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Havarie der "Costa Concordia": Die Schuld der Schiffseigner

Für die Eigner der "Costa Concordia" steht der Schuldige fest: Kapitän Francesco Schettino soll ein nicht genehmigtes Manöver gefahren sein, das den Sicherheitsbestimmungen widerspricht. Doch neue Erkenntnisse nähren den Verdacht, dass auch das Unternehmen Fehler beging.

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SchneiderG 20.01.2012, 17:09
1. .

Zitat von sysop
Für die Eigner der "Costa Concordia" steht der Schuldige fest: Kapitän Francesco Schettino soll ein nicht genehmigtes Manöver gefahren sein, das den Sicherheitsbestimmungen widerspricht. Doch neue Erkenntnisse nähren den Verdacht, dass auch das Unternehmen Fehler beging.
Die Schreiber des Artikels sollten sich, bevor Sie sowas wie hier Schreiben, erst einmal darüber kundig machen, wie die Rechtslage und Rechtsbefugnisse eines Käpitäns auf einem Schiff (oder auch eines Flugkapitäns im Flugzeug) ist, auch wenn sich zufällig ein Eigner auch auf dem Schiff aufhalten sollte.

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Zapallar 20.01.2012, 17:10
2.

Die Reederei kann sonstwas gewusst haben, in letzter Instanz ist IMMER einzig und allein der Kapitän für sein Schiff verantwortlich, sonst niemand! Falls die Reederei solche Fahrten sogar angeordnet haben sollte, dann ist es Aufgabe des Kapitäns, sich diesen Befehlen zu widersetzen bzw. alle Regeln der Sicherheit zu beachten und vorsichtig zu fahren.

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medienquadrat 20.01.2012, 17:17
3. Kreuzfahrten sind menschengemachte und dann vergessene Idiotie!

Zitat von sysop
Für die Eigner der "Costa Concordia" steht der Schuldige fest: Kapitän Francesco Schettino soll ein nicht genehmigtes Manöver gefahren sein, das den Sicherheitsbestimmungen widerspricht. Doch neue Erkenntnisse nähren den Verdacht, dass auch das Unternehmen Fehler beging.
ich bin darüber zutiefst erschüttert, dass es kein permanentes Controlling für ein derart teures Gerät seitens der Eigner geben soll. Jeder LKW hat einen Fahrtenschreiber, der vom Speditionschef regelmäßig überprüft werden muss. Jede Routenänderung eines Passagierflugzeugs wird wahrgenommen, die genaue Position an allen möglichen Stellen verfolgt, im Zweifelsfall gibt es einen Flugschreiber, wo auch die exakten GPS Daten gespeichert sind.

Aber mit so einem Riesenteil darf jeder herumkariolen, wo und wie schnell er will? Wer einem einzigen Menschen derart viel Kompetenz und Macht über 4.200 Menschen gibt, ist selbst ein unverantwortliches Monster! Mit wieviel Blödheit muss ein Unternehmen geschlagen sein, nicht zumindest ab und an mal seinen Kapitän zu kontrollieren, mal nachzuprüfen, ob der nicht an einem Hirnriss leidet, einfach mal durchzuknallen droht.

Schaut euch mal an, was da im Wasser liegt. Das kann man doch nicht in die Hand eines Mannes geben. Der kann doch auch mal nicht funktionieren! Die Komplexität modernster Technologie ist monströs geworden. Das erfordert eine ganze Reihe mehr an redundanter Kontrolle, zu jeder Sekunde, an jedem Ort der Erde. Niemals werde ich in meinem Leben eine derartige Horrormaschinerie betreten. Man muss ja lebensmüde sein, sich auf diesen Diletantismus zu überlassen!

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ra.ruehl 20.01.2012, 17:38
4.

Irgendein Organisationsverschulden wird man schon finden können - und sei es, dass ein solcher Striezl zum Kapitän eines derart großen Potts gemacht worden ist. Schade allerdings. Das Comic-hafte der Ereignisse, die absurden Taten dieses Clouseaus der Weltmeere, die Blondinen, der Wein, das Machogetue, über "tutto okay" bis zum Anruf bei der Mama und dem Kaffee im Haus des Taxifahrers, sind doch geradezu poetisch. Mitunter vergisst man bei all dem sogar, dass es Tote gab. Jedenfalls ertappe ich mich dabei. Es ist mir auch klar, warum: Alles, was man hier lesen muss, ist so unwirklich, klischeebehaftet und grotesk, dass man darüber leicht die Realität aus den Augen verliert. Die Frage, was die Eigner falsch gemacht haben, erscheint vor dem Hintergrund auch haftungsrechtlich reichlich dröge und irrelevant. Ich denke, die haften auch ohne Verschulden für die Schäden. Vielmehr sollte man sich mit der Poesie dieses Unfalls (der keine Tragödie ist und keine Katastrophe) beschäftigen, diesem Veiztanz, den hier Inkompetenz, Feigheit, Dummheit, Größenwahn, Leichtsinn u.s.w. aufführen, ein Veiztanz, der wunderbar in unsere Zeit passt. Ein bißchen Schettino steckt doch in jedem von uns, oder?

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celan23 20.01.2012, 17:39
5. Datenanalyse

In der Luftfahrt gibt es verbindlich seit Januar 2005 ein System, welches Flugdaten zuverlässig aufschreibt. Damit lässt sich die Fehleranalyse effektiv aufgrund von Daten durchführen. Hypothesen und Anschuldigungen nützen niemandem und sind wenig hilfreich.
Im Interesse der Sicherheit von mehr als 4000 Menschen allein auf einen Kreuzfahrtschiff fragt man sich, wie unverwundbar sich die Branche eigentlich hält. Wir sollten endlich aufhören mit diesem naiven Technikglauben. Solange Technik von Menschenhand bedient wird, bleibt die größte Fehlerquelle, der "Human Factor" bestehen.

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hdudeck 20.01.2012, 17:47
6. Ich verstehe nicht ganz

diesen Satz >>Und: Warum rief sie erst so spät an?<<. Zwischen Kollision (21.45) und Anruf (23.30) sind gerade 1 St 45 Min. vergangen. Glauben die Autoren den wirklich, dass das schneller gehen kann?
1. Die Verantwortlichen auf dem Schiff muessen erst einmal feststellen, was passiert ist und welche Beschaedigungen es gegeben hat. Das kann besonders bei der Groesse des Schiffes einige Zeit dauern. Auch sind Mitarbeiter, die Auskunft geben sollen, verwirrt (Schock) oder mit Gaesten beschaeftigt.
2. Nachdem dies geschehen ist, muessen die Verantwortlichen zu einer Entscheidung kommen, was zu tun ist. Ein Kapitaen wird hier seine Officiere heranziehen (welche ersteinmal auf der Bruecke sein muessen).
3. Die Firmenzentrale muss informiert werden,inclusive was geschehen ist, was geschehen muss und was gebraucht wird Es soll vorkommen, das die Entscheidungstraeger erst gefunden werden muessen, da diese wohl kaum 24/7 in Buero anzutreffen sind.
4. Das Buero muss eine entsprechende Firma finden, die den Notfall handhaben kann.

Glauben die Autoren wirklich, das 1 3/4 Stunden zu lang sind? Ich jedenfalls nicht.
Auch das die Tatsache, das die Firma vielleicht zu klein ist, ist nicht verwunderlich. Vielleicht war sie die erste, die gefunden wurde oder erreichbar war (es war schliesslich Nacht) oder sie ist oertlich die naechste.

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ArnoNuem 20.01.2012, 17:53
7. Teil des Systems

Zitat von Zapallar
Die Reederei kann sonstwas gewusst haben, in letzter Instanz ist IMMER einzig und allein der Kapitän für sein Schiff verantwortlich, sonst niemand! Falls die Reederei solche Fahrten sogar angeordnet haben sollte, dann ist es Aufgabe des Kapitäns, sich diesen Befehlen zu widersetzen bzw. alle Regeln der Sicherheit zu beachten und vorsichtig zu fahren.
Der Kapitän ist Teil des Systems! Ihre Sicht entspricht nicht der Realität. Klar - es sollte so sein, wie Sie schreiben. Ist es aber nicht. Das verhällt sich ungefähr so wie in der Politik: wir sind meilenweit von Idelavorstellungen entfernt, wissen ganz genau, was zu tun wäre, es geschieht aber nicht.
Es ist für alle Beteiligten angenehm, den Kapitän für schuldig zu erklären.
Tatsache ist aber: Das Segment Kreuzfahrt ist innerhalb der Tourismusindustrie das mit dem höchsten Wachstum: 20 Prozent! Das hat zur Folge, dass die Reedereien den Leuten immer etwas spektakuläreres bieten müssen - der Kreuzfahrpöpel verlangt danach. Das ist in etwa wie die Annimateure in allinclusiv-Anlagen: immer nur Bingo und Wasserturnen ist langweilig.
Ach ja, das Ganze nennt sich Kapitalsmus und daran ist nichts moralisches. Es sind die Menschen, die nach Brot und Spiele verlangen und die wird eben um dem Gewinn Willen auch mal etwas Verbotens geboten.
Also: es liegt an uns allen,ob wior den Irsinn mitmachen oder sagen, halt, stopp, wir machen nicht mehr mit. Ganz einfach - oder?

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Hans Woestner 20.01.2012, 17:54
8. Kreuzfahren mit Sicherung

Ich liebe Kreuzfahrten!
Die manchmal wirklich schönen Menschen an Bord - die netten Unterhaltungen mit Mitreisenden - der Service - die gute Luft an Deck - die schönen Uniformen der Offiziere - die tolle Aussicht über das weite Meer - und und und !

Aber ich hänge auch am Leben.
Darum habe ich bei jeder Kreuzfahrt eine Art Seenotrettungsdampfer mit Hubschrauber an Bord gemietet, der dem Luxus-Krezfahrtschiff hinterher fährt und mit mir ständig in Funkkontakt steht..

Mehr Sicherheit gibt es nicht!

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ABC 20.01.2012, 17:57
9. Schiffe dieser Gesellschaft meiden

Ein Unternehmen, in dem ein derartig verantwortungsvoller Job an eine derartige Person wie Schetino übertragen wird, kann etwas nicht stimmen.

Das wirft die Frage auf, ob die Kapitäne der übrigen Schiffe der Reederei ausreichend qualifiziert sind.

Deshalb würde ich die Schiffe dieser Gesellschaft meiden.

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