Forum: Panorama
Identität verwechselt: Unschuldiger kommt nach 29 Jahren aus Haft
AP/ Virginia Deptment of Corrections

Jahrzehntelang hat Michael Kenneth McAlister seine Unschuld beteuert. Er saß in Haft, weil er eine Frau missbraucht haben soll. Jetzt hat der wahre Täter gestanden - er sah McAlister zum Verwechseln ähnlich.

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WwdW 14.05.2015, 20:27
90. Haftentschädigung

Wie schon jemand sagte. Dieses Beispiel ist ein Grund keine Todesstrafe zu haben. Auch da können Verwechslungen geschehen und Unschuldige hingerichtet werden.

Zur Entschädigung. Die ist in den USA recht ordentlich. Der Mann kann 1,5-3 Millionen US $ erwarten. Aber ich finde auch das zu niedrig, das 20fache sollte es schon sein.

Aber hier in Dtld. ist es ein Hohn. Die Haftentschädigung ist eine zweite Strafe die fast noch schlimmer ist als unschuldig einzusitzen. Wer für die dt. Gesetze verantwortlich ist sollte für die Haftentschädungszahlungen bestraft werden.

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kumi-ori 14.05.2015, 20:28
91.

Zitat von tolate
God´s own Country, mehr kann man dazu nicht sagen. !993 waren bereits Zweifel aufgekommen! das war vor 22 Jahren! Was ist das bloß für ein Land, woher kommt diese Ignoranz, mit der es den eigenen Taten gegenübersteht, und glaunt, nichts ändern zu müssen. Eine ganz kleine Kostprobe: Russische U-Boote vor Schwedens Küste, ein fake unter Ronald Reagan, um Olaf Palme, der später ermordet worden ist, in Bedrängnis zu bringen. Mujaheddins in Afghanistan, bewaffnet heimlich ab 1979, um die Sowjetunion in die Falle eines Krieges zu locken, der bis 1989 gedauert hat, kurz darauf ist das Land kollabiert. Jetzt, nachdem es nicht zur leichten Beute der USA geworden ist, gibt es das Chaos in der Ukraine, in Afghanistan, im Jemen, in Lyiben, in Syrien, im Irak, in Afrika, ... . Too big to fail?
Es ist immer bedauerlich, wenn solche schrecklichen Auswüchse in den USA dazu missbraucht werden, den Einmarsch des russischen Militärs in die Ukraine zu relativieren. Die Putinisten erinnern mich an die unermüdlichen Sektierer, die während meines Studiums vor dreißig Jahren vor jedem Hörsaal standen und unablässig keifend kommunistische Heils-Traktate anboten.

Können diese Nervensägen nicht ihr eigenes Weltverschwörungs-Forum gründen?

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kumi-ori 14.05.2015, 20:46
92.

Zitat von ClausWunderlich
So ist es! 14.05.2014 Die größten Fehlurteile in Deutschland Im "Fall Peggy" ist Ulvi K. freigesprochen worden - nachdem er zehn Jahre lang als Mörder galt. Doch er ist bei weitem nicht der einzige Irrtum der deutschen Justiz. Den Alptraum, vom Richter schuldig gesprochen zu sein und zu wissen, man war es nicht, haben unter anderem auch schon Gustl Mollath und Harry Wörz erlebt. http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/justiz/id_69408272/die-groessten-fehlurteile-in-deutschland.html Und die Entschädigungen in Deutschland sind im Vergleich zu den USA ein Witz.
Da gibt es noch ein paar mehr Beispiele.

Der Bauer aus Neustadt an der Donau, von seiner Familie ermordet, zerstückelt und den Hunden zum Fraß vorgeworfen, wurde zehn Jahre nach der Verurteilung der Täter tot zwar, aber ansonsten völlig unversehrt in seinem Auto aus der Donau gefischt.

Der berüchtigte Münchner Parkhausmörder, gegen den kein einziges stichhaltiges Argument geschweige denn Beweis vorlag, der aber wegen Mordes mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt wurde mit der Begründung, dass weitere Untersuchungen zu entladstenden Indizien überflüssig wären, zwei Jahre Ermittlung seien schließlich genug.

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iron_net 14.05.2015, 20:50
93.

Ich finde es ganz erstaunlich, dass in einem Land wie den USA so offen rechtsstaatliche Grundprinzipien wie die Unschuldsvermutung in dieser Weise verletzt werden können. Verurteilt werden darf jemand nur, wenn die Unschuldsvermutung ausgeräumt werden konnte. Ändert sich im Nachhinein etwas an dieser Tatsache, ist der Fall neu aufzurollen. In den USA werden aber massenhaft BürgerInnen, die irgendwann mal von einem Gericht verurteilt wurden, für absurd lange Zeiträume weggesperrt und dabei um jeden Preis verhindert, dass Urteile revidiert werden müssen.

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bruno47 14.05.2015, 21:15
94. Im Gegensatz zu Deutschland ...

... das Justizopfern pro Tag 25 Euro abzgl. Kost und Logis bezahlt und dann die Opfer auf die Straße vor den Knast wirft (man mag sich mal stellvertretend über das Schicksal von Opfern der deutschen Justiz über den Lebenslauf von Horst Arnold informieren), werden Justizopfer in den USA anständig entschädigt. Das bringt ihnen die verloren Jahre nicht zurück, aber es ermöglicht ihnen wenigstens den Rest ihrer Zeit zumindest ohne wirtschaftliche Sorgen zu leben. Unser deutscher Sozialstaat argumentiert eher so: Ein menschliches Leben ist so einzigartig und kostbar, dass man es mit Geld nicht aufwiegen kann. Und deshalb zahlen wir auch nix, wenn wir mal eins ruiniert haben ... hihi ...

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Mundräuberin 14.05.2015, 21:52
95. Governor grants

Der Gouverneur gewährt gar nichts, er HAT das zu tun, da der Mann unschuldig ist und auch ohne Geständnis schon vor Jahren hätte freikommen müssen. Sich mit so einer Wortwahl überhauzhpt an die Öffentlichkeit zu trauen zeigt die unsägliche Hybris der Herrscherklasse des antiken Ro... äh des modernen Amerika! Warum schreibe ich sowas und nicht der Spiegel Journalist?

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dragondeal 14.05.2015, 22:11
96. @kumi-ori #15

Das ist kein genereller Fehler. Es gibt sicher Fälle, bei denen schlampig gearbeitet wird oder gar absichtlich trotz dünner "Beweise" verurteilt wird. Aber ohne eine gewisse Rechtssicherheit für Richter, Ermittlungsbehörden und Geschworene gäbe es gar keine Verurteilungen mehr.

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Banause_1971 14.05.2015, 22:23
97. Immer noch besser als in Deutschland,...

hier gibt es nur noch Freisprüche zweiter Klasse (wenn die Staatsanwaltschaft ums Verrecken keine Beweise finden kann, weil den Angeklagten eben nichts mit dem Fall verbindet),.. ODER, man wird einfach in eine Psychiatrie gesteckt (siehe Mollath) und wenn der Skandal auffliegt, muss man sich erneut von der Justiz verfolgen lassen, weil die verantwortlichen Politiker einfach ihren Fehler nicht eingesethen wollen. Ganz blöd ist es natürlich, wenn eine Frau einem Mann eins auswischen will. Da reicht es zu sagen: "Hopla, der hat mich vergewaltigt, glaube ich,..." Dann ist das Urteil schon in Beton gegossen,.. die Medienhetze kommt noch dazu,... und schon ist die Existenz ruiniert (egal ob schuldig oder nicht). Deutschland ist da kein Stück besser.

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clint east wood 14.05.2015, 22:56
98. Naja, in deren

Zitat von bejan
Sollte es noch "in dubio pro reo" heißen? Wo sind die Köpfe der Richter? Wofür besuchen diese so lange eine Schule Frage ich mich? In Europa ist doch das gleiche, nur dass hierzulande einer schon längst seine Zeit abgesessen hätte.
"Studium" lernen die schon was. Intensiv. Aber drüben jibbet halt eine andere Rechts"kultur". Hierzulande ist ein Staatsanwalt per Gesetz verpflichtet alle Umstände der Tat zu ermitteln, insbesondere auch Fakten und Umstände, die gegen die Schuld, bzw. für die Unschuld des Angeklagten sprechen. Müssen die. (Tun die auch nicht immer, und noch öfter: nicht gern....aber sie müss(t)en.
Nicht so in den USA. Da muss ein Staatsanwalt nur die Umstände ermitteln und Indizien sammeln, die für die Schuld sprechen. Alles was dagegen spricht, was dieses "Indizien" oder "Beweisen" widerspricht, kann er im Verfahren seinerseits vergessen. Muss er nicht erwähnen. Das zu leisten ist komplett Aufgabe der Verteidigung. Falls die das kann, diese Fakten kennt, bzw erfährt. Falls sie die Mittel, die Fähigkeiten und den Willen dazu hat. Wenn nicht, dann nicht. Und häufig, kann oder will die Verteidigung nicht. Gibt das Budget nicht her....Tja, und dann der Richter. Jeder Freispruch verschlechtert seine Quote. Nicht gut für die Karriere....

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clint east wood 14.05.2015, 22:57
99. Zeit hätten's dann ja gehabt ... nur ...

Zitat von max-holzdorf
leute die angeblich nichts zu verbergen haben und auf die total, dämliche überwachung stehen, sollten an seiner stelle gewesen sein. allerdings ob die dann anfangen zu denken....
.. genutzt hätt's halt nix mehr...

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