Forum: Panorama
Gehört die Zukunft dem Elektroauto?

Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?

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Parzival v. d. Dräuen 26.07.2008, 13:54
1.

Zitat von sysop
Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Soweit ich das beurteilen kann, schon. Hauptkritik am Individualverkehr war ja immer, dass da eine riesige Blechdose, tonnenschwer, durch die Stadt bewegt wird, damit mehrheitlich nur eine Person von A nach B gelangt. Und der relativ günstige Spritpreis hat es eben möglich gemacht. Jetzt, wo die Preise vielen ein gehöriges Loch in den Beutel reißen, beginnen die Leute nach Alternativen zu suchen.

Schon heute wäre es möglich, in Leichtbauweise und breiter ästhetischer Palette Fahrzeuge herzustellen, die mit Elektromotor einen Aktionsradius von um die 120 KM haben. Ein Verbundsystem von Aufladestationen, ein Akku-Management, z. Bsp. auf Pfandbasis, würden auch die stete Verfügbarkeit von Energie gewährleisten.

Durch neue Materialien sind die Elektromotoren leistungsfähiger und bei gleicher Leistung um die Hälfte kleiner geworden. Die Akku-Technik, sowie die marktdeckende Produktion wären in kurzer Zeit zu realisieren. Bei den E-Motoren selbst ist natürlich auch der Drehmoment unschlagbar. Daneben noch Hybrid-Systeme, die Energie speichern.

Zusätzlich werden die Elektro-Autos schon in der Produktion weniger kapital-, energie- und fertigungsintensiv. Ein Viersitzer dürfte im Wesentlichen aus Kunststoffen gefertigt werden und um die 500-600 Kilogramm wiegen. Und auch bei der eingebaute passiven Sicherheit, die in den letzten Jahrzehnten eher einem Aufrüsten glich, kann reduziert werden.

In den Städten entstehen durch viele kleinere Autos wahrscheinlich Parkraumüberschüsse, die Lärmbelästigung verringerte sich immens und die Luftqualität auch.

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Andreko 26.07.2008, 15:35
2.

Zitat von sysop
Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Schwierig zu sagen. Ich denke das der hohe Ölpreis dazu führt, dass das Angebot an Öl ausgeweitet wird z.B. durch Kohleverflüssigung oder gänzlich neue Technologien wie diese
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...561833,00.html

Dann könnte uns der Verbrennungsmotor noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Sehr langfristig gesehen (30 Jahre oder mehr) könnte das E-Auto wirklich eine Alternative werden, aus heutiger Sicht sind die Elektroautos aber noch weitgehend praxisuntauglich und deshalb werden sie sich so schnell nicht durchsetzen.

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Norbert Rost 26.07.2008, 16:04
3. Verkehrskonzepte

Zitat von sysop
Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Sicherlich wird Elektro künftig eine größere Rolle spielen als Öl, Peak Oil ( http://www.peak-oil.com/ ) wird dafür sorgen. Zweifel sind aber angebracht: Wie schnell geht die Entwicklung neuer Motoren, Versorgungsnetze und vor allem Speichern?
Wahrscheinlicher ist doch, daß wir unsere Art Verkehr zu betreiben grundlegend überdenken. Es ist hochgradig ineffizient, wenn fast jeder Bürger ein Auto besitzt, da es überwiegend rumsteht und Platz wegnimmt. Das Teilen von Ressourcen könnte künftig ebenso wichtig werden wie eine Einstellungsänderung zu Mobilität und vor allem Reise-Geschwindkeit. Da gabs in der Zeit mal ein sehr schönes Interview mit Prof. Knoflacher (Wien):
http://www.zeit.de/2007/38/Interv_-Knoflacher?page=all


Dem öffentlichen Verkehr dürfte eine Renaissance bevorstehen. Und das Nachdenken über neue Versorgungsstrukturen wird hoffentlich ebenfalls bald beginnen.

--
Zukunftsfähig Wirtschaften?
http://www.regionales-wirtschaften.de

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alpas 26.07.2008, 16:06
4. Eine GROSSE Chance allemal – wegen :

Zitat von sysop
Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?

Grundenergieform-Unabhängig : Die Energiezwischenform Elektrizität wird (bereits) durch alle möglich (und unmöglichen) Grundenergieformen (CO2-behafete, und –unbehaftete) generiert und verteilt – auch wenn der Verteilungswirkungsgrad noch zu wünschen lässt, was jedoch durch vermehrte Supraleitertechnologie noch erhebliches Verbesserungspotential hat (ev. damit sogar noch Speicher-/ Batterietechnologie verbessert wird).
Verzögerungskraft gleich wieder zurück in die Batterie (nicht in Umwelterwärmung verpufft) . Die ganze Antriebstechnologie noch mit seinem (kleinen) Bruder Elektronik hervorragend zu optimisieren und automatisieren.
Stecker rein – und los geht’s, in einem ungefährlichen Vehikel ! Oder, was denkt der Fachmann….. ?

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Benjowi 26.07.2008, 18:48
5. Der Wert eines Liters Flüssigkraftstoff......

Im Grunde erfährt man jetzt hautnah, wie wertvoll ein Liter Flüssigkraftstoff eigentlich ist, denn die Alternativen wie Elektroantrieb mit Akku oder auch mit Brennstoffzelle sind auch bei den hohen Preisen bei weitem noch nicht konkurrenzfähig. Und das, obwohl der eigentliche Elektroantrieb einem Verbrenner haushoch überlegen ist. Letztlich scheitert es -wie schon von Anfang an- an der Energiespeicherung: Selbst die zur Zeit besten und hochgelobten Li-Ionen Akkus haben noch um den Faktor 50 schlechtere Energieinhalte und auch die höheren Wirkungsgrade des E-Antriebs lassen diesen Nachteil noch bei etwa 1:10 bestehen. Darüberhinaus sind diese Akkus extrem teuer, es ist nicht bewiesen, wie lange sie wirklich standfest sind und darüber hinaus fehlt es auf der Erde schlicht an genügend Lithium, um nennenswerte Stückzahlen von Kfz damit auszustatten.
Der Einsatz der Brennstoffzelle scheitert nach wie vor an -wenn auch kleiner werdenden- technischen Problemen, vor allem aber an den Kosten und der fehlenden Infrastruktur für Wasserstoff. Letztere ist extrem teuer und kaum kurzfristig erstellbar. Außerdem gibt es keine klimafreundliche und einsatzfähige Erzeugungsmöglichkeit für Wasserstoff.
Somit wird es vermutlich zu Lösungen kommen, bei denen ein kleiner Verbrenner die mittlere benötigte Leistung erzeugt und über einen relativ kleinen Zwischenspeicher einem E-Antrieb zur Verfügung stellt. Dadurch kann man erhebliche Verbrauchsreduzierungen erzielen, die eigentliche Energiespeicherung erfolgt aber im Flüssigtreibstoff. Letzterer würde möglicherweise auch durch Kohleverflüssigung bereitgestellt werden. Aber auch diese Lösung steht und fällt mit einem kostengünstigen und standfesten Zwischenspeicher!
Ansonsten aber wird der grösste Teil der Menschheit weiter uneingeschränkt mit Verbrennern fahren und Staaten wie Indien oder China werden sich durch die deutschen Verrenkungen zur Klimarettung garantiert nicht sonderlich beeinflussen lassen - es sei denn das Wasser steht ihnen buchstäblich bis zum Halse!

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Yeti 26.07.2008, 20:42
6. Huh?

Zitat von alpas
Grundenergieform-Unabhängig : Die Energiezwischenform Elektrizität wird (bereits) durch alle möglich (und unmöglichen) Grundenergieformen (CO2-behafete, und –unbehaftete) generiert und verteilt – auch wenn der Verteilungswirkungsgrad noch zu wünschen lässt, was jedoch durch vermehrte Supraleitertechnologie noch erhebliches Verbesserungspotential hat (ev. damit sogar noch Speicher-/ Batterietechnologie verbessert wird).
Grundsätzlich wären Elektroautos zu begrüssen: der Wirkungsgrad der Motoren ist wesentlich höher, Bremsenergie kann einfacher zurückgewonnen werden usw. usf.
Aber ...
Zitat von
... seinem (kleinen) Bruder Elektronik hervorragend zu optimisieren und automatisieren. Stecker rein – und los geht’s, in einem ungefährlichen Vehikel ! Oder, was denkt der Fachmann….. ?
Warum sollte ein Elektroauto kleiner, leichter und und ungefährlicher sein, als ein Benzinauto? Ein Auto hat folgenden Zweck: es soll voran gehen, man möchte möglichst schnell, komfortabel und sicher von A nach B.
Leichter werden Elektroautos sicher nicht. Erstens wiegt ein heutiger moderner Motor (wie der meines TT) eh nur 150 kg, da ist auch ein e-Motor nicht leichter, zweitens kommen dann noch ca. 500 kg für eine ordentliche Batterie zusammen.
Y.

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Fritzchen 26.07.2008, 22:07
7. Warum das Auto trotzdem eine Zukunft hat

Eigentlich ist eine Antwort auf das Spiegel Titel-Thema recht einfach:

- Eine vollständige Substitution des Individualverkehrs durch öffentliche Verkehrsmittel und z.B. Fahrrad ist einfach nicht realistisch. Pferdekutsche?
- Der Finanzminister benötigt dringend Einnahmen. Maut, KFZ-Steuer und Mineralölsteuer sind ihm inzwischen "ans Herz gewachsen".
- Der Verkehrsminister muss schließlich auf jeden Fall eine Infrastruktur für die Logistik von z.B. Lebensmitteln bereitstellen. Dadurch ist auch der Staat sehr an der Mitnutzung und Mit-Finanzierung durch PKW interessiert.
- Der Verbraucher besteht auf Individualverkehr (KFZ). Bezahlbar machen muss es die Industrie die hohe wirtschaftliche Interessen daran hat. Arbeitsplätze sind schließlich nicht nur die Hersteller und damit verbundenen Unternehmen, sondern auch der "gemeine" Pendler und dessen Mitarbeiter.

Der Elektromotor verhilft dem PKW zu einem neuen Boom, da die Summe der Kosten der Einzelkomponenten (bis auf Batterie, die geleast werden kann, siehe Think in Norwegen)
theoretisch DEUTLICH GERINGER ist.

Beispiel-Akku: www.altairnano.com
Notwendig: Politische Rahmenbedingungen schaffen. TÜV ist sehr streng in Deutschland.

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boemm 27.07.2008, 04:22
8.

Antwort auf die Frage: Vielleicht, eher nein.

Reaktion auf die vorhergehenden Posts:
1.) Es ist möglich, leichte, benzingetriebene Autos mit sparsamen Motoren zu bauen. Nur weil ein Wagen mit Benzin fährt, muss es kein 3,5Tonnen SUV mit 500KW sein.

2.) Aus welcher Energie soll die elektrische Energie umgewandelt werden?

3.) Allein die Produktion von Akkus u. notwendiger Elektronik verbraucht immens viel Energie. Da die Anzahl der Ladezyklen bei den derzeit erschwinglichen (und geeigneten) Batterien auf ca. 1000 begrenzt ist, ist zu erwarten, dass riesige Mengen Chemiemüll entstehen. Bei derzeitigem Stand wiegen die notwendigen Akkus mehrere hundert Kilo. Der Austausch an der Tankstelle ist daher zumindest problembehaftet (Können alle Akkus an einer Stelle im Fahrzeug aufbewahrt werden? (Schwerpunkt)). Nebenbei: Auch dieses Gewicht will transportiert werden.

zu bedenken:

Fazit:
Die Verwendung von Elektromotoren selbst mag Energieeffizient sein und Vorteile haben (bereits erwähnt: Energierückgewinnung, darüber hinaus benötigt er z.B. an der Ampel, im Stau, etc. keine Energie), die Gesamtenergiebilanz eines Elektrofahrzeugs dürfte aus oben genannten Gründen trotzdem negativ ausfallen.

Der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr wird vom durchschnittlichen Deutschen wahrscheinlich erst als letzte Option erwogen (mal davon abgesehen, dass es sich zumindest derzeit in dünner besiedeltem Gebiet als äußerst schwierig bis unmöglich darstellt).

Meiner Ansicht nach ist es der Senkung des Energieverbrauches eher dienlich, bei Neuwagen an Gewicht und Motorleistung zu sparen.
Heutzutage sind selbst als "Kleinwagen" angepriesene Autos weit über eine Tonne schwer und verfügen meist über eine Motorleistung über von 50KW. (Ach übrigens: leistungsschwächere Motoren wiegen auch weniger!)
Muss ein Auto wirklich mit schweren Ledersitzen, Klimaanlage (dafür aber riesigen Fenstern) und elektrischer wasweissichwas-Verstellung ausgestattet sein?
Ich finde, darüber sollte der Konsument nachdenken.

Aber bitte werft nicht gleich all eure Wagen weg, weil der neue einen halben Liter Sprit weniger verbraucht! Wie bereits oben angemerkt, auch die Herstellung kostet Ressourcen. Eine längere Produktlebensdauer wäre Umweltfreundlich.
Wenn man mal ein paar Euro mehr in Wartung investieren würde, sodass im selben Zeitraum weniger Autos verschlissen werden, wäre dann nicht auch Geld (und Ressourcen) gespaart? All diese Denkanstöße sind allerdings leider nicht im Sinne der Industrie...
Tut mir leid, dass ich etwas vom Thema abgedriftet bin.

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qcp 27.07.2008, 07:10
9.

Die Bedeutung wird sicherlich in den nächsten Jahrzehnten steigen, die Autodichte insgesamt jedoch abnehmen. Der wichtigere Schritt liegt in einer starken Beschränkung des Individualverkehrs.

Deutschland muss aufhören, eine "Autopolitik" statt einer Verkehrspolitik zu betreiben. Ein massiver Ausbau des ÖPNV ist einfacher und früher zu realisieren, vor allem aber wesentlich sinnvoller, als eine flächendeckende Versorgung mit E-Autos. Denn auch der Strom wächst ja bekanntlich nicht auf Bäumen.

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