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Hochsensible Menschen: Sehe ich komisch aus? Was denken die von mir? Warum ist es hie

Hochsensible Menschen nehmen Eindrücke aus ihrer Umwelt intensiver wahr als andere: Geräusche, Farben, Gerüche, Berührungen - ihre Antennen sind immer auf Empfang, die Betroffenen*stehen unter Dauerstress. Sind sie krank*oder nur zartbesaitet?

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Das Auge des Betrachters 01.10.2011, 14:32
150. Ich war/bin betroffen..

...unter anderem litt ich aus diesem Grunde an Asthma. Der mich behandelnde Lungenarzt, lieferte den entscheidenden Hinweis.
Bei einer Behandlung zur Austestung, spritzte er mir ein Mittel, dass wie er sagte zur Prüfung von Reaktionen auf Umwelteinflüsse gedacht war. Die kleine Ampulle war noch nicht leer, da hatte ich ihn schon vollgek....
Der Artzt reagierte erschrocken und entschuldigte sich sogleich. Dann erklärte er, dass es normal sei, wenn kleine Kinder Reaktionen zeigten, ältere würde meist gar nichts merken, aber eine so spontane Reaktion und dann von einem über 40jährigen habe er nie erlebt, nie von gehört und es sei ihm unbegreiflich.
Seine abschliessende Erklärung lautete, ich sei nicht krank, meine Umgebung sei es und ich würde hochsensibel auf Umwelteinflüsse reagieren, ähnlich einem Fisch im Wasserwerk der die Verunreinigung anzeigt.
Ich glaube auch, dass die Hypersensibilität, eigentlich das Gegenteil ist, nämlich Normalität und das die modernen Entwicklungen die Menschen abstumpfen oder krank machen.
Leider haben Sie dieses wichtige Thema mit religiösen Humbug vermischt. Diese beiden Themen haben nichts miteinander zu tun!!!

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Scheidungskind 01.10.2011, 15:53
151. ...

Zitat von fpa
Ich denke, Sie benutze hier viele Worte (z.B. "eigene Gefühle", "fremde Gefühle", "Selbstwertgefühl"), die durchaus in diese Diskussion gehören. Nur die Verbindungen dazwischen, wie Sie diese hier beschreiben, scheinen mir so gar nicht möglich zu sein. (...) Die Hauptaufgabe des Gehirns scheint erst einmal zu sein, die elementaren Lebensfunktionen zu sichern. neben Energie-, Wasserhaushalt, usw. heißt das danach zu allererst Gefahrenabwehr. (...) Hier laufen also subjektive Entscheidungen "des Selbst", und zwar unwillkürlich und so schnell, d.h. bevor wir uns überhaupt der Problematik bewußt werden. Wer einmal einen schweren Unfall oder eine traumatische Schock-Situation erlebt hat, wird das bestätigen. Wenn diese Art Streßreaktionen angeworfen werden, kommt es überhaupt nicht mehr zur Empathiefähigkeit, deren Grundlage es ja ist, selbst nicht akut bedroht zu sein.
Der vorvorhergehende Forist "motzeline" hatte über seinen Spürsinn bezüglich der Gefühle anderer Menschen gesprochen, für mich eine Art Empathie. Empathie funktioniert am besten in Situationen, in denen man nicht bedroht ist, das ist richtig. Aber Empathie entscheidet auch, ob man überhaupt in diese Situation kommt. Empathische Menschen bekommen die Dynamik der Situation früher mit und können sie auch besser einschätzen und dadurch entschärfen.

Zitat von fpa
Oder zumindest hat Mitgefühl keinen wesentlichen Einfluß auf die Entscheidungen, die wir in akuten Bedrohungssituationen ja mehr intuitiv treffen.
Intuition bedeutet auf Basis von Gefühl. Mitleid beeinflußt gefühlsmäßige Entscheidungen in hohem Maße - wenn man denn Mitgefühl empfinden kann.

Zitat von fpa
(...) Ein gutes Selbstwertgefühl - nicht zu verwechseln mit Selbstbewußtsein; Selbstwertgefühl ist viel Stoff gebundener, kann z.B. mit Kokain temporär enorm gesteigert werden, oder ist umgekehrt in einer schweren Depression nahezu komplett verschwunden - ist dabei hilfreich, dass eben nicht gleich beim leisesten Windhauch Streßreaktionen erfolgen.
Selbstwertgefühl mag auch situationsabhängig sein, die grundsätzliche Disposition wird jedoch im Kindesalter erworben, je nachdem, ob das Kind ab dem 1. Lebensjahr seine Gefühle und Affekte kennenlernen und ausleben darf oder sie unterdrücken muss, um Liebe und Nähe zu bekommen.

Hat ein Mensch eine enge Verbindung zu seiner emotionalen Welt, fühlt er keine innere Leere und sich dadurch als Mensch und lebendig. Ist dem nicht so, leidet sein Selbstwertgefühl und er versucht dieses Manko durch äußere Anerkennung (Selbstdarstellung!), Abwertung anderer oder durch Reize von aussen zu kompensieren. Letzteres dürfte der Hauptgrund von Suchtentstehung sein.

Stressreaktionen treffen Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl bevorzugt, da sie sich leicht angegriffen fühlen und durch ihre kindlichen Erfahrungen oft weniger Selbstberuhigungskompetenz bei negativen Gefühlen erlernt haben.

Inwiefern das Gespühr des Foristen (oder besser: der Foristin) "motzeline" auf den ich mich bezog eine Hochsensibilität darstellt oder ob es sich nur um Empathiefähigkeit in Verbindung mit erlernter Menschenkenntnis handelt, kann ich nicht sagen.

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Bondurant 04.10.2011, 09:54
152. Landleben

Zitat von fpa
Über einen längeren Zeitraum gesehen könnte jedoch KaWiDu den Kern treffen. Vor allem wenn er die Metapher "Dorfgemeinschaft" als typisch für zeitliche Veränderungen begreift. Ich bin z.B. in den 50er Jahren in einem kleinen Dorf (knapp 600 Einwohner) aufgewachsen. Der größte Unterschied .....
Ich gebe Ihnen insoweit recht, als die (Dorf-)Gemeinschaft dem Geborgenheit bietet und Schutz gewährt, der nach ihren Regeln spielt.

Das trifft nicht für die wirklich "anderen" zu, etwa Intellektuelle oder Schwule oder gar schwule Intellektuelle. Die suchen besser schnell das Weite.

Im übrigen war das Verhältnis zum Tode so natürlich, dass man ihn bei unerwünschten Personen auch schon mal im allgemeinen Einvernehmen herbeiführte: wenn etwa der längst seiner Sinne nicht mehr mächtige Altenteiler plötzlich starb und die Bäuerin jetzt mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben hatte - nun ja, so ist der Lauf der Welt. Und für den - durchaus nicht immer ungefährlichen - paranoid Schizophrenen bot gelegentlich der Dorfteich eine passende, allen gerecht werdende Lösung. Wurde natürlich nicht in die Chronik geschrieben.

Ob der Hochsensible sich in solch archaischer, aber eher unzivilisierter Gemeinschaft wohl fühlen kann, darf bezweifelt werden.

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Feelicitas 13.05.2013, 16:43
153. Unverständnis

Zitat von Cinnamon
"Mit Jesus an seiner Seite scheint Thomas seine Mission gefunden zu haben: "Ich würde gerne den Betroffenen helfen. Wir Hochsensiblen wollen unserem Leben einen Sinn geben. Es mag sich hochgestochen anhören, aber ich glaube, dass ich meine Lebensaufgabe gefunden habe." Vielleicht wird er bald schon eine Disco für Hochsensible organisieren, wie es sie in München und Berlin gibt...........
Ich verstehe nicht wie man so denken kann, unfassbar, was ich da vorhin gelesen habe. Natürlich ist man erstmal beschämt wenn man von Betroffenen des Asperger-Syndroms angesprochen wird, möchte der Durchschnittsmensch doch nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Aber ich finde, das ist noch lange kein Grund, sich über sie derart zu mokieren dass es manchmal zu Suizidversuchen kommen kann.

Ich bin jetzt 15 Jahre alt und noch in der Mittelstufe, und es ist echt krass, was mit dem ADSler aus unserer Klasse angestellt wird, manchmal kann ich da gar nicht hinsehen. Meine Eltern stellten bei mir den Verdacht auf HS bzw das ich eine HSP wäre, das muss allerdings noch geprüft werden, doch ich kann mich diesem Artikel nur beipflichten. Viele meiner älteren Mitschüler trinken und rauchen, und auch nur der Hauch eines Geruches verursacht mir Kopfschmerzen, sowie zu viele Menschen um mich herum.
Ja, man kann es als generelle Ablehnung des Rauchens und Trinkens sehen weil meine Familie vollkommen Raucher und Trinkerfrei ist, und ja, man kann denken das ich Berührungsängste in Menschenmassen kriege, aber ich möchte auch gerne wissen, warum ich in der Schule besser abschneide als andere, die viel mehr lernen, warum es mich schüttelt, wenn ich nur sehe, wie sich eine Comicfigur in den Finger schneidet, warum ich Schmerz verspüre, wenn jemand am anderen ende eines 4 Meter Tisches auf die Tischplatte haut und die Vibration auf meine Arme übergeht, wieso ich auf fremde Menschen furchteinflößend wirke, allein durch die Art, wie ich neutral gucke und auch warum ich nicht mal einfache Aspirin vertrage ohne sofort davon schläfrig zu werden oder umzukippen.

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cassandros 13.05.2013, 17:28
154. Lektüretip Aron

Zitat von Feelicitas
Ich bin jetzt 15 Jahre alt und noch in der Mittelstufe, und es ist echt krass, was mit dem ADSler aus unserer Klasse angestellt wird, manchmal kann ich da gar nicht hinsehen. Meine Eltern stellten bei mir den Verdacht auf HS bzw das ich eine HSP wäre, das muss allerdings noch geprüft werden,....
Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du einen Blick in eines dieser Bücher tätest:
- Sind Sie hochsensibel, Elaine N. Aron, ISBN 9783636062468 | Buch versandkostenfrei online kaufen - Lehmanns.de
- Das hochsensible Kind, Elaine N. Aron, ISBN 9783636063564 | Buch versandkostenfrei online kaufen - Lehmanns.de

Die Autorin ist eine Psychologin und anerkannte Expertin für das Thema. Die Bücher enthalten auch Listen von Fragen, mit denen man selbst "abklopfen" kann, ob man in die Kategorie "hochsensibel" fällt, oder ob ggf. ein anderes Leiden vorliegt.

Damit könntest du dich erst mal mit dem Thema befassen, ohne dem Stress ausgesetzt zu sein, mit anderen Menschen, die vielleicht komisch oder verständnislos reagieren, reden zu müssen.

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Mathy 07.04.2014, 09:36
155. Spinner

Also mal wieder ein neuer Modetrend ?
Ich selbst hochsensibel aber troz allem lebensfähig und kritisch.
Ungefähr 10 Prozent aller Lebewesen habe die Gabe der Hochsensibilität.
Mehr oder weniger stark ausgeprägt.
Ich bin gespannt ob die Statistik bald 25 Prozent hergibt.
Jeder Spinner freut sich nun endlich eine Erklärung für seine Störung zu finden die nicht als Krank gilt sondern die Ihn auch noch Interessant erscheinen lässt.
Schade für die die wirklich darunter Leiden und die damit leben müssen oder auch dürfen.
wie hier schon geäussert ist das Burnout syndrom auch zu einer Volkskrankheit verkommen, die jeden kleinen Erschöpfungszustand zur Katastrophe heraufmutiert.
Und das mann dann in einer Disco nur barfuss tanzen darf find ich ja dann richtig toll.
diesen bericht hat sicherlich niemand geschrieben der auch nur im entferntesten hochsensibel ist.
haben sie unter Ihren Redakteuren niemand?
zumindest annähernd sensibel?
schade.

Liebe Grüsse

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