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Germanwings-Katastrophe: Lufthansa-Anwalt warnt Hinterbliebene vor Klage in den USA
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Der Anwalt von Germanwings verteidigt die Zahlungen der Lufthansa an die Hinterbliebenen des Absturzes in Frankreich. In einem SPIEGEL-Interview kritisiert Rainer Büsken zudem Kollegen, die Klagen in den USA angekündigt haben.

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hschneider90 27.07.2015, 20:05
170.

Zitat von aleman61
Man kann nicht jeden Schaden einklagen und das "Leider" oben war ironisch gemeint, denn Moral kann man nicht materiell bewerten!
Es geht ja auch nicht um Moral. Es geht darum, ob emotionaler Schaden mit in den Schadenersatz eingehen sollte. Und sagen Sie mir nicht, dass man emotionalen Schaden nicht bewerten kann... Die meisten OECD-Länder können das...

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smokiebrandy 09.08.2015, 08:24
171. nein einen lieben Menschen bringt das Geld nicht zurück

... aber man sollte auch berücksichtigen, dass in manchen Fällen der Ernährer der Familie bei diesem Unglück in der Maschine saß. 25000 ? sind meiner Meinung nach ein Witz. Wie darüber ein amerikanisches Gericht zu entscheiden hat ist mir nicht klar.

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weiseruhu 09.08.2015, 09:37
172.

Zitat von aleman61
in Deutschland wird man dann als arbeitsunfähig krank geschrieben und bekommt weiterhin Lohn und Gehalt. Es entsteht kein materieller Schaden. Und wenn, dann kann auf Schadensersatz geklagt werden aber nicht auf Schmerzensgeld. Leider gibt es im Gesetz auch keine moralischen Ansprüche.
Das ist mal wieder nur zum Teil korrekt:

Ab 6 Wochen uebernimmt die KK, dass ist dann weniger als das normale Entgeld.

Nach 18 Monaten wird man von der KK ausgesteuert, d.h. man wird "Zwangsverrendet", was weitere finanzelle Einbuszen mit sich bringt.

Wenn der Patent besondere Behandlungen benoetigt, die im jeweiligen Bundesland der BRD von der dort ansaessigen Kassenniederlassung (z.B. AOK-Sued, AOK-NOrd) nicht bezahlt wird, muss man dies selbst bezahlen.

Wenn jemand von Klein an, chronisch Krank ist, gibt es auch keine Moeglichkeit der privaten Zusatzversicherung, wie z.B. Lebensversicherung etc..

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dr.könig 09.08.2015, 09:43
173. Menschenleben sind nicht gleich.......

Zitat von Vex
Wieso sollte es denn überhaupt unterschiedliche Schadenersatzsummen geben für die einzelnen Passagiere ? Es sollte doch jedes Menschenleben gleich viel wert sein oder ? Der Mensch bezieht doch seine Wert aufgrund seiner Existenz und sonst gar nichts und die dürfte doch für alle gleich sein. Solch altertümliche Vorstellungen des Wert eines Menschen an seinem Status, Herkunft oder an seiner Leistung zu messen werden wohl hoffentlich nicht mehr im Gesetz verankert sein. Das würde doch eh gegen das viel höher gestellte Gleichheitsgebot verstoßen.
Wenn ihr Mann z.B. 250 000 € im Jahr nach Hause gebracht hat, fällt das jetzt weg, wenn der Ernährer unter den Toten war. Das sind schon Unterschiede
unter den Passagieren alleine von der Warte aus.
Immer nur die Gier als verächtlich hinzustellen,
ist vom Gartenzaun aus betrachtet menschlich.
Aber im Haus sieht es dann doch anders aus.
Der Vertreter der Klage Prof. Dr. Giembulla
ist ein älterer, erfahrener Kollege der weiss,
was er tut.
USA ist der richtige Weg !!

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flaps25 09.08.2015, 10:32
174. Wieder ein peinlicher Fehltritt...

...der Lufthansa. Sobald ein US-Bürger betroffen ist, sehen amerikanische Gerichte eine Zuständigkeit. Andere Betroffene können sich einer US-Klage dann anschließen wenn in deren Heimatländern deutlich geringere Entschädigungen erstreitest sind. Das ist die eindeutige Rechtslage und so beraten die Opferanwälte korrekt. LH kapiert ein weiteres Mal nicht, dass sie mit billigen Tricks nicht durchkommt aber mit dem neuerlichen Versuch ihr Image weiter ruiniert. Den Hinterbliebenen jetzt großzügige Teparation zu zahlen wäre viel billiger als der unbezahlbare Imageverlust.

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flaps25 09.08.2015, 10:37
175. Es kann nicht...

...die Aufgabe der Hinterbliebenen sein, die Höhe von Schmerzensgeldzahlungen zu bewerten. Weinmann in den USA großes Geld kassieren kann, wird das wohl jeder nehmen. Oder wer lässt sich mit 25.000 EUR abspeisen wenn 5 Millionen möglich sind? Die Hinterbliebenen und die Anwälte haben die Gesetze nicht gemacht und handeln moralisch korrekt und menschlich verständlich wenn sie angesichts des sowieso nicht gutzumachenden Schadens nehmen, was möglich ist.

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bristolbay 09.08.2015, 11:31
176. Aber auch Vielfaches

Zitat von raber
Es kann gut sein, dass Lufthansa und Germanwings sich großzügiger im Schmerzensgeld zeigten sich als im deutschen Gesetz vorgesehen. In den USA können dei Hinterbliebenen bei einer Sammelklage ein Vielfaches davon erhalten; selbst nach Abzug der Kosten. In den USA wird der Verbraucher eben weitaus mehr geschützt und die Rechtsanwälte nutzen es aus. Deutsche Anwälte würden genauso agieren falls diese Gesetze in Deutschland ähnlich wären. Herrn Spohrs anfänglich grossspurige Aussagen brauchen wir zum Glück nicht mehr zu hören.
an Honoraren.

Da in den USA nur erfolgsabhängige Honorare gezahlt werden, gehen dann auch mal so schnell an die 30-40% der erklagten Gelder an ein paar wenige Rechtsanwälte.

Verhältnismässig werden die Anwälte dann die Gewinner sein.

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bristolbay 09.08.2015, 11:32
177. Richtig lesen bildet

Zitat von emirre
Muss man sich denn nunmehr schon ernsthaft Gedanken machen wie eine Fluglinie im Fall der Fälle mit den Hinterbliebenen umgeht. Auf Langstrecke greife ich bisher gerne auf LH zurück. Wenn ich aber bedenke, dass vielleicht irgendwann mal ein Lufthansaanwalt meine Hinterbliebenden davor "warnt" Ihre Rechte vor Gericht geltend zu machen, dann werden es wohl in Zukunft andere Luftfahrtunternehmen werden.
...wenn man in den USA klagt.

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bristolbay 09.08.2015, 11:44
178. Trauerarbeit

Zitat von ann_d
wäre meines Erachtens angebracht .Die Lufthansa muss Schadenersatz leisten in vollem Umfang, und materiellen Schaden, Verdientsausfälle, Tod des Hauptverdieners etc. ersetzten. Sie tun dies hoffentlich unbürokratisch, schnell und umfassend. In dem Beitrag wurde beschrieben, dass dies durchaus in Fällen in die Millionen gehen kann, z.b wenn Kinder ihre Eltern verloren haben. Das andere ist Schmerzensgeld. Glauben denn die Eltern aus Haltern, die Ihre Kinder verloren haben, dass mehr Geld als die vorgeschlagenen 85K € ihre Schmerzen eher oder mehr lindern. Ist es für mehr Geld für Schmerzen wert sich an die Bild Zeitung zu wenden ? Ist es wert eine öffentliche "Schlammschlacht" gegen die LH anzuzettlen? Vor vielen jahren ist eine Bekannte mit 19 Jahren durch ein Gewaltverbrechen gestorben. Die Eltren haben sehr unter der Medienaufmerksam gelitten und es schwer für die Familie zu trauern, zur Ruhe zu kommen. Ich denke, die Haltener Eltern werden Ihren Schritt bereuen, wenn das Andenken, die Trauer um ihre gestorbenen Kinder für immer mit offennen Briefen, Medienaufmerksamkeit und Gerichtsterminen verbunden ist und dem öffentlichen Wissen bei welcher Summe diese Eltern (vermeintlich) Ihren Schmerz entsprochen sehen.
Ja, Besonnenheit, gehört zu einer Trauerarbeit.

Ich weiss, wovon ich spreche. Ich habe selbst ein Kind verloren und Jahre benötigt, dieses zu verarbeiten.

Glauben Sie mir, mein Kopf war voll von anderen Dingen und hier ging es nicht um Geld.

Die Treiber hinter all diesem sind einzig und alleine "gierige" Anwälte, denen das Leid und die Probleme der Betroffenen am allerwertesten vorbei geht.

Die haben eine Strategie und nutzen letztendlich die "Taubheit" der Betroffenen schamlos aus und nehmen sie auch noch als Geiseln und Schutzschilde um dann das volle Programm, vor allem mit Unterstützung der bildenden Medien wie RTL und BILD, durchzuziehen, immer mit dem Wissen, ihr Honorar zu steigern.

Niemand auf der Welt kann einen den Verlust des eigenen Kindes wiedergutmachen, auch kein Geld der Welt.

Was ist schon das Lachen des eigenen Kindes gegen kalte Zahlen auf einem Kontoauszug. Im Gegenteil, sieht man das Geld kommt der Schmerz.

Das ganze einfach widerlich.

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bristolbay 09.08.2015, 13:01
179. Sehr interessante Frage

Zitat von edi453
Weil hier einige meinen, sie würden nicht mehr mit der Lufthansa fliegen - mich würde interessieren, was Ryan-Air o. andere Billig-Flieger in einem vergleichbaren Fall bezahlen würden? Sicher nur das, was sie absolut müssen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Lufthansa das Risiko, einen psychisch instabilen Piloten fliegen zu lassen aus wirtschaftlichen Gründen bewusst in Kauf genommen hat. Was hätte es sie denn gekostet, dem Co-Piloten das Fliegen zu verbieten?
bezüglich Ryan-Air.

Die würden sich selbst als Betroffene darstellen.

Hat doch ein so viel Geld verdienender selbstfliegender Unternehmer im Cockpit, auch Lohnsklave genannt, sich erdreistet, ein so teures Flugzeug in eine Wand zu knallen.

O-Leary würde selbst Schadensersatz und Schmerzensgeld eintreiben, zur Not auch mit Moskau-Inkasso bei den Familienangehörigen.

Und die Passagiere?

Die waren so blöd mit einer solchen Ausbeuterfirma zu fliegen, hatten wohl beim Abschluss vergessen eine entsprechende Versicherung abzuschliessen.

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