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Havarie des Frachters "MSC Zoe": Herumtreibende Container werden zur Gefahr für Fisch
REMKO DE WAAL/EPA-EFE/REX

Nach der Havarie des Megafrachters "MSC Zoe" sucht ein Kommando in der Nordsee nach Containern. Die Zeit drängt: Die knapp unter der Wasseroberfläche treibenden Stahlboxen könnten Boote rammen.

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lupo62 05.01.2019, 21:10
1.

Die Container sind nicht völlig wasserdicht. Auf die Dauer werden die Dinger absaufen. Dann wird noch so manches Netz kaputt gehen, aber der Fischkutter selbst geht drüber weg.

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a.vollmer 05.01.2019, 21:41
2. Und die Ladung im Container?

Wenn die Ladung aus Flachbildschirmen besteht, dann sind über 50 Volumenprozent der Ladung Styroporformteile, die halten den Container jahrelang schwimmfähig.

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felix_hauck 05.01.2019, 22:09
3. Welche Versicherung?

Wer versichert denn bitte gegen Havarien auf solchen Skalen? Die zu entstehenden Schäden sind ja kaum abzusehen.

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retikulator 05.01.2019, 22:40
4. Knapp UNTER der Wasseroberfläche?

Wie können die Container knapp unter der Wasseroberfläche treiben? Das geht meiner Meinung nach nur unter ganz speziellen Bedingungen, zB Dichteschichtungen im Wasser. So ein Zustand, wenn er den existiert, ist nicht stabil. Denkbar ist allerdings, dass sie nur knapp ÜBER die Wasseroberfläche hinausragen.

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peer.seus 05.01.2019, 22:48
5. Warum müssen die nicht gegen so was versichert sein - also richtig?!

Warum müssen die nicht gegen so was versichert sein - also richtig?!

Wären die Reeder so bei solchen Fällen von Reparationen, Regress und Sanktionen betroffen, dass es denen weh tun würde, dann wären sie versichert - so dass jeder Schaden in beliebiger Höhe nun leicht erstattet werden könnte.

Die Versicherungen würden den Reedern aber Daumenschrauben anlegen und sie zwingen, die Container zu 100% zu tracken, so dass alle herum treibenden Container jetzt verfolgt würden und damit Schäden - vor allem mögliche personenschäden - gering gehalten werden könnten.

Der Risikowert, für Schäden belangt zu werden, scheint aber so gering zu sein, dass die Reeder das Risiko lieber akzeptieren. Das ist ein untrügliches Indiz dafür, dass die Anrheiner-Staaten und die EU deutlich zu niedrigen Regress und Sanktionen vorsieht. Denn in zeiten vin IoT kann es im Grunde nicht sein, dass Container keine ausreichende "Intelligenz" besitzen, um ihrer Umwelt mindestens ihre geografische Lage - nach Möglichkeit aber auch (z.B.umweltrelevante) Informationen senden. Und das muss auch gehen. wenn die 5 oder 10m unter der Wasseroberfläche treiben!

Das Internet der Dinge darf nicht nur den Monopol-Konzernen immer neue Datenspionage-Apps und -Geschäftsmodelle bescheren, sondern muss auch die Sicherheits- und Kontrollstandards anheben, damit wir sicherer leben können!

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Kai Bleker 05.01.2019, 23:40
6.

Zitat von retikulator
Wie können die Container knapp unter der Wasseroberfläche treiben? Das geht meiner Meinung nach nur unter ganz speziellen Bedingungen, zB Dichteschichtungen im Wasser. So ein Zustand, wenn er den existiert, ist nicht stabil. Denkbar ist allerdings, dass sie nur knapp ÜBER die Wasseroberfläche hinausragen.
Deswegen rollen Uboote ja auch bei einer Unterwasserfahrt auf Rädern über den Meeresboden, oder sie schwimmen wie normale Schiffe oben auf der Wasseroberfläche ;-) SCNR

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seamanslife 06.01.2019, 00:07
7. ein Container kann nicht "rammen", das ist Blödsinn

Im Seerecht ist der Begriff "rammen" juristisch immer mit einer vorsätzlichen Handlung einer Person verbunden. Da ein Container keine Person ist kann er nicht "rammen". Desweiteren ist das Entnehmen der Ladung eines Containers Diebstahl. Ein Container ist nach außen verlagerter Laderaum und der Inhalt dieses Laderaums ist durch die Güterhaftpflichtversicherung des Reeders versichert. Die Güterhaftpflicht des Reeders beginnt mit dem Absetzen des Containers auf dem Schiff und endet wenn die Gantry im Löschhafen den Container angehoben, somit vom Schiff gerennt hat. Somit ist im Versicherungsfall der jetzt eingetreten ist der Inhalt des Containers Eigentum der Güterhaftpflichtversicherung. Die Güterhaftpflicht gilt für jeden Container separat vom Ladehafen bis zum Löschhafen. Leute die Container plündern sind nichts weiter als "Strandräuber" oder Diebe.

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seamanslife 06.01.2019, 00:16
8. Rückversicherung nennt man so etwas

Zitat von felix_hauck
Wer versichert denn bitte gegen Havarien auf solchen Skalen? Die zu entstehenden Schäden sind ja kaum abzusehen.
Ein Schiff wird z.B. bei Lloyds in London versichert und die sichern sich über eine Rückversicherung bei anderen Firmen ab. So wird im Schadensfall wie jetzt auf alle gesplittet die irgendwie Policen auf das Schiff verkauft haben. Das Risiko wird nach Anteil der Policen geteilt.

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hansriedl 06.01.2019, 00:29
9. Knapp 280 giftige Säcke vermisst

Bislang wurden nur zwei der 25-Kilo-Säcke in den Niederlanden angespült.
Ein zweiter vermisster Gefahrgut-Container hatte 1.500 Kilogramm Lithium-Ionen-Batterien geladen. Von den Gefahrernstoffen ist auf deutscher Seite bislang nichts angekommen.
Die Versicherung wird für den Schaden aufkommen, war ja höhere Gewalt im Spiel.

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