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Freiwilliges Martyrium: Die Frau, die sich strecken ließ

Wie weit darf man seinen eigenen Körper optimieren? Eine kleinwüchsige US-Journalistin beschreibt in ihrer Biografie, wie sie sich um 35 Zentimeter strecken ließ. Nun bricht eine Debatte über den Sinn der schmerzhaften Prozedur aus.

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weltoffener_realist 01.12.2012, 16:59
1. Selbstverantwortung

Zitat von sysop
Wie weit darf man seinen eigenen Körper optimieren? ...
Die Antwort ist einfach: So weit, wie man es bei Abwägung aller Risiken und des subjektiven Nutzens für sich selbst verantworten kann.

Weder haben einem dabei andere Menschen hineinzureden, noch hat man dabei "das große Ganze" wie die Politik der Behindertenverbände zu berücksichtigen.

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Hank Hill 01.12.2012, 17:00
2. Besonders

kleine Maenner haben oft Probleme mit ihrer "Groesse" . Haette Schroeder sich rechtzeitig strecken lassen waere uns die Agenda 2010 wohl erspart geblieben.

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May 01.12.2012, 17:05
3.

Ich finde, man sollte nicht eine grundsätzliche Ethikdebatte daraus machen, sondern das ganze pragmatisch sehen.
Absolut nichts spricht dagegen den eigenen Körper nach den eigenen Vorstellungen zu "optimieren". Kaum einer hat z.B. ein philosophisches Problem damit wenn sich jemand die Ohren anlegen lässt. Was diesen Fall besonders macht sind die drastischen "Nebenwirkungen". Auch hier gilt dann zwar, dass der Einzelne selbst entscheiden dürfen muss, allerdings stellt sich dann die Frage was einen Menschen dazu treibt, solche Qualen auf sich zu nehmen. Die körperlichen Schmerzen der Streckung werden anscheinend als weniger schlimm empfunden als die seelischen Schmerzen die das eigene Äußere verursacht. In den meisten Fällen wäre die pragmatischere Lösung sicherlich die einer Psychotherapie um zu lernen sich selbst zu akzeptieren so wie man ist. Auch jeder Einzelne in unserer Gesellschaft kann sich ruhig fragen was er evtl. besser machen könnte um den Druck auf Menschen wie Tiffanie DiDonato nicht unnötig zu verstärken.
Allerdings können wir unsere Natur auch nicht verneinen, was einerseits heißt, dass kleinwüchsige Menschen von der Gesellschaft schlicht nicht als vollkommen gleichwertig betrachtet werden. Man muss sich nur einmal selbst fragen wie groß die Chancen sind einen kleinwüchsigen Menschen als Geschlechtspartner auszuwählen. Das ist sicherlich keine soziale Entwicklung sondern Teil unserer Natur. Etwas anderes wäre z.B. wenn man einem kleinwüchsigen Menschen im Job weniger zutraut, z.B. wenn man einem kleinwüchsigen Rechtsanwalt gegenüber steht und diesen dann nicht ernst nimmt. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen an dem wir alle arbeiten sollten, es zu überwinden.
Andererseits heißt die eigene Natur zu akzeptieren aber auch, dass einige Menschen sich trotz größter Anstrengungen nicht selbst akzeptieren können. Man kennt das heutzutage z.B. von Transsexuellen. In diesem Fall ist ein Eingriff dann die beste Möglichkeit zu helfen.

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Forumkommentatorin 01.12.2012, 17:25
4. Als wären wir alle bekloppt

Zitat:
Die Betroffenen fürchten, dass am Ende dieser Entwicklung ein Umschwung der öffentlichen Meinung stehen könnte, der jede Normabweichung, jede Behinderung zur Schuld der Betroffenen erklärt.

Man kann verstehen, dass sich Tiffanie DiDonato wünschte, größer zu werden. Aber die Frage betrifft weit mehr Personen: Wenn die Umgestaltung, die Optimierung des Körpers zur Normalität wird, wo liegt dann die Grenze?
Zitat Ende

Was interessiert die öffentliche Meinung? Wenn sie die finanziellen Möglichkeiten hat, ihre Körpergröße anzugleichen, ist es ihre Freiheit dies zu tun.

Kleinwüchsig zu sein, ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Solche Menschen sind ständig behindert, sie kommen nicht mit normalen Möbeln zurecht, sie passen nicht ans Gaspedal, Kundentresen sind ihnen zu groß usw.

Ich finde die letzten beiden Absätze dieses Artikels unsagbar dumm und Ich glaube, die letzten beiden Absätze dieses Artikels sind nur geschrieben um den gesunden Menschenverstand zu verwirren.

Ich bin dann mal weg.

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pförtner 01.12.2012, 17:59
5. Nicht auch dasss noch

Statt Strecken,lieber Gehirnschmalz( Selbstbewustsein) nachfüllen kassen.

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thiede11 01.12.2012, 17:59
6. PID u.a.

Wenn PID u.a. für eine bessere "Auslese" sorgen kann u. zuverlässig ist, Folgekosten von Krankheiten verhindert, warum sollte man das nicht nutzen?
In früheren Jahrhunderten gabs eine natürliche Auslese, das war viel grausamer.

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blurk 01.12.2012, 18:39
7.

Zitat von sysop
Offenbar ist ihr der Größenzuwachs, die Annäherung an die Norm wichtiger als ihre körperliche Unversehrtheit.
Wenn jemand für sich selbst entscheidet, seine körperliche Unversehrtheit zu opfern, um sich an ein (soziales) Ideal anzupassen, ist das zwar bedauerlich – aber ist seine eigene Entscheidung. Wirklich schlimm wird das nur, wenn einem das von anderen aufgezwungen wird (Bsp: der Beschneidung von nicht einwilligungsfähigen Kleinkindern).

Eine Streckung über 35cm mag medizinisch Irrsinn sein. Dennoch sehe ich darin an sich kein Problem. Wer sich selbst einen solchen Irrsinn antun möchte, mag das tun – und die Konsequenzen tragen. Manche anderen Menschen saufen sich halt das Hirn und die Leber weg, wieder andere riskieren durch bestimmte Extremsportarten ihr Leben. Jedem das seine.

Mit diesem Fall habe ich dennoch ein Problem: Die Frau war bei den Operationen erst 8 bzw. 15 Jahre alt. Es scheint mir höchst fragwürdig, ob 15-Jährige schon über solche tiefgreifenden Körpermodifikationen entscheiden können. Mit [b]8[/i] Jahren allerdings kann man die Folgen ja definitiv nicht abschätzen. Insofern war es von den Ärzten unverantwortlich, die Operationen in dem Alter schon durchzuführen. Wenn die Patientin aber alt genug gewesen wäre, hätte ich damit aber kein Problem gehabt. Einzige Frage in dem Fall: Wer zahlt ggf. Folgekosten?

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Psycho Dad 01.12.2012, 18:40
8. Wow

Zitat von weltoffener_realist
Die Antwort ist einfach: So weit, wie man es bei Abwägung aller Risiken und des subjektiven Nutzens für sich selbst verantworten kann. Weder haben einem dabei andere Menschen hineinzureden, noch hat man dabei "das große Ganze" wie die Politik der Behindertenverbände zu berücksichtigen.
Ich hatte mir einer Lawine von "das geht doch nicht"..."innere Werte"...etc. Beiträgen gerechnet. Stattdessen differenzierte Antworten (bis jetzt :-)), die den Entscheidungsfreiraum des Individuums ins Zentrum stellen.
Respekt! Normalerweise heißt es doch immer (wie in dem Artikel): "Akzeptier Dich selbst, dann akzeptieren Dich auch andere."
Leider gibt es nun mal Situationen, wo einen der Großteil immer mit einem Etikett (häufig auch unbewußt) versehen wird. Und wer extrem klein ist, leidet darunter, und zwar nicht zu knapp.
Wie ein Mitforist schrieb: Es frage sich jeder selbst, ob ein kleinwüchsiger Partner für ihn in Frage käme. Da dürfte die Antwort in 99% der Fälle "nein" sein.
Von daher volles Verständnis für die Frau und den Mut damit offen umzugehen.

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tubaner 01.12.2012, 18:44
9.

Zitat von sysop
Wie weit darf man seinen eigenen Körper optimieren?
Also bei Frau DiDonato finde ich optimieren nicht das richtige Wort, mit 1,47 m hat sie ja auch nach den OPs keine „Optimal“-Größe.

Auch wenn Kleinwüchsigkeit keine Behinderung ist, einschränken tut es einen im Alltag trotzdem. Es gibt also für solche Menschen einen praktischen Nutzen von den OPs, dann kann ich es auch verstehen, dass man sicher dieser Tortur unterzieht. Frau DiDonato wird die Risiken und die Nachteile – ein Leben lang auf Krücken angewiesen sein! – schon gründlich abgewogen haben. Wenn Sie es trotzallem machen lässt und glücklich ist, dann freue ich mich auch für sie. Genauso wie ich die Haltung von „Little People of America“ solchen Operationen sehr kritisch gegenüber zu stehen voll und ganz verstehen kann.

Abartig finde ich solche Streckungen aber bei Personen, die eine normale Größe haben und sich die Beine brechen lassen, weil sie sich für 2 Zentimeter zu klein finden.
Da ist es genauso abstoßend wie wenn zum plastischen Chirurgen nicht geht, weil man durch einen Unfall oder Krankheit entstellt ist, sondern weil die eigene Nase angeblich 0,1 Millimeter schief ist. Oder wenn man sich Botox spritzen lässt. Oder Silikonbrüste. Das sind die Optimierungen des eigenen Körpers über deren Sinn man diskutieren sollte.

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