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Grundsatzentscheidung: Amnesty kämpft jetzt auch für Liberalisierung der Prostitution
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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzt sich künftig für eine Liberalisierung der Prostitution ein. Das hat die Hauptversammlung der Bewegung beschlossen - weltweiter Proteste zum Trotz.

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Wunderläufer 12.08.2015, 14:04
150. Akzeptiert!

Bei der ersten Lektüre habe ich auch geschluckt und "unglaublich" gedacht.
Aber bei intensiverem Nachdenken muss ist Amnesty recht geben: Prostitution lässt sich nicht aus der Welt schaffen. Was verboten und kriminalisiert wird verschwindet im Untergrund. Damit kann niemandem gelegen sein, der den Prostituierten helfen will

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Ontologix II 12.08.2015, 14:15
151. Richtig

Zitat von Wofgang
[95% Zwangsprostituierte] Woher kommt denn diese Zahl? Geschätzt? Von Emma?
Die ehrenwerte Frau Schwarzer kommt auf diese Zahl, weil sie Zwangsprostituierte, die auf Grund von physischem Zwang in die Prostitution gezwungen werden und solche, die sich aus wirtschaftlicher Not oder zum Gelderwerb prostituieren, in einen Topf wirft.
Da die meisten Frauen und Männer arbeiten, um wirtschaftlicher Not zu entgehen, sind demnach 95% aller Frauen und Männer Zwangsarbeiter.
Es gibt keine zuverlässigen Zahlen, wie viele Frauen echte Zwangsprostituierte sind. Die Schätzungen schwanken sehr stark und sind wohl auch regional verschieden. Am häufigsten findet man sie wohl am Straßenstrich.

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Wheredoyouwanttogotoday? 12.08.2015, 14:36
152. Gutmenschen

Zitat von indubioproreo
Prostitution wird es immer geben, man kann sie leugnen und den Frauen damit jegliches Recht absprechen, oder sie legal machen und regulierend eingreifen. Die Frage.....
Na super, die meisten "Gutmenschen", also normale Menschen, die nicht andere hassen, weil ihnen der Geburtsort nicht passt, haben sicher kein Problem mit Sexarbeit. Entkriminalisierung dürfte eher Konservative und Rechte stören.

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Wheredoyouwanttogotoday? 12.08.2015, 14:44
153. Sex und Würde

Zitat von Tahlos
könnte dann zu einem neuen Lehrberuf führen. Einer 2-3 jährigen Ausbildung zum Zuhälter mit Gesellenbrief am Ende. Der Meister ist dann auch nicht weit. Lässt sich dann auch Branchenübergreifend bei Zeitarbeitsfirmen als Mitarbeiter der Führungsebene einsetzen, denn soviel Unterschied gibt es ja da nicht. Die Mitarbeiter müssen sich ja ähnlich "verkaufen (lassen)" - Würde zählt nicht.
Was genau ist an gutem und professionellen Sex würdelos?
Ist auch professionelle Pflege würdelos?
Ist Schlachten wrdelos?
Leichen waschen?

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Wheredoyouwanttogotoday? 12.08.2015, 14:46
154. Hm

Zitat von toscana57
Wie kann es mit der Würde einer Frau vereinbar sein, wen sie aus lauter Not und Elend ihren Körper verkaufen muss ? Etwas würdeloseres kann ich mir als .....
Mit einer derart antiquierten Haltung können Sie eigentlich nur sicher sein, dass Ihre Enkel und Kinder es Ihnen niemals sagen wrden, wenn sie aus Spaß oder Neugier dieser Tätigkeit nachgehen würden.

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Wheredoyouwanttogotoday? 12.08.2015, 14:51
155. Das ist nicht wahr.

Zitat von Angelika W.
Das hat ja schon in Deutschland nicht funktioniert und Menschenhändlern Tür und Tor geöffnet. Wie soll das überhaupt funktionieren in einem Milieu, das von Ausbeutung lebt. Genauso gut könnte man Kinderarbeit liberalisieren. Vermutlich sitzen auch bei Amnesty wieder zu viele Menschen in den Entscheidungsgremien, denen es an Hirn und Mitgefühl für andere fehlt.
Zeitgleich mit dem ProstschutzG sind die Grenzen nach Osteuropa geöffnet worden und es kamen viele Arbeiter/innen, die unsere Wirtschaft aufgrund ihrer prekären Lage ausnutzt, bis heute. Im Bau, in der Pflege, im Reinigungsgewerbe, in der Gastronomie, in Schlachthöfen und auch in der Prostitution.
Aber nur in der Prostitution wird Armutsbeschäftigung angeprangert und gar mit Menschenhandel gleichgesetzt.
Scheinheilig!

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Wheredoyouwanttogotoday? 12.08.2015, 14:54
156. Lesen bildet

Zitat von Sotho
Auch Amnesty folgt nur einer Ideologie. Ideologien haben immer den Nachteil, dass sie objektive Mängel enthalten. Sie setzen sich hier für die Freiheit eines Personenkreis (Zuhälter) ein, die umgekehrt überhaupt keine Skrupel kennen. Ohne Zuhälter würde es in der freien westlichen Welt keinen Frauenhandel geben. Wenn Amnesty sich für die Legalisierung von Prostitution einsetzt, dann fördern sie damit den Frauenhandel.
Die Überschrift ist leider von der Blöd-Zeitung hier rein gerutscht.

Wenn Sie lesen, sehen Sie, dass a) AI Prostituierte schützt und b) Zuhälterinnen schon Wohnungsmieterinnen sind, bei denen weitere Frauen anschaffen, also normale Wirtschaft.

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symolan 12.08.2015, 14:54
157.

Nur so nebenbei: es gibt auch männliche Prostituierte.
Bezüglich Menschenhandel: Es ist wahrscheinlich einfacher, solche Dinge zu kontrollieren, wenn es in einem legalen Umfeld stattfindet als umgekehrt.
Zudem ist die Annahme, dass ausschliesslich alle Damen und Herren, die diesem Gewerbe nachgehen, dies aus Zwang oder einer absoluten Notlage heraus tun, genau das: eine unsubstantiierte Annahme.
Wie bei vielen anderen Dingen, gibt es auch hier Kosten/Nutzen-Überlegungen. Und für manche wird der mögliche Verdienst die erwartete Tätigkeit mehr als aufwiegen.

Für viele andere nicht.
Ich finde, es gibt schlimmere Berufe.

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Wheredoyouwanttogotoday? 12.08.2015, 14:57
158. Eben

Zitat von markus_wienken
In Staaten mit einem guten Sozialsystem, so wie z.B. Deutschland, muss sich gar keine Frau (oder Mann) aus finanziellen Gründen prostituieren.
wer Spaß an Rollenspielen, Körperlichkeit und Sex hat, kann das freiwillig tun. Genau um diese Klientel geht es.

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Wheredoyouwanttogotoday? 12.08.2015, 15:08
159. Entkriminalisierung

Zitat von einervondenen
Moralisch sicher nachvollziehbar, aber was soll das heißen? Gelten in Brasilien und Deutschland die gleichen Voraussetzungen? In D (und weiten Teilen Europas) ist es weitestgehend legalisiert (mit nachvollziehbaren lokalen Einschränkungen), dennoch nützt das der bulgarischen Zwangsprostituierten wenig. Was soll hier eine Legalisierung bringen?
Ai arbeitet weltweit, also nicht nur in D.
In D gibt es in jedem Bundesland verschiedene Regelungen fr Sexarbeit. Mal ist es Gewerbe, mal nicht, in Bayern muss man sich jetzt bereits zwangsmelden und § 184 StGB schränkt diesen einen Beruf ein, etc. etc.

Die Reform des ProstSchG soll massive EInschränkungen bringen, zB: Weitere Meldepflichten (neben Krankenkasse, Finanzamt und Gewerbeamt), gesundheiliche Zwangsuntersuchungen.

Dies ist eine Stigmatisierung und Gefährdung des legalen Arbeitens. Sexworker fahren oft durch die Republik zu Events. Dass sie es nicht schaffen werden, zeitig sich vor und abzumelden, weil man nicht immer gleich weiß, in welche Bundesland das Etablissement ist, welche Behörde zuständig ist und sie am WoEn auch zu hat, ist kkar. Der Staat freut sich schon jetzt auf das OWiG Geld.

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