzweg?
Und damit es brav so weitergeht hat Merkel direkt noch ein paar fette Geschäfte sichergestellt. Bravo.
...und die Alternative wäre was?....keine Geschäfte mehr mit Brasilien...am besten mit der ganzen Welt sofort den Handel einstellen...außer mit der Schweiz, Skandinavien und Lichtenstein...weil da geht's den Leuten ja besser als bei uns...au weia.

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