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Geplanter Raubüberfall 1966: Polizistenmörder Harry Roberts kommt nach 48 Jahren frei
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Einer der berüchtigsten Kriminellen Englands kommt frei: Der dreifache Polizistenmörder Harry Roberts wird nach 48 Jahren Haft entlassen. Die Polizei spricht von einem "Schlag ins Gesicht".

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Meconopsis 23.10.2014, 20:18
20. Unbewaffnete Bobbys

Zitat von BasilGeoffrey
Das nicht - allerdings haben Polizisten die Aufgabe, die Gesellschaft zu schützen und bringen sich daher eher in Gefahr. Dazu kommt, daß in England, Schottland und Wales Polizisten idR unbewaffnet sind und auch gewalttätigen Tätern unbewaffnet gegenüber stehen; die Strafe soll letztendlich abschrecken. Ein Rechtsstaat wägt idR Rechtsgüter ab und so kann es durchaus zu einer Ungleichbehandlung kommen. Sie möchten doch wahrscheinlich auch nicht, daß jemand der in Notwehr einen Menschen tötet gleich bestraft wird wie ein Mörder.
Zunächst mal: ich habe von Mördern geredet, niemals von Notwehrfällen. Legen Sie mir bitte nichts in den Mund, das habe ich gar nicht gerne.

Vielleicht sollten sich die Polizisten in GB mal bewaffnen, wie wollen sie denn sonst sich selbst und die Gesellschaft vor bewaffneten Kriminellen schützen ? Die laufen dort offenbar immer noch mit Bobbyhelm herum, aber unbewaffnet, quasi als folkloristische Bereicherung des Straßenbilds.

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spon-1280943165745 23.10.2014, 20:22
21.

Es wäre interessant zu erfahren ob sich der EUGH mit diesem Fall befasst hat. Meines Wissens ist es so das "lebenslänglich" eben nicht lebenslänglich bedeutet, auch diese Strafe muß für den Verurteilten eine Perspektive auf Freiheit beinhalten. Es sieht m.E. auch so aus als ob die britischen Behörden die Strafe mit allerlei Winkelzügen schon unzulässig verlängert haben. Immerhin - so ihr Artikel - gilt auch in England für Lebenslänglich eine Höchstdauer von 30 Jahren. Da sind 48 Jahre nun wirklich genug, der Mann hat nun wirklich nicht mehr viel Zeit. Dazu möchte ich noch an den Lockerby-Attentäter erinnern. Der ist, obwohl zu lebenslänglich verurteilt, schon lange wieder auf freiem Fuss.

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Newspeak 23.10.2014, 20:29
22. ...

Polizeigewerkschafter fühlen sich von der Justiz hintergangen. Dieser Mann habe kaltblütig drei Polizisten ermordet, sagte Steve White, Chef der Polizeigewerkschaft von England und Wales. Seine Entlassung sei ein "Schlag ins Gesicht".

Hört, hört. Aber als die Londoner Polizei 2005 Jean Charles de Menezes erschossen hat, eigentlich muß man sagen hingerichtet, den er konnte sich schon nicht mehr wehren und war nebenbei unbewaffnet und unschuldig...eine Verwechslung im Kampf gegen den Terror...ist da jemand in den Knast gewandert? Hat da irgendjemand von der Polizei Verantwortung übernommen? Nein, es wurde noch gelogen, über den Tathergang. Und der Verantwortliche der Metropolitan Police ist zwar irgendwann gegangen, geniesst aber heute seine stattliche Pension anstatt Wasser und Brot.

Also könnte man einfach mal schweigen.

Aber Polizisten sind fast nie zur Selbstreflexion fähig, schon gar keine Polizeigewerkschafter, sondern eben stupide Befehlsempfänger und Erfüllungsgehilfen staatlicher Macht.

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Niehen 23.10.2014, 20:35
23.

Zitat von ichsagwas
Offenbar gibt es einen zutiefst inhumanen Bodensatz in der britischen Gesellschaft. Ist ein Polizistenleben mehr wert als das eines x-beliebigen anderen Mordopfers ? Der Rechtsstaat muss in seinen Grundsätzen immer mit gleichem Maß messen, sonst wird es ein Polizeistaat oder ein Land, in dem der Mob regiert.
schon mal die Augen aufgemacht? Auch bei uns wird ein "polizistenmord" ganz anders behandelt.

Oder beleidigen Sie mal eine Kassierein. Funktioniert. Du bist ja Kunde. Aber beleidige mal einen X-beliebigen Verwaltungsbeamten. Dann haste ne Anzeige am Hals.

Der Mensch hört nicht bei Krankenversicherung und Pension auf, verschieden zu sein.

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matrix1977 23.10.2014, 20:52
24. pfui

Unfug! Ein Mann der 48 Jahre im Gefängnis gesessen hat wird seine Taten sicher bereut haben und ausserdem erwartet ihn das Gericht nach dem Tod auch noch ....
Er hat sein ganzes Leben bereits gelitten für das was er getan hat....er hat auf alles Schöne verzichten müssen, gebt ihm die Freiheit noch eim paar Jahre "leben" zu dürfen, auch wenn er damals grausam handelte.

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pauschaltourist 23.10.2014, 20:57
25.

Zitat von jogi1709
der Polizeigewerkschaft . Ist es schlimmer , einen Polizisten zu ermorden als einen Zivilisten , dessen Mörder ja wohl nach einer gewissen Zeit freikommt ? Wohl kaum . Beides ist ein Verbrechen mit dem Unterschied, dass ein Polizist berufsbedingt ein erhöhtes Risiko eingeht.
Der Staat in Form von Gesetzgebung und Rechtsprechung wäre unklug beraten, würde er die Verteidiger desselben nicht in besonderer, generalpräventiver, Form schützen.

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lunja001 23.10.2014, 21:21
26. Tolles Thema

Zum erstens: es ist immer schlimm, wenn ein Mensch getötet wird? Zum zweiten: die Kriminalität in England war schon immer höher als bei uns. Zum dritten: die Empörung kommt vom Mainstream gefördert von der engl. Polizei! Hallo, das war 1966! Das englische Volk hat andere Probleme über das es sich aufregt.

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Bärthold 23.10.2014, 21:28
27. Unterschied?

Zitat von divo1969
Schön das Ihnen bei diesem Thema nach Scherzen zumute ist. Sollte der betrunkene Autofahrer mit der festen Absicht Ihre Frau zu ermorden, diese Tat begangen haben, dann sollte er unbedingt im Gefängnis "schimmeln". Wie kommen Sie überhaupt darauf, das ich es für ein Kavaliesdelikt halte, oder Polizisten für höherwertig? Ich denke wer anderen das Recht auf ihr Leben abspricht, sollte sei eigenes nicht mehr genießen dürfen.
Und wo ist jetzt für mich als leidendem Angehörigen genau der Unterschied zwischen fahrlässiger Tötung und Mord? Oder ist mein Leid weniger wert, weil es ja ein Vershen war.
Wer vom lebenslänglichen Leid der Opferangehörigen und den daraus resultierenden drakonischen Strafen schwadroniert (die Forderung nach Todesstrafe unterstelle ich ausdrücklich nicht), möge bitte konsequent zu Ende denken. Und da landet man dann bei meinem zynischen Vorschlag.
Den betrunkenen Autofahrer verwende ich in diesem Zusammenhang sehr gerne, weil ich hier die billigende Inkaufnahme von Toten und Verletzten seitens des Versursachers unterstelle.

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TomTheViking 23.10.2014, 21:31
28. nein dieser Mann darf in meinen Augen nicht heraus

Es war ein Polizistenmord - der noch kurz vor 1966 garantiert die Todesstrafe nach sich zog.

Und deshalb konnte die Polizei in Großbritannien ihre Arbeit ohne Schusswaffen verrichten.

Nun Heute wo der Tod von Fanatikern in Kauf genommen wird (siehe Kanada) würde dies auch nicht weiter helfen.

Aber irgendwer hat diese religiösen Fanatiker ins Land gelassen.

Und so ist es besser wenn Polizisten Schusswaffen haben.

Aber die Entwicklung ist schon traurig und Ja ein Exempel das Grenzen zeigt ist schon in Ordnung.

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oldmax 23.10.2014, 21:31
29. Shitstorm

Ich nehme in Kauf, dass ein Shitstorm über mich hereinbrechen wird! Aber ein Fazit aus vielen Kommentaren kann gezogen werden: 1.das Bibelzitat "Auge um Auge" (altes Testament) hat nach wie vor seine Berechtigung. 2.ob die Abschaffung der Todesstrafe wirklich das Gelbe vom Ei ist, kann sehr wohl hinterfragt werden. Ebenso 3. "moderner Staat" versus die Angehörigen der Opfer !

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