Forum: Panorama
Geschlechter vor dem Gesetz: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Aber ...
Corbis

"Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich", so steht es im Grundgesetz. Die Realität zwischen Mann und Frau sieht oftmals anders aus, Stichwort Karrierechancen. Wie darf der Staat hier nachjustieren?

Seite 2 von 7
rvanpelt 05.03.2016, 12:21
10. Was waere denn eine gerechte Loesung?

"Männer könnten über Jahre nicht mehr befördert werden, egal, wie qualifiziert sie sind."

Genau das passiert mir (maennlich) gerade. In meinem Spezialisierungsbereich werden gerade die meisten Professuren mit Frauen besetzt bzw sind besetzt worden, da die Institute jetzt Gleichstellungsquoten erfuellen muessen/wollen. So zaehlt in der Tat nicht mehr das Erreichte und die Erfahrung, sondern in erster Linie das Geschlecht. Zumal oft im Hintergrund eine Frauenfoerdungsfinanzierung steht, die nicht transparent kommuniziert werden darf, da es sonst offene Diskriminierung waere. Diese Situation macht es einem unheimlich schwer "gentleman-like" zu bleiben.

Wir leben in einer Zeit, in der "koste es, was es wolle" (den sozialen Frieden), auf statistische Quoten (Profilierungsanspruch der Gleichstellungspolitiker) erfuellt werden muessen.

Planbare Karrierewege in der Wissenschaft, sprich mehr Dauerstellen fuer den Mittelbau, wuerden langfristig die Loesung sein, weil dann mehr Frauen dem System erhalten blieben. Die dann auch ohne Druck zur Professorin aufsteigen koennten. Momentan fliegen die meisten weiblichen Post-docs mangels Leistung in der Babypause aus dem akademischen Kreislauf, so dass den verbliebenen kinderlosen zwangslaeufig eine Professur hintergeschmissen wird, um die Quote zu erfuellen.

Beitrag melden
onsar.u 05.03.2016, 12:24
11.

Das mit der Gleichheit vor dem Gesetz stimmt so aber seit längerem nicht mehr. Auf Druck der Politik musste
Karlsruhe ein eigentlich unantastbares Grundgesetz
aufheben, die physiche Unverletztlichkeit der Person,
hier für jüdische und moslemische Klein-und Kleinstkinder.
Der Politik ist hier vor archaischen religiösen Bräuchen
eingeknickt.Desweiteren musste damit Gleichheit vor dem Gesetz in dieser Sache ausgehebelt werden, um Klagen in dieser Richtung zu unterbinden, denn sonst hätte man Mädchenbeschneidungen nicht verbieten können. Die Politik biegt sich das GG so hin, wie
sie es braucht.

Beitrag melden
caruso2 05.03.2016, 12:29
12. Wann wird eigentlich die Benachteiligung v. Männern Thema?

Tag aus Tag ein kann man lesen, dass Frauen weniger Karrierechancen haben, einfach weil sie Frauen sind (als wenn Verhalten keine Rolle spielte), weniger verdienen bei gleicher Arbeit, Qualifikation etc. Als Quelle wird, wenn überhaupt eine genannt wird, das Statistische Bundesamt genannt. Dumm nur das dieses zwar einen bereinigten Gender Pay Gap von 7 % nennt, aber gleichzeitig klar stellt, dass dies nicht als Nachweis einer geschlechtsspezifischen Diskriminierung verstanden werden darf. Letzteres Faktum wird komischerweise nie erwähnt. Hoffentlich erwecken die Medien nicht bei anderen Themen auch einen solch falschen Eindruck über die Faktenlage. Das einige von Lügenpresse faseln, könnte sonst am Ende noch war sein. Gleichzeitig wird bei statistischen Befunden, z. B. unterschiedliche Lebenserwartung v. Männern und Frauen, die eine gesellschaftliche Benachteiligung von Männern aufzeigen, darüber hinweg gegangen als sei es ganz natürlich, dass Männer früher sterben oder als seien es die Männer selbst schuld, weil sie z. B. ungesünder lebten, als wenn dies nicht auch seine Ursachen in den Lebensbedingungen der Männer haben könnte.

Beitrag melden
noalk 05.03.2016, 12:31
13. Schwangerschaft

Keiner Frau darf gekündigt werden, nur weil sie schwanger ist. Das ist nicht nur juristisch logisch. Keinem Mann KANN gekündigt werden, nur weil er schwanger ist. Biologie hin oder her. Nach dem Gleichheitsgrundsatz gilt das dann auch für Frauen.

Beitrag melden
Big_Lebowski 05.03.2016, 12:31
14. Nix mit Gleichberechtigung!

Auch vor dem Strafgesetz findet eine Gleichberechtigung nicht statt!
Beispiel: HundehalterIN hat nachweislich aggressiven Hund, der angreift. HundehaltER nimmt Pfefferspraypistole in die Hand. HundehalterIN behauptet unter Tränen (Heulen als Zweck), sie sei persönlich bedroht worden. HundehaltER wird (nur aufgrund der verzweifelten Weiblichkeit) von Polizei als "bedrohliche Person" stigmatisiert. Gericht orientiert sich an der "Ermittlung" der Polizei. Verteidigung gegen den aggressiven HUnd wird konsequent ausgeblendet.
Weinende Frau kontra "böser Mann" ... und das nach Kölner Silvesternacht. Wer bekommt wohl "Recht"???
Nicht nur Frauen haben das Recht auf Schutz und Gleichberechtigung! Auch Flüchtlinge und Männer!

Beitrag melden
Big_Lebowski 05.03.2016, 12:36
15. Wohl wahr!

Zitat von bauigel
Und was ist eigentlich mit der Gleichberechtigung von Männern bei Modeln? Hier werden Männer auf Grund ihres Geschlechts grundsätzlich benachteiligt. Aber hierüber regt sich komischerweise keine Feminstin auf.
Betrifft aber eher junge Menschen...
Das "Schöne" an dieser Ungerechtigkeit ist, dass sich mit zunehmenden Jahren diese Art der optischen Benachteiligung proportional umkehrt!
Und Feministinnen gehören eher zur nicht modelnden Fraktion und sind meisten etwas älter ;-)

Beitrag melden
moneysac123 05.03.2016, 12:41
16.

Von einem Psychologen hätte ich als Psychologe qualifiziertere Argumente erwartet und nicht das Nachplappern feministisch ausgerichteter Forschung. Frauen werden heute nicht diskriminiert, weil sie Frauen sind, das Geschlecht allein klärt hier nur sehr wenig Varianz auf. Vielmehr kommt es auf individuelle Verhaltensweisen an (Stichwort: Wie verhandeln wir unser Gehalt) oder auch die Tatsache an, dass Positionen im Top Management oft innerhalb von Netzwerken vergeben werden, was auch Sinn macht. Der Nachteil der Frauen ist hier, dass Schwangerschaft oft eine Unterbrechung des notwendigen Networking mit sich bringt (auch weniger "facetime"/Präsenz, was im Vergleich zu jungen Männern, die alles für die Karriere tun, ein struktureller Nachteil ist. Eine Quote halte ich hier aber für falsch, da sie stigmatisiert. Da kann man lange diskutieren, man muss jedoch auch anerkennen dass in den Köpfen jüngerer Menschen kaum noch Geschlechterdiskriminierung vorhanden ist (äußert sich auch darin, dass Männer Elternzeit nehmen, sich um die Erziehung kümmern, etc.). Diese Sexismusstudien sind methodisch oft unter alles Kanone und stark idealistisch geprägt, offen gesagt findet man das, was man von vorneherein finden wollte. Die Gesellschaft hat verpasst, sich auch um die Wahrnehmung männlicher Interessen zu kümmern, in stark weiblich dominierten Bereichen (wie der Psychologie) sucht man einen Männerbeauftragten oft vergeblich.

Beitrag melden
nine1011 05.03.2016, 12:43
17. Uraltes Rollenbild??? #1

Ein "uraltes Rollenbild" was soll das denn sein??? Eine Frau, die Kinder bekommt UND Karriere macht oder eine Frau, die Kinder bekommt und schön zu Hause bleibt?! Wir sollten uns doch bitte mal darüber klar werden, dass Fraun SCHON IMMER Kinder bekommen haben UND gearbeitet haben (früher: Haus und Hof, heute: Haus und Büro). Was nützt mir eine Frauenquote in den Dax-Vorständen, was real wahrscheinlich Max. 25 Frauen betrifft, die Frauen und Mütter in Deutschland aber nur mit angeblich mehr KiTa Plätzen abgespeist werden, nicht aber mit mehr Jobs, die mit Familie vereinbar sind... DA wäre noch Nachholbedarf, bei Männern UND Frauen...

Beitrag melden
Grafensteiner 05.03.2016, 13:01
18. Wieso, sie sind doch gleich b e r e c h t i g t.

Die Frage ist allerdings die der Gleichbekömmnis.

Nicht jedes Recht führt automatisch zur Erfüllung aller Wünsche. Der deutsche Rechtpositivismus führt dabei arg in die Irre.

Oder wie die Römer schon meinten: "Quod licet bovi, non licet bucola".

Beitrag melden
mundi 05.03.2016, 13:07
19. Gleichberechtigt aber nicht gleichgeschaltet

Zitat von RobinSeyin
Wir Frauen sind gleichberechtigt. Männer eher nicht. Die müssen immer noch das uralte Rollenbild leben. Karriere machen ist nebenbei keine Chance, sondern eine Pflicht, denn die allerwenigsten Menschen empfinden so wahnsinnig viel Erfüllung in dem was sie tun, vor allem Männer nicht, die zuerst auf das Gehalt sehen (müssen), weil es eben immer noch ihr Make Up, High Heels und Dekolleté ist.
Gleichberechtigung ist nicht Gleichschaltung.
Im Sport ist man berechtigt, Deutscher Meister zu werden. Es können aber nicht alle Meister werden.
Eine Frau ist berechtigt, einen Traktor zu fahren, aber nicht alle Frauen wollen es.

Beitrag melden
Seite 2 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!