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Gerichtsurteil: Belegschaft streikte gegen Sexualstraftäter - zu Unrecht
DPA

Marcel B. ist ein verurteilter Sexualstraftäter. Seine Kollegen haben sich gegen ihn gestellt, sein Arbeitgeber hat ihm schon dreimal gekündigt. Doch der Mann wehrt sich gegen den Rausschmiss - bislang mit Erfolg.

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Hilfskraft 24.04.2014, 18:22
1. das Urteil ...

Zitat von sysop
Marcel B. ist ein verurteilter Sexualstraftäter. Seine Kollegen haben sich gegen ihn gestellt, sein Arbeitgeber hat ihm schon dreimal gekündigt. Doch der Mann wehrt sich gegen den Rausschmiss - bislang mit Erfolg.
... ist für mich nachzuvollziehen.
Der Mann hat seine Strafe verbüßt. Ihm ist jetzt nichts mehr vorzuwerfen. Jeder würde dies für sich in Anspruch nehmen.
Wenn sich die Kollegen gegen ihn stellen, kommt das einem Mobbing gleich und ist Unrecht. Eine Strafe nach der Strafe.
Man könnte sich als Kollege auch neutral verhalten.
Wenn der Arbeitgeber ihm kündigt, dann wohl wegen des gestörten Betriebsfriedens.
Da nicht er, sondern die Kollegen im Grunde den Betriebsfrieden durch ihr Verhalten stören, gehört eigentlich denen gekündigt.
Klingt vielleicht für viele paradox, entspricht aber auch meiner Laien-Rechtsauffassung.

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makromizer 24.04.2014, 18:31
2.

Zitat von sysop
"Die Belegschaft hat das außerdienstliche Verhalten nicht zu bewerten und die Resozialisierung nicht mit Füßen zu treten", sagt Meyer.
Der Mensch hat gezeigt, dass er nicht nur pädophile Neigungen verspürt (wofür man im Zweifelsfall niemandem einen Vorwurf machen kann), sondern auch keine Hemmungen davor hat, die Befriedigung dieser Neigungen über so ziemlich alle Rechte eines ihm schutzbefohlenen Menschen zu stellen.
Solch ein Verhalten ist dermaßen verachtenswert, solange nicht klar davon ausgegangen werden kann, dass der Täter eindeutig zu einem anderen Menschen geworden ist, würde ich mich auch mit Händen und Füßen dagegen wehren, mit so einem Menschen zusammen arbeiten zu müssen.
Ich bin ein großer Anhänger von Resozialisierung, aber bei solch einer schweren Straftat bereits nach wenigen Monaten von solch einem Prozess zu sprechen, halte ich für ziemlich deplaziert.

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Edgard 24.04.2014, 18:33
3. Das was diese...

....möglicherweise aufgehetzte Meute da tut ist schlicht Mobbing und Selbstjustiz -und das ist mit allen Mitteln zu unterbinden.
Mich wundert nicht daß in Bremerhaven ultrarechte Parteien immer wieder viele Stimmen ziehen.

"Der Betriebsrat billigte das Verhalten der Belegschaft, ein Mitglied der Arbeitnehmervertretung ließ sich mit den Worten zitieren, ein "Kinderschänder hat für mich keine Berechtigung, draußen rumzulaufen". ..."

Was gibt diesem Betriebsrat das Recht dazu? Im Gegenteil! Marcel B. ist Belegschaftsmitglied und hat ein Recht auf Schutz vor Mobbing -auch und grade vom Betriebsrat! Interessantwäre wohl was die dort vertretenen Gewerkschaften zu dem Fall sagen...

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angnaria 24.04.2014, 18:33
4. aber die

Kindesmutter darf sich schon von ihm scheiden lassen oder verstößt das vielleicht auch gegen die Rechte des Täters?
Unfassbar, unfassbar, unfassbar.

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bluejuly 24.04.2014, 18:42
5.

Zitat von Edgard
....möglicherweise aufgehetzte Meute da tut ist schlicht Mobbing und Selbstjustiz -und das ist mit allen Mitteln zu unterbinden. Mich wundert nicht daß in Bremerhaven ultrarechte Parteien immer wieder viele Stimmen ziehen. "Der Betriebsrat billigte das Verhalten der Belegschaft, ein Mitglied der Arbeitnehmervertretung ließ sich mit den Worten zitieren, ein "Kinderschänder hat für mich keine Berechtigung, draußen rumzulaufen". ..." Was gibt diesem Betriebsrat das Recht dazu? Im Gegenteil! Marcel B. ist Belegschaftsmitglied und hat ein Recht auf Schutz vor Mobbing -auch und grade vom Betriebsrat! Interessantwäre wohl was die dort vertretenen Gewerkschaften zu dem Fall sagen...
Hm....bei allem Respekt vor ihrer (sicherlich richtigen) Meinung, aber vielleicht würden sie die Dinge etwas anders sehen, wenn sie (möglicherweise sogar als Vater/Mutter) mit so jemandem zusammenarbeiten würden. Klar das es im Betrieb immer zu Reibungen kommt, aber ich würde auch eher kündigen, als das ich gezwungen wäre mit so jemandem 8 Stunden pro Tag zu arbeiten. Klar das das Arbeitnehmerrecht auch für ihn gilt, das die anderen Mitarbeiter damit unzufrieden sind sollten sie aber vielleicht etwas vorsichtiger beurteilen, anstatt hier gleich "Mobbing" zu schreien.

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Privatier 24.04.2014, 18:43
6. Die Lösung: Das Landesarbeitsgericht Bremen schafft eine Planstelle für den Kläger,

Zitat von sysop
Marcel B. ist ein verurteilter Sexualstraftäter. Seine Kollegen haben sich gegen ihn gestellt, sein Arbeitgeber hat ihm schon dreimal gekündigt. Doch der Mann wehrt sich gegen den Rausschmiss - bislang mit Erfolg.
...der damit endlich im Kreis überaus verständnisvoller Mitarbeiter und Kollegen angekommen und willkommen sein dürfte.

Unsere Justiz sollte diese seltene Chance nutzen zu beweisen, wie aufrecht, geschlossen und selbstüberzeugt man hinter seinen eigenen Urteilen stehen kann.

Finanziert wie üblich - von der Gemeinschaft der Deutschen Steuerzahler.

MfG

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Argentinien_Holdout 24.04.2014, 18:46
7. Mobbing

Lasst ihn arbeiten. Der Mann hat seine Strafe verbüßt.

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twister-at 24.04.2014, 18:50
8. Gibt es Bremerhaven keine anderen Ex-Knackis?

Falls die Herren dort nicht mit einem zu resozialisierenden Herrn zusammenarbeiten wollen und meinen, in zeiten der grassierenden Arbeitslosigkeit ihren Job aufs Spiel zu setzen wäre sinnig, dann wäre es halt praktisch, eifnach zu sagen "sorry, Leute, ihr kennt die Urteile - entweder wir zahlen den Typ endlos, ohne dass er hier arbeitet oder er arbeitet hier. Und außerdem sind wir hier noch die Chefs". Wer da dann nicht arbeiten wil, der kann gerne Abmahnung, Kürzung und Rausschmiss riskieren. Es werden sich sicher, falls niemand sich sonst findet, auch dankbare andere Ex-Gefängnisinsassen finden, die dankbar für eine Chance wären und denen es egal ist, wass Herr B. getan hat _weil sie nämlich froh wären, überhaupt einen Job zu finden_. Die Firma könnte dann mit gelebter Resozialisierung punkten.

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einzpunktnull 24.04.2014, 18:53
9.

Liberalität hört auf, wenn es vor der eigenen Haustür passiert.
Das Urteil ist aus juristischer Sicht für mich klar. Doch es gibt immer noch eine moralische Sicht der Dinge die die Belegschaft hat. Ich kann mir vorstellen das viele Forumschreiber hier eine andere Sicht hätten wenn sie wüssten das ein Sexualstraftäter neben ihnen arbeitet. Ich Persönlich kann mich in diesem Fall als Mensch, Gewerkschafter und Betriebsratsmitglied jedenfalls nicht klar positionieren!

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