Forum: Panorama
Gewalt gegen Lehrer - wie kann man Pädagogen besser schützen?

Schock in Ludwigshafen: Ein 23-Jähriger hat an einer Berufsschule einen Lehrer getötet - mehrere andere soll er angegriffen haben. Wie kann man Pädagogen besser schützen?

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Scorpio2002 18.02.2010, 19:05
180.

Zitat von fiutare
Wir haben unseren Leuten Pfefferspray und elektronische Schlagstöcke zur Verfügung gestellt. Mussten wir wieder abgeben, weil sie unter das Waffengesetz fallen. Eines unserer Krankenhäuser liegt etwas abseits in der Provinz. Der dortige Polizeiposten schliesst um 17:00 Uhr. Danach ist der nächste Posten erst 30km entfernt. Sollte jemand dringend Hilfe benötigen, dauert es über 30 Minuten, bis die Polizei eintrifft. Was ist los in unserer Gesellschaft?
Jetzt muss ich aber doch etwas schmunzeln. Sie haben doch nicht ernsthaft vor sich zu verteidigen, schämen sie sich.
Aber mal im Ernst, sie sehen welche krotesken Züge die Novelierung des Waffenrechts nach Winnenden nimmt. Man bekommt die Möglichkeit genommen sich zu verteidigen. Die "bösen Jugendliche" dürfte das Verbot nun nicht jucken.

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hurgelwurg 18.02.2010, 19:05
181.

Zitat von fiutare
Allen, die jetzt wieder darüber lästern, dass man nun wieder über Killerspiele etc. herfallen wird, sei gesagt: Es ist nun mal so, dass Jugendliche "früher" nicht in die Schulen gezogen sond, um Mitschüler und Lehrer niederzumetzeln. Das hat einen Grund. Das hat womöglich mehrere Gründe. Killerspiele und die Glorifizierung cooler Gewalt (Jack Ass und ähnlicher Müll) sind daran zumindest nicht unbeteiligt. Die Hemmschwelle zu brutaler Gewalt sinkt dramatisch. Das muss man nicht beweisen, das sieht jeder, der sehen will. Und was den Opferschutz angeht: In unserem Krankenhaus sind tätliche Übergriffe auf Schwestern und Ärzte keine Seltenheit mehr. Nachts tauchen betrunkene Jugendliche auf, die der Pfortenkraft schon mal bedeuten: Ich stech dich ab.... Wir haben unseren Leuten Pfefferspray und elektronische Schlagstöcke zur Verfügung gestellt. Mussten wir wieder abgeben, weil sie unter das Waffengesetz fallen. Eines unserer Krankenhäuser liegt etwas abseits in der Provinz. Der dortige Polizeiposten schliesst um 17:00 Uhr. Danach ist der nächste Posten erst 30km entfernt. Sollte jemand dringend Hilfe benötigen, dauert es über 30 Minuten, bis die Polizei eintrifft. Was ist los in unserer Gesellschaft?
Es trägt halt keiner mehr Verantwortung für sein eigenes Handeln, im Zweifelsfall ist das abstrakte Gebilde Gesellschaft Schuld.

Leistung wird nicht mehr respektiert, weil ja alle Leistung angeblich nur durch bessere Chancen ermöglicht wurde.
Und Versagen wird nicht mehr benannt weil ja jegliches Versagen angeblich nur Aufgrund schlechterer Ausgangsmöglichkeiten zu stande kommt.

So hat mans den Leuten doch jahrelang von links eingebläut.

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fintenklecks 18.02.2010, 19:06
182. Nein!

Zitat von tächs
Die vielfach als Schwäche wahrgenommene Kuschelpädagogik befördert die Verwahrlosung eines Teiles unseres Nachwuchses.
Vielleicht meinen Sie in Zeiten des Rohrstocks, des Kreide und Schlüssel schmeissens, gab es das alles nicht?

Es liegt einfach an unserer Zeit. Früher fanden alle eine Arbeitsstelle und es gab viel mehr Perspektiven, Aufschwung, Erfolge.

Heute hangeln wir uns von einer Krise zur nächsten, leben in einer stressigeren Zeit durch Reizüberflutung wie Werbung, schnelle Bilder, e-mail, sms, usw. und die Angst keine existenzielle Grundlage zu bekommen oder diese zu verlieren. Kinder spielen viel weniger im Freien und wachsen nicht mehr so unbeschwert auf. Der Leistungsdruck und die Anforderungen an sich selbst werden größer und härter. Der Konkurrenzdruck mehr, die Sitten rauher. Die Gewalt oftmals nicht als solche wahrgenommen. Die Gesellschaft egoistischer; viele sehen weg.

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schneewolf 18.02.2010, 19:06
183. ein Landkreis macht den Anfang

Zitat von Ako
Der 1. April ist ja noch weit... Daher die Frage - ist das jetzt ernst gemeint oder was??? Da kommt demnächst irgendjemand ohne Gerichtsbeschluss, ohne Begründung in meine Wohnung, schnüffelt rum, findet natürlich nichts und ich soll es dann noch bezahlen??? Was soll denn der Schrott???
und soviel sollte Ihnen doch unser aller Sicherheit wert sein!

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Rainer Helmbrecht 18.02.2010, 19:09
184.

Zitat von john field
...... Wie wir natürlich alle in unserer Schulzeit selbst erfahren haben, sind Lehrer Fackeln des Wissens, die uns mit sehr großer Freude ein bisschen Licht ihrer enormen Erleuchtung schenken. Und wenn sie doch mal einen Fehler oder einige mehr machen, geschieht das ja nur, um die Schüler zu belehren......
Ich vermute mal, dass Ihr Beitrag "witzisch" sein soll.

Ich sehe bestimmt nicht meine Schulzeit als eine Aneinanderreihung von Pädagogischen Höchstleistungen, aber ich sehe, dass das, was da früher von Schülern verlangt wurde, zum Wohle der Schüler und der Gesellschaft war.

Ich habe 30 Jahre lang Lehrlinge ausgebildet und kann schon beurteilen, dass das Nichtwissen, nicht den Lehrern zuzurechnen ist, sondern den Schülern und, noch wichtiger, den Eltern.

Dass es Schüler gibt, die Monate lang die Schule schwänzen, kann nicht nur am Schulsystem liegen. Ein Problem sehe ich im allgemeinen Realitätsverlust. Jemand der Schule und Ausbildung verweigert, möchte einen Job, der ihm Freude macht und ihn geistig fordert. Der Job muss Spaß machen, darf nicht langweilig sein und soll natürlich gut bezahlt werden.

Junge Leute, die funktionieren und gut ausgebildet sind, nehmen dann so interessante Tätigkeiten auf, wie Regale einräumen, Hof fegen und in Drückerkolonnen den Sklaven spielen. Verkehrte Welt eben;o).

MfG. Rainer

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Achim Detjen 18.02.2010, 19:09
185. Interessant?

Eine frage stellt sich nun: "WANN FORDERT DIE ERSTE DAS VERBOT VON MESSERN?"

Unsere Betroffenheitspolitiker können sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen.....

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hurgelwurg 18.02.2010, 19:11
186.

Zitat von 1. Oktober
Pädagogen können sich selbst am besten schützen. Indem sie Wissen vermitteln, nachsichtig sind und sich nicht mit einem Bundeswehr-Feldwebel verwechseln.
Zum Wissen vermitteln gehören auch immer noch zwei.

Aber der Nullbock Schüler widersprcht wahrscheinlich ihrem Bild vom wissbegierigen Kind das nur darauf wartet die Welt zu entdecken und alles aufzusaugen was ihm der Pädagoge lehrt.

In der Berufsschule haben sie Leute sitzen die schon ihr eigenes Geld verdienen, da kann man auch mal Tacheles reden.

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e-ding 18.02.2010, 19:12
187. ...

Zitat von sozialminister
Ich war auch mal perspektivlos und verzweifelt, nur hatte ich noch genug Intelligenz um einfach meine Erwartungen zurückzuschrauben und nach nichts mehr zu verlangen.
Naja ein Zeichen von Intelligenz wäre es gewesen, Erwartungen zu korrigieren, und gleichzeitig nach Möglichkeiten und Chancen zu suchen. Aber man kann sich offensichtlich auch so einrichten.

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mac4ever 18.02.2010, 19:19
188. Neue Generation von Nöten

Zitat von ThomasPr
...und alles ausdiskutieren, und für alles Verständnis zeigen, und ja keine Leistung fordern und so nur noch Versager produzieren.
Wenn man Pädagogen zu Papiertigern degradiert, die außer Noten keine Sanktionsmöglichkeiten haben, braucht man sich nicht wundern, wenn diese keine Autorität haben.

In einer Ego-Gesellschaft, in der "Abzocken" zum gesellschaftlich anerkannten Verhalten mutiert, braucht man sich nicht zu wundern, wenn Leistungen verweigert werden und statt dessen auf Teufel komm raus getrickst, korrumpiert, betrogen, genötigt wird.

Wenn nur noch die Kriterien "Winner" und "Loser" existieren, gibt es als Konsequenz viel mehr Loser, als jedes Gemeinwesen tolerieren kann.

In einer Welt, in der nur noch getrickst wird, statt Leistung zu bringen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die junge Generation dies für den Nomalfall hält und Leistung verweigert oder vortäuscht.

Wenn dann moralische Normen genau ins Negative verkehrt werden, also Gewalt "colol" ist, braucht man sich nicht zu wundern, wenn Schüler auf die Idee kommen, daß ihnen gute Zensuren ohne entsprechende Leistungen zustehen.

Mit tödlichen Konsequenzen im Einzelfall.

Lehrer können diese Zustände nicht ändern. Niemand kann das allein. Schuldzuweisungen sind zwecklos. Erst eine neue Generation, bei der Solidarität und Entschleunigung cool sind, kann das ändern.

Davon ist aber noch nichts zu sehen. Wir brauchen wieder ein 68, das die Gesellschaft umkrempelt. Aber nicht in Richtung Lassez fair. Denn dann haben wir das sozialdarwinistische Haifischbecken der "Winner", das sich gegenwärtig etabliert.

Gegenwärtig haben wir genau den entgegengesetzten Pendelausschlag.

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john field 18.02.2010, 19:19
189.

Zitat von Rainer Helmbrecht
Ich vermute mal, dass Ihr Beitrag "witzisch" sein soll.
Eine beachtete Lachnummer ist besser als eine ignorierte Meisterleistung

Zitat von Rainer Helmbrecht
Ich habe 30 Jahre lang Lehrlinge ausgebildet und kann schon beurteilen, dass das Nichtwissen, nicht den Lehrern zuzurechnen ist, sondern den Schülern und, noch wichtiger, den Eltern.
Natürlich, ich stimme da mit ihnen vollkommen überein.
Lehrer als inkompetent zu bezeichnen ist völlig falsch, es ist natürlich so, dass die Schüler und Eltern nicht verstehen, worauf der Lehrer hinauswill, anders herum wäre das ja total absurd.

Zitat von Rainer Helmbrecht
Dass es Schüler gibt, die Monate lang die Schule schwänzen, kann nicht nur am Schulsystem liegen. Ein Problem sehe ich im allgemeinen Realitätsverlust. Jemand der Schule und Ausbildung verweigert, möchte einen Job, der ihm Freude macht und ihn geistig fordert. Der Job muss Spaß machen, darf nicht langweilig sein und soll natürlich gut bezahlt werden.
Und ich dachte immer, dass jemand, der Bildung verweigert einfach keine Lust auf selbige hat, da kann man sich irren.


Zitat von Rainer Helmbrecht
Junge Leute, die funktionieren und gut ausgebildet sind, nehmen dann so interessante Tätigkeiten auf, wie Regale einräumen, Hof fegen und in Drückerkolonnen den Sklaven spielen. Verkehrte Welt eben;o).
Suchen sich diese jungen Menschen in der Regel nicht einen neuen Inspizienten, der ihnen sagt, wie sie zu funktionieren haben, bis sie es irgendwann selbst tun?

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