Forum: Panorama
Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen: Väter nach #MeToo
Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

"Sei kein Idiot": In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" sprechen wir über die unterschiedliche Erziehung von Söhnen und Töchtern - außerdem erklärt Schauspielerin Maria Furtwängler Mädchen-Jungen-Klischees.

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vera gehlkiel 21.05.2019, 19:03
10. @mark.muc

Zitat von mark.muc
"Männer, welche die Welt vom Fernsehsehsessel oder aus dem Bürodrehstuhl heraus beschrieben haben, hatten wir, frei nach Karl Marx, nun mehr als genug." Liebe Frau Gehkiel, Männer haben durch Technologien, die sie erfanden, es den Menschen erst ermöglicht, sich von biologischen Mustern zu entfernen. Vor der Technologisierung, vor Einführung von Verhütungsmitteln, vor Eindämmung der Kindersterblichkeit, vor der Versorgung mit sauberem Trinkwasser, vor der Erfindung von Maschinen, welche Muskelkraft obsolet gemacht haben, war eine Angleichung der Lebensverhältnisse von Frauen und Männern schlicht nicht möglich und nicht immer ging es Frauen dabei in jeder Hinsicht schlechter als Männern. Auch den Buchdruck, und sogar das Fernsehen und das Internet erfanden Männer. Zumindest die Erfindung des Fernsehers fand nicht im Fernsehsessel statt. Oder sehen Sie das anders? Und zum sauberen Trinkwasser gehören auch Männer, die für uns durch die Abwasserkanäle waten. In diesen Kanälen schwimmt auch femininen Scheiße. Was soll Ihr unerträglicher Sexismus?
Sorry, das eine ist die Entwicklung von "Tools", die Menschen schon, (wer es nicht glaubt soll mal Kinder bei der aeusserst ernsthaften Arbeit des Spielens beobachten) gewisser Massen angeboren ist. Das andere ist, dass der Steinzeitmensch für das Herstellen eines tauglichen Faustkeils wahrscheinlich mehr Hirnschmalz benötigte, als heute jemand für das Erstellen eines Excel-Tabelle. Was bedeutet: in einer Welt, in der sich die Anwendungsmöglichkeiten von Tools potenziert haben, haben sich die kreativen Möglichkeiten ihrer (männlichen) Nutzer nicht nennenswert verbessert, mutmaßlich verringert. Immer noch geht es um Macht und ums Delegieren, mit anderen Worten um Tribalismus, Aberglauben und reine Passivität als das höchste der Gefühle im Zusammenhang mit jeder Vorstellung von Glück. Wenn das nicht ein rein männliches, sprich testosteronfixiertes Verhalten ist (was hier jetzt neuerdings auch "moderne" Frauen wie diese Svenja Flasspoehler verherrlichen) weiß ich es auch nicht...

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three-horses 21.05.2019, 19:22
11. Auch Männer sind nur Menschen.

Zitat von vera gehlkiel
Sorry, Gents: "nach #metoo" ist zweifellos die bequemere Variante, allerdings muss es "während #metoo/open end" heißen. Männer, welche die Welt vom Fernsehsehsessel oder aus dem Bürodrehstuhl heraus beschrieben haben, hatten wir, frei nach Karl Marx, nun mehr als genug. Jetzt kommt es drauf an, dass wir Frauen sie verändern...Und zwar aus der Perspektive heraus, die uns schon längst zugestanden haben würde...
Ja, Vera...ich schätze sehr Ihr Schreibstil....nur diesmal fehlte der Geist den Worten.

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Renkin 21.05.2019, 19:26
12. @4 Mark.muc

Grundsätzlich zwar richtig, was die unterschiedliche Darstellung angeht, aber häusliche Gewalt (zumindest physische) geht immer noch zu 70-80% von Männern aus. Das muss nicht daran liegen, dass Frauen die „besseren“ Menschen sind, sondern kann auch darin begründet sein, dass sich viele Frauen, selbst wenn sie es wollten, sich wahrscheinlich nicht trauen würden, auf ihren Mann loszugehen.
Ich würde zB niemals gewalttätig gegenüber meiner Freundin werden, aber im Ernstfall wäre ich ihr körperlich schlichtweg weit überlegen. Eine Frau muss, wenn sie ihren Mann schlägt, mit deutlich heftigerer Gegenwehr rechnen, als umgekehrt.

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vera gehlkiel 21.05.2019, 19:30
13.

Zitat von FocusTurnier
Es gibt Veränderungen in der Arbeitswelt nach #metoo, aber Ich weiß nicht, ob die so beabsichtigt waren: https://nypost.com/2019/05/17/men-are-afraid-to-mentor-women-after-metoo-and-it-hurts-us-all-study/ https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-12-03/a-wall-street-rule-for-the-metoo-era-avoid-women-at-all-cost Wie sieht es mit Veränderungen hinsichtlich der Familienpolitik zugunsten von Männern und Vätern aus? Wann bewegen sich da die Frauenministerinnen?
Es gibt gar keine Absichten bei Graswurzelbewegungen wie #metoo und deshalb auch keine gute Vorher/Nachher -Doktrin. Sondern nur freiwerdendes kreatives Output. Oder alternativ Verhaftetbleiben in aberglaeubischer Furcht vor einer offenen Zukunft. Eine Tatsache ist wohl, dass Frauen immer näher am Nichts gebaut haben, teils wegen der lebensgefährlichen Option Kinderkriegen, teils wegen körperlich geringerer Kraft. Beide Tatbestände werten #metoo entschieden hinsichtlich dessen auf, dass man, rein existentialistisch gesehen, "Authentizität" als die Fähigkeit, Limitiertheiten des eigenen Daseins zu begreifen und fürs Erste anzuerkennen, eben um daraus hoechst persönlich, individuell und eigenständig ganz allgemeine Forderungen abzuleiten, ansehen sollte. Männlicher Reaktionismus beweist hierbei eigentlich nur, wie sehr diese Sache voll ins Schwarze getroffen hat...

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BurekTomate 21.05.2019, 20:07
14. Wieder mal falsche Wortwahl

Ich nehme an dass das immer bewusst geschieht auf SPON. Denn das ist keine Gleichberechtigung, "metoo" ist pure Misandrie.
Dass die Medien diesen Schwachsinn so sehr gefördert haben, während die Menschen nur Verachtung dafür haben, zeigt noch einmal die Diskrepanz zwischen Volk und Medien.

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mark.muc 21.05.2019, 20:16
15. Das ist wahrscheinlich falsch

Zitat von Renkin
Grundsätzlich zwar richtig, was die unterschiedliche Darstellung angeht, aber häusliche Gewalt (zumindest physische) geht immer noch zu 70-80% von Männern aus. Das muss nicht daran liegen, dass Frauen die „besseren“ Menschen sind, sondern kann auch darin begründet sein, dass sich viele Frauen, selbst wenn sie es wollten, sich wahrscheinlich nicht trauen würden, auf ihren Mann loszugehen. Ich würde zB niemals gewalttätig gegenüber meiner Freundin werden, aber im Ernstfall wäre ich ihr körperlich schlichtweg weit überlegen. Eine Frau muss, wenn sie ihren Mann schlägt, mit deutlich heftigerer Gegenwehr rechnen, als umgekehrt.
Das ist nicht richtig. Eine Frau muss im Regelfall mit deutlich weniger Gegenwehr rechnen als ein Mann. Wie oft habe ich schon als Kind gehört: FRAUEN SCHLÄGT MAN NICHT. Ich schlage keine Frauen, aber ich schlage auch keine Männer. Kurz und gut: Ich schlage keine Menschen. Leider habe ich auch Fälle im eigenen Bekanntenkreis erleben müssen. Die Gewalt ist keine Frage der physischen Überlegenheit, sondern eine Frage der psychischen Abhängigkeit, gerade bei Gewalt in der Familie. Zudem gibt es Werkzeuge: Messer, Glasflaschen etc. Manche Studien nehmen sogar an, dass Frauen mehr Gewalt ausüben als Männer. Dies scheint alles noch etwas unklar. Klar ist aber, dass weibliche Täterschaft und männliche Opfer keine winzige Randgruppe bilden.

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mark.muc 21.05.2019, 20:32
16.

Zitat von vera gehlkiel
Sorry, das eine ist die Entwicklung von "Tools", die Menschen schon, (wer es nicht glaubt soll mal Kinder bei der aeusserst ernsthaften Arbeit des Spielens beobachten) gewisser Massen angeboren ist. Das andere ist, dass der Steinzeitmensch für das Herstellen eines tauglichen Faustkeils wahrscheinlich mehr Hirnschmalz benötigte, als heute jemand für das Erstellen eines Excel-Tabelle. Was bedeutet: in einer Welt, in der sich die Anwendungsmöglichkeiten von Tools potenziert haben, haben sich die kreativen Möglichkeiten ihrer (männlichen) Nutzer nicht nennenswert verbessert, mutmaßlich verringert. Immer noch geht es um Macht und ums Delegieren, mit anderen Worten um Tribalismus, Aberglauben und reine Passivität als das höchste der Gefühle im Zusammenhang mit jeder Vorstellung von Glück. Wenn das nicht ein rein männliches, sprich testosteronfixiertes Verhalten ist (was hier jetzt neuerdings auch "moderne" Frauen wie diese Svenja Flasspoehler verherrlichen) weiß ich es auch nicht...
SORRY was meinen Sie damit? Entschuldigung? Sie müssen sich nicht für schlechte Argumente entschuldigen. Sie sollten daran arbeiten, diese zu bessern. Also das Testosteron ist es. Zunächst ist das Geschlecht ein gesellschaftliches Konstrukt, dann kann es aber plötzlich auf Biochemie reduziert werden. Natürlich braucht man für EINFACHE Excel Rechnungen weniger Intelligenz als zur Herstellung eines guten Faustkeiles, aber was hat das mit dem Thema zu tun? Übrigens zeigen verschiedene Untersuchungen, dass die Intelligenz von Menschen in den letzten Generationen zugenommen hat. Ob das bei dem Smartphone Exzessen so bleibt, kann man natürlich bezweifeln. Sie müssen mir aber erklären, warum z.B. ein Physiker, der sich mit der String Theorie beschäftigt oder ein Mathematiker der Differentialtopologie betreibt, wegen irgendwelcher Softwarewerkzeuge weniger Intelligenz benötigt. Meinen Sie das im Ernst? Dann wissen Sie nichts über MINT Fächer. Und wieso sich bei solchen Personen alles um Macht, Delegieren, Tribalismus dreht erschließt sich mir auch nicht. Oder ist es wie bei dem Klimawandel, der durch den real nicht existenten aber meteorologisch doch wirksamen Penis verursacht wird: Schlichtweg mystisch?

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mark.muc 21.05.2019, 20:39
17.

Zitat von vera gehlkiel
Es gibt gar keine Absichten bei Graswurzelbewegungen wie #metoo und deshalb auch keine gute Vorher/Nachher -Doktrin. Sondern nur freiwerdendes kreatives Output. Oder alternativ Verhaftetbleiben in aberglaeubischer Furcht vor einer offenen Zukunft. Eine Tatsache ist wohl, dass Frauen immer näher am Nichts gebaut haben, teils wegen der lebensgefährlichen Option Kinderkriegen, teils wegen körperlich geringerer Kraft. Beide Tatbestände werten #metoo entschieden hinsichtlich dessen auf, dass man, rein existentialistisch gesehen, "Authentizität" als die Fähigkeit, Limitiertheiten des eigenen Daseins zu begreifen und fürs Erste anzuerkennen, eben um daraus hoechst persönlich, individuell und eigenständig ganz allgemeine Forderungen abzuleiten, ansehen sollte. Männlicher Reaktionismus beweist hierbei eigentlich nur, wie sehr diese Sache voll ins Schwarze getroffen hat...
Zitat: Männlicher Reaktionismus beweist hierbei eigentlich nur, wie sehr diese Sache voll ins Schwarze getroffen hat...
Das ist die Logik von Hexenprozessen. Wehrt man sich nicht: Die Schuld ist nachgewiesen. Wehrt man sich: Die Schuld wird umso größer. Um es gleich abzublocken Frau Gehlkiel: Es gab auch
männliche Hexen, die verbrannt wurden. In der Wissenschaftstheorie nennt man so etwas auch das Immunisieren von Theorien. Solche Pseudotheorien findet man vor allem im religiösen Bereich.

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mark.muc 21.05.2019, 21:04
18. Aberglauben und reine Passivität als das höchste der Gefühle... Glück

Man sollte fast meinen, dass Sie hier auf die traditionelle Frauenrolle abzielen. Oder meinen Sie doch die Männer? Sind Aberglauben und Passivität die Wirkung von Testosteron? Oder doch Östrogen?.....Oder wollen wir doch lieber diese alberne menschenverachtende Diskussion sein lassen und wieder jeden Menschen als Individuum schätzen lernen und gelegentlich auch wohlwollend kritisieren?

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current3 21.05.2019, 21:31
19. Interessante Idee!

Zitat von spamos
Hallo, Ich finde es gut, dass über das Thema gleich Berechtigung gesprochen wird. Ich komme aus den neuen Bundesländern und für mich ist Gleichberechtigung gelebte Realität. Leider werden Männer pauschal immer als Schuldige dargestellt. Das stört mich sehr. Auch glaube ich nicht dass eine Frauenquote in Vorständen irgendetwas bringt. Kleiner Test. Nennen sie 10 daxunternehmen und jeweils mindestens 1 Vorstandsmitglied (egal ob weiblich oder männlich). Ich vermute das Ergebnis wird sehr mau ausfallen. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass der Preis ein Vorstandsmitglied zu sein, sehr hoch ist und viele nicht bereit sind diesen zu zahlen. Besonders ist Kindererziehung nur schwer damit vereinbar. Mein Vorschlag, fragt euch doch mal wer die Kinder hauptsächlich erzieht. Den größten Teil haben Mütter und Erzieherinnen in Kitas und Grundschullehrerinnen. (Das sind die Tatsachen, die ja geändert werden sollen) Hier erfolgt die Prägung und ich glaube hier würde eine Quote von Männern viel mehr helfen. Da den Mädchen nicht suggeriert wird, was Frauenberufe sind. Und Jungen diese Berufe erst zugänglich gemacht werden.
Den Ansatz, eine Männerquote im sozialen Bereich einzuführen, finde ich (zumindest auf den ersten Blick) großartig! Wie Sie sagen: Neue Rollenvorbilder können so gelernt werden. Die Löhne würden vielleicht auch steigen, um die Quote erfüllen zu können (je nach der Art der Gestaltung).

Dazu kommt, dass es sicher auch viele Männer mit "sozialer Ader" gibt, die sich im technischen Bereich gar nicht so wohl fühlen und ein erfüllteres Leben führen könnten, wenn sie sich um junge, alte oder kranke Menschen kümmern würden. Letztendlich können Männer ja genauso in erlernten Verhaltensmustern feststecken wie Frauen.

Reine Chancengleichheit wird uns nicht weiterhelfen, wenn die Sozialisation (ggf. ohne es zu wollen) Rollenverhalten einprägt.
Es wäre aber ein sehr positiver Ansatz in der Gleichberechtigungsdebatte, zu zeigen, dass die Möglichkeiten aller erweitert werden könnten. Und zwar auch dadurch, dass gesellschaftlich festgefahrene Strukturen durch gezielte Förderung von Männern und Frauen aufgebrochen werden können.

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