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Gefährliche Hunde: Eine Liebe, die alles überlagert
DPA

Ein Hund beißt zwei Menschen tot. Hunderttausende unterschreiben eine Petition gegen seine Einschläferung. Die Liebe für den Terrier offenbart eine erstaunliche Kälte gegenüber seinen Opfern.

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KingTut 12.04.2018, 18:06
60. Für die Opfer

Ich stimme dem Tenor des Artikels vollumfänglich zu. Es ist doch paradox, dass einige Leute die in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückgekehrten Wölfe wegen angeblich 500 gerissener Weidetiere zum Abschuss freigeben wollen und andererseits soll ein Hund geschützt werden, der Menschen derart zurichtet oder gar tötet. Allerdings gehört auch den Haltern eine harte Strafe, wenn sie so ein Tier frei und ohne Maulkorb herumlaufen lassen. Ohne jetzt verallgemeinern zu wollen, aber man schaue sich nur einige dieser Halter an, wenn sie mit ihren Kampfhunden spazieren gehen (meine persönliche Wahrnehmung), was das für Typen sind. Da denke ich jedes Mal "armes Deutschland".

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OhMyGosh 12.04.2018, 18:06
61. Geliebte Bestie

Während ich diesen Post schreibe, liegt neben mir auf dem Sofa eine grausame Bestie, mit kräftigen weißen Reißzähnen, die ich Vollidiot auch noch täglich putze... Der Killer neben meinem Bett ist zudem ein Mischling aus Griffon vendéen und Terrier, der zwar gut gehorcht, aber auch mit einem ausgeprägten Hang zum Eigensinn gesegnet ist, deshalb führen Zwang oder Druck oft zu einer Verweigerungshaltung- er tut dann so, als sei er über Nacht taub geworden.
Nachdem ich die Kommentare meiner Mitforisten gelesen habe, werde ich nun in mich gehen und dann einen Termin beim TA machen müssen, denn die Bestie Hund steckt ja wohl auch in ihm. Bislang hatten Erwachsene und Kinder wohl Glück, dass sie in den 14 Jahren seines vollen Hundelebens nicht von ihm getötet wurden. Hast du gehört, Hund? Nö, er schnarcht gerade und scheint einen schönen Hundetraum zu haben... diese grausame Bestie.

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Gaztelupe 12.04.2018, 18:06
62.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Es gibt keine gefährlichen Hunde. [...]
Nun, mir hat jemand, der wohl ein bisschen was davon versteht, ein Tierarzt, glaube ich, genau Gegenteiliges erklärt. Nämlich, dass bestimmte Rassen so etwas wie tickende Zeitbomben wären und ganz unabhängig von guter oder schlechter Pflege, von kompetentem oder dämlichen Herrchen oder Frauchen, irgendwann austicken. Weil die Wauwis so gezüchtet wurden. Sie ahnen es, es geht um sog. Kampfhunde. Deren Bezeichnung mutmaßlich etwas mit Kämpfen zu tun haben könnte, die ungeheure Kräfte zwischen ihren Kiefern entfalten und insgesamt auf explosive Aggression gezüchtet wurden.

Ich wollte es nicht recht glauben, bis ich kurze Zeit später um ein paar Ecken von einer entfernten Bekannten hörte, der genau das passiert war. Eigentlich genügsamer Soundsoterrier, normales Gassi, plötzlich ist das Tier praktisch durchgedreht. Sie konnte es gerade noch so halten. Und hat es mit gebrochenem Herzen einschläfern lassen, da sich der gesamte Charakter des Hundes von einem Augenblick auf den anderen unumkehrbar geändert hatte.

Klar, die Züchtung ist Menschenwerk, aber solche Hunde werden bereits mit den entsprechenden Anlagen geboren. Sie sind also gefährlich.

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angst+money 12.04.2018, 18:09
63.

Als ich "Wesenstest" gelesen habe musste ich mir schon die Augen reiben. Was muss man bei einem Vieh, das jemanden getötet hat noch testen? Die Reaktion der "Tierfreunde" spricht hingegen Bände, ist aus meiner Erfahrung keine Überraschung. Peinlich.

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Spr. 12.04.2018, 18:09
64. Ein weit verbreitetes Phänomen!

Schon seit vielen Jahren ist zu beobachten, dass gerade Hundebesitzer das Wohl ihres eigenen Hundes und zu oft auch aller Hunde über das Wohl ihrer Mitmenschen stellen. Das äußert sich in der Weigerung, ihre Hunde anzuleinen, mit dem Hinweis, dass man (ein Mensch) ja auch nicht an einer Leine herumlaufen will. Über die Forderung an Menschen, die Probleme mit Hunden haben, sich doch einfach aus Parks, Grünanlagen, Wäldern, und am besten gleich auch von der Straße fernzuhalten. Bis hin zur im Artikel beschriebenen Verteidigung jedes Angriffs eines Hundes auf einen Menschen, selbst wenn der Mensch dabei stirbt.

Dabei ist es immer der Mensch, der aus Sicht dieser Hundehalter die Schuld an egal welchem Vorkommnis trägt. Selbst einem totgebissenem Baby wird von diesen Hundehaltern noch vorgeworfen, dass es durch sein Schreien den Hund provoziert hätte.

Hundehalter, die den Opfern von Hunden gegenüber noch nicht völlig mitleidlos sind, machen dann die Halter der gefährlichen Hunde verantwortlich. Das mag durchaus richtig sein, ist aber kein Grund, die Taten gefährlicher Hunde zu akzeptieren und diese Hunde therapieren zu wollen. Von diesen Hunden geht einfach eine viel zu große Gefahr aus, als dass man diese wieder mit Menschen zusammenkommen lassen kann.

Die Grenze zwischen Mensch und Tier ist bei diesen Hundehaltern nicht mehr vorhanden. Bei manchen dieser Hundehalter kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese insbesondere ihren eigenen Hund für ein höheres Wesen halten, dem sie sich bewusst unterordnen. Was der Erziehung und Führung eines Hundes diametral entgegensteht. Von deren Hunden geht dann auch die größte Gefahr für die Allgemeinheit aus. Gerade diese Hundehalter halten sich selbst aber für die einzig guten Hundehalter.

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oaonorm1 12.04.2018, 18:10
65.

Zitat von großwolke
Kampfhunde sind natürlich gefährlicher als "normale" Hunde, das gibt es gar keinen Zweifel. Klar ist damit nicht gemeint, dass sie von Natur aus schärfer und böser sind als andere Hunderassen, aber sobald es mal schiefgeht, ist der Schaden, den so eine Beißmaschine anrichten kann, ungleich größer. Genau das ist ja auch das Zuchtziel gewesen bei der Schaffung dieser Rassen. Und klar kann der Hund nicht viel dafür, wenn er falsch oder von unfähigen Haltern erzogen wurde, aber trotzdem ist es sinnvoll, wenn man mit Hilfe von Auflagen dafür sorgt, dass im Falle des Falles eben keine Unbeteiligten zu Schaden kommen können.
Ich kann Ihren Post verstehen, aber Worte wie Beißmaschiene sind bei diesen Rassen schlicht nicht angebracht.
Das Wesen der meisten dieser "Kampfhunde" wurde auf Menschen gedrillt. Selbst wenn sie am beißen im Kampf um Leben und Tod waren, mussten sie aufhören wenn eine Hand in der Schnauze war. So wurden die getrennt...

Das ist die Realität und solche Hunde haben diese Grundausrichtung noch in ihrem Wesen.
Illegale Zuchten (die durch Verbote und zu hohe Kosten nur befeuert werden) könnten natürlich auf eine generelle Aggressivität achten.
Dann haben Sie irgendwann Linien die schwer beherrschbar sind.
Unabhängig davon gibt es auch immer Spinner (wie bei Menschen) die aber in der Regel in der Zucht (so hart das jetzt klingt) als Welpen schon identifiziert werden und bei Anständigen Züchtern dann an erfahrene Leute geht.

Das nie unbeteiligte zu Schaden kommen ist utopisch.
Solange wir uns nicht alle auf Schienen im Gleichschritt bewegen ist das eben der Tradeoff.

Dem Kind kann man natürlich keinen Vorwurf machen und es tut mir leid das es da hineingeboren wurde, so wie mir der Hund dafür leid tut.
Will nicht wissen was beide erleiden mussten.

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hibilly 12.04.2018, 18:14
66. Speziesismus

Ich kann nicht nachvollziehen, warum ich per se eine größere Empathie, eine größere Fürsorge und eine größere Verbundenheit für andere Menschen im Vergleich zu Lebewesen einer anderen Spezies aufzubringen habe. Nur weil ich selbst der Spezies Mensch angehöre? Das genügt für mich nicht. Ich achte jedes Leben, aber der Mensch steht für mich keineswegs automatisch über anderem Leben, nur weil er die stärkste uns bekannte Spezies ist und ich dieser Spezies zufällig angehöre. Insofern kann ich hingegen gut nachvollziehen, dass und warum diesem Hund Wohlwollen zuteil wird - denn er ist natürlich nicht von seinem Wesen her böse oder böswillig, was man von manchen Menschen nicht behaupten kann.

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hasselblad 12.04.2018, 18:15
67.

Der Hund wird nicht "bestraft". Die Öffentlichkeit wird vor einem gefährlichen Tier geschützt, indem es eingeschläfert wird, so einfach ist das. Strafe funktioniert nur wenn Einsicht gegeben ist, und davon kann bei einem Tier nunmal nicht ausgegangen werden. Allein die Idee einer solchen Petition verhöhnt Opfer und Hinterbliebene, deren Durchführung ist schlichter Zynismus. Aber der ordentliche Deutsche und seine Hunde, das ist seit jeher eine ganz besondere Beziehung - man kann feststellen, dass diejenigen, die sich am vehementesten für das Tierwohl einsetzen, sich oft genug diametral entgegengesetzt gleichgültig bis ablehnend gegenüber anderen Menschen, häufig insbesondere gegenüber denen ohne das Label "Biodeutsch", verhalten. Die Frage, warum für Dritte gefährliche Tiere überhaupt in Privathaushalten gehalten werden dürfen, bleibt bis auf weiteres mal wieder unbeantwortet.

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oaonorm1 12.04.2018, 18:17
68.

Zitat von Alter Falter
Genau das ist der Stoff, aus dem der Blödsinn gemacht ist. Auch ich wurde schon gebissen. Ich war auf einer Wiese beim Bumerang werfen, als ich plötzlich Schreie hörte: Komm her, du sollst herkommen!!! Ich blickte mich um und sah einen ausgewachsenen Schäferhund auf mich zurennen, er dachte im Traum nicht daran, herzukommen. Ich lief um mein Leben zu meinem Auto und schaffte es nicht ganz, kurz vor der rettenden Tür wurde ich geschnappt. Die Frau erdreistete sich, mir die Schuld zu geben, weil ich ja weggerannt sei. Genau das ist das Kernproblem. Hundebesitzer bilden sich ein, die ganze ahnungslose Menschheit hat sich gefälligst so zu verhalten, wie es Hasso und Fifi gefällt. Wenn ich auf dich zurenne, dann bleib gefälligst stehen und lass dich bespielen oder fressen. Ich Hundebesitzer, du Depp. Nein, eben nicht.
Sorry, aber in unserer Gesellschaft gehören Hunde dazu.
Wenn sie im Urwald bei nem Stamm wohnen würden, wären es andere Gefahren und Eigenheiten über die sie halbwegs im klaren sein sollten.
Der Hund hat sicherlich zu spuren, aber wenn ein Hund kommt würde ich (auch bevor ich Hunde hatte) einfach das wegwerfen was ich in der Hand habe ;)

Nein man muss sich nicht bespielen lassen und ein Hund muss mitbekommen ob da Mensch im Maul ist und dann beißt der in der Regel auch nicht zu. Hat man vielleicht nen Kratzer danach... Oh Gott.

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GSYBE 12.04.2018, 18:19
69. Ich sag mal so:....

"Die Liebe für den Terrier offenbart eine erstaunliche Kälte gegenüber seinen Opfern."
-
...völliger Blödsinn!

Das erste Opfer war der Hund selbst, ich habe keinen Grund, an den Berichten über sein qualvolles `Dasein´ zu zweifeln.

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