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Grundsatzentscheidung: Amnesty kämpft jetzt auch für Liberalisierung der Prostitution
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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzt sich künftig für eine Liberalisierung der Prostitution ein. Das hat die Hauptversammlung der Bewegung beschlossen - weltweiter Proteste zum Trotz.

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jjpreston 12.08.2015, 02:17
10. Nein, liebes SPON, gerade NICHT für Zuhälter und Bordellbetreiber!

Dass ausgerechnet ein Medium Schwierigkeiten mit Medienkompetenz hat... Ich zitiere: "The resolution recommends that Amnesty International develop a policy that supports the full decriminalization of all aspects of consensual sex work. The policy will also call on states to ensure that sex workers enjoy full and equal legal protection from exploitation, trafficking and violence. (...) Amnesty International considers human trafficking abhorrent in all of its forms, including sexual exploitation, and should be criminalized as a matter of international law. This is explicit in this new policy and all of Amnesty International’s work." (https://www.amnesty.org/en/latest/news/2015/08/global-movement-votes-to-adopt-policy-to-protect-human-rights-of-sex-workers/) Ich übersetze: "Der Beschluss empfiehlt, dass Amnesty International eine Strategie entwickelt, die eine vollständige Entkriminalisierung aller Aspekte von EINVERNEHMLICHER Sexarbeit unterstützt. Die Strategie wird ebenfalls an die Staaten appellieren, dass SexarbeiterInnen vollständigen und gleichen Rechtsschutz vor Ausbeutung, Menschenhandel und Gewalt erhalten. (...) Amnesty International betrachtet Menschenhandel als verabscheuungswürdig in all seinen Formen, einschließlich sexueller Ausbeutung, und fordert seine Kriminalisierung als eine Sache internationalen Rechts. Dies ist ausdrücklich Bestandteil der neuen Strategie und aller Arbeit von Amnesty International." Es geht also EINZIG UND ALLEIN um die Belange von Prostituierten, die gerade durch ihre Kriminalisierung in die Schwierigkeit geraten, Missbrauch und Unfreiwilligkeit nicht anzeigen zu können, da ihnen selbst Strafe droht. Und bei weitem nicht nur die - Opfer von Menschenhandel wenden sich in Deutschland nicht an die Behörden, weil sie dann - obwohl sie Opfer sind - definitiv abgeschoben werden und in ihrer Heimat den Menschenhändlern erst recht schutzlos ausgeliefert sind. Ist das Euch zu hoch, liebe Spiegelaner?

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bmvjr 12.08.2015, 03:21
11. Nicht mit gleichem Mass messen

Prostituierte endlich zu schuetzen, ihnen Rechte und Absicherung als Berufstaetige zu geben ist ueberfaellig. Zuhaelter hingegen sollten nicht entkriminalisiert werden. Wer sich freiwillig fuer die Taetigkeit als Prostituierte(r) entscheidet, soll und muss Zugang zu Sozialversicherung, Krankenversicherung und derlei Leistungen genauso bekommen, wie sie/er auch Steuerveranlagung hinnehmen muss. Zuhaelterei, Menschenhandel, Drogenhandel im Zusammenhang mit Prostitution zu entknuepfen und abzukoppeln macht es erforderlich, eben diese Zuhaelterei, den Menschenhandel und Drogenhandel weiterhin als das kriminelle Delikt zu ahnden, das es ist. Gesetzlich korrekte Bordellbetreiber, die sich von Zuhaelterei und Zwang zur Prostitution streng fernhalten, muessen daher auch akzeptiert werden.
Was man von Prostitution und Bordellen an sich haelt, ist dabei voellig unerheblich - es geht allein um den Schutz der als Prostituierten arbeitenden Menschen.

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gribofsky 12.08.2015, 04:04
12. Autor = Butthurt?

Kann es sein das der/die Autor/-in etwas gegen die Legalisierung der Prostitution hat?
Anders kann ich mir diese Überschrift nicht erklären.

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joha0412 12.08.2015, 04:46
13. Meine Hochachtung

für AI, endlich eine Organisation die Tatsachen als solche nimmt und sich für die primitivsten Rechte der Sexarbeiterinnen einsetzt. Die die am lautesten dagegen schreien sind entweder im goldenen Käfig angelangt oder es sind die Scheinheiligsten aller Scheinheiligen, die die es nicht erwarteten können sich Mädels für 10$ zu holen. Seit mehr als 20 Jahre sehe ich aus der Nähe dass die NGO´s in allen Dritte-Welt-Städten die häufigsten Kunden der jüngsten Frauen sind.

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userinlm 12.08.2015, 04:48
14. Schade

Wieder eine Organisation, die man abhaken kann. Aber die Zuhälter werden sich freuen. Absolte schande, dass sich eine Menschenrechtsorganisation nicht gegen diese Ausbeutung ausspricht.

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highflight 12.08.2015, 04:48
15. Nicht zu fassen...

...auf welch unterirdisches Niveau ihr Schreiberlinge euch begebt. Headlines wie diese erwartet man vielleicht von Schmuddelblaettern wie BILD, nicht jedoch vom Spiegel, der ja dereinst ein serioeses und international geachtetes Blatt war.

Der alte Augstein wuerde sich im Grabe umdrehen! Schaemt euch, ihr Schmierfinken!

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Whitejack 12.08.2015, 05:02
16.

Der Entkriminalisierung der Prostitution liegt ein wesentlicher Fehler zugrunde, nämlich die Annahme, durch die Legalisierung würden unsägliche Hinterhof- und Straßenstrichzustände beseitigt.

Das ist nachweislich nicht der Fall. Das Problem ist nämlich nicht ein Mangel an käuflich erwerbbarem Sex, der dann illegal befriedigt würde. Das Problem ist ein Mangel an BILLIGEM Sex. Und dieser Mangel wird auch durch die Legalisierung nicht beseitigt. Es macht nur die polizeiliche Verfolgung von Ausbeutung und Zwangsprostitution noch schwieriger.

Wenn man sich überlegt, dass selbst im reichen Deutschland zahlreiche Leute von möglichst billigen Sexangeboten Gebrauch machen, egal wie prekär die Lage der Betroffenen ist; wenn man bedenkt, dass die Idee, Prostituierten Versicherungsschutz zukommen zu lassen, krachend gescheitert ist, weil kaum eine Prostituierte dies tut (dann würden die Preise ja steigen); dann ist relativ klar, dass in ärmeren Staaten wie Brasilien, Indien usw. eine Entkriminalisierung kaum besser funktionieren kann und wird als hier.

Außerdem ist das Argument, so könne man die Prostitution aus der unbeobachteten Illegalität herausholen ("Es passiert ja eh, da ist es besser, wenn es offen und kontrollierbar passiert"), nicht nur falsch, sondern auch noch absurd. Niemand, der bei Verstand wäre, würde eine Legalisierung der Kinderprostitution mit demselben Argument fordern ("Es passiert ja eh, da ist es besser, wenn es offen und kontrollierbar passiert"). Aber das ist natürlich auch klar: Ausbeutung von Kindern ist wirklich schlimm. Ausbeutung von erwachsenen Frauen ist normal.

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HALLO HALLO 12.08.2015, 06:07
17. Der Titel diese Berichtes ist eine Lüge

Tatsache ist: AI kämpft für die Legalisierung der Prostitution damit u.a. Zuhälterei und Ausbeutung von Prostituierten zur Anzeige gebracht werden können. Aber wenn sich der Autor beim Verfassen des Berichtes an Kompetenzgrössen wie z.B. Hollywoodsternchen orientiert, kann man nicht viel von diesem Bericht erwarten. Informative und reflektierte Berichterstattung geht anders.

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indubioproreo 12.08.2015, 06:08
18. Vielleicht ein Schritt Richtung Realpolitik..

Prostitution wird es immer geben, man kann sie leugnen und den Frauen damit jegliches Recht absprechen, oder sie legal machen und regulierend eingreifen.

Die Frage ist doch, ob die Vorteile die Nachteile überwiegen und selbst wenn man die Prostitution ablehnt, den Frauen die dazu gezwungen werden hilft das überhaupt nicht, und wenn man das Gewerbe noch so oft an den Pranger stellt. Ich weiß nicht sicher ob es die bessere Variante ist, ich finde es aber mutig unpopuläre Wege zu gehen, gerade weil sie vom durchschnittlichen Gutmenschen geächtet werden. Problemverdrängung ist was für Feiglinge und Zeigefingermoralisten und hat noch niemandem geholfen.

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martinus1959 12.08.2015, 06:08
19. Sehr gute Entscheidung

Legalisierung der Prostition ist der sichersten Weg zu Sicherheit fuer all Beteiligten, denn alles was sich in Verborgene muss aufhalten: Kriminalisiert und macht die Gesellschaft Krank. Dies ist einfach eine Tatsache die man immer wieder feststellen muss. Die Hypokrieten wollen das naturlich nicht weil sie nie Gott verstanden haben/verstehen wollen und eigentlich in ihren innerlichen Tiefen nicht wirklich an Gott glauben.

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