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Germanwings-Absturz: Lufthansa drängt Hinterbliebene zu Klage-Verzicht
DPA

Wir übernehmen weiter die Kosten für Ihre Psychotherapie - wenn Sie uns nicht verklagen. Mit diesem Angebot sorgt die Lufthansa für Empörung bei Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes.

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helena.pierser 23.12.2017, 21:13
10.

Zitat von unglaeubig
Mir stellt sich hier die Frage, wessen Vorgehen moralisch zu beanstanden ist. Die Lufthansa bezahlt freiwillig Leistungen und muss sich in unserem verqueren Rechtssystem selbstverständlich absichern, damit dieses nicht als Schuldeingeständnis gegen sie eingesetzt wird. Die Angehörigen suchen sich den Klagestandort USA mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten aus, weil dort höhere Schadensersätze zu erwarten sind und versuchen das Maximum aus dem Verlust eines Angehörigen herauszuholen...
Vielleicht lesen Sie ja erstmal den Artikel, bevor sie derartige Vorwürde äußern.

Zitat:

"Seine Ausbildung in Arizona hatte der Copilot wegen einer schweren Depression mit einer Sondergenehmigung beenden können. Hätte die Flugschule diese Umstände der Lufthansa mitgeteilt, so wäre Lubitz "mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Verkehrspilot geworden und hätte die mörderische Tat nicht begehen können", heißt es in Giemullas Klageschrift für das Landgericht Essen."

Die Flugschule hat ihn trotz der schweren Depression seinen Flugschein machen lassen. Und hier könnte man durchaus von einer erheblichen Fahrlässigkeit ausgehen. Mit einer schweren Depression können Sie z.B. weder Soldat noch Polizist werden. Aus gutem Grund. Wieso also konnte dieser Mann die Erlaubnis erlangen einen mehrere hundert Tonnen schweren Jet mit einer dreistelligen Passagierzahl zu fliegen? Das ist eine Frage die in der Tat die Gerichte beschäftigen sollte. Zumal die Lufthansa in diesem Fall wohl noch nichtmal informiert wurde. Zumindest zunächst nicht.

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Grummelchen321 23.12.2017, 21:15
11.

Zitat von Grummelchen321
Grund ist ganz einfach.Die Gesetzeslage hat sich geändert.Es könnte die Lufthansa Millionen kosten.Hinterbliebene haben mehr Möglichkeiten Schadensersatz und Schmerzensgeld einklagen.Auch die Höhe hat sich entscheidend geändert.Die Fluggesellschaft will die Klagen so gering wie möglich halten oder ganz verhindern.Da sitzt einer Im Konzern und hat das auf den Cent genau ausgerechnet.
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/hinterbliebene-schmerzensgeld-deliktsrecht-neuregelung/

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schorri 23.12.2017, 21:28
12. Welche Moral meinen SIE?

Zitat von unglaeubig
Mir stellt sich hier die Frage, wessen Vorgehen moralisch zu beanstanden ist. Die Lufthansa bezahlt freiwillig Leistungen und muss sich in unserem verqueren Rechtssystem selbstverständlich absichern, damit dieses nicht als Schuldeingeständnis gegen sie eingesetzt wird. Die Angehörigen suchen sich den Klagestandort USA mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten aus, weil dort höhere Schadensersätze zu erwarten sind und versuchen das Maximum aus dem Verlust eines Angehörigen herauszuholen...
Sie reden doch tatsächlich von "Moral"?
Mit dieser Einstellung?
Etwa so: "Sie haben ein Kind, Ihren Partner (etc.) verloren, weil unsere Auswahlkriterien beim Piloten, der den Absturz verursacht hat, versagt haben. Wir helfen Ihnen. Aber nur, wenn Sie anerkennen, dass wir schuldlos sind und alles freiwillig leisten."
Das ist keine Moral, das ist Zynismus.
Eine Schande, so ein Unternehmen bei uns im Land.

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gruebi01 23.12.2017, 22:00
13. Lufthansa? Nein, danke!

Das war schon damals, nachdem die skandalösen Umstände um die (Weiter)Beschäftigung des geisteskranken Massenmörder Lubitz bekannt geworden waren, meine Schlussfolgerung: Ich werde weder mit der LH, noch mit einer ihrer Töchter fliegen.

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jr125gr 23.12.2017, 23:01
14. Klagen?

Vielleicht kommen die Wahren Gründe ans Tageslicht warum dieser Pilot Depressiv wurde!
Das ganze ist sehr Tragisch und die Opfer davon haben ein Recht auf die volle Wahrheit und nicht auf einen Teil!
Einer Depression liegt auch immer eine Ursache zu Grunde und der sollte Aufgeklärt werden um weitere schlimme Sachen zu verhindern!
Es war nicht der erste Pilot der eine Maschine abstürzen ließ und ohne genaue Aufklärung sicher nicht die letzte!

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taanuu 23.12.2017, 23:20
15. Absturz?

Warum nennt man die Dinge nicht beim Namen? Das war doch kein Absturz, sondern ein geplanter Massenmord! Es war das schlimmste
Verbrechen, das ein Deutscher nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in voller Absicht begangen hat.

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maintmoe 23.12.2017, 23:34
16. @gruebi01, the one who didn‘t know

Ich find das klasse, wie Sie einen Konzern abmeiern wegen eines, tatsächlich, behinderten Mannes, der durchs System gerutscht ist, so als ob das nicht menschlich wäre, dass Fehler passieren.
Aber Ihr Kommentar passt in den politischen Tenor, siehe Bundestagswahlergebnis.
So wie man früher seine Gedanken noch selbst geordnet hatte, wird das heute bequem im Smartphone zentralisiert und outgesourct, dann kann man doch der Einfachheit halber auch seinen ganzen Hass auf einen Konzern fokussieren und ausdehnen oder auch auf Menschengruppen, protestwählen gehen und endlich den großen Finger rausholen und schreien: Die da, die da waren’s!!!
Wie miemte Dieter Nuhr so schön im Jahresrückblick 2017 im Ersten jemanden ohne Zähne nach: „Hau‘ ab!“ :D

Eine gute Nachricht habe ich zum Schluss noch für Sie: Es zwingt Sie niemand, Lufthansa zu fliegen! Ist das nicht toll?! Das ist doch sa-gen-haft, dass Sie die Wahl, ja sogar die Freiheit haben, was anderes zu tun oder sogar daheim zu bleiben! Genial, was? ;-)
Frohes Fest und guten Rutsch!

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chalchiuhtlicue 23.12.2017, 23:35
17. @unglaeubig (#1)

Zitat von unglaeubig
Mir stellt sich hier die Frage, wessen Vorgehen moralisch zu beanstanden ist. Die Lufthansa bezahlt freiwillig Leistungen und muss sich in unserem verqueren Rechtssystem selbstverständlich absichern, damit dieses nicht als Schuldeingeständnis gegen sie eingesetzt wird. Die Angehörigen suchen sich den Klagestandort USA mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten aus, weil dort höhere Schadensersätze zu erwarten sind und versuchen das Maximum aus dem Verlust eines Angehörigen herauszuholen...
Die Lufthansa hat die Psychotherapien NICHT freiwillig bezahlt, sondern war dazu verpflichtet! Vielleicht sollten sie sich angewöhnen, einen Artikel AUFMERKSAM und VOLLSTÄNDIG zu lesen, bevor sie empört posten und sich blamieren. Gehen sie in den Weihnachtstagen mal etwas in sich und denken sie darüber nach. Das Hilft ihnen und den Menschen in ihrem Umfeld.

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StefanieTolop 24.12.2017, 00:06
18. Eine andere Art der Leichenfledderei

Zitat von dasfred
Für die Trauer der Hinterbliebenen gilt mein vollstes Mitgefühl. Aber für dieses Geschacher um Geld, nur weil der Pilot einen reichen Arbeitgeber hatte fehlt mir jedes Verständnis. Da werden Zusammenhänge konstruiert um sich an Entschädigungen, wie sie oft in den USA ausgehandelt werden zu bereichern. Man stellt sich auf den Standpunkt, das schicksalhafte Ereigniss wäre voraussehbar gewesen obwohl tausende Ereignisse, die mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit eintreten können völlig akzeptiert werden. Mit Trauerarbeit hat das nichts mehr zu tun. Einen nahen Verwandten zu verlieren kann jeden jederzeit treffen und die Folgen müssen nun mal erduldet werden. Es mutet schon fast an, als ob die Toten hier höchstpreisig vermarktet werden. Wenn ich an die vielen Hinterbliebenen denke, die ihren Verlust ohne jede Hilfe tragen müssen, dann sind die Kläger hier schon privilegiert. Mit Trauerarbeit und Moral hat das nix mehr zu tun.
Ich kann ihrem Beitrag nur zu hundert Prozent zustimmen. Auch ich habe einen Onkel durch einen Geisterfahrer verloren. Bei allem Schmerz ist das eine familiäre Tragödie. Aber mit welchem Recht nehmen sich Angehörige raus, den Arbeitgeber zu verklagen. Sinkt der Schmerz mit jeder Million? Letztlich hat die Lufthansa bereits wesentlich mehr gezahlt und mehr Kosten übernommen, als es ihrer gesetzlichen Pflicht entspricht. Es stört mich ungemein, dass nach jeder Katastrophe sofort das Geschachere um Entschädigungen beginnt. Und zwar immer von denen, die nicht die direkten Opfer sind. Offensichtlich hat Nächstenliebe doch einen Preis - in Euro.

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StefanieTolop 24.12.2017, 00:12
19. Nachtrag

Noch ein Nachtrag zu der psychischen Erkrankung des Piloten. Er hatte mitnichten die Diagnose Depressionen. Er hatte eine schizo-affektive Störung. Wegen dieser hätte er tatsächlich nicht fliegen dürfen. Depressionen führen fast nie zu einem erweiterten Suizid. Wenn überhaupt, dann zu einer Selbstgefährdung, aber nie zu einer Fremdgefährdung. Die mehrfach falsche Diagnose unterschiedlicher, aber gemeinsam inkompetenter, Ärzte, hat letztlich dazu geführt, dass er tatsächlich als Pilot eingestellt werden konnte. Am Ende muß man leider feststellen, dass das ganze Ereignis ein unglaublicher Unglücksfall ist. Aber es ist eben auch ein Unglücksfall, so wie wenn jemand von einem Stein erschlagen oder von einem Blitz getroffen wird.

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