Forum: Panorama
Haben Mieter in Deutschland zu viele Rechte?

Mieter und Vermieter: Zwei Parteien, die oft nicht gut miteinander auskommen. Verschiedene Interessenlagen, oft schwierige Gesetze sorgen für Konflikte. Mietnomaden sind ein spezielles Problem für Wohnungsbesitzer. Haben Mieter allgemein zu viele Rechte in Deutschland?

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Ichbinsleid 16.12.2009, 15:12
1. Miete zahlen!

Grundsätzlich sollte der Mieter ausreichend Rechte haben um nicht der Willkür ausgesetzt zu sein.
Das gilt aber nur wenn der Mieter auch seine Miete bezahlt.
Ich bin Mieter und Vermieter, und halte es für gerechtfertigt jemanden der drei Monate seine Miete nicht zahlt vor die Tür zu setzen.

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derflieger 16.12.2009, 15:39
2.

Willkür gibt es von beiden Seiten. Da sind manche Hausbesitzer nicht besser als manche Mieter. Es gibt auch übertriebene Saubermänner, die meinen, ihr spießiges Mietshaus müsse im Bauzustand eines erstklassigen Barockschlosses erhalten werden.
Gegen das Mietnomadentum (wieviele Leute sind das überhaupt?) sollte aber rigoroser eingeschritten werden können. Wer bei Auszug seine Wohnung nicht ordungsgemäß verläßt und einen auch objektiven Maßstäben entsprechenden Saustall hinterläßt, der sollte definitiv haftbar gemacht werden.

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Crom 16.12.2009, 15:48
3.

Zitat von derflieger
Gegen das Mietnomadentum (wieviele Leute sind das überhaupt?) sollte aber rigoroser eingeschritten werden können. Wer bei Auszug seine Wohnung nicht ordungsgemäß verläßt und einen auch objektiven Maßstäben entsprechenden Saustall hinterläßt, der sollte definitiv haftbar gemacht werden.
Das Problem bei Mietnormaden ist es ja, dass die überhaupt endlich mal ausziehen. Wie's danach aussieht, ist erstmal zweitens. Jedenfalls müssen in diesem Punkt Vermieter mehr Rechte bekommen, schnell und effektiv solche Leute rauszuschmeißen. Das ist auch im Sinne der korrekten Mieter, denn am Ende müssen diese die Mietausfälle der Mietnormaden über eine höhere Miete mittragen.

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ID Fake 16.12.2009, 16:04
4.

Zitat von sysop
Haben Mieter allgemein zu viele Rechte in Deutschland?
Ich denke nicht. Vermieter haben aber scheinbar zu wenig Möglichkeiten, sich gegen mißbräuchliche Mieter zu Wehr zu setzen.

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.tobi 16.12.2009, 22:01
5.

Ich möchte in Deutschland ehrlich gesagt kein Vermieter sein. Zumindest nicht ein kleiner, der nur ein Haus o.Ä. vermietet.
Wenn man seine Mieter nicht genau ausucht, kann man echt viel Ärger haben, da man am Ende als der Dumme dasteht. Vor allem Schäden durch Feuchtigkeit und Schimmel können einen da in den Ruin treiben und sind kaum dem Mieter, sollte er denn verantwortlich sein, in Haftung zu stellen. Falls doch und dieser kein Geld hat, steht man ebenfalls wieder als der Dumme da.

Ich bin in den letzten Jahren verdammt oft umgezogen und mich wollte ein Vermieter für Renovierungen haftbar machen, die gänzlich den Rahmen meiner Mietdauer überschritten haben. Seitdem bin ich im Mieterverein und ehrlich gesagt geschockt, was man sich alles unbestraft erlauben dürfte.
Vor allem, dass in den letzten Jahren so ziemlich alle Renovierungs- und Schönheitsreparaturklauseln rückwirkend ungültig gemacht wurden und man theoretisch eine Wohnung im, zwar leer geräumten, aber total verwarzten Zustand übergeben kann, ist schon etwas heftig.

Aber hätte der Vermieter mehr Rechte, könnte er mit einfachen Tricks den Mieter für Sachen haftbar machen und Mieter unter fadenscheinigen Gründen vor die Tür setzen.
Fair für beide geht wohl nicht, daher von mir aus lieber im Zweifel für den Mieter.

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rieberger 17.12.2009, 09:40
6.

Zitat von sysop
Mieter und Vermieter: Zwei Parteien, die oft nicht gut miteinander auskommen. Verschiedene Interessenlagen, oft schwierige Gesetze sorgen für Konflikte. Mietnomaden sind ein spezielles Problem für Wohnungsbesitzer. Haben Mieter allgemein zu viele Rechte in Deutschland?
Willkür darf nicht unterstützt werden - von beiden Seiten.
Es gibt Vermieter, die durch ihr z.T. asozialen Verhalten noch strengere Gesetze rechtfertigen würden.
Andererseits hat man als Vermieter oft das Gefühl, seines Eigenums legal beraubt zu sein bei verbrecherischen-querulatorischen Mietern.

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PsychoPapa 17.12.2009, 09:46
7.

Zitat von derflieger
Willkür gibt es von beiden Seiten. Da sind manche Hausbesitzer nicht besser als manche Mieter. Es gibt auch übertriebene Saubermänner, die meinen, ihr spießiges Mietshaus müsse im Bauzustand eines erstklassigen Barockschlosses erhalten werden. Gegen das Mietnomadentum (wieviele Leute sind das überhaupt?) sollte aber rigoroser eingeschritten werden können. Wer bei Auszug seine Wohnung nicht ordungsgemäß verläßt und einen auch objektiven Maßstäben entsprechenden Saustall hinterläßt, der sollte definitiv haftbar gemacht werden.
Wie übertrieben?

wenn ich etwas zur Verfügung stelle, dann möchte ich das GENAU SO wieder zurück haben
das gehört mir also werden MEINE Maßstäbe zu grunde gelegt
wer das nicht will, muss sich eben etwas anderes suchen

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BillBrook 17.12.2009, 10:02
8.

Zitat von PsychoPapa
Wie übertrieben? wenn ich etwas zur Verfügung stelle, dann möchte ich das GENAU SO wieder zurück haben das gehört mir also werden MEINE Maßstäbe zu grunde gelegt wer das nicht will, muss sich eben etwas anderes suchen
Sehen Sie und das steht Ihnen nicht zu. Wenn jemand 20 Jahre in einer Wohnung wohnt, ist die 20 Jahre älter da können Sie nicht verlangen, dass das der Mieter rückgängig macht.

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mr_supersonic 17.12.2009, 12:40
9.

Zitat von sysop
Mieter und Vermieter: Zwei Parteien, die oft nicht gut miteinander auskommen. Verschiedene Interessenlagen, oft schwierige Gesetze sorgen für Konflikte. Mietnomaden sind ein spezielles Problem für Wohnungsbesitzer. Haben Mieter allgemein zu viele Rechte in Deutschland?
Nein, ich halte den Schutz, den Mieter hier in D geniessen für sehr angemessen und Vorbildhaft. "Nomaden" gibt es meineserachtens auf Seiten der Vermieter auch. Ich habe schon öfters erlebt (und erlebe es noch immer wieder), wie Mieter von Vermietern quasi fianziell ausgequetscht werden. Was manche Vermieter (insbesondere Wohnungsgesellschaften, Privatvermieter sind meisst vernünftiger) sich ausdenken, um Mieter zu überrumpeln, ist schon echt dreist. Z.B. sagt man nicht: okay, das ist die Miete, und wenn sie dir zu hoch ist, dann miete die Wohnung lieber nicht an. Sondern: Wieviel geht denn? 100 weniger? Okay. Und schwupps, innerhalb des nächsten Jahres kommen zwei Mieterhöhungen. Oder es wird eine Fensterinspektion angekündigt, und schwupps stehen 4 Leute in der Wohnung und begutachten erstmal die Einrichtung. Typischerweise sind das dann eben solche, für die schon ein Verbrechen ist wenn mal ein Pullover auf dem Boden liegt.

Ohne vernünftige Gesetze (die wir zum Glück haben) würden doch solche Vermieternomaden in ihrer grenzenlosen Gier nur noch gestärkt!

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