Forum: Panorama
Germanwings-Katastrophe: 25.000 Euro für sechseinhalb Minuten Todesangst
DPA

Bei der Germanwings-Katastrophe in Südfrankreich starben 150 Menschen. Jetzt streiten die Angehörigen mit der Lufthansa um Geld. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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comfortzone 21.07.2015, 18:04
1. Falsche Überschrift !

Falsch gedacht, Spiegel: Die Angehörigen, denen das Schmerzensgeld zukommen soll, haben eben nicht 7 Minuten Todesangst ausstehen müssen. Sie (nicht die Opfer) sollen für den Verlust ihnen nahestehender Menschen entschädigt werden - Schmerzensgeldansprüche sind nämlich höchstpersönliche Ansprüche und somit nicht vererblich. Bitte differenzierter berichten !

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Mindbender 21.07.2015, 18:19
2. ...

Leid lässt sich eben nicht in Geld umrechnen. So sollte sich der Airline-Chef entschuldigen wie die Angehörigen es fordern, sein persönliches Beileid aussprechen und einen Kranz niederlegen. Kein Geld. Hier höher pokern zu wollen um soviel wie möglich Geld herauszuschlagen ist pervers und der Situation nicht angemessen.

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apollo10 21.07.2015, 18:23
3. Es war doch am ersten Abend klar

was der Lufthansa wichtiger war. Auf der Pressekonferenz ging es nur um ihren eigenen Ruf. Alles nach dem Motto, wir haben die besten Piloten auf der Welt, unsere Sicherheitsbestimmungen lassen kaum zu wünschen übrig, und so weiter und so fort. Etwas mehr Einfühlsamkeit hätte ich schon von der Vorstandsetage und ihren Pressesprechern erwartet.

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stefan211 21.07.2015, 18:24
4. Das muss gestoppt werden

Um Himmels willen, wie konnte es nur passieren, dass wir hier plötzlich diese fürchterlichen Amerikanischen Verhältnisse bekommen? Hat die Lufthansa in irgend einer Weise gegen ihre Sorgfalsdpflicht verstoßen und grob Vahrlässig das Unglück verschuldet? Nein, das hat sie nicht! Sie hat sich an alle damals üblichen Standarts gehalten. Daher hat sie auch nicht bestraft zu werde. Wenn wir bei so etwas nachgeben, dann ist Tür und Tor für derartige Abzocke geöffnet. Dann kann es jeden treffen. Man hat alles richtig gemacht und muss trotzdem ein Vermögen zahlen.

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kewlo 21.07.2015, 18:25
5. Am sinnsvoll wäre es,

wenn die Angehörigen, zusammen mit den amerikanischen Opfern, einen "class action suit" (bezahlt mit einem Teile des erstrittenen Gesamtsumme) gegen
Germanwings, Lufthansa und wenn nötig gegen die BRD als Eigentümer der Lufthansa in USA anstrengt. Da amerikanische Staatsbürger bei dem Unfall betroffen wurden, betrachtet die USA ihre Gerichte als zuständig. Und die zu erwartendenen Entschädidungsummen gehen in USA in die Millionen US $ pro Person, nicht in die Paar Euro, mit der die Lufthansa die Angehörigen jetzt versucht - nach deutschem Recht- abzuspeisen. Gerade davor hat die Lufthansa Angst. Denn sollte ein USA-Gericht in einem Prozess zugunsten der Kläger entscheiden und die Lufthansa nicht zahlen, kann die LH ihre Landerechte in USA ADE sagen. Nachteil: Solche Verfahren können oft Jahre dauern. Man muss abwägen, was einem lieber ist.

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sumse123 21.07.2015, 18:25
6. Ja warum eigentlich nicht?

Zitat von cor
Warum nicht gleich eine Million pro Angehöriger? Profitgierige Opferanwälte, die bis zu 30% bekommen, stürzen sich auf die Lufthansa, die allerhöchstens eine Teilschuld an dem Ganzen hat. Widerlicher geht's kaum.
...an die gedacht die zurück bleiben...

Anwälte? Mehr fällt Ihnen nicht ein? Dann lassen Sie es besser!

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paula_f 21.07.2015, 18:27
7. reiches Land reiche Versicherungen

in Deutschland zahlen Versicherungen schlecht - wenn überhaupt. Beinahe jeder Anspruch aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird erstmals abgewiesen. Schadensersatz nach Personenschäden durch Unfälle werden systematisch verschleppt. Versicherungen machen alles um Gewinne zu steigern - die einfachste Methode ist: hohe Beiträge kassieren und im Schadensfall nichts oder wenig zu zahlen. Die Lobby der Versicherer leistet ganze Arbeit - denn die Politik reagiert seit 25 Jahren auf diese Taktik gar nicht.

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whitewisent 21.07.2015, 18:27
8.

Es ist ein vielfaches tragisches Schicksal, nur mißbrauchen es offenbar manche Hinterbliebenen und Anwälte.

Die gesellschaftliche Tradition besagt, daß Witwen und Waisen versorgt werden müssen. Der Schmerz von Eltern und Geschwistern ist bei uns noch nie so ins Gewicht gefallen.

Das Entscheidenere ist sowieso der Schadensersatz. Nur da tatsächlicher Schaden ersetzt wird, keine Gefühle, weshalb sich offenbar manche lieber per medialem Druck bedienen wollen. Voller Lohnersatz für Arbeitsunfähigkeit ist jedoch meßbar, und gibt Anwälten kaum Spielraum.

Die bloße Anzahl der Opfer kann nicht das komplette Rechtssystem eines Landes in Frage stellen, auch wenn es mit der Lufthansa einen Global Player zu melken gibt.

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Georg_Alexander 21.07.2015, 18:28
9. Amerikanische Verhältnisse?

Bitte nicht.
'Schmerzensgeld' für ein totes Opfer halte ich auch für ethisch sehr bedenklich. Erlittenes Leid ist doch nicht vererbbar. Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Angehörigen da von den richtigen Anwälten vertreten lassen.
Und nicht zuletzt: Was ist genau die Schuld oder Unterlassung der ggf. schadensersatzpflichtigen Fluggesellschaft? Diese Krankheit steht keinem Piloten auf die Stirn geschrieben.

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