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Freiberufler online bewerten - riskant oder notwendig?

Auch Ärzte und Anwälte werden nun auf Webseiten beurteilt und benotet - ist das eine gute Entwicklung, oder fällen da Laien Urteile, die ihnen nicht zustehen?

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Gaztelupe 31.01.2008, 17:42
1.

Zitat von sysop
Auch Ärzte und Anwälte werden nun auf Webseiten beurteilt und benotet - ist das eine gute Entwicklung, oder fällen da Laien Urteile, die ihnen nicht zustehen?
Das wird wahrscheinlich zu einer weiteren Entwertung professioneller Arbeit führen, wobei der Wunsch, sich in anerkannt gute Hände zu begeben, allemal verständlich bleibt; allerdings war es auch ohne Internet möglich, im Vorfeld irgendeiner Betreuung Erkundigungen im Bekanntenkreis einzuholen. Fraglich wiederum ist die Benotung: die führt schon in der Schulzeit zur Verzerrung von Kompetenzen und objektiviert kein Leistungsspektrum.

Wenn ich es mir genau überlege: Am meisten wird wieder einmal der Betreiber des Portals profitieren, und zwar vom Spieltrieb der User ...

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cando 31.01.2008, 21:53
2. Öffentlicher Pranger für Freiberufler?

Zitat von sysop
Auch Ärzte und Anwälte werden nun auf Webseiten beurteilt und benotet - ist das eine gute Entwicklung, oder fällen da Laien Urteile, die ihnen nicht zustehen?
Öffentliche Benotung / Referenzen sollten nur dann möglich sein, wenn der Bewerter mit realem Namen & Adresse für seine Bewertung gerade steht und bei Verläumndung, übler Nachrede etc. zur Verantwortung gezogen werden kann.

Der Portalbetreiber muss die Richtigkeit der Daten sicherstellen und sollte Schadenersatzpflichtig für den Missbrauch seiner Plattform gemacht werden können, falls er nicht sorgfältig auf die Richtigkeit der Angaben bei der Registrierung achtet.

Alles andere ist unseriös und sollte unterbunden werden, denn auch ein Freiberufler hat Rechte.

Es gibt Portale, bei denen Profis Referenzen einholen und bei Gefallen freischalten können, davon halte ich aber auch nicht viel, da hier nur die positiven Bewertungen durchkommen - also kein objektives Bild der Leistung gezeigt wird (wie übrigens auch bei Arbeitszeugnissen und Referenzen im realen Leben - kein Arbeitgeber darf ein schlechtes Zeugnis schreiben, niemand zeigt schlechte Referenzen...).

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die8lacht 31.01.2008, 22:33
3. Finger weg !

Eine Bewertung von Freiberuflern, bzw. Ärzten & Anwälten im Internet kann sehr schnell in Verläumdung enden und ist somit keine gute Idee. Hier sollte die gute alte Mund zu Mund Propaganda reichen. Das Netz ist nicht dazu da, um Kleinkriege zu führen oder Arbeitsleistungen und Zeugnisse auszustellen.

Davon ab, bei 40.000 Toten durch Ärztepfusch im Jahr bleibt niemand übrig, der es objektiv beurteilen kann ;-) ...

Nein, irgendwo muß eine Grenze sein ! Das endet dann nur wieder vor Gericht und die sind eh schon überlastet.

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Mr Ottiman 01.02.2008, 04:56
4.

Zitat von cando
Öffentliche Benotung / Referenzen sollten nur dann möglich sein, wenn der Bewerter mit realem Namen & Adresse für seine Bewertung gerade steht und bei Verläumndung, übler Nachrede etc. zur Verantwortung gezogen werden kann. Der Portalbetreiber muss die Richtigkeit der Daten sicherstellen und sollte Schadenersatzpflichtig für den Missbrauch seiner Plattform gemacht werden können, falls er nicht sorgfältig auf die Richtigkeit der Angaben bei der Registrierung achtet. Alles andere ist unseriös und sollte unterbunden werden, denn auch ein Freiberufler hat Rechte. Es gibt Portale, bei denen Profis Referenzen einholen und bei Gefallen freischalten können, davon halte ich aber auch nicht viel, da hier nur die positiven Bewertungen durchkommen - also kein objektives Bild der Leistung gezeigt wird (wie übrigens auch bei Arbeitszeugnissen und Referenzen im realen Leben - kein Arbeitgeber darf ein schlechtes Zeugnis schreiben, niemand zeigt schlechte Referenzen...).
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen - wenn jemand seine Meinung äussert, dann sollte er dafür gerade stehen - das Problem ist aber, daß Leute sehr leicht diffarmiert können, wenn sie anderer Meinung sind - ja, auch heutzutage - erlebt man immer wieder in der Presse, TV oder Radio ... der Mainstream zählt ;)

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cando 01.02.2008, 09:07
5.

Zitat von Mr Ottiman
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen - wenn jemand seine Meinung äussert, dann sollte er dafür gerade stehen - das Problem ist aber, daß Leute sehr leicht diffarmiert können, wenn sie anderer Meinung sind - ja, auch heutzutage - erlebt man immer wieder in der Presse, TV oder Radio ... der Mainstream zählt ;)
Im Prinzip ist das ja nichts neues, Im Altertum wurden unbequeme Zeitfgenossen ja auch gesteinigt, gekreuzigt, verbrannt, den Löwen zum Fraß vorgeworfen, gelyncht.
Unsere Religion ist daraus hervorgegangen. Heute ist nur die Audienz etwas größer geworden.
Und warum soll nur die Medienbranche ein Recht auf Lynchjustiz haben?

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Olaf 01.02.2008, 12:35
6.

Zitat von sysop
Auch Ärzte und Anwälte werden nun auf Webseiten beurteilt und benotet - ist das eine gute Entwicklung, oder fällen da Laien Urteile, die ihnen nicht zustehen?
Was heißt Laie? Ich würde lieber von Kunden reden und ein Kunde ist häufig auch ein Laie.

Aber auch als Laie kann ich beurteilen, ob mir ein Arzt oder Anwalt geholfen oder sich zumindest Mühe gegeben hat. Es gefällt sicherlich niemandem so öffentlich beurteilt zu werden, aber das scheint rechtlich ja nicht der Punkt zu sein. Das Verfahren an sich ist zulässig.

Daher kann man Betroffenen nur raten das Ganze positiv zu sehen: Man weiß was über einen geredet wird und kann auch gegen Verleumdungen vorgehen. Ansonsten wundert man sich, warum die Kunden ausbleiben, weil vielleicht unter der Hand irgendwelche wilden Gerüchte im Umlauf sind, die man selber nicht kennt und die einem auch keiner sagt.

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poppi 01.02.2008, 12:36
7.

Zitat von die8lacht
Eine Bewertung von Freiberuflern, bzw. Ärzten & Anwälten im Internet kann sehr schnell in Verläumdung enden und ist somit keine gute Idee. Hier sollte die gute alte Mund zu Mund Propaganda reichen. Das Netz ist nicht dazu da, um Kleinkriege zu führen oder Arbeitsleistungen und Zeugnisse auszustellen.
Tja, zynischerweise muss man schon fragen, warum es Freiberuflern, Ärzten und Anwälten besser ergehen sollte als Lehrern...

Wir leben nun mal in einer verbots- und kontrollsüchtigen Gesellschaft, in der keiner dem anderen mehr etwas gönnt oder zutraut. Der Rankingwahn in jedweder Gestalt ist da nur ein Ausfluss dieses Wahnsinns. Zumal er Objektivität und somit Sicherheit heuchelt. Leider wie alles im Leben am Ende doch nur eine Sache des Glaubens.

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dieseraugenblick 01.02.2008, 14:02
8.

Als möglicherweise zu Beurteilende würde ich gerne zeitnah informiert werden, wo was über mich steht. Dann müsste es unmittelbar dazu die Mölichkeit der Gegendarstellung geben, denn es gibt schließlich auch Querulanten, die eine/n Kollegin nach der anderen "verbrauchen", was nicht unbedingt an letzteren liegt.

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infoseek 01.02.2008, 14:03
9.

Schon interessant, mit welchen Begründungen von vielen Vorpostern eine Bewertung abgelehnt wird.

Kommt denn den Skeptikern nicht in den Sinn, dass nicht nur die Bewertungen, sondern auch die Einschätzung derselben Sache des vielbeschworenen "mündigen Bürgers" ist? Und ein solcher kann - nicht zuletzt anhand der Kommentare - seriöse Bewertungen von unseriösen ganz gut unterscheiden. Wichtiger noch: Je mehr Bewertungen ein Dienstleister bekommt, desto eher spiegelt diese Gesamtheit die Realität wider. Niemand wird behaupten wollen, dass die Mehrheit der Nutzer eines solchen Bewertungsportals böswillig sind. Und kein ernsthafter Nutzer wird aufgrund von einigen wenigen Verrissen bei ansonsten guten Bewertungen einen Arzt meiden.

Und warum eigentlich sollen Dienstleister wie Ärzte anders behandelt werden als andere Dienstleister oder Unternehmen? Das Lamento, dass es einem Arzt an die Existenz gehen kann, wenn er laufend schlecht bewertet wird, ist doch albern. Mir ginge es auch an die Freiberufler-Existenz, wenn ich gehäuft schlechte Arbeit abliefern würde. Allerdings gefährde ich damit niemanden an Leib und Leben...

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