Forum: Panorama
Getöteter Achtjähriger in Freiburg: Polizei warnt vor Aufruf zur Selbstjustiz
DPA

Unbekannte nutzen die Tötung eines Jungen in Freiburg für eine geschmacklose Aktion: Es kursieren ein gefälschtes Phantombild des Täters und Aufrufe zur Selbstjustiz. Die Polizei spricht von einer gefährlichen Falschmeldung.

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nihahs 28.07.2014, 09:52
20. @SasX

Doch, Grundrechte kann man verwirken, schauen sie mal nach: Art. 18 S.1 GG, darüber entscheidet das BVerfG gem. Art. 18 S.2 GG. Natürlich nicht alle Grundrechte sind verwirkbar, jedoch die Meinungs- insbesondere die Pressefreiheit, Versammlungs-, brief Post fernmeldegeheimnis, Eigentum oder Asylrecht, sofern man diese Grundrechte gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung missbraucht.

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benutzer8472 28.07.2014, 10:04
21.

Zitat von mischpot
Wenn Sie Ihn fassen bekommt er vielleicht 5 - 15 Jahre, nach 2/3 der Haftzeit ist er wieder draußen.
Genau! Diese absolut hirnfreie Stammtischparole trifft ja auch so super zu, siehe z.B. Ronny Rieken, der bis an sein Lebensende im Knast gammeln wird und null Chance hat, dort rauszukommen.

Du solltest vielleicht nicht alles glauben, was irgendwelche Idioten in Foren schreiben, die anderen Menschen ihre Menschenrechte absprechen wollen.

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derbadener 28.07.2014, 10:06
22. parallel Universum

Vor ein paar Wochen wurde ein vermeintlicher Täter brutal von den Angehörigen des vermeintlichen Opfern in Neuenburg abgestochen! Für die nicht Eingeborenen, also knapp 25 km von Freiburg weg. So etwas ist unterirdisch!! Ich bin dafür das die Opfer und deren Angehörige Best möglich geschützt werden, hierbei ist doch leider die Presse meist das größte Problem und das die Täter mit aller Härte bestraft werden. Rückfälle in die Formen der Barbarei wie Selbstjustiz sind indiskutabel. man könnte sein Lebens nicht mehr sicher sein sollten solche Beispiele wie in Neuenburg Schule machen

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no-panic 28.07.2014, 10:09
23.

Zitat von nadennmallos
..., allerdings hat der Staat die Verpflichtung, sein Bürger zu schützen. Und dafür muss der Executive die Möglichkeit gegeben werden, entsprechend zu handeln. Leider werden die Gelder dafür immer knapper, lediglich die Aufwendungen für Legislative, Judikative (Verwaltungsapparat) steigen! Oder irre ich mich? Selbstjustiz und drakonische Strafen werden uns nicht weiterbringen, aber das derzeitige Laissez-faire wohl auch nicht. Und die Resozialisierung ist (spricht man z.B. Bewährungshelfern) nicht so der Brüller (Salopp ausgedrückt). Kann es sein, das der gemeine Bürger doch so eine Art Gerechtigkeitsgefühl im Bauch hat und eingentlich nur möchte, dass eine Strafe auch als Strafe (Wiedergutmachung, soweit überhaupt möglich) empfunden werden soll? Schauen Sie sich mal an wie schon junge Straftäter im Gerichtssaal erst den Zerknirschten geben und wenn sie wieder an der frischen Luft sind breit grinsend dastehen und damit prahlen wie cool sie waren.
Wo ist denn die Wiedergutmachung, wenn jemand totgeschlagen wird?
Wird sein Opfer dadurch wieder lebendig?

Wiedergutmachung?
Rache ist das, was Sie fordern.

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stefansaa 28.07.2014, 10:13
24.

Zitat von Diskutierender
Die Strafe an sich ist in Ordnung, und ich bin kein Verfechter der Todesstrafe. Aber das weitere Verhalten von Magnus G. und die Tatsache, dass der Polizist wegen der Androhung von Gewalt verurteilt wurde widert mich an. Der Polizist hatte die Hoffnung, dass das Kind, das sich in der Gewalt von Herrn G. befand, noch lebte. Vor diesem Hintergrund halte ich die Androhung von Gewalt für legitim. Und in diesem Fall ist für mich die Menschenwürde des Kindes (Opfer) doch wohl als höherwertiger einzuschätzen als diejenige des Täters.
Und da genau beginnt das Problem. Wenn Sie hier die Würde eines einzelnen über die eines anderen Stellen, begeben Sie sich auf extrem dünnes Eis. Auch wenn es aus moralischer Sicht richtig gewesen sein mag, den Mann unter Druck zu setzen, ist es aus rechtlicher Sicht eben falsch gewesen.

Die Tatsache, dass es in diesem Land kein Folter und entsprechende Gesetze gibt (und auch keine Todesstrafe) ist ein sehr hohes Gut. Ich hoffe nicht, dass sich dies eines Tages ändert. Wenn wir wieder bei der Selbstjustiz landen, können wir auch die Sippenhaft wieder einführen. Am interessantesten ist der Aspekt auch unter der Berücksichtigung, dass diejenigen die am lautesten nach Selbstjustiz schreien sich nicht bewusst sind, dass diese auch sie selbst treffen kann.

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felisconcolor 28.07.2014, 10:18
25. Diese Frage

Zitat von mischpot
...Wir lesen es mehrmals im Jahr da schlagen 4 Leute einen Tod, alle 4 schweigen vor Gericht und kommen mit Bewährung davon, da stellt sich schon die Frage nach Selbstjustiz.
kann und darf sich in einem Rechtsstaat nicht stellen.
Das hat auch was mit der moralischen Grundeinstellung der Mitbürger dieses Staates zu tun.
Die Beweisführung und Verurteilung eines vermeintlichen Täters liegt allein bei der Staatsanwaltschaft und dem Richter dieses zu beurteilen.
Und wenn die Beweise nicht ausreichen, dann ist das halt so.
Und das ist gut so. Denn dadurch unterscheidet sich dieser Staat von vielen anderen auf dieser Welt wo es mit der Beweisführung halt nicht so genau genommen wird und viele Bürger auf nimmer wiedersehen verschwinden.
Jeder der hier vorschnell nach Selbstjustiz schreit sollte sich in einer stillen Stunde fragen, was wäre wenn ein gefakter Steckbrief und Aufruf zur Selbstjustiz einen selbst trifft.

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Andr.e 28.07.2014, 10:18
26.

Zitat von starsailor
Der von Ihnen so genannte Taeterschutz bezog sich in dem von Ihnen genannten Fall darauf, dass Folter bzw. angedrohte Folter nicht hinnehmbar waren. Auf dieses Privileg einer zivilisierten Gesellschaft wollen Sie verzichten? Stellen Sie sich selbst in einer Situation vor, in der Sie der einzige sind, der weiss dass Sie des verdaechtigten Verbrechens unschuldig sind. Aber das ist in Ihrer geistigen Verfassung sicherlich schon zu viel verlangt. Menschen wie Sie machen mir Angst!
Dem Diskutierenden kann das doch nicht passieren, denn er ist ein rechtschaffender Bürger ohne Fehl und Tadel...* :-)

*=wird spätestens dann blöd, wenn Fehl und Tadel umgedeutet werden. Aber das passiert ja nicht...

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Zappa_forever 28.07.2014, 10:20
27. Vielleicht...

Zitat von no-panic
Wo ist denn die Wiedergutmachung, wenn jemand totgeschlagen wird? Wird sein Opfer dadurch wieder lebendig? Wiedergutmachung? Rache ist das, was Sie fordern.

...kann man es aber auch Genugtuung nennen. Um die geht es nämlich auch! Auf die Resozialisierung bestimmter Delinquenten zu hoffen, hat sich oft genug als vergebene Liebesmüh erwiesen und die Typen machen weiter wie bisher und pfeifen obendrein noch auf die Justiz. Dann gilt wieder: Das Opfer und die angehörigen haben lebenslang, der Täter wenn´s rauf kommt ein paar Jahre. Ich verstehe gut, dass das vielen gerade in krassen Fällen gegen den Strich geht.

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Mach999 28.07.2014, 10:25
28.

Zitat von Diskutierender
Die Strafe an sich ist in Ordnung, und ich bin kein Verfechter der Todesstrafe. Aber das weitere Verhalten von Magnus G. und die Tatsache, dass der Polizist wegen der Androhung von Gewalt verurteilt wurde widert mich an. Der Polizist hatte die Hoffnung, dass das Kind, das sich in der Gewalt von Herrn G. befand, noch lebte. Vor diesem Hintergrund halte ich die Androhung von Gewalt für legitim. Und in diesem Fall ist für mich die Menschenwürde des Kindes (Opfer) doch wohl als höherwertiger einzuschätzen als diejenige des Täters.
Es mag ja sein, dass Rechtsstaatlichkeit Sie anwidert. Ich bin ganz froh, dass sie bei uns noch verteidigt wird, und wir keine Willkürjustiz hier haben. Gäfgen war zu diesem Zeitpunkt nicht der Täter, sondern Beschuldigter. Das hätten auch Sie sein können. Und dann wäre Ihnen Folter angedroht worden. Wäre das legitim?

Es gibt gute Gründe, dass das bei uns verboten is. Und was verboten ist, muss sanktioniert werden. Die Situation, in der sich der Polizist befand, hat dann zu mildernden Umständen und einer Verurteilung auf Bewährung geführt. Und das ist auch richtig so. Dass Sie eine Verurteilung wegen eines rechtswidrigen Verhaltens des Polizisten widerlich finden, finde ich wiederum merkwürdig.

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Andr.e 28.07.2014, 10:25
29.

Zitat von Diskutierender
Die Strafe an sich ist in Ordnung, und ich bin kein Verfechter der Todesstrafe. Aber das weitere Verhalten von Magnus G. und die Tatsache, dass der Polizist wegen der Androhung von Gewalt verurteilt wurde widert mich an. Der Polizist hatte die Hoffnung, dass das Kind, das sich in der Gewalt von Herrn G. befand, noch lebte. Vor diesem Hintergrund halte ich die Androhung von Gewalt für legitim. Und in diesem Fall ist für mich die Menschenwürde des Kindes (Opfer) doch wohl als höherwertiger einzuschätzen als diejenige des Täters.
Das ist das Problem beim Rechtsstaat, er ist manchmal schwer auszuhalten. Stellen Sie sich vor, die Androhung der Folter wäre NICHT verfolgt wurden. Wird es dann beim nächsten Mal zum legitimen Mittel, und beim übernächsten Mal auch (Stichwort: Präzendenzfall, Gewohnheitsrecht...). Den Rest können Sie selbst weiter denken, so Sie denn wollen.

Im Übrigen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Daschner-Prozess

"Damit bewegte sich das Gericht nach einhelliger Meinung an der absolut untersten Grenze einer strafrechtlichen Reaktion, da das Gesetz in derartigen Fällen grundsätzlich Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren vorsieht."

Die Aussage dahinter: "Du hast rechtlich falsch gehandelt, aber das Motiv war richtig. Ich, Justizia, muss Dich im Sinne des Rechtsstaates bestrafen, halte es aber so gering ich kann."

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