Forum: Panorama
Gewalt gegen Frauen: "Wir wollen diesen Schmerz hinausschreien"
AFP

In Frankreich hatte die #MeToo-Debatte kein großes Echo. Doch nun demonstrierten Zehntausende in Paris gegen die Gewalt an Frauen. Caroline De Haas, Mitbegründerin von #NousToutes, über die Motive der Bewegung.

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sebastian_lemieux 29.11.2019, 20:47
1. Wann folgen Demos für Gewalt gegen Männer?

Ich finde es seltsam, dass dem Thema Gewalt gegen Frauen soviel mediale Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Statistisch gesehen sind die meisten Opfer von Gewalt Männer (mit deutlichem Vorsprung vor Frauen). Männer werden häufiger getötet und verprügelt. Nur in Sexualdelikten sind die meisten Opfer weiblich. Warum wird sowas nie in den Medien thematisiert? Wieso sollen Schutzmaßnahmen immer nur für Frauen sein und nicht für sämtliche Opfer von Gewalt? Die Debatte ist mal wieder viel zu einseitig.

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Frede 29.11.2019, 21:28
2.

Die Debatte ist nicht einseitig sondern Thema bezogen. Es geht alleine um sexuelle Gewalt von Männer an Frauen und dass das aufhören muss. Eine Schulfach für anständiges Verhalten mit anschließigem Zertifikat finde ich eine sehr gute Idee. Vielleicht profitieren dann auch wir Männer irgendwann davon

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Kashban 29.11.2019, 22:00
3. @Frede Frauen leben bei uns sicherer als Männer. Bei Weitem.

Natürlich ist jede Gewalttat eine Tat zu viel, aber es wird in der Öffentlichkeit immer so getan, als wären nur Frauen Opfer von Gewalttaten, zu denen auch Sexualdelikte gehören. Und das stimmt hinten und vorne nicht, schon gar nicht in dem Verhältnis.

Frauen sind in unserer Gesellschaft bei weitem sicherer als Männer.

Setzen Sie mal die feministisch eingefärbte Brille ab und befassen Sie sich mit den Fakten, zum Beispiel der hiesigen Polizeistatistik.

Erziehungskurse für qua Geburt schuldige Männer gibt es schon an amerikanischen und australischen Universitäten, egal, ob sie sich je etwas haben zuschulden kommen lassen oder nicht.

Wissen Sie, wie man so etwas nennt? Diskriminierung nach Geschlecht. Frauenquoten fallen in dieselbe Kategorie.

Diskriminierung ist niemals gut.

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cave68 29.11.2019, 22:21
4. sorry aber...

..hat sich diese Dame mal über den typischen Tätertypus Gedanken gemacht,der Frauen verprügelt?
Es dürften nahezu alle Männer unter einem Mangel an Impulskontrolle leiden.
Glaubt diese Frau,dass man dies mit Aufklärung in der Schule,durch Demos oder gar gutem Zureden ändert??
Es gibt nur eines:Sagt den Frauen,dass sie nach der ersten Grenzüberschreitung SOFORT die Partnerschaft verlassen müssen und sich nicht auf diese typische "Einlullerei" ala "Verzeih mir,ich wird mich bessern"der Gerwalttäter eingehen.
Und dafür braucht es Selbstbewusstsein und endlich mal die Einsicht "es nicht immer jedem Recht machen zu müssen"....Frauen die dies nicht einsehen,dass sie selbst ein Problem haben,wenn sie permanent in solchen destruktiven Beziehungen bleiben und im Endeffekt tragen sie somit eine Mitschuld.....nicht an der Gewalttat selbst sondern dass sich nichts ändert.

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ThomasS79 30.11.2019, 00:47
5. Keine Gewalt gegen niemand!

In Frankreich werden jährlich ca. 800-900 Morde verübt. Die Kriminalstatistik verrät dabei, dass die Täter in den allermeisten Fällen aus dem direkten Umfeld des Opfers stammen. Ich möchte hier nicht relativeren - aber versachlichen. Wir müssen grundsätzlich eine Debatte über Gewalt in allen Ausprägungen neu anstoßen und dabei jeder für sich, aber auch als Gesellschaft unmissverständlich signalisieren, dass Gewalt nicht toleriert wird! Nicht als Ausrutscher und auch nicht aus versehen, Gewalt ist ein No-Go, gehört angezeigt und bestraft! Jedoch zeigt sich aktuell auch eine einseitigen Wahrnehmung und Verschiebung der Motive und Definitionen. Beim Lesen feministisch geprägter Meinungen fällt mittlerweile fast standardisiert eine Kriminalisierung der Männer generell auf. Dies nimmt mittlerweile sehr skurrile Züge an und geht von völlig der Realität entrückten Forderungen und Verallgemeinerungen bis zu tatsächlich diskriminierenden Forderungen in der juristischen Auslegung und gesetzlichen Verfolgung von Männern. Besonders gefährlich ist dabei die zugrunde liegende Auslegung und Definition feministischer Begrifflichkeiten und deren Korrelation und Interpretation. Das beginnt bei Begriffen wie "Femizid" - was per se sehr allgemein die Tötung eines Menschen weiblichen Geschlechts beschreibt, mittlerweile aber auch im Sinnbild eines misogynen Täterprofils oder Motivs ohne wirklich nachvollziehbare Kriterien stattfindet. Dabei bleibt es der Interpretation überlassen, ob bspw. ein Mord aus Eifersucht von einem Mann an einer Frau einem Femizid entspricht und in wiefern die tatsächlichen Motive zweifelsfrei als geschlechtspezifisch einzuordnen sind. Hier ist trotz des eklatanten Übergewichtes von Männern bei schweren Gewalttaten Vorsicht geboten. Sicherlich benötigen wir funktionierende Mechanismen zum Schutz von Gewaltopfern und den effizienten Schutz vor Bedrohungssituationen. Es kann nicht sein, dass in nachvollziehbaren Szenarien der Eskalation erst direkte Gewalt nötig ist, um Zugriffe und Verwahrung zu ermöglichen. Dies betrifft vorrangig Situation des Stalking, häuslicher Gewalt oder nachweislicher psychischer Gewalt/Belästigung. Jedoch sollte diese Debatte in eine Richtung laufen, die auch Männer einbezieht und nicht ausgrenzt. Unsere Rollenbilder müssen überdacht und intelligent reformiert werden. Dafür müssen mit kühlem Kopf Realitäten wahrgenommen und Möglichkeiten zur Verbesserung entwickelt werden. Es lässt sich jede Geschlechterverteilung zur Schlagzeile hochstilisieren - hinsichtlich Gewalt an Kindern, von der Kindesmisshandlung bis zur Kindestötung, sind die Frauen als Täterinnen stark überpräsentiert, eben weil Kindererziehung zum Großteil immer noch in Frauenhänden liegt, deshalb hinterfragen wir auch nicht alle Frauen als Erzieherinnen oder Pflegekräfte. Die aktuelle Berichterstattung zeigt jedoch gefährliche Ansätze der Misandrie.

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Ishibashi 30.11.2019, 01:56
6. @1 sebastian_lemieux

von wem geht denn ihre Gewalt gegen Männer aus? Genau, von Männern und damit sind wir wieder beim gleichen Thema wie im Artikel.

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Hans.Meier 30.11.2019, 02:27
7. An Beitrag 1, sebastian_lemieux

Schon mal darüber nachgedacht, dass aber auch mit riesigem Abstand Männer die Täter von Mord, Totschlag, Körperverletzung und Sexualstraftaten sind? Das steht in einem solch krassen Missverhältnis, dass die Opferzahl von Frauen im Verhältnis viel zu hoch ist (99% Täter bei Sexualstraftaten = männlich / 96% Opfer weiblich, 88% Täter bei Mord und Totschlag = männlich / 48% getötete Opfer = Frauen; Quelle: BKA 2018). Also Nein, Ihre Aussage ist schlicht falsch. Männer sind in der Mehrheit der Fälle Opfer von Körperverletzung, Raub und Diebstahl, aber was (erfolgreichen) Mord, Totschlag und Sexualgewalt angeht, sind sie fast immer Täter und entweder gleichverteilt oder fast nie Opfer. Daher brauchen Sie Ihren Whataboutism gar nicht mehr weiterführen. Das Thema ist genau richtig repräsentiert, Gewalt gegen Frauen vor allem durch Männer ist real und Fakt. Sie sollten viel mehr Solidarität mit den Opfern dieser Ungerechtigkeit zeigen und die Täter verurteilen, anstatt zu relativieren.

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Hans.Meier 30.11.2019, 02:31
8. An Beitrag 3, Kashban

Lesen Sie bitte meine Antwort an sebastian_lemieux, da können Sie sich dann über die Sicherheit der Frauen und die hiesige Polizeistatistik belehren lassen.

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martine-primus 30.11.2019, 07:26
9. @Cave68

es ist etwas zu einfach, aber es ist auch etwas Wahres daran. Ich habe in den 80ern mir mal ein Buch gekauft "wenn Frauen zu sehr lieben" und habe es nach dem Lesen meiner Mutter gegeben, die dieses Buch gleich in die Ecke feuerte. Mein Vater hat mich verprügelt und auch meine Mutter. Heftigst. Bis der Kiefer ausgerenkt war etc... Sie sind noch heute ein Paar mit Höhen und Tiefen und den immer gleichen Erniedrigungen. Ich kann nicht mehr viel dazu sagen. Aber die Prägung ist entscheidend! In dem Buch hieß es u.a., dass die Frauen aufgrund ihrer "Erziehung", bzw. das, was sie als Kind in der Elternbeziehung mitbekommen haben, immer wieder auf denselben Typus Mann hineinfallen (also sich verlieben). Die Frauen haben kein Selbstbewusstsein, definieren sich über den Mann. Ich denke, das ist sehr schwer, wenn Frau da raus kommen möchte.
Ich hab mich in meiner Pubertät dafür "entschieden", niemals so enden zu wollen - und das ist mir geglückt. Aber ebenso liest man immer wieder, dass die Menschen, die in diesen Verhältnissen groß wurden, die Wahl haben, es anders zu machen, es aber dennoch nicht allen gelingt. Gleiches gilt für missbrauchte Kinder (Junge/Mädchen), wobei v.a. die Jungen dazu tendieren, später ebenfalls Kinder zu missbrauchen. Oder Kinder, die geschlagen wurden, schlagen ihre Kinder später auch - das traf sogar auf mich zu, zwar bei weitem nicht so, wie ich geschlagen wurde (bis ich blutete), sondern der berühmte "Katzenkopp", aber es erforderte das Bewusstsein dafür, dies nicht zu machen, stattdessen aus der Situation rauszugehen und auf die Matratze zu schlagen oder Ähnliches. Dem Impuls und dem Einfachen, einfach "die Hand ausrutschen zu lassen", muss man sich bewusst werden und aktiv entgegenstellen. Das ist schwer, aber man möchte seinen Liebsten ja nicht weh tun. Es geht! Und nein, ich habe auch nie eine Therapie gemacht. Es hat gereicht, sich mit dem Thema zu beschäftigen, was heute deutlich einfacher ist, als in den 80ern, als es noch kein Internet gab. Ich wurde schon oft als Emanze beschimpft, was für mich aber immer eine Genugtuung bedeutete!
Die Prägung (ich bin keine Biologin) sitzt eben sehr tief. Sich dagegen zu stemmen... tja, warum schaffen es manche Menschen und manche nicht?!
Ansonsten: es sollte in der Schule gerne drüber gesprochen werden, gerne beiläufig über die gesamte Schulzeit angewendet werden. Aber was zu Hause abgeht, wird die Schule nicht ungeschehen machen können.

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