Forum: Panorama
Heimat statt Arbeit: Die Berufung des Florian Fritsche
Benjamin Maack

Florian Fritsche findet einfach keine Arbeit. Seit mehr als einem Jahr ist der junge Historiker auf Jobsuche. Warum es nicht klappt? Die Antwort ist simpel - und wirft wichtige Fragen auf.

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darthmax 26.05.2016, 13:34
50. Anspruchsdenken

Wer in seiner Kleinstadt sein Leben lang verbringen möchte, kann sich auch nach einer Berufsausbildung umschauen, die in seiner Stadt verlangt ist.
Dazu einmal aufs Fahrrad steigen und in der Geschäftsstr. die Augen aufmachen.
Wir müssen eine Erwartungshaltung, dass der Job zu einem fliegt ,nicht finanzieren.
Einen solchen Mann dann in der Arbeitsvermittlung arbeiten zu lassen , das ist Schilda.

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Lektorat Berlin 26.05.2016, 13:34
51. Hä???

Zitat von quark2@mailinator.com
Soweit ich mich entsinne, muß die Bundesregierung dafür sorgen, daß alle Regionen Deutschlands gleich lebenswert sind. Also bitte - sorgt dafür, daß sich Arbeit nicht nur in wenigen Ecken ballt.
Sind Sie ein Kleinkind, dass an der Hand über die Straße geführt werden muss?
NEIN, die Bundesregierung muiss ABSOLUT NIOCHTS dergleichen.
Sie sind ein erwachsener Mensch und dürfen nicht nur reisen und wählen, Sie dürfen auch MITDENKEN und für Ihr Leben sorgen.
UND: Sie dürfen in Ihrer Heimatregion INVESTIEREN, damit dort Arbeit angeboten wird.
S-I-E!
Nicht die "Bundesregierung".
Ich FASS es nicht! Wie die Kinder!

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godfather58 26.05.2016, 13:35
52. Das ist ein echtes Luxusproblem

Herr Fritsche hat es schon richtig erkannt. Als Hanwerke hätte er schon eine Stelle. Warum macht er jetzt denn ein Zweitstudium und nicht eine Handwerkerlehre?

Ich habe in meinem Leben bereits zweimal die Arbeit wegen Insolvenz des Arbeitgebers verloren. Jedesmal musste ich für einen neuen Job zu kämpfen. Beim ersten Mal hatte ich dann 120km einfache Pendelstrecke, bei zweiten Mal nur 80km. Das war nicht lustig, aber ich habe aus dieser Position heraus dann einen neuen Job in der Region gefunden. Herrn Fritsche kann ich deshalb weder verstehen noch seine Anspruchshaltung akzeptieren. Nur er, weder die Arbeitsagentur noch jemand Anderes ist für seinen Lebensunterhalt verantwortlich.

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Wayne2000 26.05.2016, 13:38
53. beruflicher Erfolg und Karriere

Zitat von Furchensumpf
Tja, es gibt eben noch Menschen, denen z.B. die Familie wichtiger ist als der berufliche Erfolg. So kann er sich auch um seine Eltern kümmern, wenn die einmal Hilfe benötigen - oder die Kinder haben ihre Großeltern dann noch in der Nähe und sehen diese .......
muss natürlich nicht jedem wichtig sein. Aber finanziell unabhängig von der Allgemeinheit schon! Es stand ihm frei etwas zu lernen was auch in der Umgebung seines Dorfs gebraucht wird. Wie schon gesagt wurde, in München wohnen und Hochseefischer werden ist nun mal nicht sehr intelligent.

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nine1011 26.05.2016, 13:39
54. mich ärgert...

...die Arroganz einiger Foristen hier.
Warum ist denn nur sozialversicherte Arbeit etwas Wert?
Wenn die Generation unserer Großeltern verstirbt bleibt nichts mehr von unserer Geschichte und Tradition. Ich finde es großartig, dass ein junger engagierter Mann so heimatverbunden ist und sein Elternhaus pflegt und in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert ist. Wer soll es denn machen und Feuer löschen, wenn alle nur noch Bänker sind? Und warum sollte Fritsche BWL studieren oder KfZ Mechaniker lernen, wenn seine Talente woanders liegen?! Ich finde seine Haltung lobenswert, gerade in Zeiten, wo sich scheinbar jeder selbst nur noch der nächste ist. Mit dem BGE (Bedingungslosem Grundeinkommen) würde diesen engagierten Menschen geholfen werden und gleichzeitig auch unserer Kultur und Geschichte und Gesellschaft. Das beste Beispiel.

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schneemann3 26.05.2016, 13:47
55. Flexibilität

wenn ich als Historiker oder sagen wir Atomphysiker gerade kein Museum oder Kernkraftwerk in meinem Ort habe, muss ich halt entweder umziehen oder eben etwas lernen, das vor Ort gebraucht wird.
Dann soll er halt selbst Ausstellungsstücke für ein Museum zusammentragen und eines eröffnen, schon hat er einen Job - zwar vermutlich keinen einträglichen, aber besser als jetzt. Ansonsten, Lehre anfangen und aufhören, sich über das böse System aufzuregen. Steht irgendwo, was er im Zweitstudium studiert? Vielleicht ist das ja was sinnnvolles.

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Sennover 26.05.2016, 13:48
56. Die Landeshaupt- und Universitätsstadt Erfurt...

...mit über 200.000 EW ist ca. 30km entfernt. Dort gibt es keine Jobs für Historiker?

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Lektorat Berlin 26.05.2016, 13:49
57. Richtig,

Zitat von Thomas Preston
...zu zeigen, dass man das intellektuelle Vermögen hat, sich mit einem Thema zu engagieren und anspruchsvolle und komplexe Aufgaben auszuführen ...
und genau da scheint's zu hapern. Wenn schon das Verlassen der heimatlichen 3000-Seelen-Scholle als zuviel Motivation empfunden wird, dürfte es generell schwierig werden mit Berufstätigkeit.
Altenpfleger wäre vielleicht eine Möglichkeit, Alte wird es genug dort geben.

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mac4me 26.05.2016, 13:50
58. Meine Generation...

...die 1990 im Alter von 40 Jahren war, hat es noch härter erwischt. Ich selbst war Diplomingenieur, hatte auch zwei weitere Berufsabschlüsse, war aber gerade im "falschen Beruf" und als Ingenieur 6 Jahre raus. Und in der Ex-DDR wurden gerade zehntausende Ingenieure entlassen. Ich war hoffnungslos überqualifiziert für die gängigen Bewchäftigungen und ansonsten "zu alt". Keine Chance, meinen Altersgenossen ging es aber nicht besser.

Meine Generation der technischen Intelligenz ist zu großen Teilen im Prekariat gelandet, ein Thema, das in allen Medien absichtsvoll sorgsam verschwiegen wurde.

Ich habe mich 25 Jahre lang freiberuflich durchgeschlagen und bezahle heute dafür mit einer Minirente. Meine Unterbeschäftigung habe ich dadurch ausgeglichen, daß ich mit eigenen Händen ein Haus ausgebaut habe - wer keine zwei linken Hände hat und aus der DDR kam, konnte fast alles selbst machen. So habe ich auf das Verdikt irgendwelcher Personaler gepfiffen.
Den Jüngeren kann man nur bitter wünschen, daß ihnen nicht mal ein politischer Umbruch die makellosen Erwerbskarrieren verhagelt.

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kalim.karemi 26.05.2016, 13:51
59. mein Mitleid

hält sich in Grenzen. Was denkt er sich, daß eine Amtsaussenstelle für ihn in seinem Dorf geschaffen wird? Wenn es dort keine Industrie o.ä. gibt, dann gibts dort auch keinen Job. Punkt.

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