Forum: Panorama
Gesägt, getan: Zapfen-Streich beim Hobbyschreinern
Benjamin Schulz

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Wolfvon Drebnitz 17.10.2016, 20:58
50.

Nicht mit so einem dicken Besen anzeichnen - Japaner nehmen dafür ein Messer - und dann den Strich beim Sägen auch stehen lassen. Nacharbeiten kann man immer noch -- aber ab ist ab. Zuerst mal mit Fichte oder Buche üben - Eiche ist dafür zu schade. Kennen Sie den? Tourist fragt Einheimischen "wie komme ich zur Semperoper?" Antwort "üben, üben, üben". Also nicht entmutigen lassen - beim 10. mal sieht es schon richtig gut aus. Jeder der was versucht hat meine Hochachtung!

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wvnb 17.10.2016, 21:13
51.

Ist doch ganz gut geworden. Weiter so! Die Enkel werden staunen, dass es "damals" noch Holz gab. ;-)
Ansonsten: 3x gesägt und immer noch zu kurz ...

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felisconcolor 17.10.2016, 21:17
52.

Wie heisst es so schön in einem Slogan eines Baumarktes "Respekt wer´s selber macht" Dem ist nichts hinzu zu fügen. Ich mache auch gern viel in Holz (kein Profi, nur die Ader vom Großvater geerbt) Und von Perfekt bin ich auch Universen entfernt. Aber es ist toll wenn man das was man gemacht hat dann betrachtet "er sah das es gut war". Eine Anekdote noch. Ich wollte für meinen Schuhschrank Türen fertigen. Dafür musste ich die vorhandenen nach oben verlängern. Und immer dran denken du brauchst eine linke und eine rechte Tür. Abends um 23 Uhr (zu Spät) war ich fertig. Und hatte zwei rechte Türen oder zwei linke, je nach Betrachtungsweise. Hagrmhblfitz noch mal. Ich habe dann eine Tür gedreht. Ich nannte es Kunst am Schrank und "sah das es gut war" ;-)

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dickeeier 17.10.2016, 21:27
53.

An den Autor: keilgezinkte Eiche in der Dicke ist natürlich nicht unbedingt das dankbarste Übungsobjekt, aber so schlau wird der leidgeprüfte Heimwerker inzwischen wohl auch sein. Für einen ersten Versuch sieht es aber garnicht so schlecht aus, wenn neben dem Strich gesägt worden wäre, könnten Leim und Späne das schon richten, so hilft wohl nur die Kreissäge und ein 2. Versuch einer etwas kürzeren Bank ;-)

Nach mehr als 10 Jahren Ausbildungsverantwortung und Gesellenstückbegleitung muss ich sagen, dass ein Großteil unserer Auszubildenen das auch nur besser kann/konnte, wenn sie das freiwillig nach Feierabend geübt haben. In der Realität des Tischleralltages gibt es solche Verbindungen doch heutzutage quasi nur noch im BGJ und Gesellen-/Meisterrpüfung, da nun wirklich kaum ein Betrieb heutzutage noch von Hand gezinkte Schubkästen und Holzverbindungen kostendeckend verkaufen kann. Wie auch, wenn ich einen fertig gezinkten und lackierten Schub auf Maß für 50€ einkaufen kann oder die Verbindungen innerhalb von 20 min auf der CNC selbst gefräst habe.

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messder 17.10.2016, 21:35
54.

Schön, dass sich jemand an alten Handwerkstechniken versucht und die erforderlichen Anforderungen daran an einem misslungenem Projekt aufzeigt. Nur hätte ich mir etwas mehr Bedeutung für den Artikel gewünscht. Etwas zu präsentieren, das man nicht geschafft hat ist ohne eine mitteilungswürdige Erkenntnis daraus wohl etwas dürftig.
Der Autor geht wohl im Eingang darauf ein, wie ihn die Arbeiten eines alten Schreiners motiviert haben es ihm gleich zu tun, jedoch vermisse ich im Fazit eine gewisse Würdigung der Fähigkeiten des Handwerkers. Oder nach dem eigenen Scheitern wenigstens eine gewisse Hochachtung.
Und bevor sich nun weitere Leser so einem Projekt widmen, hier noch eine kleine Anmerkung eines Schreinermeisters:
Auch wenn die Zinken fachlich korrekt und formschlüssig ausgeführt worden wären, würde daraus kein Erbstück: eine vorverleimte Stab-Arbeitplatte geht spätestens im Freien aus den Fugen. Für so ein Stück nimmt man durchgehende Bretter, verleimt sie fachgerecht, achtet auf die Lage der Wuchsringe und reisst die Zinken mit einem spitzen Bleistift an, da man Tinte aus den Poren der Eiche nicht ausgeschliffen bekommt. Und vorher sollte man erst mal Sägen üben, bis man links vom Riß und rechts vom Riß sägen kann. Und wenn man es wirklich kann, lässt man sogar den halben Bleistiftstrich stehen.

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fisschfreund 17.10.2016, 22:12
55.

das ist doch super geworden vor allem fürs erste mal.
von allen berufen, die ich nicht erlernt habe, ist schreiner mein liebster, weil ich das material holz liebe und respekt vor den menschen habe, die dieses uralte handwerk richtig beherrschen. ich schreiner auch sehr gerne, schon seit vielen jahren, möchte mich aber eher als dauerlehrling bezeichnen.
also wirklich respekt vor dem autor, das hast du ganz klasse gemacht. und pfuschen gehört zum handwerk, also kann man diese spalten auch irgendwie zuspachteln, kleben, wie auch immer (machen die profis nämlich auch öfter mal ;)

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schneesieber 17.10.2016, 22:27
56.

Meine ersten Versuche sahen viel schlimmer aus! Die nächste Bank wird (immer) viel besser.
Windladen im Orgelbau müssen nicht nur erstklassig passen, sie müssen auch noch langlebig luftdicht sein. Wenn Sie sich solche Tonkanzellenladen bei 300jährigen historischen Orgeln anschauen, dann ziehen Sie nur noch den Hut vor den "Alten". Und bei denen gab´s noch keine Oberfräse oder nur mal schnell um die Ecke in den Baumarkt ein paar Schrauben holen. Und PST: *Eiche* bearbeiten war/ist Strafarbeit.

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kaypee 17.10.2016, 22:34
57. Geht doch!

Ich finde es schon ganz gut gelungen. Ich hätte es zumindest nicht geschafft. Naja, das wird für Sie wohl kein Trost sein.

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MatthiasPetersbach 18.10.2016, 09:25
58.

Zitat von messder
Der Autor geht wohl im Eingang darauf ein, wie ihn die Arbeiten eines alten Schreiners motiviert haben es ihm gleich zu tun, jedoch vermisse ich im Fazit eine gewisse Würdigung der Fähigkeiten des Handwerkers. Oder nach dem eigenen Scheitern wenigstens eine gewisse Hochachtung…...
Naja, JEDER kennt wohl das Ergebnis, wie es aussehen soll - und bei Könnern auch aussieht.

Demgegenüber seine eigenen -eher suboptimalen- Ergebnisse zu präsentieren halte ich durchaus für eine Würdigung der "Alten" - eben eine stillschweigende.

Geht mir bei jeder selbstgesägten Gehrung so, wenn ich mir so vor Augen halte, wie das bei meinem Vater aussah.

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flügelast 18.10.2016, 11:06
59.

hmm, noch was anderes.
bin gerade am überlegen, ob die bank nicht ne fehlplanung ist.
man sitzt ja auch auf kopfholz später. der longitudinale schwund ist geringer, also steht auch das kopfholz über später. wenn man mit der hose seitlich nach aussen drüberrutscht ist zu vermuten, das material von den zinken abschert. das sieht dann nicht nur unsauber aus, sondern man zieht sich auch späne in die hose. von daher wäre für mich kopfholz auf ner möbelecke, auf der man sitzt ein nogo.
auch wenns optisch so mehr hermacht, fachlich richtig wäre mit sicherheit ne gratverbindung gewesen.


gruss/flügelast

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