Forum: Panorama
Gewalt gegen Polizisten: Bespuckt, beschimpft, bedroht

Freund und Helfer war gestern - heute treffen Polizisten immer öfter auf Verachtung, Ablehnung, Aggression. In einer großen Studie soll der beunruhigende Trend jetzt untersucht werden: "Bullen aufzumischen" ist längst zum Hobby gewalttätiger Jugendgangs geworden, klagt ein Beamter.

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descartes101 12.02.2010, 14:22
1. .

Zitat von sysop
Freund und Helfer war gestern - heute treffen Polizisten immer öfter auf Verachtung, Ablehnung, Aggression. In einer großen Studie soll der beunruhigende Trend jetzt untersucht werden: "Bullen aufzumischen" ist längst zum Hobby gewalttätiger Jugendgangs geworden, klagt ein Beamter.
Dieser Effekt ist aber nicht nur unilateral. Wenn ich mir anschaue, wie enthemmt die Polizei z.B. bei Demonstrationen auch und gerade gegen die friedlichen Demonstranten vorgeht, dürfen die nicht mit dem Finger auf andere zeigen.

Es sieht mir sehr danach aus, dass die Polizei ebenfalls verstärkt gewalttätig gegen Menschen vorgeht, wenn sie in der Überzahl ist und keine grosse Gegenwehr zu erwarten hat.

Und gerade wenn gewalttätige Chaoten, gewalttätige Jugendliche in Gang-artigen Strukturen nach amerikanischem Vorbild und oft mit Migrationshintergrund irgendwo randalieren, hält sich die Polizei auffällig zurück. Die schiessen lieber mit sieben Mann auf einen hageren Studenten mit einem Messer in der Hand, bis der sich nicht mehr regt.

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AwE_123 12.02.2010, 14:27
2. selbst schuld...

Tja - der Polizist aus Düsseldorf hats erfasst:
"Die Gewaltspirale dreht sich immer schneller"
Gewalt erzeugt Gegengewalt. Wer sich so aufführt wie unsere "Freunde und Helfer" der braucht sich nicht wundern!
Und wenns nur 5% sind die sich daneben benehmen - am Ende leiden alle darunter.

Wenn man als Polizist in diesem Lande keinen Persilschein für straffreie Übergriffe hätte, gäbe es das Problem auch nicht!
Selbst schuld sag ich da nur; und wer heute Polizist wird muß sich vorher darüber im klaren sein, bei was für einem Verein er da landet, und welche Konsequenzen das für sein Leben hat! Von mir kein Mitleid!

Würde es endlich eine angemessene Verfolgung begangener Straftaten im Dienst geben (die gibt es imho nicht!), würde sich das Problem über kurz oder etwas länger in Luft auflösen.

"Pfeiffer und seine Mitarbeiter wollen in den nächsten vier Wochen knapp 86.000 Polizisten per Online-Fragebogen einvernehmen. Die Beamten sollen sich unter anderem dazu äußern, wie es zu den Übergriffen kam, welche Schutzausstattung sie hatten und ob später noch körperliche oder psychische Folgen auftraten."

Den Bogen sollen Sie auch mal an Opfer von Polizeigewalt austeilen...

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Eutighofer 12.02.2010, 14:30
3. Früh undkonsequent

Es stellt sich die Frage, ob die Gerichte Gewalttaten konsequent ahnden. Gerade bei Gewalttaten sollte eine Bewährungsstrafe die Ausnahme sein.
Wenn der Kopf einer gewalttätigen Clique für eine Weile aus dem Verkehr gezogen wird, werden die Mitläufer in der Gruppe abgeschreckt. Das Mantra mancher Gutmeinender "Haftsrafen sind kontraproduktiv" kann ich nicht nachvollziehen. Konsequente Starfverfolgung gibt es ja schon seit langem nicht mehr, nur die schlimmsten Intensivtäter landen viel zu spät hinter Gittern, bei diesen ist die Rückfallquote dann natürlich hoch.
Nur frühes, konsequentes Einschreiten kann Täter noch beeindrucken und Mitläufer abschrecken.

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claus-1 12.02.2010, 14:31
4. Hart aber Fair

Da ich selbst Polizeibeamter bin, kann ich aus Erfahrung sprechen. Gerade die Jugendlichen mit Migradions Hintergrund haben vor der deutschen Polizei, egal in welchem Bundesland absolut keinen Respekt mehr.

Greift die Polizei hart durch werden gleich die nRufe nach Polizeistaat laut.
So geht es nicht weiter. Es muß unter allen Umständen härter durchgegriffen werden.
Die Regierung muß den Polizeibeamten mehr Rückendeckung geben und sie nicht verurteilen, wenn es mal rau zur Sache geht.
Dank an die 68er Generation.

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Danny Wilde 12.02.2010, 14:36
5. "Der Brief, der SpiegelOnline vorliegt",

... steht seit dem 28.11.2008 ganz offen auf wz-newsline herum, da ist SpOn mal wieder - boah!!! - supergeheimnisvoll und fix wie immer!!!! Gratulation!

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jberner 12.02.2010, 14:36
6. Wie man in den Wald hineinruft...

Polizei erlebe ich aktiv eigentlich nur in zwei Situationen: Bei Verkehrskontrollen, wo man häufig genug den Eindruck hat, daß sie nicht zum Eindämmen problematischer Verhältnisse, sondrn zu Generieren von Einnahmen delegiert werden, und von Demonstrationen, wo vermummte und nicht identifizierbare scharze Polizeiblöcke angeblich Gewalt verhindern sollen, durch ihr Auftreten die jedoch gerade bei Jungmännern geradezu herausfordern.

Ein anderes -souveränes und nicht martialisches- Auftreten wäre häufig sachdienlich und würde helfen, dem Image des tumben Bullen angenehmere Eigenschaften hinzuzufügen.
Vor diesem Hintergrund wundert es mich nicht, daß unsere konservativen Politiker verhindert habe, Hintergründe der polizeilich tätigen Menschen auszuleuchten. Es käme mit Sicherheit viel Unerfreuliches ans Licht. Polizisten sind eben nicht nur Opfer, sondern häufig genug auch Täter.

Helfen würde nur eine Ausbildung zum Bürgerpolizisten statt zum Durchsetzer staatlicher Machtansprüche. Das kostet aber Geld und setzt die Überzeugungskraft einer zivilen Gesellschaftsordnung voraus.

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lichtschalter 12.02.2010, 14:36
7. Gegen das Volk

Die Polizisten geben sich oft für den Schutz der Interessen sehr weniger her. Dafür machen Sie sich bei der Masse, ihrem eigentlich Auftraggeber laut Verfassung, unbeliebt. Die Gesellschaft befindet sich in einem gefährlichen Desintegrationsprozess. Polizisten müssten bei Gelegenheiten wie zB dem Nato-Gipfel in Kehl, wo Demonstranten auf niederträchtige Weise eingeschüchtern, hingehalten und belogen worden sind, kollektiv den Dienst verweigern. Weil Sie das nicht tun, verwirken Sie in den Augen des Volkes ihren Status. Das ist Aufgabe der Polizeigewerktschaft, gegenüber dem Dienstherrn notfalls auch mal ein demokratisches Nein zu organisieren. Demokratie darf nicht bei den Sicherheitsorganen aufhören.
Die Staatsleute welche sich zB in München treffen, verdienen nicht mehr Schutz als normalerweise nötig wäre. Mittlerweile wird aber eine ständige Bedrohungslage beschworen und auch aktiv hervorzurufen versucht. Notfalls wirft dann mal ein Zivilpolizist den ersten Stein. Das nennt sich Poltik der Spannung.

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Hercules Rockefeller 12.02.2010, 14:36
8. Gründe sonnenklar

Ist doch offensichtlich, warum das so ist:
Die neuen Polizeiuniformen lassen die Beamten wie niveaulose Securityhansel wirken, wie sie vor jeder Schmuddeldisco rumstehen. Die alten Uniformen verliehen den Beamten eine Identität und wirkten "amtlich", auch wenn sie nicht modisch waren.

Zusätzlich ist der Beamte nur so lange Autorität, wie er auch eingebunden ist. Wie soll man einen Beamten ernst nehmen, wenn man nach der Festnahme (damit es so weit kommt, muss schon was passieren) ein paar Stunden später wieder freikommt und das Verfahren in 99% der Fälle eingestellt wird, weil im vermeintlichen Strafrecht nur die Opfer bestraft werden, während der Täter den Schutz genießt?
Polizeibeamter ist einfach ein undankbarer Beruf geworden. Man ist der Sandsack fürs Prekariat und der Kugelfang für die Politik.

Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich einen Beamten in den neuen militanten Uniformen sehe, auch wenn er nur Streifenpolizist ist, mich macht der Anblick auch agressiv. Von Freund und Helfer sehe ich da nichts, wenn einer wie ein Schläger aus der Hooliganszene eingekleidet wird. Sogar die amerikanischen Beamten sehen weniger nach Schlägertrupp aus, und das will schon was heissen.

Gewalt erzeugt eben Gegengewalt. Wo der Beamte nicht mehr als Mensch zu erkennen ist, sondern nur noch als potentielle Bedrohung, da muss man sich nicht wundern, wenn schwierige Situationen eskalieren-da werden Urängste geweckt. Das löst entweder Starre aus, oder massivste Gegenwehr.

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Hep99 12.02.2010, 14:37
9. Was war zuerst? Das Huhn oder das Ei...

...eigentlich ist es wie die Frage nach dem Ei oder dem Huhn - was war zuerst da? Gewalttätige Demonstranten/Jugendliche oder Übergriffe durch die Polizei.
Auf jeden Fall finden wir uns ein einer Spirale, die so leicht zu stoppen nicht möglich ist, aber VON BEIDEN SEITEN angegangen werden muss.
Das Problem: die Polizei sitzt immer am längeren Hebel und dass dort viel zu oft der eine den anderen deckt ist nicht erst seit dem Fall "Wörz" bekannt.
Zweites Problem: die Masse der Gesellschaft kann sich gar nicht vorstellen, WIE willkürlich die Polizei bei Demos oder in Fußballstadion vorgeht, weil sie selbst nicht dabei waren und alles nur aus den Medien kennen...

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