Forum: Panorama
Gehört die Zukunft dem Elektroauto?

Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?

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Dieter 58 20.09.2009, 12:51
2220.

Zitat von mobileresident
Erstens parken in Deutschland keine 20% unter der Laterne
Hier haben Sie eindeutig recht - allerdings anders als Sie glauben.
Vielleicht 20 Prozent aller Autobesitzer verfügen über eine Garage. In wievielen dieser Garagen auch ein Stromanschluss vorhanden ist wäre interessant zu wissen.
Von den Autobesitzern die irgendwo am Straßenrand einen täglich wechselnden Parkplatz für ihr Auto suchen müssen, steht vielleicht jeder 15. auch nur in der Nähe einer Laterne.

Zitat von mobileresident
und wieso kann man die Ladung nicht unter Laternen regeln? Der Strom ist eh schon da und Parkuhren schiessen doch auch im Stundentakt aus dem Boden.
Sie kennen sich angeblich doch mit Elektrizität aus!
Dann sollten Sie wissen, daß die Leitungen zu den Laternen auf den Bedarf der Straßenbeleuchtung ausgelegt sind.
Das Laden von mehreren kompakten Batterien würde die Kabel schlicht und einfach dahinschmelzen lassen.

Zitat von mobileresident
Wenn man Geld verdienen kann, finden sich auch ganz schnell Anbieter. Was ist so kompliziert, Steckdosen anzubringen? Laeuft das in Deutschland anders als im Rest der Welt? mr
Wo im Rest der Welt werden am Straßenrand Ladestationen für Elektro-Autos vorgehalten?
Und kommen Sie mir bitte nicht mit irgendwelchen Modellversuchen!

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mobileresident 20.09.2009, 18:17
2221.

Zitat von Dieter 58
Hier haben Sie eindeutig recht - allerdings anders als Sie glauben. Vielleicht 20 Prozent aller Autobesitzer verfügen über eine Garage.
Na ja, es sind erheblich mehr. Aber ich sprach auch nicht von privaten Garagen, sondern von Autos, die, wie Sie sagen, ohne festen Parkplatz auskommen muessen. Zieht man die Garagen, Firmenparkplaetze, Tief und Hoch Parkhaeuser sowie regulaere Parkplaetze (auch draussen) ab, so bleiben etwa 18% der PKW uebrig. Von diesen werden etwa die Haelfte regelmaessig bewegt.
Andere Laender sind da schon weiter, in Japan, speziell Tokio,Yokohama,Kobe und einigen anderen Staedten, darf man Autos gar nicht mehr anmelden, wenn man keinen eigenen Parkplatz mehr nachweisen kann.
Es geht doch auch gar nicht darum, JEDEN und SOFORT mit e-antrieb auszuruesten. Warum sollte das schwaechste Glied in der Kette, der Laternenparker, das Mass der Dinge sein?
Zitat von Dieter 58
In wievielen dieser Garagen auch ein Stromanschluss vorhanden ist wäre interessant zu wissen.
Wozu muss HEUTE ein Stromanschluss ueberall vorhanden sein? Gab es Tankstellen fuer Verbrenner ueber Nacht? Nun warten Sie doch erst mal ab, bis e-Fahrzeuge ueberhaupt verfuegbar sind, die Kaeufer werden sich schon Gedanken gemacht haben, wo und wie sie die Kiste laden. Wozu sollte ich ein Boot vor der Tuer haben, wenn ich am Brocken wohne? Diejenigen, welche das Fahrzeug laden koennen bezw die bedingungen schaffen koennen, werden die ersten Kaeufer sein.
Zitat von Dieter 58
Von den Autobesitzern die irgendwo am Straßenrand einen täglich wechselnden Parkplatz für ihr Auto suchen müssen, steht vielleicht jeder 15. auch nur in der Nähe einer Laterne.
Und warum sollte er dann einen reinen e-Wagen fahren?
Zitat von Dieter 58
Sie kennen sich angeblich doch mit Elektrizität aus!
Wie kommen Sie denn dadrauf? Ich kenne mich mit MEINEM e-System aus, schliesslich habe ich es selber gebaut und aus meinem funktionieren System kann ich auf andere Systeme schliessen.
Zitat von Dieter 58
Dann sollten Sie wissen, daß die Leitungen zu den Laternen auf den Bedarf der Straßenbeleuchtung ausgelegt sind. Das Laden von mehreren kompakten Batterien würde die Kabel schlicht und einfach dahinschmelzen lassen.
Ich hoffe das war als Witz gemeint.
Zitat von Dieter 58
Wo im Rest der Welt werden am Straßenrand Ladestationen für Elektro-Autos vorgehalten? Und kommen Sie mir bitte nicht mit irgendwelchen Modellversuchen!
Ueberall, wo es elektrische Autos gab (south CA zB) oder wo Strom fuer Autos gebraucht wird (Skandinavien und Kanada sowie die noerdlichen USA zB fuer Block Heizer) schossen die Stromanschluesse wie Pilze aus dem Boden. Ist ja auch nicht weiter schwierig.
Aber wie gesagt, der Rest der Welt scheint mit Steckdosen nicht auf die massiven Probleme zu stossen, wie es in Deutschland der Fall ist.

mr

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Der Pragmatist 20.09.2009, 18:39
2222. Frage der Wirtschaftlichkeit

Zitat von sysop
Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Wenn sie billiger zu erwerben und billiger zu betreiben sind, dann hat ein Elektroauto eine Chance. Wenn das nicht dre Fall ist, werden sich 95% der Autofahrer fuer ein konventionelles Auto entsceiden, also Benzin oder Diesel.

Die uebrigen 5% sind entweder fanatische Umweltschuetzer, die glauben, die Welt retten zu koennne oder es sind Angaber mit soviel Geld dass die Kosten eines Autos keine Rolle spielen. Wer sich sein Geld durch harte Arbeit erwirbt, wird es nicht sinnlos ausgeben.

Pragmatist

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Christer Nykopp 20.09.2009, 19:22
2223. Ölantrieb vs. Elektroantrieb

Zitat von sysop
Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Das elektrisch angetriebene Auto ist mitnichten reif für eine Massenproduktion. Die heutigen E-Autos benutzen Batterien, die auf Lithium aufgebaut sind. Dabei ist Lithium kein Material, das in unbegrenzten Mengen in der Erdkruste vorhanden ist.

Weil aber die Verteuerung des Öls ein Zeichen dass die Grenzen der Ölgewinnung sich nähern, muss wohl diese ganze Lösung mit individuelle Fahrzeuge für jedermann eines Tages neu durchdacht werden. Denn auch wenn das Öl für die nächsten 50 oder 100 Jahre noch ausreicht, kann man getrost davon ausgehen, dass das Ende kommt.

Wenn dann sowas wie der herkömmliche PKW noch benutzt werden soll, kann es sich möglicherweise um batteriegetriebene Autos handeln (mit deutlichen Abstrichen im Langstreckenverkehr), oder man muss zu Wasserstoff greifen, in Brennstoffzellen oder Motoren werwertet. Wasserstoff wird aber auch mit Strom erzeugt, so dass es am Ende doch ein Elektroantrieb ist.

Wenn die heutige Fossilstoffverbrennung so weitergeht, wird sich aber die Menschheit auf eine völlig veränderte Atmosphäre einstellen müssen. Ob das gelingt ist mindestens fraglich. Dabei ist die Erwärmung noch das kleinste Problem, die veränderte Zusammensetzung der Atmosphäre das grösste. Die neue Atmosphäre könnte der, der vor ein Paar Milliarden Jahren vorhanden war ähneln. Diese war nicht für auf Sauerstoffverbrennung beruhende Organismen wie z.B. der Mensch benutzbar.

Damit ist nicht gesagt, dass nur die Beseitigung der ölgetriebenen Autos einen grossen Unterschied der Entwicklung herbeiführen würde.

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Tom Berger 20.09.2009, 19:36
2224. @ Christer Nykopp

Zitat von Christer Nykopp
Das elektrisch angetriebene Auto ist mitnichten reif für eine Massenproduktion. Die heutigen E-Autos benutzen Batterien, die auf Lithium aufgebaut sind. Dabei ist Lithium kein Material, das in unbegrenzten Mengen in der Erdkruste vorhanden ist.
Lithium ist nicht unbegrenzt vorhanden (das trifft ausschließlich auf Dummheit zu), aber sein Massenanteil in der Erdkruste ist drei mal größer als der von Blei. Zudem benötigt man weitaus weniger Lithium für einen Fahrzeug-Akku, als man Blei für die Starterbatterie eines Benzinautos benötigt.

Zwar ist das Lithium sehr viel gleichmäßiger verteilt als Blei, so dass es wenige Lagerstätten gibt, die beim aktuellen Weltmarktpreis des Lithiumcarbonats von ca 5 US$/kg wirtschaftlich ausbeutbar sind, aber das spielt gottseidank keine Rolle, denn der Preis der Lithiummineralien spielt praktisch keine Rolle beim Preis der Akkus. Selbst ein hundert mal höherer Preis würde weniger Einfluss haben, als es die Preisvolatilität des Marktpreises von metallischem Lithium schon heute hat. Und schon bei einem gegenüber heute 20 mal höheren Preis der Lithiummineralien (also ca 100 US$/kg) ist die Gewinnung des Lithiums aus Meerwasser kostendeckend, und diese Ressourcen sind nach den Maßstäben des Verbrauchs für Fahrzeugakkus tatsächlich quasi unerschöpflich.

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mobileresident 20.09.2009, 20:12
2225.

Zitat von Christer Nykopp
Das elektrisch angetriebene Auto ist mitnichten reif für eine Massenproduktion. Die heutigen E-Autos benutzen Batterien, die auf Lithium aufgebaut sind. Dabei ist Lithium kein Material, das in unbegrenzten Mengen in der Erdkruste vorhanden ist.
also unbegrenzt ist wohl gar nichts auf einem Planeten. Allerdings ist Lithium schon recht haeufig, es gibt sehr viel mehr als zB Blei, ein Metal welches wir als voellig normal betrachten, Kiloweise ist es in jeder Starterbatterie in der Welt enthalten, also in etwa 3Mrd Motorfahrzeugen. Wann haben Sie das letzte mal von einem Engpass bei Blei gehoert?
Wuerde man die Mengen an Lithium verwenden, welche heute an Blei verpulvert werden um Batterien zu bauen, so haetten sie mehrere dutzend kWh in jedem Auto, was gar nicht noetig ist.
Man redet von seltenem Lithium, wenn es um BILLIGES und EINFACH abzubauendes Metal geht, also wie in Bolivien einfach aufsammeln.
Nimmt man alles vorhandene Lithium, einschliesslich dem in Meerwasser, so sieht die Sache ganz anders aus.

Es gibt uebrigends nur einen Hersteller fuer Autobatterien welche auf Lithium basieren, 123Systems, und damit sind auch die Fahrzeuge eher duenn gesaeht. Tesla und die e-Box sind momentan die einzigsten kaeuflich zu erwerbenden Fahrzeuge.
BMW und Mercedes experementieren damit und kuendigen an, wie seit Jahren, Jahrzehnten, fuer "in 4 Jahren"

Die heute fahrenden e-Fahrzeuge fahren idR mit Blei, NiCd oder NiMh Batterien bezw seit etwa 15 Jahren stoerungsfrei und sicher mit der Zebra Batterie, hauptsaechlich aus Kochsalz.
Es ist nur so, das die Lithium Technik viel Publicity bekommt, viele Leute, vor allem solche die wenig damit zu tun haben, meinen daher, das waere die einzig verfuegbare Technologie. Gerade die Zebra aber zB, mitentwickelt von Mercedes und billig verscherbelt, haette ein riesen Potential, aber hat eben nicht den Hype. Wird ja auch nur im regulaeren Leben verwendet und funktioniert, nicht unbedingt aufregend und als Ablenkung fuer "in 4 Jahren" geeignet, vor allem wenn Mercedes diese Batterie schon VOR 12 Jahren in fuer die Serie entwickelten Fahrzeugen hatte, mit Fahrleistungen, welche die meissten heutigen LiIo Fahrzeuge nicht bringen.

mr

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Dieter 58 20.09.2009, 22:43
2226.

Zitat von
Zitat von Dieter 58 Dann sollten Sie wissen, daß die Leitungen zu den Laternen auf den Bedarf der Straßenbeleuchtung ausgelegt sind. Das Laden von mehreren kompakten Batterien würde die Kabel schlicht und einfach dahinschmelzen lassen.



Zitat von mobileresident
Ich hoffe das war als Witz gemeint. mr
Keineswegs. Das war todernst.
Die Kabel für die Straßenbeleuchtung haben den Querschnitt, der für die entstehende Belastung gerade ausreicht.
Sollten an Laternenmasten Batterien geladen werden, wären die Kabel "zu dünn"!
Daher kommen Laternenmasten für Ihre Ideen nicht in Frage!

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Dieter 58 20.09.2009, 22:54
2227.

[QUOTE=Benjamin1965;4308238Die zukuenftigen Einschraenkungen die ich sehe, betreffen eher den Individualverkehr als Ganzes. Grosse Staedte werden einfach Teile der Stadt fuer Autos unzugaenglich machen.[/QUOTE]Nun, große Städte sind für Autos im Zentrum schon unzugänglich!
Das nennt man "Fußgängerzone"
Deshalb gibt es Einkaufszentren außerhalb der Stadtgebiete mit kostenlosen Parkplätzen.
Die Einzelhändler in den Stadtzentren schließen resignierend ihre Läden....

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CMH 21.09.2009, 11:49
2228.

Zitat von mobileresident
BMW und Mercedes experementieren damit und kuendigen an, wie seit Jahren, Jahrzehnten, fuer "in 4 Jahren"
Genau wie seit Jahren und Jahrzehnten angekündigt wird, daß das Öl nur noch für 50 Jahre reicht. Also, entspannt bleiben...

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QuixX 21.09.2009, 14:12
2229.

Zitat von sysop
Bei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Die Zukunft gehört dem, der die Energie eines 60L Benzintankes in 60kg Akkumulator packt.

Das Feuerzeug hat sich durchgesetzt, weil es kleiner ist, als 500 Streichhölzer. Nicht weil der Wald geschont wird.

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