Forum: Panorama
Höchster Kirchenvertreter bei Schützenverband: "Mithat Gedik soll Schützenkönig bleib
DPA

Im Streit um den muslimischen Schützenkönig aus Werl hat sich der höchste Kirchenvertreter im Bund der Schützenbruderschaften zu Wort gemeldet. Mithat Gedik solle sein Amt behalten, sagte Monsignore Robert Kleine - verteidigte aber auch die strikten Regeln der Vereine.

Seite 1 von 3
Wieland 06.08.2014, 13:16
1. Das sowas

überhaupt laut besprochen werden muß. Genauso die Geschichte der drei Tschechen mit ihrem Plastikflaschenboot, die damit auf der Elbe nach Hamburg schippern wollten und an der deutschen Grenze wegen gewisser Auflagen nicht weiter durften. Dieses Land hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Beitrag melden
bezim 06.08.2014, 13:21
2.

All die entsetzten Kommentare!
Ich bin selbst Mitglied eines Verbandes, der nur Katholiken aufnimmt. Was soll daran falsch sein. Gleich und gleich gesellt sich nun mal gern.
Eine andere Frage ist, wie man mit denen umgeht, die sozusagen versehentlich durch das Aufnahmeraster gerutscht sind, wie es offenbar bei dem Schützenkönig geschehen ist. Oder wollte man sich mit dem Unternehmer als Mitglied schmücken, weil Spenden vorhersehbar... ?

Beitrag melden
prisma-4d 06.08.2014, 13:24
3. ...ganz schön blöd, wenn einem die Kirchenmänner...

Zitat von sysop
Im Streit um den muslimischen Schützenkönig aus Werl hat sich der höchste Kirchenvertreter im Bund der Schützenbruderschaften zu Wort gemeldet. Mithat Gedik solle sein Amt behalten, sagte Monsignore Robert Kleine - verteidigte aber auch die strikten Regeln der Vereine.
...in den Rücken fallen!
Da hat sich der Verband das so schön korrekt ausgedacht... und was machen die Oberen... denen ist das alles wurscht!
Unabhängig was in irgendwelchen Satzungen drin steht, plötzlich menschelt es in der katholischen Kirche. Nicht unbendingt typisch für diese Institution aber vielicht ein Zeichen...?

Fakt ist: mit der Paragraphenreiterei ist der Verband auf die Nase gefallen.
Sollte es in Deutschland doch so etwas wie "Menschlichkeit" in der Vorschriftenauslegung geben? Klar doch! Ecclestone hatts mit 100Millionen bewiesen...man muß nur wollen(können)!

Beitrag melden
nesmo 06.08.2014, 13:29
4. Traditionsvereine

die nur noch aus Tradition "katholische" Vereine sind, sollten darüber nachdenken, ob dies zeitgemäß ist. Es ist schon eine merkwürdige Verknüpfung von Schützenverein und Religion, was hat das eine mit dem anderen zu tun. Kreuzritternachfahren? Gibt es auch katholische Kegelvereine, Schachklubs oder Saunafreunde? Die Schützenvereine wollen natürlich ihre Traditionen hochhalten, frühere dörfliche Gemeinschaften in erzkatholischen Gebieten gründeten "natürlich" gottesfürchtige katholische Vereine, bei denen die selben Grundsätze wie auch sonst im Dorf galten. Aber was gilt heute für Schützen, die aus der Kirche austraten, die sich scheiden ließen, die evangelisch sind, dürfen die auch alle nicht Schützenkönig werden? Müsste nicht der aktuelle Religionsstatus eines jeden Schützen geprüft werden, der Schützenkönig werden will? Leben diese katholischen Vereine wirklich die katholischen Grundsätze konsequent?

Beitrag melden
novoma 06.08.2014, 13:35
5. Die Macht der Kirchen

Die Macht der Kirchen in diesem Staate lassen leicht den Eindruck entstehen, wir seien ein "christlicher Gottesstaat". Es ist an der Zeit, endlich die völlige Trennung von Staat und Kirche zu vollziehen, und den Kirchen sämtliche(!) Privilegien zu entziehen, diese vollständig unter den Geltungsbereich der Gestze zu Stellen und sämtliche Sonderrechte abzuschaffen. Dann wäre endlich solche Satzungen, wie die dieses Schützenbundes, wegen Vertoßes gegen das Diskriminierungsverbot unwirksam.

Beitrag melden
Herzbubi 06.08.2014, 13:45
6. alles Menschen

vor Gott sind alle Menschen gleich egal ob Christ, Jude oder Moslem oder was auch immer.

Beitrag melden
Plasmabruzzler 06.08.2014, 13:55
7.

Das wird ja immer abstruser....
Ein Verein kann bestimmen, wen er als Mitglied aufnimmt. Ob es nun Katholiken, Schnauzbartträger oder Masochisten sind - es steht dem Verein frei, das selbst zu bestimmen, ohne in den Verdacht der Diskriminierung zu kommen. Der "Fehler" wurde anfangs begangen, als man besagten Schützenkönig in den Verein aufnahm. Da sieht man aber, wie gut Integration dort funktioniert: man hat offenbar erst gar nicht nach der Religion gefragt, sondern ihn als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft und des Vereins aufgenommen - sehr löblich. Nun ist die Frage: kann und soll man ihm aufgrund dieses "Verschuldens" des Vereins diesen Preis aberkennen? Das sollte die Kernfrage sein.

Beitrag melden
Larnaveux 06.08.2014, 13:59
8.

Also erst einmal: Natürlich wirkt die ganze Story, aus der Ferne betrachtet, überaus skurril, und man fragt sich in einem ersten Gedanken, hat der Dachverband noch alle Latten am Zaun?
Dann aber, nach der ersten Verwunderung, muss man sich die Lage noch einmal genauer anschauen.

Es gibt also Statuten, Satzungen. Die sind irgendwann einmal aufgestellt worden, und jemand hat sich dabei etwas gedacht. Satzungen müssen mir nicht passen, aber das Deutsche Recht sieht weitestgehende Autonomie bei der Ausgestaltung von Vereinssatzungen vor. Und das ist auch gut so.

Letztendlich kann es so auch einen Verein der Regenwurmfreunde geben, der nur Bewohner von Klein-Kleckersdorf aufnimmt oder einen Saunaverein nur für schwarzhaarige Frauen oder was auch immer. Das hat mit Intoleranz nicht zwingend etwas zu tun. Manchmal ist die Abgrenzung nach außen auch etwas, um etwas zu bewahren, was einem wichtig ist. Um so ein Bewahren scheint es den Erstellern der Satzung im konkreten Fall gegangen zu sein.

Man kann das jetzt für gut oder schlecht halten, für lustig, skurril, angemessen oder überkommen. Tatsache ist aber, dass es die Satzung nun mal gibt.
Regelwerke sind nicht dazu geschaffen, sie nicht zu beachten. Mag im konkreten Fall auch jede Faser meines Geistes sagen: "Mensch, lasst den Mann bei Euch! Er ist ein würdiger Schützenkönig.", stellt sich im gleichen Atemzug die Frage:
Wie verfährt man also mit Regeln? Wenn einem Regeln unlieb sind, bricht man sie, und wenn sie aber mal zu einem Zweck passen, wird bestimmt auch von außen gefordert, dass diese Regel unbedingt zu beachten ist?

Nein, so darf es nicht sein. Regeln sind zu befolgen. Und wenn man auf eine Regel stößt, die merkwürdig erscheint, dann ist es die Aufgabe der Verantwortlichen, darüber nachzudenken, ob diese Regel geändert oder sogar abgeschafft werden kann.

Im konkreten Fall liegt ein Satzungsbruch vor. Das mögen nun einige Leute hier lustig finden, aber es ist nun mal ein Satzungsbruch. Den Schützenkönig einfach zu dulden, macht ihn zu einem König zweiter Klasse. Der Dachverband hat also die Aufgabe, Klarheit zu schaffen. So oder so. Und letztendlich wird es interessant zu beobachten sein, wie sich die Vereine, wie sich dessen Mitglieder dazu verhalten.

Beitrag melden
Barry.1964 06.08.2014, 14:09
9. Die Kirche wird doch im Dorf gelassen

Ich bin sehr froh über diese Wendung. Ich gebe nesmo recht, dass diese Vereine auf einer sehr alten und letzten Endes nicht mehr zeitgemäßen Tradition basieren. Die Mitglieder des Schützenvereins sind doch keine kirchlichen Würdenträger, wieso sollten sie (außer natürlich wegen der veralteten Satzung) Christen sein?

Es wäre wirklich eine Schande für die Bundesrepublik, wenn eine solche gelungene Integration so niedergeschmettert wäre. Integration heißt für mich nicht, dass ich meine Identität aufgebe, sondern dass ich die Werte der Gesellschaft akzeptiere. Von dem, was ich bisher über diesen Fall gelesen habe, hat Herr Gedik ganz offensichtlich die Werte seiner Gemeinschaft übernommen.

Was soll es irgendjemandem bringen, wenn er in die katholische Kirche eintritt (bis auf die Kirchensteuer für die Kirche)? Und da gibt es genügend Mitglieder, die nicht so hinter Kirche stehen.

Beitrag melden
Seite 1 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!