Forum: Panorama
Haben Mieter in Deutschland zu viele Rechte?

Mieter und Vermieter: Zwei Parteien, die oft nicht gut miteinander auskommen. Verschiedene Interessenlagen, oft schwierige Gesetze sorgen für Konflikte. Mietnomaden sind ein spezielles Problem für Wohnungsbesitzer. Haben Mieter allgemein zu viele Rechte in Deutschland?

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harvest_moon 22.12.2009, 17:55
50.

Zitat von chirin
Aber etwas anderes schreib ich doch nicht oder es ist mißverständlich ausgedrückt. Der Vermieter hat seit der Änderung des Mietrechts unter den Sozialisten noch schlechtere Karten. Wenn die 1. Miete nicht eingeht muß er erst abmahnen und die Fristen zur Zahlung einräumen, das gleiche Spiel im Wiederholungsfall noch einmal, dann sind schon 3 Monate um ,wenn der Mieter mit 3? stimmt das noch? Monatsmieten im Rückstand ist kann ein Anwalt mit der Klage auf Räumung der Wohnung betraut werden und wenn der Mieter dann eine kleine Teilzahlung leistet fängt der "Spass" von vorn an. Ein normaler Hauseigentümer wird immer vor Abschluß eines Mietvertrages den Vorvermieter konsultieren und natürlich die Vorwohnung besichtigen. Das ist dann schon ein großer Schutz vor den heutigen Mietern. Überdies gab es biszur Wende keine Mietnomaden - Sie wissen sicherlich, dass im Westen selbstverständlich Miete gezahlt wurde. Ganz hohe Mietrückstände hatten die DDR-Wohnungsbaugesellschaften und das nichtnur von armen Leuten, da waren auch Offiziere und ähnliche Besserverdiener bei - es war ebend "Volkseigentum". Mit der Wende kamen dann die Mietnomaden und auch die Ostblockolympiade - durch die Oder schwimmen und zurück im Mercedes fahren.
Nach zwei Mieten.
Und Sie verwechseln da was.
Das Spielchen fängt keineswegs mit kleinen Teilzahlungen von vorne an.
Die Mietschulden müssen komplett beglichen sein, dann wird die Klage abgewiesen.
Wenn bei einem evtl. Gerichtstermin auch nur noch ein Bruchteil offen ist, ist der Mieter draußen.
Übrigens ist auch schon ständig verspätete Mietzahlung ein Kündigungsgrund und es ist nicht nur eine Kündigung in D schon wegen ständig verspäteter Zahlungen schon vom Gericht bestätigt worden.

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amaterasu07 22.12.2009, 19:08
51. Glücksache

Wir haben eine kleine Wohnung neben unserer eigenen und hatten die in den letzten Jahren mehrfach vermietet und hatten schon alles...
Leute, die vom Äußeren her einen perfekten Eindruck machten, einen 'guten' Beruf hatten und schon mit der 1. Miete Probleme hatten und die obskursten Ausreden vorbrachten, andere, die auf sozialer Notfall machten und üüüüberglücklich waren, die Wohnung zu kriegen, um dann nach 2 Monaten zu kündigen, weil sie was besseres hatten....
Momentan haben wir ein junges, türkisches Ehepaar, die rein vom äußeren Eindruck nicht wirklich solvent wirken, aber uns die Miete noch nie auch nur einen Tag schuldig waren, das 0815-Baumarktküchlein rausgerissen haben und eine teure Markenküche mit allen Extras eingebaut haben und die Wohnung super pflegen und in Schuß halten.
Meine Erfahrungen sind deshalb, daß man wenn man nur von den äußeren Umständen urteilt, nie weiß, wie sich ein Mensch so als Mieter macht.
Ich würd eher auf mein Bauchgefühl hören, bei unseren jetzigen Mietern hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl.

Ach ja....was spricht gegen einen Zeitmietvertrag für den Anfang?

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schreibnetz 22.12.2009, 20:55
52. Frage an den Verlag DER SPIEGEL:

Was ist daran interessant? Mietnomadentum! Ein seltsames Wort ohnegleichen!

Der Verlag DER SPIEGEL hat keinerlei Interesse an Pennern. Der Verlag DER SPIEGEL hat auch keine Ahnung vom Elend der Unnützen und Verlorenen.

DER SPIEGEL hängt sich nun auf bei den sogenannten MIETNOMADEN! - Frage: Hat der Verlag DER SPIEGEL auch alle Hintergründe zu diesem Thema berücksichtigt?

Lars Jane Dahn
http://schreibnetz.de
Normalerweise im Refugium SPAM unterwegs

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kerstin andrea 22.12.2009, 21:22
53. Richtig

Zitat von sfb
Was fehlt, ist eine schwarze Liste im Internet, durch die man die entsprechenden Subjekte identifizieren kann.
Aber solche schwarzen Listen-Karteien über alles Mögliche sollte es für Vermieter und Mieter geben.
Manche Vermieter verlangen schon vor einer Wohnungsbesichtigung eine Selbstauskunft.Darin werden häufig absolut ungesetzliche Fragen gestellt.Bei manchen geht es fast so weit,daß sie ein großes Blutbild verlangen.Ich hatte das mal erlebt,wurde mir gefaxt.Die wollten doch tatsächlich wissen wie oft ich Besuch bekommen würde,welche Sprache meine Gäste als Muttersprache haben oder ob meine Gäste ein Kopftuch tragen.Die Vermieter wollten auch wissen,welche Musik ich normal höre,welche Speisen ich bevorzuge,wann ich außer Haus gehe-wieder heim komme.Dann noch in welchen Vereinen bzw.Organisationen ich eingetragen bin.Und wenn ich diese Selbstauskunft nicht abgeben würde hätte ich keinerlei Chance auf eine Wohnungsbesichtigung=persönliches Kennenlernen.
Und das war nur eine Scheiss-Wohnung an einer Hauptverkehrskreuzung,nicht renovierter Altbau zur Nordseite,und das auch noch für eine überdurchschnittliche Miete.Aber wenn man selbst annonciert hat,will man so anständig sein und sich auf alle Offerten melden.Diese Wohnung stand dann mindestens 10 Wochen in der Zeitung.Ich hatte mich echt darüber gefreut.
Schöne Grüße,eine Nichtbesitzerin aus einer relativ wohlhabenden Stadt.

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kerstin andrea 22.12.2009, 21:57
54.

Zitat von kerstin andrea
Aber solche schwarzen Listen-Karteien über alles Mögliche sollte es für Vermieter und Mieter geben. Manche Vermieter verlangen schon vor einer Wohnungsbesichtigung eine Selbstauskunft.Darin werden häufig absolut ungesetzliche Fragen gestellt.Bei manchen geht es fast so weit,daß sie ein großes Blutbild verlangen.Ich hatte das mal erlebt,wurde mir gefaxt.Die wollten doch tatsächlich wissen wie oft ich Besuch bekommen würde,welche Sprache meine Gäste als Muttersprache haben oder ob meine Gäste ein Kopftuch tragen.Die Vermieter wollten auch wissen,welche Musik ich normal höre,welche Speisen ich bevorzuge,wann ich außer Haus gehe-wieder heim komme.Dann noch in welchen Vereinen bzw.Organisationen ich eingetragen bin.Und wenn ich diese Selbstauskunft nicht abgeben würde hätte ich keinerlei Chance auf eine Wohnungsbesichtigung=persönliches Kennenlernen. Und das war nur eine Scheiss-Wohnung an einer Hauptverkehrskreuzung,nicht renovierter Altbau zur Nordseite,und das auch noch für eine überdurchschnittliche Miete.Aber wenn man selbst annonciert hat,will man so anständig sein und sich auf alle Offerten melden.Diese Wohnung stand dann mindestens 10 Wochen in der Zeitung.Ich hatte mich echt darüber gefreut. Schöne Grüße,eine Nichtbesitzerin aus einer relativ wohlhabenden Stadt.
Und solche Vermieter sollte man belügen,belügen was das Zeugs herhält.

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sfb 23.12.2009, 09:57
55.

Zitat von kerstin andrea
Aber solche schwarzen Listen-Karteien über alles Mögliche sollte es für Vermieter und Mieter geben.
Klar, Transparenz kann nur helfen.

Zitat von kerstin andrea
Manche Vermieter verlangen schon vor einer Wohnungsbesichtigung eine Selbstauskunft.Darin werden häufig absolut ungesetzliche Fragen gestellt.Bei manchen geht es fast so weit,daß sie ein großes Blutbild verlangen.Ich hatte das mal erlebt,wurde mir gefaxt.Die wollten doch tatsächlich wissen wie oft ich Besuch bekommen würde,welche Sprache meine Gäste als Muttersprache haben oder ob meine Gäste ein Kopftuch tragen.Die Vermieter wollten auch wissen,welche Musik ich normal höre,welche Speisen ich bevorzuge,wann ich außer Haus gehe-wieder heim komme.Dann noch in welchen Vereinen bzw.Organisationen ich eingetragen bin.Und wenn ich diese Selbstauskunft nicht abgeben würde hätte ich keinerlei Chance auf eine Wohnungsbesichtigung=persönliches Kennenlernen.
Da kann man problemlos etwas schönes erfinden...
Zitat von kerstin andrea
...Aber wenn man selbst annonciert hat,will man so anständig sein und sich auf alle Offerten melden.
Die Zeiten sind schlecht für Anständige...

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amaterasu07 23.12.2009, 13:01
56.

Zitat von kerstin andrea
Aber solche schwarzen Listen-Karteien über alles Mögliche sollte es für Vermieter und Mieter geben. Manche Vermieter verlangen schon vor einer Wohnungsbesichtigung eine Selbstauskunft.Darin werden häufig absolut ungesetzliche Fragen gestellt.Bei manchen geht es fast so weit,daß sie ein großes Blutbild verlangen.Ich hatte das mal erlebt,wurde .....
Wie fürstlich werden Vermieter denn entlohnt?
Sie riskieren eine Investition von 60.000 bis 150/250000 Euro und bekommen dafür eine Miete, die in der Regel eine Rendite von unter 1 bis 2 % ergibt.
Eine Risikovorsorge gibt es nicht...

Wenn Sie jemandem etwas mit sechsstelligem Wert in treue Hände geben - finden Sie eine Selbstauskunft dann wirklich übertrieben????

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sfb 23.12.2009, 17:15
57.

Zitat von Ulrich Ochmann
...Ganz einfach: Weil der Mieter von der Mietsache abhängig ist, während es der Vermieter nur ist. Der Mieter mietet ja nicht, weil er gerade Lust auf eine Mietwohnung hat, sondern weil er eine braucht, um zu überleben.
Ist ja gut und schön, aber für solche Dinge ist, wenn überhaupt ein anderer, der Staat zuständig. Und der sollte die Verantwortung nicht auf den Vermieter abwälzen. Sonst baut nämlich niemand mehr Mietwohnungen ;-)

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Stramonium 24.12.2009, 06:27
58.

Zitat von Ulrich Ochmann
Warum um alles in der Welt sollte die Vermieterin (Kapitalbesitzerin) das Recht haben, eine Notlage der Mieterin zur sofortigen Kündigung des Vertrags auszunutzen?
Gegenfrage: Warum sollte ein Vermieter für die Notlage seines Mieters haften müssen?

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**Kiki** 27.12.2009, 19:12
59.

Zitat von amaterasu07
Wie fürstlich werden Vermieter denn entlohnt? Sie riskieren eine Investition von 60.000 bis 150/250000 Euro und bekommen dafür eine Miete, die in der Regel eine Rendite von unter 1 bis 2 % ergibt. Eine Risikovorsorge gibt es nicht... Wenn Sie jemandem etwas mit sechsstelligem Wert in treue Hände geben - finden Sie eine Selbstauskunft dann wirklich übertrieben????
Du lieber Himmel. Wer sich eine Immobilie als Kapitalanlage anschafft, obwohl er nicht mehr als 1 bis 2 % Rendite erwartet, muß schon Masochist sein.

Mein wichtigstes Kriterium, wenn ich einen Mieter aussuche, ist - neben einem positiven Bauchgefühl - die Frage: Welcher der Interessenten hat am meisten davon, diese Wohnung (und zwar gerade diese, nicht irgendeine beliebige) mieten zu können? Das zählt für mich mehr als die blütenweißeste Schufa-Weste (deswegen verlange ich auch keine Selbstauskunft, sondern schaue beim Besichtigungstermin genau hin und höre gut zu).

Bislang habe ich nur positive Erfahrungen mit den auf diese Weise ausgesuchten Mietern gemacht, obwohl ich von den Eigentümern von Wohnungen in der Nachbarschaft auch schon ziemliche Schauergeschichten über deren Mieter gehört habe. Wobei ich bei manchen dieser Eigentümer schon das Gefühl hatte, daß die bei der Festlegung der Miethöhe arg gierig waren. Vielleicht ist in solchen Fällen ja die Hemmschwelle niedriger? Daß ein Mieter, der sich abgezockt fühlt, weniger Skrupel hat, seinem Vermieter zu schaden?

Es stand bei mir noch nie zur Debatte, aber ich glaube, ich würde an keinen persönlichen Bekannten vermieten wollen. Das Problem ist, daß sowohl Mietprobleme die Freundschaft als auch umgekehrt private Streitigkeiten das Mietverhältnis versauen könnten. Ich stelle es mir auch unangenehm vor, als Vermieter im selben Haus wie mein Mieter zu wohnen. Das kann zwar im günstigen Fall wunderbar funktionieren, aber im ungünstigen Fall auch ganz furchtbar schiefgehen. Bei beidem ist das Problem eines des gefühlten "Machtgefälles" zwischen Mieter und Vermieter, das umso eher zum Problem wird, je weniger beide Seiten die Chance haben, räumliche und emotionale Distanz zu wahren.

Zur Eingangsfrage: Das einzige, was meiner Meinung nach wirklich geändert werden müßte, sind die Endlos-Verzögerungen im Fall von nicht zahlenden gekündigten Mietern. Bei mir in der Nachbarschaft hat die eine Räumungsklage wegen ausbleibender Mietzahlungen, die ich selbst mitbekommen habe, länger als ein Jahr gedauert. Das ist eindeutig zu lang, zumal in solchen Fällen selten eine realistische Chance besteht, sein Geld jemals wiederzubekommen.

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