Forum: Panorama
In Kleinstadt mit 7000 Einwohnern: Modemilliardär will Wolkenkratzer bauen - in dänis
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London, Frankfurt Paris - und Brande: Ein Textilunternehmer will in Jütland einen mehr als 300 Meter hohen Büroturm errichten. Der Bürgermeister der Gemeinde kann sein Glück kaum fassen.

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hohnstein2016 09.04.2019, 08:58
50. Jeder hat eine andere Meinung...

Wie hier im Forum sieht man mal wieder warum in Europa kaum mehr etwas voran geht: Jeder hat eine andere Meinung, jeder will was anderes, alles wird erstmal kritisiert oder abgelehnt, oder tot diskutiert.....so wird das in Zukunft garantiert nichts das man Global mithalten kann...nochmal schöne Grüße aus Guangzhou .... übrigens 29 Etage und ich kann die Fenster öffnen... in den normalen Wohnhochhäusern gibt es auch Klima, in jeder Wohnung......

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sangundklanglos 09.04.2019, 09:04
51. Demut?

Was dem Mærsk Mc-Kinney Møller seine Oper ist dem Povlsen sein Hochhaus.
Folgt die Oper ja noch kulturellem Anspruch und gilt als Schenkung an die Dänen und Kopenhagener, muß man diesem Turmbau zu Babel doch etwas die Sinnhaftigkeit absprechen.
Mitten in der dänischen Pampa gibt es genug Platz, um elegant in die Breite zu bauen und der Verdichtung von teurem städtischen Bauland gilt es auch dort nicht Vorsorge zu treiben.
Das Ding ist die betongewordene Schwanzverlängerung eines schwerreichen Mannes und seiner örtlichen Vasallen mit der „Seht-her-ich-kann-das-auch-wo-ich-das-will“ Attitude im Mittelpunkt der kleinen Königreichs.
Das hat nichts mit weitreichender Strukturplanung, schneller Umsetzung oder gar einer tollen gemeinschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raums zu tun. Das ist simpel optische Umweltverschmutzung.

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nicksnutz 09.04.2019, 10:25
52. Werde lieber zweimal gefragt ...

Zitat von hohnstein2016
Wie hier im Forum sieht man mal wieder warum in Europa kaum mehr etwas voran geht: Jeder hat eine andere Meinung, jeder will was anderes, alles wird erstmal kritisiert oder abgelehnt, oder tot diskutiert.....so wird das in Zukunft garantiert nichts das man Global mithalten kann...nochmal schöne Grüße aus Guangzhou .... übrigens 29 Etage und ich kann die Fenster öffnen... in den normalen Wohnhochhäusern gibt es auch Klima, in jeder Wohnung......
Ich finde es im Gegensatz zu Ihnen wesentlich besser, wenn man als Bürger in solchen Fällen gefragt wird. Auch wenn es sicher zeitaufreibend ist und Entscheidungen verzögert. Aber ich nehme mal an, Ihr Kommentar diente auch nur zur Aufstockung Ihrer Punkte im chinesischen Sozialkredit System. Heute morgen schon den Nachbarn angeschwärzt, weil er bei Rot über die Ampel gegangen ist?

Ansonsten finde ich die Lobhudelei über diesen meiner Meinung nach komplett irren Hochausbau mitten im Niemandsland sehr merkwürdig. Mal ernsthaft, gibt es tatsächlich hier jemanden, der neben so einem Koloss wohnen will? Wenn ich auf Hochhäuser stehe, dann ziehe ich in eine Stadt, auf dem Land will ich wohnen, weil es dort solche Bauten gerade NICHT gibt.

Wer will in diesen Büros arbeiten? Woher kommen die Angestellten, wo parken sie ihre Autos? Erhält das HH einen Bahnanschluss? Wer baut die Infrastruktur, die notwendig ist täglich die ganzen Pendler abzuwickeln? Was passiert, wenn die Betreiberfirma pleite geht oder wegen Steuererleichterungen doch lieber nach Irland zieht? Ein Hochhaus in der Stadt findet dann eher Nachmieter als dieser seltsame Monolith auf dem Land. Total irre, diese Idee

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danielc. 09.04.2019, 14:00
53.

Zitat von login37
Man baut den Turm offensichtlich nicht ins Stadtzentrum, sondern das wird der Grafik zufolge ein separater Komplex an der Autobahn. Es stört sich in Brande niemand daran, weil es auf diese Weise niemanden in seiner Wohnqualität beeinträchtigt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Turm wohnt niemand. Alles richtig gemacht In deutschen Städten hatte man in den Siebziger Jahren dagegen vielerorts die "grandiose" Idee, in viele Kleinstädtd ein paar Hochhäuser zu setzen. Wenn ich z.B. hier in der Gegend schaue: Pinneberg, Itzehoe, Elmshorn, ...: Überall monströse Betonklötze aus den 70er im Zentrum. Das sind völlig unpassende Fremdkörper und dauerhafte Schandmale in den Städten. Einfach Betonklötze ohne den geringsten architektonischen Anspruch. Zum Solar-Kraftwerk: Für 120 MW-Peakleistung benötigt man selbst mit modernsten PV-Modulen ca. 600.000qm Fläche. Auch mit Einkaufszentrum und Bürogebäuden dürfte bestenfalls ein Viertel dieser Fläche als Dachfläche zur Verfügung stehen. Aber vielleicht wird ja in der Nähe noch ein halber Quadratkilometer mit PV zugepflastert.
Wäre die Fassade, zumindest in südlicher Richtung, eventuell auch eine Möglichkeit mit Photovoltaik Strom zu gewinnen? So ein hohe Gebäude dürfte nicht all zu viel Schatten ausgesetzt sein. (Wolken und der Erdschatten bei Nacht einmal ausgenommen)

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danielc. 09.04.2019, 15:06
54.

Zitat von Newspeak
Es gibt nachgewiesenermassen eine Korrelation mit dem Bau von extrem hohen Hochhaeusern und der naechsten Wirtschaftskrise. Wobei es hier anders sein duerfte, denn wer finanziert so ein Hochhaus im Nirgendwo als Spekulationsobjekt? Aber vielleicht gibt es im Moment wirklich so viel Geld, das eine Anlageform sucht, dass auch sowas noch finanziert wird. Vielleicht baut man es auch aus dem Firmenvermoegen, genug Geld scheint man ja zu haben. Trotzdem bleibt es nichts weiter als eine sinnlose Protzerei. Hochhaeuser in dichtbesiedelten Staedten werden nur deshalb gebaut, weil der Grund und Boden dort so knapp und dementsprechend teuer ist, dass die Mehrkosten durch das Ausweichen in die Hoehe keine Rolle spielen. Auf dem platten Land, wo es mehr als genug Platz gaebe entfaellt dieser Grund, und die Mehrkosten sind wirklich Mehrkosten, man spart nichts ein. Der Turm ist also rein wirtschaftlich gesehen Unsinn.
Eine Korrelation belegt nicht automatisch einen kausalen Zusammenhang. In dem Ort, in dem ich wohne brüten mehrere Storchenpaare. Parallel gibt es hier derzeit überdurchschnittlich viele Kinder. Kann ich die Ursache nun bei den Störchen suchen? :-)

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mariomeyer 09.04.2019, 15:11
55. @hohnstein2016

Ich empfehle die Lektüre von Thomas Hobbes. Da lernt man viel darüber, welchen Einfluss die Zusammensetzung des "Souveräns" auf die Umsetzung von dessen Willen in die Realität hat. Handelt es sich beim "Souverän" um nur eine Person, etwa in Gestalt eines Königs, wird das, was der "Souverän" will, sehr schnell umgesetzt, denn die Willensfindung dauert nicht lang. Das schwebt Ihnen offenbar als beste Lösung vor. Hauptsache schnell. Problematisch ist, dass das gleichzeitig der Willkürherrschaft Tür und Tor öffnet, was Hobbes dann auch als großen Nachteil dieses ansonsten sehr effizienten Systems ansieht. Am anderen Ende des Spektrums steht ein "Souverän", der sich aus Bürgern zusammensetzt, die demokratisch darüber entscheiden, was der Wille des "Souveräns" ist. Dauert endlos lange, findet auch Hobbes (genau wie Sie), aber die Chance ist groß, dass dann das Ergebnis weniger willkürlich und dafür auch für alle akzeptabel ist. Da muss man dann abwägen, was einem wichtiger ist. Ich selbst weiß es für mich. Aber ich weiß schließlich auch, dass alles zwei Seiten hat.

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g.eliot 09.04.2019, 18:29
56.

Zitat von mb2018
Tja, was soll man denken über einen Mann, der mitten im Flachland einen 300 m hohen Turm bauen will - noch dazu einen so hässlichen? Ähnlich, wie Herrn Trump, muss er mit seinem großen, dicken Turm vielleicht etwas anderes kompensieren, was etwas zu klein ausgefallen ist.
Er ist ja erst 46, aber ich denke mal, dass hier der Anspruch des Egos genauso nach Geltung ruft, wie bei dem amtierenden US Präsidenten.

Ich finde das Gebäude auch hässlich, passt weder in die Landschaft noch in die bestehende Infrastruktur.
Und wie ein vorheriger Poster schon meinte: Was ist, wenn das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten kommt und schließen muss? Die Modebranche ist sehr anfällig. Dann sitzt die kleine Gemeinde mit einem Skelett eines riesigen Skyscrapers da. Welches andere Unternehmen würde denn freiwillig aus Kopenhagen in die dänische Dünen-Pampa umziehen? Gibt's nicht viele, vermute ich mal.

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