Forum: Panorama
Fünf Jahre Papst Franziskus: Reformer im Intrigenstadl
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Vor fünf Jahren wurde Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt. Das heißt: fünf Jahre Streit mit Kardinälen, fünf Jahre die Welt retten. Verändert er die Kirche - oder hat die Kirche ihn verändert?

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jovanni 10.03.2018, 13:32
30.

Da kommt der gute Mann aber etwas schlecht weg! Er hat der KIrche einen riesen Schub an moralischer Glaubwürdigkeit verschafft. Mag sein, dass die konservative "Elite", die bisher ihre Ausbeutung mit päpstlichem Segen schmücken konnte, enttäuscht ist. Viele andere schauen wieder mit Respekt nach Rom und hoffen, dass Franziskus noch mehr Alt- und Neulasten abarbeiten kann und möglichst viele Schlüsselstellen neu besetzt. Erweiß aber auch, moralische Erneuerung braucht Zeit!

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oortsche_wolke 10.03.2018, 13:33
31. Froh, Katholik zu sein.

Entgegen des allgemeinen Abgesangs auf die katholische Kirche (auch hier im Forum) empfinde ich als einfacher, gemeindenaher Christ durchaus einen Neubeginn nach langer Agonie und Siechtum der Strukturen. Eltern schicken Ihre Kinder wieder mehr zur Kommunion und engagieren sich stark ehrenamtlich, die Zahl unserer Messdiener und Ehrenamtler nimmt bei uns seit in paar Jahren wieder kontinuierlich zu. Papst Franziskus hat einen Anteil daran.

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birdie 10.03.2018, 13:34
32. Jeder Papst steht vor dem Kernproblem ...

der seit Jahrhunderten verkrusteten Dominanz italienischer Würdenträger im Vatikan. Diese Würdenträger sicherten dem Geldadel, aus dem sie entstammten, rücksichtslos mit mafiosen Borgia-Methoden reiche Pfründe mit dem simplen Trick, stets irrationale Glaubensfragen als Begründung für irrationalen Entscheidungen vorzuschieben, mit denen ahnungslose Gläubige bequem zu kujonieren waren. Doch die Gläubigen sind allmählich wach geworden durch die grosse Fülle des nachgewiesenen Machtmissbrauchs der Kurie. Weshalb sie im Herzen gottgläubig bleiben und dennoch diese Vereinigung verlassen, zu der sie kein Vertrauen mehr haben. Dieses Vertrauen wird nur durch drastische Massnahmen zurück zu gewinnen sein. Und dazu gehört u. A. die Auflösung der bestehenden Kurie als ersten Schritt. Im 2. Schritt wäre danach eine neue Kurie mit neuem internationalen Spitzenpersonal, das heisst ohne "Italiener", zu implementieren, die weisungsgebunden an den Papst agiert. Gefordert wird also eine Klarstellung dahingehend, dass der Papst die Kurie kontrolliert und nicht die Kurie den Papst. Wenn das umgesetzt würde, wäre die Kirche einer Aktiengesellschaft ähnlich. Denn der Vorstandsvorsitzende = Papst würe den Konzern verantwortlich führen und die Aktionäre = Gläubigen würden auf Hauptversammlungen der Konzernführung ihr Vertrauen aussprechen oder sie zum Rücktritt zwingen. Der Umbau der Kirche zu einer demokratischen Grundstruktur würde die Gläubigen zu Partnern machen und sie aus der Position hilfloser Befehlsempfänger befreien.

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Freidenker10 10.03.2018, 13:40
33. Systemkritik

Verrückt genug dass es die katholische Kirche nach 2000 Jahren schlimmster Verbrechen gegen die Menschlichkeit überhaupt noch gibt! Mir ist sonst keine Organisation bekannt der man diese Vergangenheit ungestraft durchgehen lässt, ja sie sogar noch zum Friedensengel und Hort der Menschlichkeit und Nächstenliebe erhebt. Selbst der Einfluß auf die Politik ist doch ungebrochen und das in einem angeblich säkularen Land wie Deutschland. Hätte die Kirche über Nacht die gleiche Macht wie im Mittelalter würden wir auch wieder im selbigen leben, jede Wette! Mir kommt eine generelle Kritik an der Organisation Kirche in Deutschland zu kurz, hier werden immer nur die Verfehlungen "einzelner" kritisiert, nie das ganze System!

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Mieze Schindler 10.03.2018, 13:51
34. Papst Franziskus ist über 80 Jahre alt

womöglich lässt bald die Kraft nach. Seine Gegner, die um ihre Pfründe fürchten, haben sich in Stellung gebracht. Ein möglicher Nachfolger wird sicher vieler wieder rückgängig machen von den eher kleinen Fortschritten, die Franziskus erreicht hat. Ich denke, diese Kirche ist nicht reformierbar, da würde selbst ein Jesus verzweifeln, wenn der noch leben würde.

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Stefan Sx 10.03.2018, 13:53
35. Gutmensch? Was soll das eigentlich sein?

Zitat von tmhamacher1
Je begeisterter die Linke von einem Papst ist, desto mehr ist der Bestand des Glaubens gefährdet, denn die Gutmenschen sind gerade dabei, eine neue Religion zu gründen, mit der Neuen Heiligen Inquisition (NHI) inklusive, nur dass sie nicht an Gott glauben, sondern an eine Supermoral, die alles und jedes erfassen, durchdringen und vor allem bestimmen will.
Dieses Wort "Gutmensch" im Sinne eines Schimpfwortes geht mir zunehmend auf den Zeiger. Was wollt Ihr Aushilfsnazis damit eigentlich jeweils zum Ausdruck bringen? Dass Ihr drüber steht, über dem moralischen Anspruch, kein Scheißkerl zu sein - als solchem? Das wäre eine eher schwache Argumentationsbasis. Aber genau das sind wir von Euch gewöhnt. Problem an der Sache: Ihr seid argumentativ nicht angreifbar. Dafür langt einfach die Substanz zwischen Euren Ohren nicht. Bitter genug. Aber dann im Jahr 2018 noch solches Zeug lesen zu müssen, von wegen ein 2000 Jahre altes Märchen vom strafenden Heilsbringer sei dem Prinzip "seid nett zueinander" vorzuziehen. Junge, Junge, da bin ich nicht arg zuversichtlich für die Zukunft der Menschheit. Was an Ihrer Haltung ist eigentlich besser als an der eines korangläubigen Moslem? Dass Sie dem älteren Märchen anhängen als der? Dass Ihr es nicht wenigstens manchmal selbst merkt...

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helmut.alt 10.03.2018, 13:56
36. Es ist unglaublich schwierig

eine Religion wie die Katholische Kirche, die seit zwei Jahrtausenden existiert, durch die sich verändernden Zeitläufte zu bringen. Die Traditionalisten wollen nichts ändern, die Modernen wollen Änderungen, die die Zeit erfordert. Eine Lösung für beide Ansprüche wird es kaum geben können, wenn man nicht riskieren will, dass es Abspaltungen gibt, wie sie Luther seinerzeit auslöste. Eine Konsequenz war bekanntlich der 30-jährige Krieg, der damals (1618 - 1648) Europa verwüstete. Andere Religionen, wie der Islam, haben ähnliche Probleme, mit z.T. brutalen Strafdrohungen und auch Strafausführungen. Für den einzelnen Gläubigen kann die Lösung nur heißen: selbst nach der Botschaft Gottes suchen ohne Andere dabei negativ zu beeinträchtigen.

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br8ness 10.03.2018, 14:00
37. Naja

Ein flapsiger, leicht zynischer Artikel in kladsischer Spiegelmanier wenn es um kirchliche Dinge geht. Es werden zwar richtige Punkte benannt, ansonsten aber bleibt das Ganze doch eher im oberflächlich.

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kael 10.03.2018, 14:01
38. Nur Druck von unten könnte die kath. Kirche reformieren

Von den (nicht gewählten) katholischen Gralshütern ist wenig bis nichts zu erwarten. Selbst reformwillige Päpste wie Franzskus scheitern an den Mauern reaktionärer Kardinäle und Bischöfe, denen tiefer greifende Veränderungen innerhalb der kath. Kirche Teufelszeug ist.
Aber wie geht es weiter? Irgendwann wird die kath. Amtskirche nur noch sich selbst verwalten, dann nämlich, wenn auch die letzten treuen Schafe die Institution verlassen haben. Dann aber ist die kath. Kirche ohne Auftrag und hat ihre Legitimation verloren. Es wird höchste Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken.

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Stefan Sx 10.03.2018, 14:02
39. Mir auch, ja.

Zitat von Freidenker10
Mir kommt eine generelle Kritik an der Organisation Kirche in Deutschland zu kurz, hier werden immer nur die Verfehlungen "einzelner" kritisiert, nie das ganze System!
Das ist ein nach wie vor schwieriges Unterfangen, fürchte ich. Wenn man sich allein mal die Beiträge hier zu diesem Artikel durchliest, muss man zu der Erkenntnis kommen, dass es nicht stimmt, dass maximal Dummheit die einzige Voraussetzung dafür ist, dass ein Mensch an diesem Fliegenfänger namens Religion festklebt. Erstaunlich genug, aber da erwischt es offensichtlich durchaus auch denkfähigere Exemplare. Aber solange die Kirche darauf bauen kann, dass schon die Kleinsten mit der religiösen Indoktrination beharkt werden, so lange muss jeder denkende Mensch seinen eigenen Prozess durchlaufen, um diesen Sumpf wieder loszuwerden. Kindstaufe, Religionsunterricht, Kinderbeichte, Kommunion, Konfirmation, die Liste ist endlos. Und ekelhaft.

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