Forum: Panorama
Germanwings-Absturz: Co-Pilot war vor Jahren wegen Suizidgefahr in Behandlung
REUTERS

Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine war vor Erwerb des Pilotscheins mit vermerkter Suizidalität in psychotherapeutischer Behandlung. Das teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit.

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Adlhoch 30.03.2015, 16:33
50. keine Versicherung - aber Pilot

Bei jedem Versicherungsantrag muss man sprichwörtlich "die Hosen runterlassen" (-> Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht). Aber als Pilot...
Mit einer psychotherapoltischen Behandlung, erst recht vor dem Hintergrund der Suizidgefahr, bekommt an keinerlei Lebens- und Gesundheitsversicherungen mehr. Sicherlich ist man auch dauerhaft in irgendwelchen Sperrdateien gelistet (auch wenn diese immer verleugnet werden). Scheinbar darf man als Pilotenanwärter all das ausser acht lassen. Polizeiliche Führungszeugnisse werden angefordert, aber medizienische Vorbelastungen mit dem Verweis auf die Schweigepflicht der Ärzte nicht ???

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chico 76 30.03.2015, 16:33
51. Schlechter Vergleich,

Zitat von fuxxifux
Doch nicht auszudenken, z.B. jemand an den Schalthebeln eines Atomkraftwerks hätte mit sich und der Welt abgeschlossen...
da weltweit an den Schalthebeln von Atomkraftwerken immer mehrere Personen anwesend sind.
Ausserdem könnte ein lebensmüder alleine nicht die Sicherheitsautomatik überwinden.
Die Zwei-Mann-Regel dürfte bei Flugzeugen derartige Vorkommnisse auch verhindern.

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carlitom 30.03.2015, 16:33
52.

Zitat von twda1967
Kein Hinweis auf eine akute Erkrankung, kein tragfähiges Motiv, nichts. Ich bin kein Jünger irgendwelcher Verschwörer oder sonstiges, aber ähnlich wie bei MH 370 wird der Cockpitbesatzung etwas zugeschrieben, ohne dass es dafür einen eindeutigen Beleg gibt. Einfach, praktisch, aber richtig ?
Naja, der Vergleich hinkt ja wohl. HIER gibt es einen ganzen Haufen Hinweise und Belege. Dass Ihnen das nicht reicht, ist Ihr Problem. Aber abstreiten, dass wirklich alles auf den Co-Piloten hinweist und nichts auf was anderes, können auch Sie nicht.

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mundi 30.03.2015, 16:35
53. Flugzeug und Kernkraftwerk

Zitat von Topf Gun
Jetzt wirds für die Fluggesellschaft langsam brenzlig. Wenn das alles stimmt, was man über diesen Idioten so alles liest, fragt man sich, wie lasch die Einstellungskriterien und -überprüfungen als Pilot sind.... ist ja unglaublich.
Jeder Staat hat mindestens 2 Geheimdienste:
Einen Geheimdienst für die innere Sicherheit und einen gegen die Bedrohung von Außen.
Zusätzlich gibt es noch Dienste, die nach Drogen fahnden, Präsidenten bewachen und sich für die Sittlichkeit sorgen.

Gegen Bedrohungen von Außen haben sich Fluggesellschaften mit Technik und Personal gesichert. Zusätzlich nutzen sie noch staatliche Einrichtungen.

Für die innere Sicherheit wird praktisch wenig getan. Medizinische Prüfungen, die periodisch stattfinden, setzen voraus, dass man grundsätzlich mit "guten" Menschen zu tun hat.
Der Arbeitgeber verfügt sonst, aus eigener Ermittlung, über keinerlei Daten der Arbeitnehmer.
Hier sollte vielleicht in einer solchen sicherheitsrelevanten Branchen wie Luftfahrt oder Kernkraftwerke nachgebessert werden.

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Adlhoch 30.03.2015, 16:36
54. Entbindung von der Schweigepflicht

Zitat von olli118
Einfache Lösungen, sowas in der Zukunft zu verhindern, wird es sicher nicht geben.
Doch, wie bei vielen Versicherungsanträgen: Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht...

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carlitom 30.03.2015, 16:36
55.

Zitat von charlie1111
Wenn man wollte, könnte man mit Sicherheit aus den Aufnamen auch eine andere Indizienkette aufbauen.
Nein, könnte man nicht. Auch wenn man noch so sehr wollte.

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ohgottogott 30.03.2015, 16:39
56. Schuldfeststellung a la Forum

Ist schon toll, wieviele "Experten" sich hier versammeln, um sogleich amtlich festzustellen, das natürlich jetzt erst Recht die Lufthansa SCHULD sein muss. Weil die LH das ja gewusst haben muss.... woher eigentlich genau ?

Könnte jemand der Schuldverteiler unter den Vorpostern das mal bitte genau aufschlüsseln ?
Oder ist das bei euch der vordere Teil von "Keine Ahnung, aber eine Meinung" ?

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Berg 30.03.2015, 16:46
57.

Zitat von bauagent
Ich lese den Text so, dass Andreas L. vor seiner Ausbildung einmal in psychiatrischer Behandlung war, die mit dem vorläufigen Attest endete, dass er suizidgefährdet sein könnte. Dass man durch Wortverdrehungen immer noch vermeidet .....
Wenn schon von "Wortverdrehungen" die Rede ist: bei soviel juristischer Genauigkeit müssten die Begriffe "krankgeschrieben" und "Krankenschein" weggelassen werden. Dieser Schein heißt Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (BAU), wie jede Sprechstundenhilfe weiß. Und wenn ein Arzt einem Piloten bescheinigt, dass er arbeitsunfähig ist, dann darf er nicht für Flüge eingesetzt werden, denn das ist seine Arbeit, zu der er nicht fähig ist - egal, welche Krankheit vorliegt.

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Mimimat 30.03.2015, 16:47
58. Hmmm.

Zitat von ferdi111
... Hier können suizid gefährdete Menschen wann immer sie wollen oder "müssen", sich selber und andere umbringen, weil sie es gar nicht angeben müssen und der Arbeitgeber kein RECHT hat, dies zu erfahren! Der Schutz für psychisch Kranke geht vor - koste es, was es wolle!....
Nehmen wir mal an, die Schweigepflicht wird aufgehoben. Was dann? Wie würde ein Suizidgefährdeter dann handeln? Würde er sich bei dem Arzt seines Vertrauens noch aussprechen oder würde er lieber schweigen und unbehandelt den Rest seines Lebens verbringen? Und wie viele erweiterte Selbstmorde gäbe es DANN? Mehr oder weniger? Was denken sie?

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lemmy 30.03.2015, 16:47
59. Ärztliche Schweigepflicht

Grundsätzlich müsste mal darüber nachgedacht werden, ob man die bestehenden juristischen Ausnahmeregelungen zur ärztlichen Schweigepflicht überarbeitet und konkretisiert. Ich glaube, bislang gibt es da nur eine "darf-Regelung" im Bereich des Notstandes bzw. Notsituation, siehe hierzu § 34 STGB, jedoch keine Pflicht. Dazu habe ich kürzlich ein Interview mit einem Luftfahrtexperten gehört. Der meinte, die behandelnden Ärzte "müssen" bei bestehendem Suizid-Verdacht eines Piloten zumindest das Bundesluftfahrtamt in Kenntnis setzen und diese wiederum die Fluggesellschaft, sprich Arbeitgeber, Stichwort "unfit to fly".
Vermutlich bezog er sich auf die Regelungen in § 138 STGB. Hier besteht sogar eine Anzeigepflicht, wenn eine schwere Straftat unmittelbar bevorsteht.
Es bleibt zunächst abzuwarten inwieweit die Staatsanwaltschaft im vorliegenden Fall weitere Informationen publik macht und ob es da tatsächlich Versäumnisse gegeben hat.

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