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Gerichtshof für Menschenrechte: Italien muss Opfer von häuslicher Gewalt entschädigen
DPA

In Italien ging ein Mann auf seine Frau los - und erstach den zu Hilfe eilenden Sohn. Nun urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte: Die Behörden hätten das verhindern müssen.

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werner-brösel 02.03.2017, 13:19
1. Sicherlich auch

interessant unter dem Aspekt, daß in Russland die Verfolgung häuslicher Gewalt gerade aufgeweicht worden ist.

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nichtsalsverdrus 02.03.2017, 13:25
2. 40.000?

40.000 € sind wohl ein Witz? Da fehlt doch mindestens eine Null. Insofern sind auch die EU-Richter deutlich zu kurz gesprungen.

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omanolika 02.03.2017, 13:26
3. Unbezahlbares Zeichen

Häußliche Gewalt ist ein gewaltiger Missstand,
und leider ziemlich ausgeprägt in manchem Land,
daher ist es gut, dass Gerichte sich so trauen,
ja genau auf dieses "Tabuthema" zu schauen!

40.000 Euro können zur Wiedergutmachung natürlich nie reichen,
aber unbezahlbar ist, das damit vom Gerichtshof gesetzte Zeichen....

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watch15 02.03.2017, 13:30
4. Na dann können wir hier in Deutschland gleich weitermachen

Ein Staatsanwalt möchte einen jungen Mann zur Behandlung in eine geschlossene Abteilung einer Nervenklinik einweisen. Der Gutachter hält dies jedoch für nicht notwendig ... er kann sich ja auch so behandeln lassen. Nun ersticht dieser junge Mann in seinem Wahn zwei Menschen ... so der jüngsten, aktuellen Nachrichtenlage zu entnehmen. "Die Behörden" ... "Der Staat" ... nennen wir die Verantwortlichen doch einmal beim Namen und holen sie raus aus der Anonymität und zieht sie für Fehlentscheidungen zur Verantwortung!

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wolf76 02.03.2017, 13:52
5. Opfer meist Frauen

So schlimm dieser Einzelfall auch ist, mich stört die stetige Verallgemeinerung, die das Bild vom schlagenden Mann und der hilflosen Frau zementiert.
Gerade bei häuslicher Gewalt, gibt es doch nun schon genügend Untersuchungen, die Belegen, dass diese pauschale Aussage falsch ist. Richtig ist, dass Frauen häussliche Gewalt viel häufiger zur Anzeige bringen und so solche Statistiken entsehen. Das verzerrt aber die Realität.
Jeder Mann, der bei häuslicher Gewalt die Polizei ruft, läuft Gefahr selbst per Gewaltschutzgesetz vor die Tür gesetzt zu werden. Ein Mann als Opfer gibt es nicht.

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schillers_locke 02.03.2017, 14:05
6.

Richtige Entscheidung. Polizisten dürfen Opfern weder glauben noch an deren Aussage zweifeln. Sie müssen die Aussagen ernst nehmen und das tun, was ihre Pflicht ist - ermitteln.

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ArRah 02.03.2017, 14:09
7.

Zitat von watch15
Ein Staatsanwalt möchte einen jungen Mann zur Behandlung in eine geschlossene Abteilung einer Nervenklinik einweisen. Der Gutachter hält dies jedoch für nicht notwendig ... er kann sich ja auch so behandeln lassen. Nun ersticht dieser junge Mann in seinem Wahn zwei Menschen ... so der jüngsten, aktuellen Nachrichtenlage zu entnehmen. "Die Behörden" ... "Der Staat" ... nennen wir die Verantwortlichen doch einmal beim Namen und holen sie raus aus der Anonymität und zieht sie für Fehlentscheidungen zur Verantwortung!
Man kann den Fall skandalös finden, noch viel skandalöser und gefährlicher ist ihr Vorschlag.
Zunächst mal liegt der Fall komplett anders als der Fall in Italien. Die Italienischen Behörden haben die Frau ignoriert und den Fall nicht ernst genommen. So etwas hatten wir auch vor kurzem in Deutschland als ein Polizist einen Notruf nicht ernst genommen hat und dann schmerzensgelt an das Opfer zahlen musste. Beim Fall in Italien scheint dieses ignorieren jahrelang und systematisch erfolgt zu sein. Somit ist der Staat verantwortlich zu machen, der es der Frau nicht ermöglicht hat, den ihr zustehenden Schutz in Anspruch zu nehmen. Zusätzlich sind natürlich auch "die Verantwortlichen" zur Rechenschaft zu ziehen, entweder vor Gericht, wenn diese wirklich das Gesetz gebrochen haben oder zumindest dienstaufsichtlich/arbeitsrechtlich. Dafür ist aber vermutlich nicht der EGMR zuständig.
In dem Fall in Deutschland haben sich offensichtlich die Behörden gekümmert. Es ist sogar zu einem Verfahren gekommen, das Urteil ist nur in der Rückschau das falsche gewesen. Somit ist zunächst nicht der Staat verantwortlich zu machen, er hat sich der Sache angenommen. Die "Verantwortlichen" also vermutlich Gutachter und Richter sind selbstverständlich auch nicht "verantwortlich" zu machen, sofern ihnen nicht strafrechtlich relevantes Fehlverhalten nachzuweisen ist. Wenn der Gutachter seine Entscheidung nach geltenden wissenschaftlichen Standards begründen kann und der Richter nach geltendem Recht geurteilt hat und beide dabei gewissenhaft und sorgfältig vorgegangen sind, dann haben sie ihren Job gut gemacht. Natürlich muss man versuchen zu verstehen wo hier Fehler passiert sind und diese dann auch entsprechend abstellen und evtl. auch bestrafen.
Die Einstellung die aus ihrem Beitrag spricht, ist die die damals dazu geführt hat, dass Seismologen in Italien ins Gefängnis kamen, da sie ein Erdbeben nicht vorhergesehen haben. Außerdem würde es dazu führen, dass Gutachter niemandem mehr eine gute Prognose ausstellen würden. Es ist genau umgekehrt: Wenn der deutsche Staat so vorgehen würde, dann würde er vom EGMR landen und zwar zu Recht.

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neurobi 02.03.2017, 14:11
8.

Italien ist das Land in Europa, dass die größten Gegensätze aufweist.

Ein moderner wirtschaftlich und kulturell hochentwickelter Teil im Norden und ein fast schon mit arabischen Verhältnissen rückständiger Süden.
Dort im Süden herrschen kriminelle Clanstrukturen und ein Ehrbegriff der sonst eher in Libanon als im Rest Westeuropas anzutreffen sind.

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Boone63 02.03.2017, 14:22
9. Falsche Entscheidung

Wer ins große Rußland schaut der sieht was richtig ist.
Putin kann nicht irren und wir alle wissen dass die Russen die guten sind und die Amerikaner die Bösen.
Daher kann man diese Entscheidung nur bedauern.
Typisch Westen und seine fatale falsche Einstelluing.

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