Forum: Panorama
Hype in orange: Der liebe Gottkönig mit der Kassenbrille

Wenn's der Selbstfindung dient: Da kommt ein Mann mit orangefarbenem Gewand und predigt Kalendersprüche - und jede Menge esoterisch angehauchte Romantiker flippen aus. SPIEGEL-Redakteur Per Hinrichs versteht Gott und die Welt nicht mehr. Eine politisch unkorrekte Antwort auf den Dalai-Lama-Hype.

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schmidtchen 27.07.2007, 18:59
1. Na und?

Man kann sich ja an dem "Hype" stoßen. Man kann auch rummäkeln was für ein Kautz der Typ doch ist. Man kann auch mit doofen Sprüchen auf den eigenen Mitmenschen rumhacken und glauben man selbst hat den Durchblick und alle anderen sind blöde. Dummerweise ändert es nichts an ein paar unbequemen Weisheiten die das Mensch-Sein und das Zusammenleben auf der Welt regeln und ermöglichen. Der Autor braucht also entweder einen kräftigen "Hallo-Wach" oder schreibt halt einfach nur so weil sein Chefredakteur zu ihm gesagt hat: "Schreib mir mal was provokatives - Hauptsache unsere Quote stimmt."
Wie dem auch sei. Egal ob tibetanischer Mönch, Dorfpfarrer aus Hintertupfing oder Hartz-IV-Empfänger aus Berlin-Wedding. Ein Satz bleibt ein Satz. Eine Weisheit eine Weisheit. Nur der Blickwinkel ändert sich. Nicht aber der Inhalt. Von mir kriegt der Dalai Lama Applaus (auch der Dorfpfarrer und meine Mitmenschen) und der Autor nen Tritt...

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styberman 27.07.2007, 19:02
2. Pfütze der Ignoranz

"... esoterisch angehauchte Romantiker, die sich nicht ernsthaft mit Religion oder Erkenntnis auseinandersetzen wollen ..." - immer noch besser als ein Pessezyniker, der sich nicht ernsthaft mit ...

"... Tümpel der Plattitüden ..." - das Einzige, was der Autor offenbart, ist, dass er selbst im Pfuhl der Vorurteile schwimmt.

"... durch ein bizarres Ritual auf den Thron kam ..." - das trifft auf George W. Bushs Wahl haargenauso zu.

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darienonniel 27.07.2007, 19:15
3.

Als Journalist und Kommunikationsberater weiß ich die intellektuellen, gut recherchierten mit der nicht selten guten Portion Zynismus geschriebenen Beiträge sicher zu schätzen. Aber in diesem Fall fehlt es dem Autoren an Wissen und einer gewissen Demut. Doch Demut wächst aus geanzheitlichem Wissen. Keine andere Religion kann eine derartige Geschichte der Gewaltlosigkeit vorweisen und sie hat nie den arroganten Anspruch des Monotheismus erhoben. Lesen Sie die Kriminalgeschichte der Christen, ich hoffe Sie kennen den Autoren und sie werden verstehen was ich meine. Gewalt, Manipulation und Unterdrückung der Frau und der individuellen Freiheit gehen sicher nicht auf das Konto der Buddhisten. Übrigens ich bin kein Buddhist, sondern Atheist.

Liebe Grüße

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justblue 27.07.2007, 19:19
4. Buchwerbung auf Kosten von Respekt zu anderen Religionen

Da ich seit über 12 Jahren Buddhist bin kann ich das mit dem Hype nicht ganz nachvollziehen. Heißt Religionsfreiheit nicht auch das man jeden so leben lassen soll wie er es für richtig hält und es nicht unbedingt besonders intelligent wirkt wenn man sich über den Glauben anderer lustig macht? Ach es ging ja um eine Buchwerbung, dann kann man schon von einem intelligenten Hintergrund sprechen.

Naja mit Buddhisten kann man das ja machen, die stehen über sowas drüber. Wenn es um einen wichtigen Iman ginge hätten sie sicher nicht die Eier dazu gehabt sich über den so lustig zu machen, der Religion gehören zu viele an die man als leicht reizbar bewerten könnte gell?

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skilliard 27.07.2007, 19:20
5. Über was bitte diskutieren

Über was sollen wir denn diskutieren? Das ist ja kein Artikel, da hat sich jemand ausgeweint der keine Ahnung von der Materie hat, aber auch mal was mitteilen möchte.

Wenn Sie glauben, der buddhistische Weg findet im Tennisstadion statt, dann ist Ihnen sowieso nicht zu helfen. Und wenn Sie auf Medienplattitüden reinfallen, wie Sie sie selbst verbreiten, dann weiß ich auch nicht, wie man Ihnen dabei helfen kann, noch was aus Ihrem Leben zu machen.

Da fragen Sie mal besser den Dalai Lama oder fangen Sie ernsthaft an, den tibetischen Buddhismus jenseits der 500-Worte-Artikel in BILD, SP#IEGEL, STERN und Co zu studieren, dann wird das vielleicht noch was in diesem Leben. ;-)

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peter001 27.07.2007, 19:20
6.

Wenn Per Hinrichs Gott und die Welt nicht mehr versteht, warum schreibt er darüber auch noch so, als wenn er auch sonst von nix ne Ahnung hat, und wirft genau das einer Menge Leute vor?
Tja als Journalist gilt halt Auflage erhöhen, das Kalkül muss aufgehen, auch bei den Spiegels...

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Karikaturblogger 27.07.2007, 19:28
7. Und das wichtigste: Immer freundlich lächeln

Vielen Dank an den Autor des amüsanten Artikels. Ähnliche Gedanken kamen mir auch in den letzten Tagen. Sehr skurril dieser Dalai Lama - Hype. Aber skurril funktioniert immer. Nur so ist es wahrscheinlich zu erklären, warum Teenies in Frankreich und Israel auf Tokio Hotel abfahren, obwohl die Texte und die Sounds nun wirklich nichts Neues sind. Aber das ist ein anderes Thema. Da ich vom Dalai Lama bisher wenig Ahnung hatte las ich nach, was Wikipedia zu ihm zu berichten weiß. Und gerade der Punkt mit der Reinkarnation und der Suche nach dem neuen Dalai Lama ist doch für unser aufgeklärtes Verständnis ein wenig sonderbar. Der kleine Dalai Lama hatte bei seiner "Findung" wohl auch wenig mitzureden. Schwupp wuchs er als Gottkönig auf. Bis zum Erwachsenenalter mit dieser Tatsache tagtäglich konfrontiert blieb ihm ja wohl nichts mehr anderes übrig, als fortan selbst fest daran zu glauben.

Doch was, wenn plötzlich ein anderer Tibeter sagen würde, er sei der echte Dalai Lama. Oder der Dalai Lama selbst feststellen würde, ich bin gar nicht der Richtige...? Aber lassen wir das. Es MUSS der Richtige sein. Er kommt schließlich aus Tibet und die Tibeter sind bei der Suche sicher viel gewissenhafter und sorgfältiger als wir hektischen, trampeligen Europäer.

Eine Weisheit könnte sich der Papst vom Dalai Lama abgucken.
Immer freundlich lächeln. Und buntere Gewänder anziehen. Selbst Angela Merkel hat gemerkt, dass Schwarz nicht so gut rüberkommt wie ein leuchtendes Orange.

Der Karikaturblogger

Hier noch eine schöne Karikatur zum Thema:
http://www.presseanzeiger.de/karikatur/78.php

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MeckiP 27.07.2007, 19:31
8. Eine politisch unkorrekte Antwort ...

... muss allein schon aus Gründen der Ausgewogenheit erlaubt sein.

Gerade Deutschland war immer schon ein dankbarer und einträglicher Markt für gewisse fernöstliche Strömungen: in den 70ern rannten die, die es sich leisten konnten, und das waren nicht wenige, nach Poona und kehrten baghwan-erleuchtet zurück. Momentan ist es der Dalai Lama. Eine wichtige Frage, die <noch> unbeantwortet bliebt: Warum?

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yaaz 27.07.2007, 19:35
9.

Die eigene spirituelle Unsicherheit und die Frustration über das eigene Unverständnis der Faszination am Lama mit einer Polemik zu begegnen, ist allenfalls unterhaltsam.

Ist denn eine liebevolle Atmosphäre im eigenen Haus etwa kontraproduktiv und als Fundament für das Leben nicht geeignet? Oder sind die Worte, die der Lama verwendet, schon so ausgelutscht und abgenutzt?

Aber egal was ich dazu sagen kann, es ist doch eh nur das scheinheilige Geblubber eines der vielen verblendeten, die ihre Lebensphilosophie aus Kalendersprüchen beziehen.

Alles, was mehr als den eigenen Stammtisch anspricht als Hype zu bezeichnen, ist doch kein Ansatz, um das zu verstehen. Ist es nicht eher so dass so langsam aber sicher mehr und mehr Leute aus ihrem Konsumdelirium aufwachen und sich über die Leere wundern, die ein paar Jahrzehnte der Globalisierung hinterlassen und lange gut versteckt haben?

Also, politisch unkorrekt ist manchmal lustig, sachlich unkorrekt ist dagegen meistens peinlich.



yaaz

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