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Hochsensible Menschen: Sehe ich komisch aus? Was denken die von mir? Warum ist es hie

Hochsensible Menschen nehmen Eindrücke aus ihrer Umwelt intensiver wahr als andere: Geräusche, Farben, Gerüche, Berührungen - ihre Antennen sind immer auf Empfang, die Betroffenen*stehen unter Dauerstress. Sind sie krank*oder nur zartbesaitet?

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karabayan 29.09.2011, 11:54
10. Nicht Gleich GestÖrt

Ich konnte mich in vielen dieser Beschreibungen wiedererkennen. Lärm macht die Menschen krank, das ist bekannt, dabei sind die, die der Lärm stört, nicht gleich psychisch gestört. Ich habe ein ausgesprochen gutes Gehör was dazu führt, dass Lärm mich viel wesentlicher stört als andere. Wenn ich an schlechten Tagen davon aggressiv werde, fühle ich mich natürlich psychisch unausgewogen, aber deshalb muss man ja nicht gleich zum Arzt.
Auch kein wahrer Segen ist ein ausgeprägter Geruchssinn. Menschenansammlungen gehe ich gern aus dem Weg, meinem persönliches Empfinden nach scheinen die Menschen fast alle nicht regelmässig zu duschen. Das führt bei mir auch dazu, dass ich allzu persönliches Getätschel von fremden Menschen abstossend finde, die Küßchen-Küßchen Leute stossen bei mir grundsätzlich auf Ablehnung.
Ich habe schon mal versucht mich bezüglich des ausgeprägten Gehörs schlau zu machen und bin darauf gestoßen, dass dies auch eine Begleiterscheinung vom Fibromyalgie zu sein scheint. Ich habe auch den Eindruck, dass diese Hypersensibilität sehr ermüdend ist.
Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass ich nicht einfach nur eine Macke habe. Danke für den Artikel.

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Multum 29.09.2011, 11:54
11. Was sollen die Leute von uns denken?

so wurden doch die Kinder erzogen.

und hat im allgemeinen nicht jeder solche flüchtigen Gedanken?

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Olaf 29.09.2011, 12:01
12. .

Zitat von Björn Borg
Man muss dieses erfolgreichste Buch der Welt eben auch bis zu Ende lesen: Jesus starb für seine Mitmenschen am Kreuz. Dort dürfte es ihm durchaus schlechter ergangen sein als all denen, mit denen er gelitten hat. Man sollte diesen Satz vielleicht einfach streichen. Außerdem fehlt im Artikel der Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang mit psychisch-depressiven Erkrankungen. Für Betroffenen könnte er aber unter Umständen hilfreich und weiterführend sein.
Ich weiß nicht, ob Jesus meditiert hat. Religion und Meditation gehören ja oft zusammen.

Als junger Mann habe ich eine Zeitlang die Zen-Meditation betrieben. Das war auch an sich eine schöne Sache, nur dass es mir nach einer Weile so ging wie den Personen im Artikel.

Der Filter, der sonst die Sinneseindrücke etwas mildert, verschwand. Die Erfahrung war einerseits beeindruckend, ich hatte nie zuvor so eine intensive Wahrnehmung von Farben und Geräuschen, andererseits erschreckend, weil dies auf Dauer sehr belastend ist.

Ich denke, ich kann daher in etwas nachfühlen, wie es den Leuten aus dem Artikel geht. Mich hat dieses Erlebnis immerhin dazu gebracht mit der Meditation aufzuhören, ich hielt dieses Dauerberieselung einfach nicht mehr aus.

Danach wurde nach einer Weile alles wieder "normal".

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schreiber001 29.09.2011, 12:09
13. Interessanter Artikel

Interessanter Artikel (wenn man mal die Sache mit Jesus beiseite lässt).

Tatsächlich gehöre ich wohl selbst auch zu diesen 15%. Veranstaltungen, Kaufhäuser, ÖV und sonstiges hat mich vorallem früher sehr belastet. Es ist ein Gefühl als würde das Gehirn in so Situationen unter maximaler Last arbeiten, es ensteht ein reges Durcheinander im Kopf weil die ganzen "Daten" alle verarbeitet werden möchten. Inzwischen kann ich damit ganz gut umgehen, ohne dass meine Umwelt dies bei mir wahrnehmen würde. Früher z.B. waren Discotheken für mich nur mit Alkohol auszuhalten. Einschlafen war nur sehr schwer möglich, weil es noch viel zu viel zum denken gab.

Als Krankheit würde ich es aber nicht bezeichnen. Aber in Kombination mit anderen Ängsten oder Stress kann sich dies sicher zusätzlich negativ auswirken.

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jinky 29.09.2011, 12:10
14. <yx<yx

Zitat von sysop
Hochsensible Menschen nehmen Eindrücke aus ihrer Umwelt intensiver wahr als andere: Geräusche, Farben, Gerüche, Berührungen - ihre Antennen sind immer auf Empfang, die Betroffenen*stehen unter Dauerstress. Sind sie krank*oder nur zartbesaitet?
Was ist das nur wieder für eine Frage. Es wird auf den Grad der Empfindlichkeit ankommen (der sicher auch nach Tagesform schwanken kann) und darauf, wie belastend sich das Ganze für die Lebensführung auswirkt. Und das wiederum wird auch davon abhängen, in welchem Umfeld sich der/die Betreffende bewegen kann.

Ich z. B. kann musikalische Dauerberieselung nur noch schwer ertragen. (Nein, als "hochsensibel" würde ich mich nicht bezeichnen, nur als zunehmend unlustig, mir permanent und überall zweifelhaften Musikgeschmack aufzwingen zu lassen.) Aber mein Büro ist ruhig, und ich kann auch am heimischen Schreibtisch arbeiten. Dann kann ich auch den Einkauf im Supermarkt halbwegs ertragen, und in Restaurants, wo mir die Geräuschkulisse nicht behagt, muss ich ja nicht gehen. Also: kein Problem.

Müsste ich an der Kasse sitzen oder in entsprechenden Restaurants kellnern, hätte ich vermutlich eins. Vielleicht sogar eins, das es mir mittelfristig unmöglich machen würde, dieser arbeit nachzugehen. Also, krank oder nicht krank?

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Plasmabruzzler 29.09.2011, 12:10
15. Auf Thema antworten

Zitat von sysop
Hochsensible Menschen nehmen Eindrücke aus ihrer Umwelt intensiver wahr als andere: Geräusche, Farben, Gerüche, Berührungen - ihre Antennen sind immer auf Empfang, die Betroffenen*stehen unter Dauerstress. Sind sie krank*oder nur zartbesaitet?
Im Artikel wäre noch ein Hinweis zur niedrigen latenten Hemmung (LLI - low latent inhibition) wünschenswert gewesen. Diese Begabung könnte in Zusammenhang mit der Hochsensibilität stehen.

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Iggy Rock 29.09.2011, 12:15
16. Reizüberflutet

Zitat von carlo02
Angst vor dem, was andere von einem denken, spricht man von sozialer Phobie. Da is die SHG für Hochsensible wahrscheinlich die falsche Adresse.
Vermutlich ist die hohe Sensibilität eine Folge oder gar die Ursache von Depression, so eben auch von sozialer Phobie. Jemand der schnell überall reizüberflutet ist, wird irgendwann zum sozialen Rückzug neigen und in Folge depressiv werden. Allerdings müsste man festlegen was überhaupt gesund und was krank sein soll.
Der Komiker Hirschhausen verkündet zum Beispiel, dass der Mensch bei über 30 bis 40 Personen in direktem Umfeld bereits Stresshormone ausschüttet, weil diese Menge an Gleichartigen in der Natur gar nicht vorkommt, folglich auch nicht vorgesehen ist.

Alles an derartigen menschlichen Verhaltensweisen, welche nicht in unsere moderne Welt, gar die Leistungsgesellschaft, passen, gleich als Krankheit zu definieren, ist sicherlich ein falscher Weg. Der ideale Mensch wäre heute 16 Stunden dauerbelastbar, mit Job und Familie, er wäre bestens ausgebildet und rund um die Uhr erreichbar. Er fühlt sich in jeder Stadt, in jedem Land und auf jedem Kontinent gleich zu Hause und bekommt keinen ernsthaften Jetlag. Er verträgt sämtliche Nahrungsmittelzubereitungen, welche unterschiedlichste Kulturen, auf dem gesamten Globus verstreut, innerhalb von Jahrtausenden entwickelt haben. Aber er ist auch psychisch bei bester Gesundheit, ein Leistungssportler in der Freizeit der viele Freundschaften pflegt und auch noch sozial engagiert ist. Fügt man dem noch umfangreiches und täglich aktuelles, aber auch historisches, Wissen an Kultur, Politit und Wirtschaft hinzu, genährt von mordernen Medien, wird einem schnell schwindelig.

Wenn ich all das bedenke, wundert es mich nicht wirklich, das auch besonders Ehrgeizige irgendwann abschalten, sei es aufgrund von "Burn-Out", wegen Reizüberflutung oder weil ihr Körper physisch nicht mehr mitspielt.
Menschen die das Problem der Reizüberflutung nicht haben, nehmen die Umwelt wahrscheinlich anders wahr, leben punktueller statt allumfassend. Interessant wäre es sicherlich einmal genauer zu untersuchen, ob für das Phänomen auch noch rein biologische Erklärungen gibt. Dass es ein Relikt der menschlichen Entwicklung sein könnte, würde ich nicht ausschließen wollen.
Einige Psychopharmaka wirken durchaus derart, dass sie das Denken, nach der Reizaufnahme, deutlich reduzieren. Ob deren dauerhafte Einnahme eine Lösung für Betroffene darstellt, wage ich aber nicht zu beurteilen.

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jmoellen 29.09.2011, 12:15
17. Kirchenwerbung?

Zitat von jenom
Wenn ich lesen will, dass Jesus auf alles die Antwort ist, dann lese ich den Wachturm. Quo Vadis SPON? Mit Religion werden die Leute noch verrückter gemacht.
Sie wittern wohl überall Indoktrination... Schon mal dran gedacht, dass die von Ihnen angesprochene Passage keine Meinung von SPON, sondern die zitierte Aussage eines HSP-Betroffenen ist? Sie meinen wohl auch, dass ein Artikel, der Mein Kampf zitiert, nazistisch ist. :-)

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l4berl1ne 29.09.2011, 12:16
18. titel

das gefuehl von reizueberflutung und ueberempfindlichkeit kommt auch bei depressionen vor. typisch sind geraeuchempflichkeit und schnelle reizueberflutung die als stress empfunden wird. das haengt mit der gehirnchemie zusammen. ist diese gestoert, koennen sinneseindruecke nicht mehr richtig vom gehirn verarbeitet werden.

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schweinskanne 29.09.2011, 12:28
19. "normal" ist relativ...

Zitat von Olaf
Ich weiß nicht, ob Jesus meditiert hat. Religion und Meditation gehören ja oft zusammen. Als junger Mann habe ich eine Zeitlang die Zen-Meditation betrieben. Das war auch an sich eine schöne Sache, nur dass es mir nach einer Weile so.....
Das, was sie erlebt haben, ist eine Ausdrucksform der Achtsamkeit. Das was sie jetzt als "normal" empfinden, ist in Wirklichkeit nur das, was übrig bleibt, wenn man gewohnt ist, die Welt um sich herum zu ignoriern.
Sehen sie sich kleine Kinder an, die können das auch noch, und für die ist das nicht schlecht, sondern sehr wichtig für unsere Entwicklung.

Der Umgang damit muss aber auch in der Lebens- und Meditationspraxis geübt werden, sonst wird das manchen Menschen zu anstrengend.

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