Forum: Panorama
Identität verwechselt: Unschuldiger kommt nach 29 Jahren aus Haft
AP/ Virginia Deptment of Corrections

Jahrzehntelang hat Michael Kenneth McAlister seine Unschuld beteuert. Er saß in Haft, weil er eine Frau missbraucht haben soll. Jetzt hat der wahre Täter gestanden - er sah McAlister zum Verwechseln ähnlich.

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Tante_Frieda 15.05.2015, 01:41
110. Was bekommt der Mann

Zitat von go-west
als Entschädigung??
Hoffentlich viele,viele Millionen.In einem solchen Fall durchaus zu Recht.Während es an Lächerlichkeit grenzt,wenn Hamburger-Esser oder Raucher nach 20 Jahren "plötzlich" bemerken,dass sie vom Übergenuss krank werden und deshalb Firmen auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagen,ist es ein solcher Justizirrtum wirklich wert,dass der Betroffene mit Millionen abgefunden wird.Seine verlorene Zeit kann ihm ohnehin keiner zurückgeben.

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chalchiuhtlicue 15.05.2015, 06:01
111. Das Hauptproblem in solchen Fällen ...

... sind die schlampige Polizeiarbeit und das Geschworenensystem, das Fakten ignoriert, überbewertet oder gar ohne relevante Fakten verurteilt. So lange tumbe Laien richten, werden solche Urteile Alltag dort sein!

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salamicus 15.05.2015, 06:15
112.

Zitat von Atheist_Crusader
Wieso ist da von Begnadigung und Straferlass die Rede? Müsste nicht schlicht das Urteil gegen ihn aufgehoben werden? Begandigung ist doch "Gnade vor Recht", und das Recht ist erwiesnermaßen auf sseiner Seite.
Lesen Sie das Original. Ach, und "innocence" bedeutet "Unschuld". Aber es scheint, dass eine schludrige Übersetzung gewissen "US-Kritikern" hier sehr gelegen kommt. Ja, es handelt sich um einen tragischen Justizirrtum. So etwas kommt leider vor, zum Glück nur selten. Und beileibe nicht nur in den USA.


RICHMOND – Governor Terry McAuliffe today issued the following statement after granting an absolute pardon to Michael Kenneth McAlister.

“Today I am issuing an absolute pardon for Michael Kenneth McAlister. My staff and I have carefully and thoroughly reviewed the documentation in this case and concluded that a pardon is appropriate in light of the overwhelming evidence, including a recent confession by another individual, pointing to Mr. McAlister’s actual innocence of the crime for which he was convicted.

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winki 15.05.2015, 07:09
113. Dieser Fall ist einer der Gründe ...

weshalb ich nie nach Amerika fliegen würde. Man kommt in diesem "Rechtsstaat" schneller in den Knast als man denkt. Dazu noch die prügelnden und schießwüdigen Polizisten, nee danke. Auch wenn bei uns so manches seltsame passiert, aber so heftig wie in den USA geht es hier nicht zu.

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Mitti 15.05.2015, 08:28
114.

Zitat von bruno47
... das Justizopfern pro Tag 25 Euro abzgl. Kost und Logis bezahlt und dann die Opfer auf die Straße vor den Knast wirft (man mag sich mal stellvertretend über das Schicksal von Opfern der deutschen Justiz über den Lebenslauf von Horst Arnold informieren), werden Justizopfer in den USA anständig entschädigt. Das bringt ihnen die verloren Jahre nicht zurück, aber es ermöglicht ihnen wenigstens den Rest ihrer Zeit zumindest ohne wirtschaftliche Sorgen zu leben. Unser deutscher Sozialstaat argumentiert eher so: Ein menschliches Leben ist so einzigartig und kostbar, dass man es mit Geld nicht aufwiegen kann. Und deshalb zahlen wir auch nix, wenn wir mal eins ruiniert haben ... hihi ...
In den USA ist es vielerorts gängige Praxis, Unschuldige nicht als unschuldig freizulassen, sondern ihnen die Reststrafe zu erlassen. Der Unschuldige muss einwilligen, dass er den Fall nicht neu aufrollt oder Schadensersatzansprüche geltend macht, und sich schuldig bekennen. Im Gegenzug wird er freigelassen.

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docmillerlulu 15.05.2015, 08:29
115. Das amerikanische Rechtssystem ist archaisch auf dem Begriff der Schuld aufgebaut.

Die Rache oder Sühne steht dabei im Vordergrund. Resozialisierung ist zumeist in dem privatwirtschaftlich geführten Justizvollzugssystem nicht gewünscht. Es gibt enorm viele Urteile alleine auf die Aussage des ermittelnden Polizisten daß der Angeklagte gestanden hat, auch ohne Zeugen.

Zudem lassen sich viele von dem ganzen CSI Gedöns täuschen - man hat zwar die Mittel, setzt sie aber nicht oder will sie nicht einsetzen um eben eine Verurteilung nicht zu gefährden. Ganz beliebter Trick ist die Blutspur am Tatort. Wenn die 0 positiv ist - was ein drittel der Welt und der Verdächtige hat - sieht es für den Verdächtigen ganz blöd aus. Da heißt es dann vor Gericht der Täter hatte dieselbe Blutgruppe wie am Tatort vorgefunden. Der negative DNA Test fällt dann mal schnell unter den Tisch und ein nachlässiger Pflichtverteidiger fragt da nicht nach.

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outsider-realist 15.05.2015, 08:53
116.

Zitat von klugscheißer2011
die USA - das Vorbild an Rechtsstaatlichkeit Das, was die Justiz diesem Mann angetan hat, ist unverzeihlich. Nun kann man für ihn nur hoffen, dass er draußen irgendwann zur Ruhe kommt und ein schönes Leben führen kann, das der Staat ihm ebenfalls bezahlt.
Auch in Deutschland wurden und werden Menschen unschuldig verurteilt. Da brauchen sie gar nicht von oben herab urteilen. In den USA gibt es wenigstens eine entsprechende finanzielle Entschädigung, die ein schönes Restleben ermöglichen könnte. In Deutschland sind diese Menschen meist bis zu ihrem Tode ein Fall für das Sozialamt und Leben ein unwürdiges Leben.

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outsider-realist 15.05.2015, 08:56
117.

Zitat von discprojekt
Amerika macht schon Angst. Todesstrafe, Waffengesetz, Geheimgerichte, undurchschaubare und diverse Geheimdienste, Drohnen ausserhalb des Landes. Die Liste kann durchaus verlängert werden.
Haben wir alles bis auf die offizielle äTodesstrafe hier auch. Führen sie hier auch eine Liste...sie leben ja letztendlich hier, oder?

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Herbert1968 15.05.2015, 09:51
118. Strafmaß

Wie kann es angehen, dass in den USA jemand für eine versuchte Vergewaltigung 29 Jahre (!) im Gefängnis sitzt? Hat er damals dafür lebenslänglch bekommen?

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v.andersson 15.05.2015, 11:41
119. Unschuldig hinter Gittern

Wenn es um Haftstrafen geht, sind amerikanische Exekutive und Judikative gerne mal übereifrig.
Wäre hier richtig ermittelt worden und eine vernünftige Beweisführung im Fokus gewesen, hätte es zur 29-jährigen Gefängnisstrafe für den unschuldigen Kenneth McAlister gar nicht erst kommen müssen.
Neben Fällen, wo Polizisten auf Dunkelhäutige schießen, ist auch das ein Punkt, der mich von einer Reise in die USA abhält.

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