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Germanwings-Absturz: Lufthansa drängt Hinterbliebene zu Klage-Verzicht
DPA

Wir übernehmen weiter die Kosten für Ihre Psychotherapie - wenn Sie uns nicht verklagen. Mit diesem Angebot sorgt die Lufthansa für Empörung bei Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes.

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unglaeubig 23.12.2017, 20:12
1.

Mir stellt sich hier die Frage, wessen Vorgehen moralisch zu beanstanden ist. Die Lufthansa bezahlt freiwillig Leistungen und muss sich in unserem verqueren Rechtssystem selbstverständlich absichern, damit dieses nicht als Schuldeingeständnis gegen sie eingesetzt wird.
Die Angehörigen suchen sich den Klagestandort USA mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten aus, weil dort höhere Schadensersätze zu erwarten sind und versuchen das Maximum aus dem Verlust eines Angehörigen herauszuholen...

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klarafall 23.12.2017, 20:30
2. @ungläubig (Post #1)

"und versuchen das Maximum aus dem Verlust eines Angehörigen herauszuholen". Es ist nicht ein "Verlust", sondern "Mord". Und dieser wäre vermeidbar gewesen, wenn man nicht einen Irren ans Steuer einer Verkehrsmaschine gelassen hätte. Eine Entschädigung in Millionenhöhe pro Opfer wäre das mindeste, was Lufthansa leisten müsste.

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dasfred 23.12.2017, 20:36
3. Was müssen Menschen fühlen, die ihre Angehörigen durch einen Selbstmordattentäter auf der Autobahn verloren haben

Für die Trauer der Hinterbliebenen gilt mein vollstes Mitgefühl. Aber für dieses Geschacher um Geld, nur weil der Pilot einen reichen Arbeitgeber hatte fehlt mir jedes Verständnis. Da werden Zusammenhänge konstruiert um sich an Entschädigungen, wie sie oft in den USA ausgehandelt werden zu bereichern. Man stellt sich auf den Standpunkt, das schicksalhafte Ereigniss wäre voraussehbar gewesen obwohl tausende Ereignisse, die mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit eintreten können völlig akzeptiert werden. Mit Trauerarbeit hat das nichts mehr zu tun. Einen nahen Verwandten zu verlieren kann jeden jederzeit treffen und die Folgen müssen nun mal erduldet werden. Es mutet schon fast an, als ob die Toten hier höchstpreisig vermarktet werden. Wenn ich an die vielen Hinterbliebenen denke, die ihren Verlust ohne jede Hilfe tragen müssen, dann sind die Kläger hier schon privilegiert. Mit Trauerarbeit und Moral hat das nix mehr zu tun.

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xvxxx 23.12.2017, 20:48
4.

Zitat von unglaeubig
Mir stellt sich hier die Frage, wessen Vorgehen moralisch zu beanstanden ist. Die Lufthansa bezahlt freiwillig Leistungen und muss sich in unserem verqueren Rechtssystem selbstverständlich absichern, damit dieses nicht als Schuldeingeständnis gegen sie eingesetzt wird. Die Angehörigen suchen sich den Klagestandort USA mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten aus, weil dort höhere Schadensersätze zu erwarten sind und versuchen das Maximum aus dem Verlust eines Angehörigen herauszuholen...
Vielleicht ist es eher so, dass unsere Schadensersatz und Schmerzensgeldregularien so mies sind, dass man verzweifelt zu jedem Strohhalm greift.
2 Jahre Psychotherapie... sehr toll . Armselig.

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conrath 23.12.2017, 20:58
5. Die Untersuchung des Unglücks. ..

...ist nicht so erfolgt, wie es Standard ist. Die BFU ist von den frz. Behörden nicht mit an der Untersuchung beteiligt worden. Die Diagnose des Co-Piloten hat kein Azt gestellt, sondern ein Ingenieur.. warum wohl? Die Liste der Fehler lässt sich fortsetzen. Die Akte des Flugzeugs ist nicht mehr vorhanden - vernichtet. Alles merkwürdig. Der Umgang der LH mit den Angehörigen ist ein Trauerspiel. Kopfschütteln.

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Grummelchen321 23.12.2017, 21:01
6. Der

Grund ist ganz einfach.Die Gesetzeslage hat sich geändert.Es könnte die Lufthansa Millionen kosten.Hinterbliebene haben mehr Möglichkeiten Schadensersatz und Schmerzensgeld einklagen.Auch die Höhe hat sich entscheidend geändert.Die Fluggesellschaft will die Klagen so gering wie möglich halten oder ganz verhindern.Da sitzt einer Im Konzern und hat das auf den Cent genau ausgerechnet.

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kuestenvogel 23.12.2017, 21:09
7. OEG/BVG/Entschädigungsrecht

Das OEG/BVG wird derzeit reformiert, soll bis 2020/22 abgeschlossen sein. Grundsätzlich neben Terroropfer
& Angehörigen sollten auch Angehörigen von Mitnahmesuizid dieses ggf. gewährt werden - aber auf dem Weg ist es heute nicht leicht eine Anerkennung zu erhalten, geschweige denn für die meisten finanziell sinnvoll, eher ideologisch, da der Schädigungsgrad schwierig zu bestimmen ist, auch für Angehörige. Parallel sollte man auch endlich Klage gegen Schädigungen von Unternehmen in D einreichen können, was sich dem angleichen kann und nicht den Dimensionen in den USA.

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alter_nativlos 23.12.2017, 21:09
8. Alter Hut!

Die Suche nach einem in den U.S,A. ansässigen Verantwortlichen ist immer schon ein probates Mittel gewesen, um eine mindestens angemessene, oft auch sensationell hohe Entschädigung für erlittenes körperliches Leid zu erhalten. Dort können die Anspruchssteller nämlich sog. punitive damages geltend machen, das sind praktisch Strafzahlungen wie Geldstrafen im deutschen Strafprozess, die aber nicht an den Staat, sondern als Schadenersatz an den geschädigten gehen. das deutsche Schadensersatzrecht ist stark überarbeitungsbedürftig. Das beweist auch die Tatsache, dass z. B. VW in den U.S.A. Zahlungen in Milliardenhöhe leisten muss, während sich das Unternehmen in Deutschland mit Merkel und Dobrindt beim Tee mit Softwarespielerein freikaufen kann. Es ist egen doch nicht alles schlecht in den U.S.A.!

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jschm 23.12.2017, 21:11
9. scheinbar

wollen sich hier wieder Anwälte eine goldene Nase verdienen. Es wäre ja nicht das erste Mal, daß Rechtsanwälte Verfahren nur führen um sichnzu berreichern, besonders wenn es zu Klagen in USA kommt, wo es Gewinnbeteiligung gibt.

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