Forum: Panorama
Gerichtsurteil: Belegschaft streikte gegen Sexualstraftäter - zu Unrecht
DPA

Marcel B. ist ein verurteilter Sexualstraftäter. Seine Kollegen haben sich gegen ihn gestellt, sein Arbeitgeber hat ihm schon dreimal gekündigt. Doch der Mann wehrt sich gegen den Rausschmiss - bislang mit Erfolg.

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Borke 24.04.2014, 20:39
40. Nein, der Täter hat die Strafe nicht verbüsst!

Zitat von Hilfskraft
... ist für mich nachzuvollziehen. Der Mann hat seine Strafe verbüßt. Ihm ist jetzt nichts mehr vorzuwerfen.

Erstens: Nein! Der Mann hat die Strafe nicht verbüsst, sondern ist Freigänger.

Zweitens: Mit Ihrer Argumentation, nach der jeder nach (angeblicher) Verbüssung der Straftat rehabilitiert sein, könnte man den Täter ja auch als Kindergärtner einstellen.

Bei einer derartigen Straftat ist man eben nicht automatisch rehabilitiert. Wenn dem so wäre, könnte auch kein Arbeitgeber mehr ein poliz. Führungszeignis verlangen und auf dessen Grundlage Bewerber ablehnen, da (wenn Ihre Argumentation stimmen würde) dann ein Fall von Diskriminierung vorliegen würde.

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Vex 24.04.2014, 20:39
41. ist doch kein Problem

Die Lösung ist doch sehr einfach ... wenn die Belegschaft den Kläger nicht akzeptiert soll sie als gesamtes sein Gehalt übernehmen so das er freigestellt werden kann und das Mobbing aufhören kann.

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Midgard_ 24.04.2014, 20:51
42. Ob es allein die Straftaten sind?

Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich nur das "außerdienstliche Verhalten ist, was die Belegschaft aufbringt - auch wenn Hafenarbeiter vielleicht eher einfach gestrickt sein mögen.
In meinem Betrieb (1.200 Mitarbeiter) wurde ein "Mörder" nach der Haftentlassung resozialisiert (er hatte als junger Mensch bei einem Einbruch Schmiere gestanden und sein Komplize hat einen auftauchenden Wachmann getötet).
Natürlich wurde auch mal getuschelt, aber der Mitarbeiter war freundlich, kollegial und hat seine Arbeit gut gemacht. Ob man das im zitierten Fall auch sagen kann? Über sein dienstliches Verhalten habe ich nichts gelesen ...
Übrigens: in den ach so freien liberalen Staaten werden Straftäter im Internet gelistet und beim Zuzug das Wohnviertel informiert -auch da scheint nicht zu klappen, daß eine Tat nach der Strafe erledigt ist ;-)

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langenscheidt 24.04.2014, 20:52
43. Ein Unternehmen stinkt immer zuerst am Kopf

Hier muss das Unternehmen gesetzliche Bestimmungen durchsetzen. Arbeitsniederlegungen aus niederen Beweggründen - in diesem Fall sogar aus nichtigen Gründen - sind konsequent zu bestrafen. Der Betriebsfrieden wird durch solche Aktionen nicht nur gefährdet sondern auch Umsatz, Gewinn, Märkte und Kunden.
Wenn die Mitarbeiter von Eurogate Richter sein wollen, müssen sie kündigen bei Eurogate und eine juristische Laufbahn einschlagen.
Wer weiss ob nicht ein noch nicht identifizierter Massenmörder bei Eurogate arbeitet. Wird dann im Nachgang die Arbeit niedergelegt, weil man nicht schon früher den Massenmörder gefasst habe?
Man muss froh sein, nicht bei Eurogate zu arbeiten, wenn eine Belegschaft anfängt Unterschriften zu sammeln, um einen Mitarbeiter loszuwerden. Und das Unternehmen unterstützt dies tatkräftig. Ich denke, Eurogate muss in seiner eigenen Führungsetage frische Luft rein lassen. Ein Unternehmen stinkt immer zuerst am Kopf.

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GoBenn 24.04.2014, 21:00
44. Artikel gelesen?

Zitat von mermaid2012
Aber nein, so ist er erst einmal - bei vollen Bezügen - freigestellt. Wie schön für ihn! :-)
Hier laufen die Fantasien wieder frei. Im Artikel steht deutlich: "...er bleibt ohne Bezüge freigestellt."

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thunderstorm305 24.04.2014, 21:03
45. Auch eine weitere Kündigung wird nichts ändern!

Die Faktenlage ist hier eindeutig. Da kann das Unternehmen noch so viele Kündigungen schreiben. Niemand kann sich über Recht und Gesetz stellen. Auch die Mehrheit der Belegschaft nicht.
Das Unternehmen und vor allem der Betriebsrat müssen hier umdenken. Es darf nicht sein, dass sich die Arbeitnehmervertretung gegen den gemobbten Arbeiter stellt. Und warum sollte man nicht mit diesem Arbeiter zusammen arbeiten? Hat man etwa Angst davor, dass er die anderen Arbeiter missbrauchen würde?

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quabah 24.04.2014, 21:11
46. Resozialisierung

Zitat von makromizer
Der Mensch hat gezeigt, dass er nicht nur pädophile Neigungen verspürt (wofür man im Zweifelsfall niemandem einen Vorwurf machen kann), sondern auch keine Hemmungen davor hat, die Befriedigung dieser Neigungen über so ziemlich alle Rechte eines ihm schutzbefohlenen Menschen zu stellen. Solch ein Verhalten ist dermaßen verachtenswert, solange nicht klar davon ausgegangen werden kann, dass der Täter eindeutig zu einem anderen Menschen geworden ist, würde ich mich auch mit Händen und Füßen dagegen wehren, mit so einem Menschen zusammen arbeiten zu müssen. Ich bin ein großer Anhänger von Resozialisierung, aber bei solch einer schweren Straftat bereits nach wenigen Monaten von solch einem Prozess zu sprechen, halte ich für ziemlich deplaziert.
Der Ansatz kann doch, da seine Verbrechen im Betrieb allgemein bekannt sind, nur sein darüber zu sprechen, was dieser Arbeitnehmer tut, um nicht wieder straffällig zu werden. Das wäre auch ein Ansatz für den Arbeitgeber zwischen dem Arbeitnehmer und der Belegschaft zu vermitteln. Und man sollte doch auch froh sein, dass dieser Mensch in einem Bereich arbeitet in dem er keinerlei Kontakt mit Kindern hat, besser er arbeitet als Hafenarbeiter, als als Eisverkäufer.

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Berliner Fragensteller 24.04.2014, 21:25
47. Fragen - Danke für fundierte Antworten

Mir ist der Ablauf nicht ganz klar:
1) Hat Marcel B. schon vor seiner Verurteilung für Eurogate gearbeitet? Fast scheint mir das der Fall zu sein...
2) Falls die Antwort zu 1 "ja" ist: Ist ein Arbeitgeber in Deutschland rechtlich verpflichtet einen verurteilten Straftäter, der aufgrund einer Haftstrafe seiner Tätigkeit nicht nachgehen kann, im Vertragsverhältnis zu behalten, oder hätte Eurogate zu dem Zeitpunkt kündigen können und hat das bloß verpasst?

Vielen Dank für fundierte Hinweise!

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mr.zynisch 24.04.2014, 21:32
48. Das Strafmaß

ist, wie einige schon angemerkt haben, viel zu kurz (oder wie ist das mit dem "Freigänger"? das wird mir nicht ganz klar) aber man sollte ihm, wenn er seine Strafe tatsächlich verbüsst hat, eine 2. Chance geben (bei der kath. Kirche funktioniert das doch auch..)

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sir.viver 24.04.2014, 21:36
49. Vorschlag zur Güte

Zitat von sysop
Marcel B. ist ein verurteilter Sexualstraftäter. Seine Kollegen haben sich gegen ihn gestellt, sein Arbeitgeber hat ihm schon dreimal gekündigt. Doch der Mann wehrt sich gegen den Rausschmiss - bislang mit Erfolg.
Sollten doch zuerst einmal all die diese, die sich über diesen Vorgang empören mit gutem Beispiel voran gehen und dem Sexualstraftäter eine Chance geben und ihn integrieren indem sie ihn den Vertrauensvorschuss geben und ihn als Babysitter zuhause einladen.

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