Forum: Panorama
Heimat statt Arbeit: Die Berufung des Florian Fritsche
Benjamin Maack

Florian Fritsche findet einfach keine Arbeit. Seit mehr als einem Jahr ist der junge Historiker auf Jobsuche. Warum es nicht klappt? Die Antwort ist simpel - und wirft wichtige Fragen auf.

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michael.woehler 26.05.2016, 14:32
80. Die Freiheit der Entscheidung ...

... geht einher mit der Verantwortung für die Folgen!

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friefrie 26.05.2016, 14:35
81. Das ist richtig ärgerlich!

Bin ich naiv oder ist es nicht so, dass man, wenn man unbedingt im Ort bleiben möchte, halt was lernen sollte, was dort gebraucht wird? Er sagt selbst ja, dass er als Tischler schon einen Job hätte.

Ich finde das ziemlich unverschämt, Hartz IV zu beziehen und rumzujammern, dann aber partout nicht flexibel zu sein.
Und dann hört sich das noch so an, als sei die böse Gesellschaft schuld daran, dass ein Historiker in einem 3500-Seelen-Kaff keinen Job findet.
Und was macht er vor lauter Langeweile? Nicht etwa eine Berufsausbildung, nein, er fängt ein zweites Studium an.

Berufung und Heimatliebe gut und schön, aber dann bitte selbst finanzieren, herrje.

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henryb_de 26.05.2016, 14:36
82. Naja ...

Zitat von kitty
und wer soll die Mittel für ein BGE erwirtschaften? Das BGE führt dazu, dass viele Menschen ihre unterbezahlten oder ungeliebten Jobs aufgeben und sich lieber von Vater Staat unterhalten lassen um ihren mehr oder weniger sinnvollen Hobbys nachgehen.
es muss vielleicht nicht gleich ein bedingungsloses Grundeinkommen(=hohes Einkommen) sein, aber ein "bedingungsloses Hartz4" würde schon sehr helfen, dass die von Ihnen o.g. Stellen nicht mehr besetzt werden könnten.

Und das würde allen nützen, außer denen die solche Stellen zu diesen subventionierten Zwangsbedingungen besetzten möchten.
Frankreich macht da zurecht Krawall.

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lachina 26.05.2016, 14:36
83. Lehr- und Wanderjahre?

Junger Mann, auch im Mittelalter gab es schon die "Lehr- und Wanderjahre". Junggesellen gingen auf die Walz. Welterfahren und gereift kamen sie in ihr Heimatdorf zurück....
Auch das ist eine Tradition, die Sie aufgreifen sollten.

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DrBio 26.05.2016, 14:36
84. keine titel

Zitat von Lektorat Berlin
Sind Sie ein Kleinkind, dass an der Hand über die Straße geführt werden muss? NEIN, die Bundesregierung .......
..darum geht es nicht. Schauen Sie mal in GG Art 72: der Bund hat für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen.

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teneny 26.05.2016, 14:39
85.

Zitat von geirröd
....dass man auch in sehr sehr vielen anderen Ortschaften nicht unbedingt einen Job als Historiker bekommt. Hätte Herr Fritsche z.B. eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker, Elektriker oder ähnliches absolviert, sähe das mit einem Job in seiner Gemeinde denke ich besser aus. Ausgefallene Studienabschlüsse erfordern demnach den Blick über den Tellerrand . Tipp: Taxifahrer? (Sarkasmus off)
Haben Sie den Artikel gelesen? - Wenn ja, dann nicht sonderlich aufmerksam. - Also: der gute Mann hat eine Arbeitstelle gefunden, bei der Agentur für Arbeit. Dass die Agentur für Arbeit keine Historiker sucht ist wohl klar. Dennoch finden Geisteswissenschaftler oft Stellen in der freien Wirtschaft. (Siehe Link unten.) Wenn Florian Fritsche die Absicht gehabt hätte nur den "klassischen" Arbeitsplatz als Historiker zu besetzen, dann hätte er sich ausschließlich an Universitäten bewerben müssen und diesem Fall wäre es absolut klar gewesen, dass er seine Heimatstadt verlassen muss. http://www.wila-arbeitsmarkt.de/blog/2015/03/11/geisteswissenschaftler-in-der-wirtschaft/

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teneny 26.05.2016, 14:41
86.

Zitat von dianaberlin
ich finde es ganz toll, das er zu einem ort steht. was ich überhaupt nicht verstehe: wenn ich weiß, dass ih als tischler schon längst einen job hätte - warum studiere ich sozial pädagogik? sorry aber: überall .....
Sozialpädagogik? Sie haben den Artikel wohl nur überflogen. Herr Fritsche hat Geschichte studiert.

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hansw 26.05.2016, 14:42
87. Wilder Westen

Zitat von LorenzSTR
Ich FASS es nicht! Wie die Vorvorvorzivilisierten! Sie wissen schon, dass wir hier in einem entwickelten Industrieland, einer zivilisatorisch entwickelten Gesellschaft, einem Sozialstaat leben, in dem es außer Neoliberalen und "Friss-oder-stirb"-Typen auch noch gebildetere Menschen gibt? Dieser Staat bzw. diese Gemeinschaft hat bestimmte Aufgaben, Ziele etc. Das ist nicht wie im wilden Westen oder wie in vordemokratischen Gesellschaften. Also noch nicht. Vielleicht sollten Sie sich da nochmals einlesen.
Was für Gemeinplätze. Damit kann man nichts anfangen. Ihre Aufteilung der Gesellschaft in "Typen" ist nicht nur unvollständig, sondern auch Unsinn. Dabei zählen Sie sich wohl zu den Gebildeten? Ich mache einen Vorschlag: Schauen Sie sich in Düsseldorf die Rheinbrücken an. Darunter schlafen jede Menge gebildeter Menschen, die aus der Bahn geworfen wurden.

Was ist ein vordemokratische Gesellschaft? Sie meinen wohl Monarchien, oder gehen Sie noch zu den Anfängen von Homo Sapiens zurück? Der Wilde Westen kann jedenfalls dazu nicht gehören. Die Menschen dort kamen aus demokratischen Gesellschaften (13 Kolonien) oder waren aus religiösen Gründen Vertriebene.

Also, lesen Sie sich bitte in die Realitäten ein.

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Osservatore 26.05.2016, 14:45
88. Im eigenen Saft

Zitat von warum_nicht?
Geschichte ist sinnfrei wohl nicht, brotlos häufig schon. Ansonsten bin ich da bei Ihnen. Sicherlich ist's auch schön in seiner Stadt, ich bin in ähnlichen Bedingungen in der Vorderpfalz aufgewachsen. Aber besteht in seinem Alter nicht die Neugier auf die "Welt da draussen"? Ich bin vielfach berufsbedingt umgezogen und möchte diese Erfahrungen nicht missen, andere Menschen und Orte kennen gelernt zu haben.
Richtig. Es ist für mich sogar ein Makel, als Historiker nur im eigenen Saft braten, sprich seinen 3400-Seelen-Ort nicht verlassen zu wollen, um wichtige persönliche und auch wissenschaftliche Erfahrungen zu sammeln. Gerade die geistige Weite und der breite Erfahrungshorizont zeichnet einen guten Geisteswissenschaftler aus. Mit einer solchen auch geistigen Unflexibilität wird das nichts. Das gilt eingeschränkt auch für "normale" Berufe.

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catcargerry 26.05.2016, 14:50
89. Doch lieber jammern und picheln als hammern und sicheln

Zitat von LorenzSTR
... Unerhört! Wo kommen wir denn da hin, wenn nicht alles wirtschaftlich verwertbar ist und nicht jeder sein komplettes Leben der heiligen Wirtschaft ...
Muss ja keiner. Muss er dann aber mit klar kommen. Ich genieße mein Leben trotz einer gewissen Orientierung an ökonomischen Realitäten und damit verbundenen Ungemütlichkeiten - wie die meisten Leute, die ich kenne. Fast jeder davon pflegt wie ich auch Aktivitäten außerhalb der "wirtschaftlichen Verwertbarkeit", auch als Lokalpolitiker oder Katastrophenschützer. Gerade bei denen, die auch fachlich nichts bringen, finden sich nach meiner Beobachtung eher soziale Defizite.

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