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Grundsatzentscheidung: Amnesty kämpft jetzt auch für Liberalisierung der Prostitution
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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzt sich künftig für eine Liberalisierung der Prostitution ein. Das hat die Hauptversammlung der Bewegung beschlossen - weltweiter Proteste zum Trotz.

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ullr 12.08.2015, 08:55
80. Entkriminalisierung von Prostitution

Ich habe zu Amnesty International um Größenordnungen mehr Vertrauen als zu der Meinung von abgefahrenen Schaupielerinnen. Es gibt sehr gute rationale Gründe dafür.
Der Schritt ist richtig, auch wenn es Religioten jeglicher Provenienz und deren veralteter Moralauffassung nicht passt. Die waren auch vor einem halben Jahrhundert dafür, Homosexualität strafrechtlich zu verfolgen.
ullr
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einervondenen 12.08.2015, 08:56
81. Klingt toll

Moralisch sicher nachvollziehbar, aber was soll das heißen? Gelten in Brasilien und Deutschland die gleichen Voraussetzungen? In D (und weiten Teilen Europas) ist es weitestgehend legalisiert (mit nachvollziehbaren lokalen Einschränkungen), dennoch nützt das der bulgarischen Zwangsprostituierten wenig. Was soll hier eine Legalisierung bringen?

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supergrobi123 12.08.2015, 08:57
82.

Zitat von Spiegelleserin57
Tür und Tor sind doch jetzt schon weit offen, nur in der Illegalität weil niemand sich um dieses Gewerbe gekümmert hat. Frauen sind bis heute nicht gleichberechtigt. Die Prostituierten werden beschimpft ABER im Gegenzug gehen 90% der Männer dorthin, welch ein Widerspruch, verrucht und doch für gut befunden!
90% der Männer gehen zu Prostituierten?
Ich rate Ihnen dringend, Ihr persönliches Umfeld zu wechseln!

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Kuurgaan 12.08.2015, 09:00
83. Die falsche Überschrift ..

.. ist eine Ausdruck des feministischen Zeitgeistes und schlußendlich der eingentliche Skandal. Wie gern würde man den Männern den Gang zur Prostituierten erschweren um sie damit noch besser kontrollierbar zu machen. Die ideale Ergänzung der vorherrschenden, einseitigen Familienpolitik.
Illegal ist für alle problematisch und deshalb ist es gut, das ganze zu entkrimialisieren.

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merokutt 12.08.2015, 09:04
84.

Wie können Sie diese Überschrift mit ihrem journalistischem Selbstverständnis vereinbaren?
Ernsthaft. Sind wir jetzt bei BILD? Es geht um Entkriminialisierung von Prostitution!

Damit Prostituierte sich auch wehren können, wenn sie vergewaltigt oder ausgebeutet werden. Solange sie befürchten müssen, erstmal selbst in den Knast zu kommen, sind sie wehrloses Futter für alle Zuhälter. Die Entkriminalisierung der Prostituierten stärkt ihre Rechte und Möglichkeiten!
Es ist schlimm genug, wenn Menschen ihre Körper verkaufen müssen, aber noch schlimmer ist es, wenn sie das illegal und ohne jeglichen rechtlichen Schutz tun müssen.

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supergrobi123 12.08.2015, 09:04
85.

Zitat von Whitejack
Der Entkriminalisierung der Prostitution liegt ein wesentlicher Fehler zugrunde, nämlich die Annahme, durch die Legalisierung würden unsägliche Hinterhof- und Straßenstrichzustände beseitigt. Das ist nachweislich nicht der Fall. Das Problem ist nämlich nicht ein Mangel an käuflich erwerbbarem Sex, der dann illegal befriedigt würde. Das Problem ist ein Mangel an BILLIGEM Sex. Und dieser Mangel wird auch durch die Legalisierung nicht beseitigt. Es macht nur die polizeiliche Verfolgung von Ausbeutung und Zwangsprostitution noch schwieriger. Wenn man sich überlegt, dass selbst im reichen Deutschland zahlreiche Leute von möglichst billigen Sexangeboten Gebrauch machen, egal wie prekär die Lage der Betroffenen ist; wenn man bedenkt, dass die Idee, Prostituierten Versicherungsschutz zukommen zu lassen, krachend gescheitert ist, weil kaum eine Prostituierte dies tut (dann würden die Preise ja steigen); dann ist relativ klar, dass in ärmeren Staaten wie Brasilien, Indien usw. eine Entkriminalisierung kaum besser funktionieren kann und wird als hier. Außerdem ist das Argument, so könne man die Prostitution aus der unbeobachteten Illegalität herausholen ("Es passiert ja eh, da ist es besser, wenn es offen und kontrollierbar passiert"), nicht nur falsch, sondern auch noch absurd. Niemand, der bei Verstand wäre, würde eine Legalisierung der Kinderprostitution mit demselben Argument fordern ("Es passiert ja eh, da ist es besser, wenn es offen und kontrollierbar passiert"). Aber das ist natürlich auch klar: Ausbeutung von Kindern ist wirklich schlimm. Ausbeutung von erwachsenen Frauen ist normal.
Zwangsprostitution soll mit Sicherheit weiterhin verboten bleiben. Da es sich bei Kinderprostitution wohl ausnahmslos um Zwang handelt, ist ihr Vergleich also hinfällig. Selbst wenn Sie irgendwo ein Kind fänden, das sich freiwillig prostituiert, würde AI immer noch was dagegen haben, weil die grundsätzlich was gegen Kinderarbeit haben.
Und nun husch, zurück zum Stammtisch!

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Rodion67 12.08.2015, 09:04
86.

Zitat von userinlm
Wieder eine Organisation, die man abhaken kann. Aber die Zuhälter werden sich freuen. Absolte schande, dass sich eine Menschenrechtsorganisation nicht gegen diese Ausbeutung ausspricht.
Wieder ein Leser der nur die Überschriften liest?

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tomatosoup 12.08.2015, 09:05
87. Endlich wieder grammatikfrei

Endlich ist auch mal der Genitiv dem Dativ sein Feind und nicht immer nur der Dativ dem Genitiv seiner. Weltweiter Proteste zum Trotz. Gib Bastian Sick keine Chance! Gegenüber des normalen Mensch ist der bekanntlich bar jedem Verstand,

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mam71 12.08.2015, 09:05
88.

Man muss Prostitution nicht gut finden, aber es es gibt keinen Grund sie zu verbieten. Menschenhandel, Erpressung, Körperverletzung, Vergewaltigung etc. stehen bereits unter Strafe.
Wenn man das Thema durchdekliniert bleibt unterm Strich immer einzig und allein, dass hier Moralvorstellungen von Einzelgruppen (Feministen, Kirchen etc.) in Gesetzesform gegossen werden soll. Diese geht aber nichts an, was Menschen mit anderen Vorstellungen tun oder lassen. Und anders als beim Passivrauchen o.ä. wird auch niemand kollateral geschädigt.

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scharfekante 12.08.2015, 09:06
89.

Aber wenn schon Legalisierung der Prostitution, dann sollte man auch die ärztliche Pflichtuntersuchung für Freier und ihre Partnerinnen einführen.

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